Motorrad Airbag-Westen im Vergleich: Systeme und Unterschiede

Welche Airbag-Weste passt zu dir? Die Systeme im Vergleich

Elektronisch oder mechanisch, Straße oder Rennstrecke, maximale Abdeckung oder möglichst einfache Handhabung: Motorrad-Airbag-Westen unterscheiden sich stärker, als es auf den ersten Blick scheint. Wir zeigen, welches System zu welchem Fahrertyp passt.

Airbag-Westen gibt es mittlerweile für beinahe jeden Einsatzzweck – vom täglichen Weg zur Arbeit über die große Tour bis hin zur Rennstrecke. Doch Held eVest 2, Held eVest Pro, Alpinestars Tech-Air 5 und Tech-Air 7X, Dainese Smart Air oder die mechanischen Systeme von Motoairbag verfolgen teilweise deutlich unterschiedliche Konzepte. Entscheidend ist daher weniger die Frage nach dem besten System, sondern vielmehr danach, welches zum eigenen Einsatz passt.


Held eVest 2 und eVest Pro: Schutzfläche entscheidet

Held eVest 2
Held eVest 2

Held bietet mit der eVest 2 und der eVest Pro zwei unterschiedlich ausgelegte Airbag-Westen an. Beide Systeme decken den Rücken großflächig ab, unterscheiden sich jedoch bei den zusätzlich geschützten Körperzonen. Die Held eVest 2 legt den Schwerpunkt stärker auf Brust und Bauch und ist damit besonders auf den Straßeneinsatz ausgerichtet. Die eVest Pro erweitert den Schutz dagegen stärker in Richtung Schultern und Rippen. Damit rückt sie näher an sportliche Anwendungen und Rennstreckeneinsätze.


Der grundsätzliche Unterschied liegt also nicht im Funktionsprinzip, sondern in der Abdeckung. Gerade hier sollte man sich vor dem Kauf überlegen, gegen welche typischen Belastungen man sich schützen möchte. Auf der Straße sind direkte Einschläge auf Hindernisse wahrscheinlicher, während auf der Rennstrecke häufig andere Sturzabläufe dominieren.


Alpinestars Tech-Air 5 und Tech-Air 7X

Alpinestars Tech-Air 5
Alpinestars Tech-Air 5

Auch Alpinestars verfolgt mit Tech-Air 5 und Tech-Air 7X zwei unterschiedliche Ausrichtungen. Der Tech-Air 7X zieht den Schutz weiter nach unten und reicht zusätzlich über die Schultern in den Armbereich. Damit ist er die umfangreichere Variante und besonders für Fahrer interessant, die möglichst viel Abdeckung oder einen Einsatz auf der Rennstrecke suchen. Der Tech-Air 5 fällt kompakter aus und positioniert sich stärker als Lösung für den normalen Straßenfahrer.


Gerade bei umfangreicheren Systemen gilt allerdings: Mehr Schutz bedeutet meist auch mehr Material am Körper, einen aufwendigeren Einstieg und einen höheren Preis.


Dainese Smart Air: unkompliziert innen oder außen

Dainese Smart Jacket D-Air
Dainese Smart Jacket D-Air

Einen anderen Ansatz verfolgt der Dainese Smart Air. Das System ist vergleichsweise schlicht aufgebaut und erinnert eher an ein Gilet. Auf integrierte Ärmel oder weitreichende Schulterbereiche wird verzichtet. Der große praktische Vorteil liegt in der Flexibilität. Der Smart Air kann sowohl unter als auch über der Motorradjacke getragen werden. Gerade für Pendler oder Fahrer, die häufig zwischen unterschiedlichen Jacken wechseln, kann das erheblich angenehmer sein als ein stärker integriertes System.


Die außenliegende Trageweise hat allerdings auch eine Kehrseite. Bei einem Sturz kommt die Airbag-Weste selbst mit dem Asphalt in Kontakt und kann entsprechende Abriebspuren oder Beschädigungen davontragen. Nach einem Unfall sollte deshalb nicht nur die Kartusche ersetzt, sondern auch der Zustand des Systems kontrolliert werden.


Elektronische Systeme erkennen den Sturz selbst

Held, Alpinestars und Dainese setzen bei den betrachteten Modellen auf elektronische Auslösung. Sensoren überwachen permanent die Bewegung des Fahrers und erkennen anhand hinterlegter Algorithmen, ob eine normale Fahrsituation oder ein Sturz vorliegt. Dafür benötigen die Systeme einen Akku. Der Ladezustand wird über LEDs beziehungsweise Statusanzeigen sichtbar gemacht und kann bei vielen Modellen zusätzlich über eine Smartphone-App überprüft werden.


Teilweise lassen sich über diese Apps auch unterschiedliche Betriebsmodi auswählen. Je nach System stehen beispielsweise Straße, Rennstrecke oder Enduro zur Verfügung. Die eigentliche Auslösegeschwindigkeit kann der Fahrer dagegen nicht verändern. Sie wird vom Algorithmus und der Elektronik bestimmt.


Rennstreckenmodus ist mehr als nur ein Menüpunkt

Dass moderne Westen unterschiedliche Modi anbieten, ist technisch durchaus sinnvoll. Ein Motorrad bewegt sich im Gelände völlig anders als auf einer Rennstrecke. Auch ein kontrollierter Slide oder ein harter Richtungswechsel darf nicht automatisch als Unfall interpretiert werden. Entsprechend müssen die Systeme je nach Einsatzzweck mit unterschiedlichen Bewegungsmustern umgehen können.


Die Held-Systeme mit In&Motion-Technik sowie der Alpinestars Tech-Air 7X gehören zu jenen Lösungen, bei denen auch der Rennstreckeneinsatz berücksichtigt wird. Bei anderen Systemen stehen wiederum Straßen- oder Enduro-Anwendungen stärker im Vordergrund. Der richtige Modus gehört damit genauso zur Vorbereitung wie ein geladener Akku.


In&Motion: Elektronik als separates System

Bei den Held-Westen kommt ein modular aufgebautes In&Motion-System zum Einsatz. Herzstück ist eine separate Steuereinheit, die sogenannte In&box. Sie wird in die entsprechende Weste eingesetzt und übernimmt Sensorik, Berechnung und Auslösung. Die Steuereinheit arbeitet mit sechs Sensoren und erfasst Bewegungen dreidimensional.


Interessant ist auch das Geschäftsmodell von In&Motion. Die In&box, also die elektronische Steuereinheit, kann entweder für 400 Euro gekauft oder für 120 Euro pro Jahr gemietet werden. In beiden Varianten ist ein Erkennungsmodus enthalten und Updates sind inklusive. Beim Kauf ist der gewählte Hauptmodus allerdings fix, zusätzliche Modi können für jeweils 25 Euro pro Jahr hinzugebucht werden. Die Mietvariante bietet zusätzlich eine lebenslange Garantie auf die In&box und kann später auf Wunsch in einen Kauf umgewandelt werden.


E-Call erweitert den Schutz nach dem Sturz

Ein interessanter Zusatz des In&Motion-Systems ist die E-Call-Funktion. Dabei endet die Sicherheitskette nicht mit dem Aufblasen des Airbags. Nach einem erkannten Sturz startet automatisch ein Alarmprozess. Der Fahrer hat anschließend zwei Minuten Zeit, um zu bestätigen, dass alles in Ordnung ist oder dass Hilfe benötigt wird.


Erfolgt keine Reaktion, können hinterlegte Daten und der Standort an einen Assistenzdienst übertragen werden. Dieser kann anschließend Rettungskräfte verständigen. Gerade für Fahrer, die häufig allein oder auf wenig befahrenen Straßen unterwegs sind, ist das ein interessanter Zusatznutzen. Bei der Mietvariante der In&box lässt sich die Funktion ohne weitere Kosten aktivieren. Bei der Kaufvariante werden 39 Euro pro Jahr verrechnet.


Airbag unter der Lederkombi? Der Platz muss passen

Ein elektronischer Airbag kann noch so schnell auslösen – er benötigt beim Aufblasen ausreichend Platz. Besonders bei Lederkombis ist deshalb Vorsicht angesagt. Moderne Lederbekleidung wird häufig bereits auf Airbag-Systeme abgestimmt. Stretch-Zonen an Brust und Schultern geben dem Airbag den notwendigen Raum zur Expansion.


Bei älteren, sehr eng sitzenden Lederkombis kann dieser Platz fehlen. Einfach eine Airbag-Weste darunter anzuziehen, ohne die Passform zu kontrollieren, ist daher keine gute Idee. Bei Textilbekleidung ist das Thema meist weniger kritisch, trotzdem gelten immer die Vorgaben des jeweiligen Herstellers.


Rucksack und Regenbekleidung können zum Problem werden

Besonders bei außen getragenen Systemen sollte man darauf achten, was zusätzlich über der Weste getragen wird. Ein eng sitzender Rucksack oder eine straffe Regenjacke kann die Entfaltung des Airbags behindern. Genau das soll natürlich nicht passieren.


Bei Systemen, die ausdrücklich außen getragen werden, sollte daher kontrolliert werden, ob der Hersteller zusätzliche Kleidung oder Gepäck über der Weste zulässt. Das klingt banal, kann aber im Ernstfall den entscheidenden Unterschied machen.


Kartuschenwechsel nach der Auslösung

Ein weiterer Fortschritt gegenüber frühen Airbag-Systemen betrifft die Wiederverwendbarkeit. Früher mussten manche Westen bereits nach einer einzigen Auslösung eingeschickt werden. Bei den aktuellen Systemen sind je nach Hersteller zwei bis vier Auslösungen möglich, bevor eine umfassende Überprüfung beziehungsweise ein Service vorgesehen ist.


Nach einer Auslösung muss zunächst die Gaspatrone ersetzt werden. Dieser Wechsel kann bei den behandelten Systemen selbst durchgeführt werden – auch unterwegs auf einer Reise oder beim Endurofahren. Für eine Ersatzkartusche muss man mit Kosten zwischen 55 Euro bis 100 Euro rechnen. Wie viele Kartuschen ein System benötigt, hängt von der jeweiligen Konstruktion ab.


Nach mehreren Auslösungen sollte die Weste trotzdem zum Hersteller beziehungsweise zum Service geschickt werden. Sinnvollerweise passiert das nach Saisonende und nicht mitten im Sommer, wenn man mehrere Wochen auf die Ausrüstung verzichten müsste.


Alpinestars, Held und Co.: Die Preise steigen mit dem Umfang

Besonders umfangreiche elektronische Systeme liegen preislich erwartungsgemäß höher. Für Lösungen mit großem Schutzbereich und Rennstreckenorientierung liegen die Preise zwischen 750 bis 1.000 Euro. Damit liegen Systeme wie die umfangreicher ausgelegte Held eVest Pro oder der Alpinestars Tech-Air 7X naturgemäß in einer anderen Kategorie als einfachere Westen für den Straßeneinsatz.


Beim Preisvergleich sollte allerdings nicht nur der Kaufpreis der Weste berücksichtigt werden. Steuergerät, mögliche Mitgliedschaften, Zusatzfunktionen, Ersatzkartuschen und spätere Servicearbeiten können ebenfalls eine Rolle spielen.


Motoairbag M1: Fast Lock statt elektronischer Sensorik

Während Held, Alpinestars und Dainese bei den behandelten Modellen elektronisch arbeiten, verfolgt Motoairbag beim M1 ein anderes Konzept. Das System benötigt weder Batterie noch elektronische Sensorik, arbeitet laut Hersteller jedoch auch nicht wie ein klassischer Reißleinen-Airbag, der erst nach vollständigem Spannen einer Verbindung auslöst. Die Motoairbag M1 ist eher wie eine Weste beziehungsweise ein Gilet aufgebaut. Die V4 bietet mehr Abdeckung und kann sogar als eigenständige Jacke verwendet werden.


Herzstück des M1 ist das patentierte Fast-Lock-System. Motoairbag bezeichnet das Funktionsprinzip als ”Analog Airbag”. Laut Hersteller verfügt Fast Lock über einen analogen Beschleunigungssensor. Bei langsamen und normalen Bewegungen gibt die Verbindung Bewegungsfreiheit und kann sich bis zu rund 54 Zentimeter bewegen. Bei einer für einen Unfall typischen abrupten Relativbewegung blockiert der Mechanismus dagegen bereits nach wenigen Zentimetern beziehungsweise laut technischer Tabelle nach etwa drei Zentimetern und startet anschließend den Auslösevorgang.


Eine vollständige Trennung des Fahrers vom Motorrad ist damit nicht erforderlich. Notwendig bleibt allerdings eine entsprechend schnelle Relativbewegung zwischen Fahrer und Motorrad, damit die Auslöseschwelle des Systems überschritten wird. Wichtig ist außerdem die korrekte Befestigung. Die Verbindung darf nicht an einer beliebigen Stelle des Motorrads angebracht werden, sondern muss mit dem vorgesehenen Befestigungsring beziehungsweise Befestigungsgurt entsprechend der Herstelleranleitung an einem geeigneten und ausreichend stabilen Punkt montiert werden.


Motoairbag M1: Zwei Airbags für Front und Rücken

Eine weitere Besonderheit des M1 ist laut Motoairbag das Dual-Airbag-System. Es besteht aus zwei voneinander unabhängigen Airbags: einem Frontairbag mit rund zehn Litern Volumen und einem Rückenairbag mit rund 15 Litern Volumen. Insgesamt stehen damit mehr als 25 Liter Airbagvolumen zur Verfügung. Jeder der beiden Airbags besitzt eine eigene CO₂-Kartusche und einen eigenen Auslösemechanismus. Ein Synchronisationssystem soll abhängig von der Unfallrichtung zunächst den Airbag aktivieren, der näher an der erwarteten Aufprallseite liegt. Der zweite Airbag wird unmittelbar danach ausgelöst.


Als Schutzbereiche nennt Motoairbag unter anderem Brustkorb, Rücken, Wirbelsäule, Halsbereich und Steißbein. Der M1 erfüllt laut Hersteller EN 1621-4 Level 2 für Brust und Rücken. Zusätzlich nennt Motoairbag eine SRA-Bewertung mit fünf Sternen sowie ein Außengewebe nach EN 17092, Klasse AA.


Auslösezeiten lassen sich nicht pauschal vergleichen

Beim Vergleich verschiedener Airbag-Systeme ist bei Zeitangaben Vorsicht geboten. Werte für die Erkennung eines Unfalls, den eigentlichen Auslöseimpuls, den Beginn der Befüllung und die vollständige Befüllung des Airbags beschreiben unterschiedliche Phasen des Vorgangs und lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres direkt gegenüberstellen.


Motoairbag gibt an, dass Fast Lock eine abrupte Unfallbewegung innerhalb weniger Millisekunden erkennt. Die vollständige Befüllung der beiden Airbags des M1 soll nach Herstellerangaben innerhalb von rund 80 Millisekunden erfolgen.


Ein direkter Vergleich mit Zeitangaben von 20 bis 40 Millisekunden bei elektronischen Systemen wäre nur dann belastbar, wenn bei allen Produkten tatsächlich derselbe Messpunkt betrachtet wird. Ohne vergleichbare Prüfbedingungen lässt sich aus unterschiedlichen Erkennungs- und Auslösekonzepten daher auch keine generelle Aussage darüber ableiten, dass ein elektronisches oder analog-mechanisches System grundsätzlich sicherer wäre.


Fast Lock kommt ohne Elektronik aus

Der Motoairbag M1 benötigt weder Akku noch Smartphone, App, GPS, Software-Updates oder korrekt eingestellten Fahrmodus. Ist das System entsprechend der Herstelleranleitung am vorgesehenen Befestigungspunkt des Motorrads eingehängt, ist es grundsätzlich einsatzbereit. Wer bewusst auf zusätzliche Elektronik am Körper verzichten möchte, kann dieses Konzept interessant finden.


Vor dem Absteigen muss die Verbindung selbstverständlich gelöst werden. Wird dies vergessen, führt eine normale langsame Bewegung laut Hersteller üblicherweise nicht unmittelbar zur Auslösung. Der Fahrer soll zunächst den Zug der Verbindung am Bein bemerken. Bei einer abrupten Bewegung kann der Fast-Lock-Mechanismus allerdings blockieren, weshalb die korrekte Bedienung weiterhin wichtig ist.


Motoairbag startet bei rund 550 Euro

Auch preislich positionieren sich die Motoairbag-Systeme durchaus interessant. Für die Motoairbag M1 müssen 550 Euro auf den Ladentisch gelegt werden. Die umfangreichere Version V4, die auch als eigenständige Jacke genutzt werden kann, liegt etwa 200 Euro darüber und damit bei rund 750 Euro.


Nach einer versehentlichen oder tatsächlichen Auslösung können beim M1 laut Hersteller beide CO₂-Kartuschen vom Nutzer ausgetauscht werden, sofern die Weste und ihre Schutzkomponenten nicht beschädigt wurden. Das entsprechende Wiederaufladekit wird mit 59 Euro angegeben. Motoairbag spricht außerdem von einer Wiederherstellung innerhalb weniger Minuten und von bis zu zehn möglichen Auslösungen.


Welches Airbag-System passt für welchen Fahrer?

Der Alpinestars Tech-Air 7X und umfangreichere Systeme wie die Held eVest Pro richten sich stärker an sportliche Fahrer und Anwender, die möglichst viel Schutzfläche beziehungsweise Rennstreckentauglichkeit suchen.


Held eVest 2 und Alpinestars Tech-Air 5 rücken stärker den normalen Straßeneinsatz in den Mittelpunkt. Hier spielen unkomplizierte Handhabung und ein sinnvoller Schutzumfang eine größere Rolle als maximale Abdeckung.


Der Dainese Smart Air wiederum ist durch seine Möglichkeit, ihn über oder unter der Jacke zu tragen, besonders flexibel. Das kann für Pendler und Fahrer mit wechselnder Motorradbekleidung den entscheidenden Vorteil darstellen.


Motoairbag verfolgt mit seinen Systemen dagegen bewusst einen Ansatz ohne Akku, App oder wählbare Fahrmodi. Beim M1 übernimmt das mechanisch-analoge Fast-Lock-System mit analogem Beschleunigungssensor die Erkennung einer abrupten Relativbewegung. Eine vollständige Trennung vom Motorrad ist dafür nicht erforderlich.


Fazit: Nicht der teuerste Airbag ist automatisch der Beste

Die Unterschiede zwischen Held eVest 2, Held eVest Pro, Alpinestars Tech-Air 5, Tech-Air 7X, Dainese Smart Air und den Motoairbag-Systemen M1 beziehungsweise V4 sind größer, als es auf den ersten Blick scheint.


Wer auf der Rennstrecke unterwegs ist, wird andere Anforderungen an Schulter-, Rücken- und Steißbeinschutz stellen als ein Pendler im täglichen Stadtverkehr. Wer häufig unterschiedliche Jacken verwendet, bewertet die Möglichkeit des Außen-Tragens möglicherweise höher als maximale Integration. Und wer möglichst wenig Elektronik möchte, findet mit einem System wie dem Motoairbag M1 weiterhin eine interessante Alternative.


Entscheidend sind am Ende Schutzfläche, Einsatzzweck, Tragekomfort, Bekleidung, Auslöseprinzip und Folgekosten. Denn die technisch beeindruckendste Airbag-Weste bringt wenig, wenn sie im Alltag zu umständlich ist und deshalb im Schrank bleibt.


Der beste Airbag ist noch immer jener, den man tatsächlich trägt.


Hinweis der Redaktion: Im begleitenden Video wurden einzelne technische Aspekte des MOTOAIRBAG M1 unvollständig beziehungsweise missverständlich dargestellt. Insbesondere wurde Fast Lock verkürzt als herkömmliches mechanisches Reißleinensystem beschrieben. Tatsächlich arbeitet das System ohne Elektronik, verwendet laut Hersteller jedoch einen analogen Beschleunigungssensor, der bei einer abrupten Relativbewegung bereits nach wenigen Zentimetern blockiert. Eine vollständige Trennung vom Motorrad ist für die Auslösung daher nicht erforderlich.


Auch der im Video genannte Wert von ”deutlich über 100 Millisekunden” entspricht nicht den uns übermittelten Herstellerangaben. MOTOAIRBAG nennt rund 80 Millisekunden bis zur vollständigen Befüllung. Zudem lässt sich die im Video geäußerte Vermutung möglicher Sicherheitseinbußen bei bestimmten Kollisionen auf Basis der uns vorliegenden Informationen nicht aufrechterhalten. Die Verbindung darf außerdem nicht ”irgendwo”, sondern muss mit dem dafür vorgesehenen System gemäß Herstelleranleitung an einem geeigneten Befestigungspunkt angebracht werden. Wir bedauern diese unpräzisen Aussagen und stellen sie hiermit richtig.


Autor
Martin_Bauer

MARTIN_BAUER

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Bericht vom 05.09.2026 | 4.672 Aufrufe

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