Auto-Fahrverbot Wiener Innenstadt 2026: Motorräder ausgenommen!
StVO-Novelle sorgt für Aufsehen
Motorräder und Mopeds bleiben in Wien von der kamerabasierten Zugangskontrolle ausgenommen. Die geplante StVO-Novelle schafft damit Rechtssicherheit für alle Zweiradfahrer in der Stadt.
StVO-Novelle sorgt für Klarheit im urbanen Verkehr
Bereits in Herbst durften wir hoffen:Motorräder und Mopeds bleiben in Wien von der kamerabasierten Zugangskontrolle ausgenommen. Jetzt ist der nächste Hürde genommen. Der Begutachtungsentwurf des Verkehrsministeriums bestätigt: Die geplante StVO-Novelle wird voraussichtlich so beschlossen werden und schafft damit Rechtssicherheit für alle Zweiradfahrer in der Stadt.
Kamerakontrolle kommt - aber nicht für Motorräder
Mit 1. Mai 2026 soll laut Reform ein kamerabasiertes Zufahrtsmanagement in definierten Innenstadtzonen eingeführt werden. Ziel sei mehr Verkehrssicherheit und Lebensqualität.
Im Begutachtungsentwurf werde jedoch ausdrücklich festgehalten:
"Einspurige Kraftfahrzeuge wie Motorräder oder Mopeds sind von der automatisierten Erfassung ausgenommen."
Damit betrifft die Regelung nur mehrspurige Fahrzeuge, während Motorräder und Mopeds weiterhin uneingeschränkt zufahren dürfen.
Mehr als eine Detailfrage - hier geht es um die einspurige Zukunft!
Was technisch klingt, ist wirtschaftlich und politisch relevant.
Eine Einbeziehung von Zweirädern hätte spürbare Folgen gehabt - für urbane Mobilität, Handel und Kunden.
Gerade in einer Stadt wie Wien, wo kurze Wege und flexibles Pendeln den Alltag prägen, sind Motorräder und Roller kein Mittel zum Protzen, sondern ein adäquates Werkzeug für effiziente Fortbewegung.
Der Entwurf sichert somit:
- Bewegungsfreiheit einspuriger Fahrzeuge
- Attraktivität des Zweirads im urbanen Raum
- Planungssicherheit für Handel und Importeure
Laut Branchenvertretern ist diese Entscheidung das Ergebnis monatelanger Gespräche zwischen der Arge 2Rad und politischen Entscheidungsträgern - ein deutliches Signal, dass die Interessen der Zweiradbranche gehört werden.
Erinnerung: Petition gegen Motorräder in Wien
Bereits zuvor hatte eine Petition ein Verbot von Mopeds und Motorrädern bis 2025 gefordert. Mit rund 500 Unterstützern wurde sie im Wiener Petitionsausschuss behandelt.
Die Arge 2Rad kritisierte damals, dass sich der Initiator auf eine veraltete Studie aus dem Jahr 2014 stütze, die nur Mopeds mit Euro-2-Norm untersuchte.
Heute gilt Euro 5 als Standard, Zweitakter spielen bei Neuzulassungen kaum mehr eine Rolle. Die damaligen Ergebnisse seien daher nicht mehr zeitgemäß.
Elektromobilität als Teil der Lösung
Im städtischen Raum wächst die Bedeutung der Elektromobilität.
Laut Arge 2Rad liegt der Elektroanteil bei Mopeds in Österreich bereits über 20 %, jährlich kommen rund zehn neue Modelle hinzu.
Seit über vier Jahren werden Elektro-Zweiräder mit bis zu 1.900 Euro gefördert, was den Markt spürbar belebt habe. Für viele junge Menschen stehe E-Mobilität nicht nur für Technik, sondern für ein neues Mobilitätsverständnis, meint die ARGE 2-Rad.
Ökologie und Ökonomie im urbanen Verkehr
Zahlen zeigen, dass das motorisierte Zweirad nicht Teil des Problems, sondern der Lösung sein kann.
Laut einer Studie zum ökonomischen Fußabdruck der Motorradwirtschaft:
- sparen Motorräder jährlich 1,6 Millionen Stunden an Zeitverlusten im Verkehr,
- reduzieren den CO₂-Ausstoß um rund 86.800 Tonnen bei 1,66 Milliarden gefahrenen Kilometern,
- benötigen weniger als ein Drittel der Parkfläche eines Pkw - ein entscheidender Vorteil in dicht bebauten Städten.
Fazit: Klarheit für Wien und den Zweiradhandel
Mit der geplanten StVO-Novelle 2026 bleibt die Einfahrt in Wiener Innenstadtzonen für Motorräder und Mopeds weiterhin möglich.
Und für Wien bedeutet das: Das motorisierte Zweirad bleibt Teil der urbanen Mobilitätslösung - nicht Teil des Problems.
Bericht vom 05.03.2026 | 8.244 Aufrufe