Aston Martin AMB 002 Roadster: Erstmals für die Straße

130 PS, Titanrahmen und auf 300 Stück limitiert

Aston Martin und Brough Superior bringen ihre Kooperation auf die Straße: Die AMB 002 Roadster kombiniert einen 1083-cm³-V2 mit 190 kg Gewicht und wird nur 300 Mal gebaut.

Was bisher nur für die Rennstrecke gedacht war, bekommt jetzt ein Kennzeichen: Aston Martin und Brough Superior präsentieren mit der AMB 002 Roadster ihr erstes gemeinsames straßenzugelassenes Motorrad. Nach AMB 001 und AMB 001 Pro erweitert die Kooperation damit ihr Portfolio um ein von Grund auf neu entwickeltes Straßenmotorrad.


Ganz alltäglich wird die Begegnung an der Ampel trotzdem kaum werden. Die Produktion ist auf 300 einzeln aufgebaute Exemplare begrenzt, erste Auslieferungen sollen im dritten Quartal 2027 beginnen. Bestellungen werden bereits angenommen.


Aston Martin AMB 002 Roadster folgt auf zwei Trackbikes

Die Zusammenarbeit zwischen Aston Martin und Brough Superior brachte bislang ausschließlich Motorräder für die Rennstrecke hervor. 2019 wurde die AMB 001 vorgestellt, 2022 folgte die AMB 001 Pro. Die AMB 002 Roadster ist nun das erste für den öffentlichen Straßenverkehr entwickelte Motorrad dieser Partnerschaft. Dabei handelt es sich laut Hersteller nicht um eine straßentauglich gemachte Variante eines bestehenden Modells. Die AMB 002 sei komplett neu entwickelt worden und übernehme keine Komponenten ihrer Vorgänger. Im Mittelpunkt stehe ein leichtes, auf den Fahrer fokussiertes Sportmotorrad.


Das ist durchaus ein spannender Ansatz. Statt einfach einem Trackbike Spiegel, Blinker und Kennzeichenhalter umzuhängen, haben Aston Martin und Brough Superior offenbar ein eigenes Konzept für die Straße entwickelt.


Viel Carbon und Autogene

Optisch lässt sich die Herkunft kaum verstecken. Das Aston Martin Design Studio zeichnet für die Gestaltung verantwortlich und setzt auf kompakte Proportionen, Carbonbauteile und eine deutlich nach vorne orientierte Linienführung. Tank und Seitenverkleidungen bestehen aus Carbon. Halbmondförmige Öffnungen in den Flanken sollen die Motorkühlung unterstützen und gleichzeitig die Luftführung verbessern. Die tief positionierten Spiegel sitzen auf filigranen Haltern.


Noch offensichtlicher wird der Einfluss der Autos bei den Details. Der bekannte Aston-Martin-Side-Strake wurde in die Seitenverkleidung integriert und zieht sich nach vorne bis zum Scheinwerfer. Die beiden ovalen Auspufföffnungen besitzen gerippte Kühlkörper, deren Gestaltung an Vanquish, DB12 S und DBX S angelehnt ist. Am Heck kommen Lichtklingen zum Einsatz, wie man sie in ähnlicher Form von Vulcan, Valkyrie und Valhalla kennt. Keyless-Funktion, ein hinterleuchteter Startknopf sowie Sitzpolster mit handverarbeitetem Leder sollen weitere Verbindungen zu den Straßenautos der Marke herstellen.


Neuer 1083-cm³-V2 der Aston Martin AMB 002 Roadster

Das Herzstück ist ein komplett neuer, wassergekühlter Viertakt-V2 mit 1083 cm³ Hubraum. Das Aggregat leistet 130 bhp und entwickelt maximal 110 Nm Drehmoment. Brough Superior habe den Motor gezielt auf kräftiges Drehmoment bei niedrigen und mittleren Drehzahlen abgestimmt, während der obere Drehzahlbereich ebenfalls entsprechend lebendig ausfallen solle.


Entwickelt, bearbeitet und montiert wird das Triebwerk am Brough-Superior-Hauptsitz im französischen Toulouse. Auffällig sind die aus dem Vollen CNC-gefrästen Motorgehäuse, die hinsichtlich Gewicht und struktureller Effizienz optimiert wurden.


Titanrahmen: Nur 5 Kilogramm für das Chassis

Ein echtes technisches Schmankerl findet sich beim Rahmen. Der V2 sitzt in einer Backbone-Konstruktion aus Titan. Der strukturelle Hauptrahmen wird aus einem massiven Block gefräst und wiegt lediglich 5 Kilogramm. Laut Brough Superior sei dieses Bauteil ein entscheidender Faktor für die angestrebte Gewichtsverteilung von 50:50. Zusammen mit den Carbonverkleidungen und dem ebenfalls aus Carbon gefertigten Tank soll zudem ein besonders niedriger Schwerpunkt entstehen.


Das gesamte Motorrad bringt laut Presseinformation 190 Kilogramm auf die Waage.


Aston Martin AMB 002 Roadster mit Fior-Gabel

Ungewöhnlich geht es an der Front weiter. Statt einer klassischen Telegabel verwendet Brough Superior die bereits von anderen Modellen der Marke bekannte Fior-Konstruktion mit Doppelquerlenkern. Das Prinzip trennt Lenk- und Bremskräfte voneinander und soll gleichzeitig eine präzise Kontrolle der Fahrwerksgeometrie ermöglichen. Für die AMB 002 wurde das bereits bei der AMB 001 Pro eingesetzte System weiterentwickelt.


Brough Superior verspricht dadurch hohe Lenkpräzision und Agilität sowie Stabilität in schnellen Kurven. Durch die Anti-Dive-Eigenschaften des Systems soll die Geometrie außerdem beim Bremsen stabiler bleiben – auch dann, wenn in Schräglage verzögert wird.


AMB 002 Roadster wird nur 300 Mal gebaut

Massenware soll die AMB 002 ohnehin nicht werden. Aston Martin und Brough Superior begründen die limitierte Fertigung mit dem Aufwand bei Materialien, Produktion und handwerklicher Verarbeitung. Insgesamt sollen lediglich 300 Motorräder entstehen, wobei jedes Exemplar individuell aufgebaut wird. Einen Preis nennen die beiden Unternehmen in der vorliegenden Presseinformation nicht.


Die ersten Bestellungen werden bereits entgegengenommen. Mit den Auslieferungen soll im dritten Quartal 2027 begonnen werden.


Bericht vom 09.09.2026 | 7.427 Aufrufe