BMW F 700 GS und F 750 GS Gebrauchtberatung
Diese BMW GS Modelle sind echte Geheimtipps
Die BMW F 700 GS und F 750 GS gelten als zuverlässige, handliche und vielseitige Reiseenduros. Doch worauf sollte man beim Gebrauchtkauf achten? Unsere Beratung zeigt typische Schwachstellen, gefragte Ausstattungen und wichtige Tipps vom BMW-Experten.
Historie der BMW F 700 GS & F 750 GS
Von der F 650 GS zur F 700 GS: Die straßenorientierte Mittelklasse-GS
Die Geschichte der BMW F 700 GS beginnt streng genommen bereits einige Jahre vor ihrer offiziellen Vorstellung. 2008 brachte BMW Motorrad mit der parallel angebotenen F 650 GS und F 800 GS eine neue Generation von Mittelklasse-Reiseenduros auf den Markt. Anders als die frühere, einzylindrige F 650 GS wurde das neue Einstiegsmodell von einem flüssigkeitsgekühlten Zweizylinder-Reihenmotor mit 798 cm³ Hubraum angetrieben. Die Modellbezeichnung F 650 GS entsprach somit nicht mehr dem tatsächlichen Hubraum, sondern kennzeichnete vor allem die Positionierung unterhalb der leistungsstärkeren und geländeorientierteren F 800 GS. Beide Modelle bildeten die Grundlage für die folgenden Jahre der BMW-Mittelklasse-GS.
BMW F 700 GS: Neuer Name und gezielte Weiterentwicklung ab 2012
Im Sommer 2012 präsentierte BMW die F 700 GS als Nachfolgerin der zweizylindrigen F 650 GS. Zum Modelljahr 2013 erhielt das straßenorientierte GS-Modell nicht nur einen neuen Namen, sondern auch eine Reihe technischer und optischer Verbesserungen. Der bekannte 798-cm³-Reihenzweizylinder blieb grundsätzlich erhalten, leistete nun jedoch 55 kW beziehungsweise 75 PS und stellte ein maximales Drehmoment von 77 Nm bereit. Damit positionierte sich die F 700 GS leistungsmäßig deutlicher zwischen dem bisherigen Einstiegsmodell und der weiterhin angebotenen F 800 GS.
Trotz ihrer Bezeichnung verfügte die F 700 GS also weder über 700 cm³ Hubraum noch über einen vollkommen neuen Motor. BMW verwendete die Zahl vielmehr zur klareren Abgrenzung innerhalb der Modellpalette. Ihr 19-Zoll-Gussrad an der Front, die niedrigere Sitzhöhe und die moderateren Federwege machten sie besonders für den Alltag, für Touren auf Asphalt sowie für Ein- und Wiedereinsteiger attraktiv. BMW selbst beschrieb die F 700 GS als Modell für Fahrer, die das Fahrgefühl einer Enduro schätzen, jedoch keine ausgeprägte Geländetauglichkeit benötigen.
Mehr Sicherheit und Komfort in der Mittelklasse
Eine wesentliche Aufwertung gegenüber der F 650 GS war die modernisierte Ausstattung. Die F 700 GS erhielt eine Doppelscheibenbremse am Vorderrad und wurde bereits zum Marktstart mit ABS angeboten. Ab dem Modelljahr 2013 stattete BMW schließlich sämtliche Motorräder serienmäßig mit ABS aus. Optional waren für die F 700 GS unter anderem die automatische Stabilitätskontrolle ASC sowie das elektronisch einstellbare hintere Federbein ESA erhältlich. Damit hielten Assistenz- und Komfortsysteme, die zuvor vor allem aus größeren und teureren Modellen bekannt waren, verstärkt in der Mittelklasse Einzug.
Auch das Cockpit wurde überarbeitet. Geschwindigkeit und Drehzahl wurden weiterhin analog angezeigt, die Instrumente erhielten jedoch neu gestaltete Zifferblätter. Das serienmäßige Informationsdisplay zeigte nun unter anderem den Kraftstoffstand und die Kühlmitteltemperatur an. Neu gestaltete Schaltereinheiten, überarbeitete Verkleidungsteile und eine modernere Lichtoptik sollten die F 700 GS zudem näher an die damalige BMW-Modellgeneration heranführen.
Modellpflege 2016: Optische Verfeinerung
Zum Modelljahr 2016 nahm BMW eine vorwiegend optische Modellpflege vor. Die F 700 GS erhielt ein neu gezeichnetes Tankcover, eine überarbeitete Abdeckung rund um das Zündschloss sowie neue Farb- und Designvarianten. An Motorleistung, Grundkonstruktion und Positionierung änderte sich dagegen wenig. Die F 700 GS blieb weiterhin die niedrigere, leichter zugängliche und stärker auf den Straßeneinsatz zugeschnittene Schwester der F 800 GS.
Modellpflege 2017: Euro-4
Eine umfangreichere Überarbeitung folgte für das Modelljahr 2017. Im Zuge der Anpassung an die Euro-4-Abgasnorm erhielten F 700 GS, F 800 GS und F 800 GS Adventure unter anderem ein überarbeitetes Motormanagement und eine neue Abgasanlage. Die Leistung der F 700 GS blieb mit 75 PS unverändert. Gleichzeitig wurden Instrumente, Anzeigen und Ausstattungsoptionen an die aktuellen Anforderungen angepasst. Damit ging die F 700 GS in ihre letzten Produktionsjahre, bevor BMW die komplette Mittelklasseplattform neu konstruierte.
Der Generationswechsel: Vorstellung der BMW F 750 GS
Im November 2017 stellte BMW auf der EICMA die neue F 750 GS gemeinsam mit der F 850 GS vor. Zum Marktstart 2018 löste sie die F 700 GS ab. Trotz der ähnlich klingenden Modellbezeichnung handelte es sich nicht um eine einfache Modellpflege, sondern um eine weitreichende Neukonstruktion. Motor, Rahmen, Tankanordnung, Elektronik und Design wurden grundlegend verändert. BMW sprach von einer vollständig neu entwickelten Generation der Mittelklasse-GS.
Auch bei der F 750 GS bezeichnete die Zahl im Modellnamen nicht den tatsächlichen Hubraum. Der neu entwickelte Zweizylinder-Reihenmotor verfügte über 853 cm³ und leistete in der F 750 GS zunächst 57 kW beziehungsweise 77 PS bei 7.500 Umdrehungen pro Minute. Das maximale Drehmoment betrug 83 Nm. Der 853-cm³-Motor unterschied sich konstruktiv deutlich vom 798-cm³-Triebwerk der F 700 GS. Eine Kurbelwelle mit 90 Grad Hubzapfenversatz und ein Zündabstand von 270 beziehungsweise 450 Grad sollten für einen charaktervolleren Motorlauf, kräftigeren Durchzug und einen Klang sorgen, der stärker an einen V-Zweizylinder erinnert. Zwei Ausgleichswellen reduzierten dabei die Vibrationen.
Der Wechsel brachte außerdem eine wesentliche Änderung im Fahrzeuglayout. Bei der F 700 GS befand sich der Kraftstofftank unter der Sitzbank, während der vermeintliche Tank vor dem Fahrer hauptsächlich als Verkleidung und Luftfilterabdeckung diente. Bei der F 750 GS wanderte der Tank wieder an die klassische Position zwischen Sitzbank und Lenkkopf. Gleichzeitig wechselte der Sekundärantrieb von der rechten auf die linke Fahrzeugseite. Der neue Stahlblech-Brückenrahmen integrierte den Motor als mittragendes Element.
Deutlich größer wurde außerdem das Angebot an elektronischen Ausstattungen. Bereits die Basisausstattung umfasste verschiedene Fahrmodi und eine Traktionskontrolle. Optional waren unter anderem ein farbiges TFT-Display mit Connectivity-Funktionen, LED-Beleuchtung, ein elektronisch geregeltes Fahrwerk Dynamic ESA, ein Schaltassistent, Keyless Ride, Reifendruckkontrolle und der automatische Notruf eCall erhältlich. Damit rückte die Mittelklasse-GS bei Komfort und Elektronik näher an die großen Boxermodelle heran.
Modellpflege zum Modelljahr 2021
Für das Modelljahr 2021 überarbeitete BMW die F 750 GS gemeinsam mit der F 850 GS und der F 850 GS Adventure. Neben neuen Farben und den Sondermodellen zum 40-jährigen GS-Jubiläum wurde vor allem die Ausstattung angepasst. ABS Pro und die dynamische Traktionskontrolle DTC gehörten nun zum erweiterten Serienumfang. Zudem wurden die optionalen Fahrmodi Pro überarbeitet und um eine direktere Gaskennlinie im Fahrmodus Dynamic ergänzt.
Das Ende der F 750 GS und die Rückkehr der F 800 GS
Im September 2023 stellte BMW die nächste Überarbeitung seiner Mittelklasse-Reiseenduros vor. Die Rolle der bisherigen F 750 GS übernahm ab dem Modelljahr 2024 eine neu benannte F 800 GS. Trotz des Namens handelte es sich dabei nicht um eine Rückkehr zur alten 798-cm³-Plattform. Die neue F 800 GS basierte weiterhin auf der technischen Grundkonstruktion der F 750 GS und F 850 GS, erhielt jedoch einen auf 895 cm³ vergrößerten Zweizylindermotor mit 87 PS sowie eine modernisierte Serienausstattung. Damit endete die Laufbahn der F 750 GS nach rund sechs Modelljahren. Gemeinsam mit der von 2012 bis 2018 angebotenen F 700 GS deckte sie über mehr als ein Jahrzehnt die zugängliche, straßenorientierte Seite des BMW-GS-Programms ab.
BMW F 700 GS und F 750 GS gebraucht kaufen
Die Verfügbarkeit von BMW F 700 GS und F 750 GS ist am Gebrauchtmarkt grundsätzlich gut. Die Preise richten sich dabei weniger nur nach Baujahr und Laufleistung, sondern vor allem nach Ausstattung und montiertem Zubehör. Besonders gefragt sind gepflegte Maschinen mit Koffersystem, höherem Windschild, Motorschutz, Navigationsvorbereitung oder werkseitiger Tieferlegung. Ein vollständig ausgestattetes Exemplar kann deshalb deutlich teurer sein als ein technisch vergleichbares Basismodell. Hier aktuelle Inserate: BMW F 700 GS & F 750 GS gebraucht kaufen.
Um deinem Gebrauchtmotorrad etwas Gutes zu tun, empfehlen wir regelmäßige Ölwechsel. 1000PS vertraut dabei auf Schmierstoffe von Motorex und hier findest du das richtige Öl für dein Motorrad.
Experteneinschätzung von Gady BMW Motorrad: F 700 GS und F 750 GS als Gebrauchte
Für die Gebrauchtberatung haben wir mit den BMW-Spezialisten von Gady BMW Motorrad in Baden gesprochen. Aus Werkstattsicht gelten sowohl die F 700 GS als auch ihre Nachfolgerin F 750 GS als ausgesprochen robuste, unkomplizierte und vergleichsweise günstige Motorräder. Beide Modelle richten sich stärker an Straßenfahrer als ihre jeweiligen Schwestermodelle F 800 GS und F 850 GS. Trotzdem bieten sie die aufrechte Sitzposition, die Alltagstauglichkeit und einen großen Teil der Reisekompetenz, die Käufer von einer GS erwarten.
Die Motoren gelten als extrem zuverlässig
Aus Werkstattsicht gehören die Triebwerke der F 700 GS und F 750 GS zu den großen Stärken der Modelle. Gravierende motorische Probleme seien bei vernünftig gewarteten Maschinen kein typisches Thema. ”Motortechnisch haben wir bei denen eigentlich nie etwas gehabt. Die sind extrem zuverlässig”, lautet die klare Einschätzung von Gady BMW Motorrad. Die Spezialisten vergleichen das Konzept augenzwinkernd mit klassischen, kaum ausgelasteten Dauerläufern: viel Hubraum, überschaubare Spitzenleistung und dadurch geringe mechanische Belastung.
Beide Modelle entwickeln ihr nutzbares Drehmoment bereits bei niedrigen und mittleren Drehzahlen. Im Alltag müssen sie deshalb nur selten ausgedreht werden. Gerade die F 750 GS profitiert vom größeren Hubraum und schiebt bereits von unten kräftig an. Der Abstand zum jeweils leistungsstärkeren Schwestermodell fällt im normalen Straßenbetrieb daher kleiner aus, als die Datenblätter zunächst vermuten lassen.
Auch ein nennenswerter Ölverbrauch ist nach Erfahrung der Werkstatt kein verbreitetes Problem. Die Motoren verbrauchen bei gesundem technischen Zustand nur wenig oder praktisch kein Öl.
Gedrosselte Varianten genau kontrollieren
Beide Baureihen wurden häufig als gedrosselte Motorräder angeboten und unter anderem in Fahrschulen eingesetzt. Bei der F 700 GS änderte sich die Art der Leistungsreduzierung im Laufe der Bauzeit. Frühe Varianten arbeiteten mit einer geänderten Drosselklappe, später wurde der Öffnungsweg mechanisch begrenzt. Bei jüngeren Ausführungen erfolgte die Drosselung schließlich über die Software.
Bei der F 750 GS wird die Leistungsreduzierung elektronisch umgesetzt. Für Käufer bedeutet das: Bei gedrosselten oder nachträglich entdrosselten Maschinen sollten die Eintragung in den Fahrzeugpapieren, die tatsächlich verbaute beziehungsweise programmierte Variante und die dazugehörigen Nachweise zusammenpassen. Eine Rückrüstung kann je nach Baujahr und System unterschiedlich aufwendig und teuer sein.
Fahrschulmotorrad ist hier kein Schimpfwort
Die F 700 GS und F 750 GS wurden häufig von Fahrschulen eingesetzt. Das liegt an der gut kontrollierbaren Leistungsabgabe, der aufrechten Sitzposition und dem unkomplizierten Handling. Der Schwerpunkt liegt vergleichsweise niedrig, die Maschinen lassen sich bei langsamen Übungen gut dirigieren und vermitteln auch wenig erfahrenen Fahrern schnell Vertrauen.
”Das sind klassische Fahrschulbikes – im positiven Sinn unzerstörbar”, fasst Gady BMW Motorrad zusammen. Eine ehemalige Fahrschulmaschine muss deshalb nicht automatisch ein schlechter Kauf sein. Sie kann allerdings überdurchschnittlich viele Kupplungsmanöver, langsame Fahrübungen und Umfaller erlebt haben. Gebrauchsspuren an Lenkerenden, Hebeln, Motorschutz, Fußrasten und Verkleidung sollten daher besonders aufmerksam kontrolliert werden.
Die beiden GS-Modelle nur als Anfänger- oder Fahrschulmotorräder abzutun, würde ihnen jedoch nicht gerecht. Gady BMW Motorrad bezeichnet sie als ”mit die meistunterschätzten Motorräder im BMW-Programm”. Sie verbinden ein leicht zugängliches Fahrverhalten mit echter Reise- und Alltagstauglichkeit.
Tieferlegung ist gefragt, bringt aber Nachteile
Ein besonders wichtiges Thema auf dem Gebrauchtmarkt sind werkseitig tiefergelegte Varianten. Sowohl die F 700 GS als auch die F 750 GS wurden mit einer niedrigeren Fahrwerksausführung angeboten. Bei diesen Motorrädern sind nicht nur die Sitzbank, sondern auch Federung und Ständer an die geringere Höhe angepasst. Es handelt sich somit um eine konstruktiv abgestimmte Lösung und nicht um einen nachträglichen Eingriff mit einzelnen Zubehörteilen.
Gerade für kleinere Fahrerinnen und Fahrer kann diese Ausführung kaufentscheidend sein. Entsprechend gesucht sind gebrauchte, ab Werk tiefergelegte Exemplare. Die Tieferlegung hat allerdings eine wichtige Kehrseite: Durch den geringeren Federweg reduziert sich je nach Ausführung auch die zulässige Zuladung deutlich. Das kann insbesondere beim Betrieb mit Sozius und Gepäck problematisch werden. Das Federbein erreicht unter hoher Last schneller das Ende seines Arbeitswegs.
”Bevor man das Fahrwerk tieferlegt, sollte man alle anderen Möglichkeiten ausprobieren”, lautet der Rat der Experten. Wer regelmäßig zu zweit oder mit viel Gepäck unterwegs ist, sollte die zulässige Zuladung der konkreten Maschine unbedingt anhand der Fahrzeugpapiere überprüfen.
Typische Prüfpunkte: Schläuche und Lenkkopflager
Die Liste modellspezifischer Schwachstellen fällt nach Einschätzung von Gady BMW Motorrad überschaubar aus. Bei der F 700 GS sollte der Bereich rund um den Leerlaufsteller und die zugehörigen Unterdruckschläuche kontrolliert werden. Gealterte, poröse oder abgeknickte Schläuche können den Motorlauf beeinträchtigen und zu Problemen im Leerlauf führen.
Ein weiterer klassischer Prüfpunkt ist das Lenkkopflager. Bei Maschinen, die lange mit eingeschlagenem Lenker auf dem Seitenständer stehen oder überwiegend geradeaus bewegt werden, kann sich das Lager in der Mittelstellung einarbeiten. Beim langsamen Bewegen des Lenkers ist dann eine Raststelle rund um die Geradeausposition spürbar. Das Lenkkopflager ist grundsätzlich ein Verschleißteil und kein konstruktiver Totalschaden. Bei einer Probefahrt sollte die Maschine dennoch sauber und ohne Widerstand einlenken. Ein spürbares Einrasten liefert ein gutes Argument für die Preisverhandlung, weil der Austausch zusätzlichen Arbeitsaufwand verursacht.
Wartungskosten unterhalb der Boxerklasse
Bei den laufenden Kosten liegen F 700 GS und F 750 GS nach Einschätzung von Gady BMW Motorrad unter den großen Boxer-GS-Modellen. Das betrifft nicht nur Versicherung und Verbrauch, sondern meist auch Ersatzteile und viele Wartungsarbeiten. Die Ersatzteilversorgung wird von den Experten als unproblematisch beschrieben. Viele Komponenten stammen aus weit verbreiteten BMW-Baureihen, weshalb Verschleiß- und Serviceteile gut erhältlich sind. Insgesamt gehören beide Modelle damit zu den finanziell vernünftigeren Möglichkeiten, eine BMW mit guter Reiseausstattung zu fahren.
Die gefragtesten Gebrauchten sind tief und voll ausgestattet
Am Gebrauchtmarkt sind laut Gady BMW Motorrad vor allem werkseitig tiefergelegte Maschinen gefragt. Ebenfalls beliebt sind Exemplare, die bereits mit Koffern, Navigationslösung, höherem Windschild und Motorschutz ausgestattet wurden. Das erscheint zunächst überraschend, weil beide Modelle häufig als Einsteigerbikes betrachtet werden. Viele Käufer entscheiden sich aber gerade deshalb für eine BMW: Sie möchten ein vollständig ausgestattetes Motorrad, mit dem vom ersten Tag an auch längere Ausfahrten und Wochenendreisen möglich sind.
Die F 700 GS und F 750 GS werden daher nicht nur als günstige Zweitmotorräder gekauft. Sie dienen häufig als vollwertige Reisemaschinen für Fahrerinnen und Fahrer, die keine große und schwere Boxer-GS benötigen. Der bessere Windschutz und die entspannte Ergonomie verschaffen ihnen dabei einen klaren Vorteil gegenüber den verwandten Roadster-Modellen.
1000PS Reifenempfehlung:
Als Reifenempfehlung für die überwiegend auf Asphalt bewegten BMW F 700 GS und F 750 GS bietet sich der Metzeler Tourance Next 2 an. Der straßenorientierte Enduroreifen passt mit seinem neutralen Einlenkverhalten, der stabilen Linienführung und dem hohen Fahrkomfort sehr gut zum gutmütigen Charakter der beiden GS-Modelle. Seine Silica-Mischungen sind auf zuverlässigen Grip und ein sicheres Bremsverhalten bei Nässe sowie niedrigen Temperaturen ausgelegt.
YUASA Motorrad-Batterien - die 1000PS Empfehlung für dein gebrauchtes Bike:
Gerade bei gebrauchten Motorrädern lohnt sich der Griff zur hochwertigen Batterie: YUASA liefert mit seinen AGM- und Gel-Batterien wartungsfreie, auslaufsichere Kraftpakete "Made in Japan", die mit hoher Startkraft, Vibrationsfestigkeit und langer Lebensdauer überzeugen. Weniger Wartung, mehr Leistung - ideal für alle, die ihr Motorrad zuverlässig auf Touren bringen wollen. Hier findest du die richtige YUASA-Batterie für dein Bike.
Alternativen zur BMW F 700 GS und F 750 GS
Suzuki V-Strom 650
Die Suzuki V-Strom 650 ist eine der naheliegendsten Alternativen zur BMW F 700 GS und F 750 GS. Sie bietet ebenfalls eine aufrechte Sitzposition, guten Windschutz und hohe Alltagstauglichkeit, setzt mit ihrem 645-cm³-V2 aber auf einen eigenständigeren Motorcharakter. Der Antrieb gilt als sparsam, langlebig und mechanisch ausgesprochen robust. Dazu kommen ein ausgewogenes Fahrverhalten und ein meist attraktiver Gebrauchtpreis. Gegenüber den BMW-Modellen fällt die Ausstattung je nach Baujahr einfacher aus, dafür punktet die Suzuki mit überschaubaren Unterhaltskosten und einer großen Auswahl am Gebrauchtmarkt.
Honda NC750X
Die Honda NC750X richtet sich an Fahrer, die besonders viel Wert auf niedrigen Verbrauch, unkompliziertes Handling und praktische Alltagseigenschaften legen. Ihr 745-cm³-Reihenzweizylinder liefert seine Kraft früh und unspektakulär, wodurch sie ähnlich zugänglich wie die BMW-Modelle wirkt. Ein Alleinstellungsmerkmal ist das große Staufach an der Stelle des klassischen Kraftstofftanks. Viele Gebrauchte besitzen außerdem das optionale Doppelkupplungsgetriebe DCT, das besonders im Stadtverkehr und auf entspannten Touren viel Komfort bietet. Sportlich ambitionierte Fahrer könnten sich allerdings am früh einsetzenden Drehzahlbegrenzer und der vergleichsweise zurückhaltenden Spitzenleistung stören.
Kawasaki Versys 650
Die Kawasaki Versys 650 ist die sportlichste der drei Alternativen und verbindet eine aufrechte Tourensitzposition mit einem drehfreudigen 649-cm³-Reihenzweizylinder. Sie fährt sich handlich, bietet ordentlichen Windschutz und eignet sich sowohl für den täglichen Arbeitsweg als auch für längere Reisen. Mit ihren 17-Zoll-Rädern ist sie noch deutlicher auf Asphalt ausgerichtet als die beiden BMW-GS-Modelle und weniger für schlechte Wege gedacht. Dafür wirkt sie auf kurvigen Straßen agil und direkt. Gebrauchte Exemplare sind häufig günstiger als vergleichbar alte BMWs, während Wartungsaufwand und Verbrauch überschaubar bleiben.
Fazit
Die BMW F 700 GS und F 750 GS gehören zu den vernünftigsten Gebrauchtkäufen im BMW-Programm. Beide Modelle verbinden ein unkompliziertes Fahrverhalten mit hoher Alltagstauglichkeit, solider Reisetauglichkeit und robusten Motoren. Die F 700 GS punktet mit einfacher Technik, überschaubaren Unterhaltskosten und einem großen Angebot am Gebrauchtmarkt. Die F 750 GS wirkt moderner, bietet mehr Elektronik und häufig eine deutlich umfangreichere Ausstattung, ist dafür aber meist teurer und bei der konkreten Konfiguration genauer zu prüfen.
Entscheidend ist weniger die absolute Laufleistung als der Pflegezustand. Regelmäßige Wartung, nachvollziehbare Nutzung und ein sauberer technischer Gesamteindruck wiegen schwerer als ein besonders niedriger Kilometerstand nach jahrelanger Standzeit. Kontrolliert werden sollten vor allem Lenkkopflager, Leerlaufbereich und Unterdruckschläuche, mögliche Spuren eines Fahrschuleinsatzes sowie der Zustand von Fahrwerk, Bremsen und Zubehör.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen tiefergelegte Modelle. Sie sind auf dem Gebrauchtmarkt zwar gesucht und für kleinere Fahrerinnen und Fahrer oft ideal, können aber bei Federweg, Bodenfreiheit und Zuladung deutliche Einschränkungen mitbringen. Wer häufig mit Sozius und Gepäck unterwegs ist, sollte deshalb das Standardfahrwerk bevorzugen oder zumindest die zulässige Zuladung der konkreten Maschine genau prüfen.
Unterm Strich sind beide GS-Modelle langlebige, handliche und erstaunlich vielseitige Motorräder. Wer ein gepflegtes Exemplar mit passender Ausstattung findet, bekommt ein zuverlässiges Alltags- und Reisemotorrad, das deutlich mehr kann, als sein Ruf als bloßes Einsteigerbike vermuten lässt.
Weitere Gebrauchtberatungen
Bericht vom 09.08.2026 | 6.533 Aufrufe