Ilmberger Carbon für Ducati Multistrada V4 S/RS im Test
Carbon ist nicht gleich Carbon
Carbon verspricht weniger Gewicht, edlere Optik und fahrdynamische Vorteile. Wie viel davon Ilmberger tatsächlich auf die Straße bringt, haben wir an zwei voll bestückten Ducati Multistrada V4 S und V4 RS geprüft – inklusive Fertigung, Bestellprozess, Waage, Landstraße und Rennstrecke.
Vorwort – Carbon ist Vertrauenssache
Die Sache mit billigem Sichtcarbon ist, dass zwischen dem perfekt ausgeleuchteten Foto im Onlineshop und dem Teil, das später tatsächlich zu Hause ankommt, mitunter ein ziemlich großer Unterschied liegen kann. Fasern laufen plötzlich nicht mehr stimmig zusammen, Kanten wirken unsauber, Bohrungen sitzen unter Spannung, die Oberfläche zeigt Poren oder der Klarlack offenbart im Sonnenlicht Dinge, die auf dem Produktfoto wohlweislich im Schatten geblieben sind. Ärgerlich, aber wenigstens sichtbar.
Noch heikler wird es dort, wo ein optisch tadelloses Carbonteil keinerlei Rückschluss auf seine tatsächliche Qualität zulässt. Materialaufbau, Harzanteil, Anzahl und Ausrichtung der Lagen, Aushärtung, Beschichtung und letztlich auch die Zulassung lassen sich von außen kaum beurteilen. Genau das haben wir bereits bei unserer 1000PS Betriebsprüfung im Ilmberger-Werk festgestellt: Carbon ist nicht automatisch hochwertig, nur weil das Gewebe hübsch glänzt.
Wer auf Nummer sicher gehen will, bleibt deshalb entweder beim robusten OEM-Kunststoff oder setzt auf einen Hersteller, dessen Material, Fertigungsprozess und Qualitätskontrolle nachvollziehbar sind. Bei Ilmberger Carbon gibt es dafür ziemlich gute Argumente. Welche das sind, wo die Unterschiede tatsächlich liegen und ob der hohe Anspruch auch beim fertigen Produkt ankommt, klären wir in diesem 1000PS Performance Check.
Zwei Ducatis im 1000PS Showroom
Damit sich Qualität nicht nur auf Hochglanzbilder und Produktversprechen stützt, ließ Ilmberger das komplette Portfolio für die Ducati Multistrada V4 ab Modelljahr 2025 nach Wiener Neustadt bringen: eine Multistrada V4 S in Carbon glänzend und eine V4 RS im seidenmatten Finish. Gerade im direkten Vergleich zeigt sich, wie stark Licht, Faserrichtung und Oberflächenstruktur den Charakter verändern. Im Halbschatten wirken die Bauteile beinahe zurückhaltend, in direkter Sonne tritt die Tiefe des Gewebes deutlich hervor und jede Linie, jeder Übergang sowie jede Unsauberkeit werden gnadenlos sichtbar.
Beide Motorräder sind bewusst voll ausgestattete Showbikes und keine typische Kundenkonfiguration; Aufkleber und Dekore gehören nicht zum Lieferumfang. Wer den Unterschied zwischen Glanz und Matt wirklich beurteilen möchte, findet in unseren beiden 1000PS Fotostrecken zur Ducati Multistrada V4 S und Multistrada V4 RS deutlich mehr als sterile Studioästhetik: Nahaufnahmen, Halbschatten und volles Sonnenlicht. Genau dort zeigt sich, ob Carbon nur exklusiv aussieht oder tatsächlich hochwertig gemacht ist.
Ilmberger Carbon – Von der Rennstrecke geboren
Die Geschichte von Ilmberger beginnt nicht in einer Marketingabteilung, sondern auf der Rennstrecke. Julius Ilmberger ist seit 1987 im Motorradrennsport aktiv und begann schon früh, mangels brauchbarer und gleichzeitig leistbarer Alternativen, Carbonteile für den Eigenbedarf selbst zu fertigen. Aus ersten Einzelstücken wurde 1990 Ilmberger Carbonparts, 2003 folgte mit den ersten Bauteilen samt ABE für den deutschen Straßenverkehr ein wichtiger Schritt Richtung Serie.
2015 wurde die Produktionsgesellschaft Premium Composite International mit Entwicklung in Slowenien und Fertigung in Bosnien neu aufgestellt, 2016 folgten die ersten Serienaufträge von Ducati und BMW. 2019 beschäftigte das Unternehmen bereits 100 Mitarbeiter, seit 2023 beliefert Ilmberger zudem BMW-Werksteams in der Superbike- und Endurance-WM. Aus improvisierter Rennsportlösung wurde damit über Jahrzehnte ein hoch spezialisierter Carbonhersteller mit enger Verbindung zu Straße und Motorsport.
„Aus einer Notlösung entwickelte sich über Jahre der Premium-Carbonhersteller.““
Ilmberger Carbonparts
Warum Ilmberger Carbon
Ilmberger fährt bei der Fertigung eine ziemlich schwere Geschützpalette für ein möglichst leichtes Endprodukt auf. Produziert wird nach ISO 9001, zum Einsatz kommen speziell abgestimmte Prepreg-Gewebe, die bereits kontrolliert mit Harz vorimprägniert sind und anschließend in definierten Lagen in die Formen eingebracht werden. Danach folgen Vakuumierung, mehrstufige Aushärtung im Autoklaven, präziser Kantenbeschnitt, bei größeren Stückzahlen teilweise per Roboter, das Einbringen von Befestigungspunkten und eine Reihe weiterer manueller Kontroll- und Nachbearbeitungsschritte. Bis ein fertiges Teil verpackt wird, spricht Ilmberger von mehr als 30 Arbeitsschritten. Dazu kommen eigene Entwicklung und Fertigung, UV-Schutz, anbaufertige Ausführung sowie die je nach Bauteil erforderlichen TÜV- beziehungsweise ABE-Unterlagen.
Eine Besonderheit ist die zusätzliche Kunststoffpulverbeschichtung, mit der das rohe Carbonlaminat rundum versiegelt wird, bevor am Ende noch eine glänzende oder seidenmatte Klarlackschicht folgt. Ilmberger bezeichnet dieses Verfahren als weltweit einzigartig. Ob tatsächlich kein anderer Hersteller etwas Vergleichbares macht, können wir bei 1000PS nicht seriös überprüfen. Bei unserem Werksbesuch ließ sich allerdings sehr wohl nachvollziehen, wie groß der Aufwand hinter diesem Beschichtungsprozess ist und wie konsequent er in die gesamte Fertigung eingebunden wird.
Die Praxis können wir dagegen aus eigener Erfahrung beurteilen. Seit mehr als 10 Jahren fahren und testen wir in der Redaktion Carbonteile unterschiedlichster Hersteller. Gerade bei stark beanspruchten Komponenten zeigt sich dabei ein klares Bild: Hochwertige Beschichtungen und sauber aufgetragener Klarlack verbessern die Langzeitbeständigkeit deutlich. Das gilt besonders dort, wo permanenter Dreckbeschuss, Steinschlag, Reinigungsmittel oder starke Hitze im Bereich von Motor und Krümmer die Oberfläche über Jahre malträtieren. Billig beschichtetes Carbon wird dort gerne stumpf, vergilbt oder zeigt oberflächliche Risse oder angegriffene Kanten.
Hochglanz trifft auf Seidenmatt
Technisch sind glänzende und seidenmatte Ilmberger-Teile gleich aufgebaut; der Unterschied liegt laut Hersteller in erster Linie in der optischen Wirkung der abschließenden Klarlackschicht. Ilmberger gibt an, den matten Farbton und die Faserrichtung gezielt auf Ducati-OEM- und Ducati-Performance-Komponenten abzustimmen.
An der Multistrada V4 S zieht Glanz das Licht tiefer in die Struktur, lässt das Gewebe beinahe nass wirken und passt besonders gut zu einem bewusst luxuriösen Komplettumbau. Das seidenmatte Finish der V4 RS nimmt dagegen Reflexe heraus, wirkt ruhiger und fügt sich unauffälliger zwischen bereits vorhandene Ducati-Carbonteile ein.
„Die V4 S trägt ihre Veredelung offensiver zur Schau, die V4 RS lässt den Betrachter erst näherkommen.“
Auf den beiden Showbikes war der Unterschied im Klarlack deutlich nachvollziehbar
Ducati Multistrada V4 S in Carbon Hochglanz
Die glänzend aufgebaute Multistrada V4 S ist das rollende Schaufenster für beinahe jede Fläche, die Ilmberger ersetzen oder verkleiden kann: vom kleinen Rahmenstück über Handprotektoren und Winglets bis zur mächtigen Tankhaube und Soziussitzabdeckung. Der Effekt lebt weniger vom einzelnen Teil als von der konsequent durchgezogenen Faserrichtung, denn gerade bei einer Komplettausstattung würde ein schief laufendes Gewebe sofort ins Auge springen.
Gleichzeitig zeigt dieses Motorrad recht schön, dass nicht jedes Carbonteil denselben Nutzwert besitzt. Manche Komponenten dienen in erster Linie der Optik, andere ersetzen großflächig Kunststoff oder schützen exponierte Bereiche vor Hitze und Schmutz. Nur die wenigsten Kunden werden das komplette Portfolio bestellen, möglich ist es selbstverständlich trotzdem.
Alle Glanzteile und Preise
Die folgende Liste bildet den aktuellen Ilmberger-Onlineshop für die Multistrada V4 und V4 S 2025+ ab. Wichtig: Die große Tankabdeckung ersetzt drei einzelne Originalteile und steht daher alternativ zu den separaten Tankverkleidungen; auch bei den beiden als Kettenschutz geführten Positionen muss die gewünschte Konfiguration vor der Bestellung sauber abgeklärt werden.
Die Summe am Tabellenende ist deshalb eine Katalogsumme aller gelisteten Optionen und nicht automatisch der Preis eines technisch sinnvoll beziehungsweise vollständig montierbaren Komplettumbaus. Sie dient vielmehr als obere Preisorientierung dafür, was das gesamte verfügbare Sortiment theoretisch kosten würde.
| Beschreibung | Artikelnummer | Carbon | Preis |
| Auspuffhitzeschutz | CG.AHS.002.MTS25 | Glänzend | 239,90 € |
| Auspuffhitzeschutz am Krümmer | CG.AHS.005.MTS25 | Glänzend | 179,90 € |
| Auspuffendkappe | CG.AHS.011.MTS25 | Glänzend | 259,90 € |
| Cockpitabdeckung links | CG.CAL.028.MTS25 | Glänzend | 199,90 € |
| Cockpitabdeckung rechts | CG.CAR.029.MTS25 | Glänzend | 199,90 € |
| Fersenschützer links | CG.FSL.003.MTS25 | Glänzend | 169,90 € |
| Fersenschützer rechts | CG.FSR.004.MTS25 | Glänzend | 169,90 € |
| Handprotektor links | CG.HPL.024.MTS25 | Glänzend | 229,90 € |
| Handprotektor rechts | CG.HPR.025.MTS25 | Glänzend | 229,90 € |
| Kupplungsdeckelabdeckung | CG.KDA.032.MTS25 | Glänzend | 219,90 € |
| Kettenschutz | CG.KEH.033.MTS25 | Glänzend | 239,90 € |
| Rahmenabdeckung links | CG.RAL.006.MTS25 | Glänzend | 139,90 € |
| Obere Rahmenabdeckung links | CG.RAL.012.MTS25 | Glänzend | 139,90 € |
| Rahmenabdeckung rechts | CG.RAR.007.MTS25 | Glänzend | 139,90 € |
| Obere Rahmenabdeckung rechts | CG.RAR.013.MTS25 | Glänzend | 139,90 € |
| Rahmendreieckscover rechts | CG.RDR.036.MTS25 | Glänzend | 169,90 € |
| Ritzelabdeckung | CG.RIO.023.MTS25 | Glänzend | 199,90 € |
| Schnabel vorne | CG.SCA.019.MTS25 | Glänzend | 169,90 € |
| Schnabel links | CG.SCL.020.MTS25 | Glänzend | 179,90 € |
| Schnabel rechts | CG.SCR.022.MTS25 | Glänzend | 179,90 € |
| Seitendeckel links | CG.SDL.009.MTS25 | Glänzend | 299,90 € |
| Seitendeckel rechts | CG.SDR.010.MTS25 | Glänzend | 299,90 € |
| Soziussitzabdeckung | CG.SIA.034.MTS25 | Glänzend | 599,89 € |
| Tankabdeckung oben | CG.TAO.008.MTS25 | Glänzend | 329,90 € |
| Tankabdeckung große Version | CG.TAV.040.MTS25 | Glänzend | 1.199,90 € |
| Tankabdeckung links | CG.TUL.030.MTS25 | Glänzend | 299,90 € |
| Tankabdeckung rechts | CG.TUR.031.MTS25 | Glänzend | 299,90 € |
| Tankpad | CG.TVU.039.MTS25 | Glänzend | 259,90 € |
| Seitenverkleidung links | CG.VEL.037.MTS25 | Glänzend | 319,90 € |
| Seitenverkleidung rechts | CG.VER.038.MTS25 | Glänzend | 319,90 € |
| Motorspoiler | CG.VEU.021.MTS25 | Glänzend | 399,90 € |
| Wingletverkleidung links | CG.VFL.017.MTS25 | Glänzend | 239,89 € |
| Unterer Winglet links | CG.VFL.026.MTS25 | Glänzend | 299,90 € |
| Wingletverkleidung rechts | CG.VFR.018.MTS25 | Glänzend | 239,89 € |
| Unterer Winglet rechts | CG.VFR.027.MTS25 | Glänzend | 299,90 € |
| Windabweiser Cockpit links | CG.WAL.015.MTS25 | Glänzend | 249,90 € |
| Windabweiser Cockpit rechts | CG.WAR.016.MTS25 | Glänzend | 249,90 € |
| Zylinderkopfabdeckung links | CG.ZAL.014.MTS25 | Glänzend | 259,90 € |
| Wasserpumpendeckelabdeckung | CG.PUA.041.MTS25 | Glänzend | 159,90 € |
| Kettenschutz zweite Variante | CG.KHO.035.MTS25 | Glänzend | 279,90 € |
| Verkleidungsoberteil | CG.VEO.042.MTS25 | Glänzend | 369,90 € |
| Kennzeichenträger | CG.NHO.001.MTS25 | Glänzend | 399,90 € |
| Katalogsumme aller gelisteten Varianten | 11.475,77 € |
Die Preise verstehen sich inklusive der im deutschen Shop ausgewiesenen Mehrwertsteuer und wurden anhand der Artikelnummern gegengeprüft (Stand: 1. September 2026).
Gewichtskontrolle: Multistrada V4 S Ilmberger Edition 2025+
Unsere vollständig aufgebaute Multistrada V4 S – Ilmberger Carbon Edition brachte vollgetankt und inklusive Soziussitzabdeckung 249,5 kg auf die Waage. Je nach Serienausstattung ergibt sich gegenüber den ebenfalls von uns gewogenen Standardmaschinen ein Vorteil von rund 4 bis 5 kg. In Relation zur Gesamtmasse sind das etwa 1,6 bis 2,0 Prozent – klingt am Stammtisch zunächst nicht nach Weltrekord, ist für reine Verkleidungs- und Abdeckungsteile aber durchaus beachtlich.
Zur Einordnung reicht eine 5-kg-Hantelscheibe: Wer so ein Ding einmal in die Hand nimmt und sich vorstellt, diese Masse würde aus Tankbereich, Front, Heck und seitlichen Verkleidungen verschwinden, bekommt ein recht gutes Gefühl für die Größenordnung. Gerade weil ein Teil des Gewichts relativ hoch oder weit außen sitzt, kann sich die Ersparnis beim Rangieren und Umlegen durchaus bemerkbar machen.
Trotzdem bleibt die Physik nüchtern: Vier oder fünf Kilogramm an Verkleidung sind fahrdynamisch nicht dasselbe wie dieselbe Ersparnis an Rädern oder anderen rotierenden und ungefederten Massen. Deshalb behauptet die 1000PS Redaktion an dieser Stelle noch keinen messbaren Rundenzeitgewinn. Umso gespannter sind wir auf die Ergebnisse der 1000PS Bestzeit-Fahrten von Nils.
So entstehen Ilmberger Carbonparts
Am Anfang steht kein glänzendes Schmuckstück, sondern Prepreg: vorimprägniertes Carbongewebe, bei dem die Fasern bereits kontrolliert mit Harz benetzt sind. Zuschnitt und Faserrichtung werden exakt geplant, mehrere Lagen anschließend von Hand in CNC-gefräste Negativformen gelegt und an stärker belasteten Stellen gezielt verstärkt. Besonders die sichtbare Decklage verlangt Konzentration, denn ein versetztes Muster zieht sich später über das Motorrad wie ein schiefer Fliesenboden. Danach wandern Form und Laminat in den Vakuumbeutel, wo Unterdruck die Lagen sauber anpresst und Lufteinschlüsse reduziert. Im Autoklaven, von uns beim Werksbesuch wenig wissenschaftlich, aber recht treffend als riesiger Druckkochtopf bezeichnet, härten die Teile unter Wärme und Überdruck aus. Überschüssiges Harz wird herausgedrückt, das Laminat wird dichter, leichter und reproduzierbarer als bei einfachem Nasslaminat.
Damit ist das Teil allerdings noch lange nicht fertig. Überstände und Bohrungen werden bei größeren Serien teilweise per Roboter beschnitten, Halter, Gewinde und Clips mit eigens gefertigten Lehren eingesetzt und Oberflächen auf Lufteinschlüsse sowie optische Fehler kontrolliert. Danach folgt die Kunststoffpulverbeschichtung, die Seiten, Kanten und Bohrungen versiegelt, bevor je nach Ausführung glänzender oder seidenmatter Klarlack aufgetragen wird. Glänzende Teile werden abschließend von Hand poliert und erneut kontrolliert. Bis ein Ilmberger-Teil verpackt wird, sind laut Hersteller mehr als 30 Arbeitsschritte erledigt. Der Preis entsteht damit nicht aus einem magischen Carbonaufschlag, sondern aus Werkzeugbau, Handarbeit, Autoklaventechnik, Qualitätskontrolle und einem Ausschussrisiko, das bei Sichtcarbon gnadenlos sichtbar wird.
„Mehr als 30 Arbeitsschritte später sieht man bei Ilmberger nicht nur schönes Carbon, sondern auch, wie viel Aufwand darin steckt.“
Bestellung und Verfügbarkeit von Ilmberger Carbonteilen
Erste Anlaufstelle ist der Ilmberger-Onlineshop, in dem nach Fahrzeug, Modelljahr, Beschreibung oder Artikelnummer gefiltert werden kann. Daneben ist ein Teil des Sortiments auch über Partner wie Wunderlich erhältlich. Einzelne Komponenten werden zudem über die Lieferbeziehungen zu Ducati und BMW als OEM-Zubehör vertrieben, wobei nicht jede Ilmberger-Shopnummer automatisch einem offiziellen Hersteller-Zubehörteil entspricht.
Bei lagernder Ware ist die Bestellung unkompliziert, bei Rückstand kann Geduld notwendig werden. Ilmberger dokumentiert selbst, dass nicht lagernde Bestellungen erst bei vollständiger Lieferbarkeit fakturiert werden und bis dahin kostenfrei stornierbar bleiben. Laut dem Hersteller werden Werkzeuge lange eingelagert und Teile teils auch nach rund zehn Jahren einzeln nachproduziert, ohne speziellen Oldtimer-Aufschlag, dafür mit mehreren Wochen Wartezeit.
Unboxing, Lieferumfang und ABE
Parallel zu den beiden Showbikes bestellte die Redaktion bewusst eines der aufwendigsten Einzelteile aus dem aktuellen Programm: die große Tankabdeckung CG.TAV.040.MTS25 um 1.199,90 Euro. Sie ersetzt drei separate Serienteile durch eine durchgehende Carbonfläche und verändert damit die Optik der Multistrada deutlich stärker als viele kleinere Anbauteile. Der Preis für die aufgeräumte Linie ist allerdings nicht nur finanzieller Natur: Das serienmäßige Handyfach entfällt.
Schon beim Versand zeigt sich der Anspruch. Das großflächige Bauteil kam in einem großzügig dimensionierten, sorgfältig ausgepolsterten Karton und zusätzlich in einem weichen Schutzbeutel verpackt in der Redaktion an. Je nach Bauteil gehören Montagehinweise, Pflegeinformationen und die notwendigen ABE-Unterlagen zum Lieferumfang. Unser Exemplar erreichte uns makellos; bei hochglänzendem Sichtcarbon empfiehlt sich dennoch eine genaue Kontrolle bei Tageslicht, denn gerade große Flächen verzeihen optisch nichts.
ABE als Qualitätskriterium
Zur Qualität eines hochwertigen Zubehörteils gehört für uns allerdings nicht nur das Finish, sondern auch die rechtliche Absicherung. In Deutschland können entsprechend gelistete Teile am exakt aufgeführten Fahrzeug ohne zusätzliche Eintragung verwendet werden, sofern alle Auflagen erfüllt sind und die Unterlagen mitgeführt werden. In Österreich ersetzt eine deutsche ABE bei manchen Teilen nicht automatisch die Eintragung in den Fahrzeugpapieren. In der Schweiz gelten zusätzlich die Vorgaben der kantonalen Zulassungsbehörden und der ASA-Richtlinie 2b.
Eine sauber dokumentierte ABE ist damit kein grenzenloser Freifahrtschein, aber ein wertvoller Teil des Gesamtpakets. Wer mehrere tausend Euro in hochwertige Carbonteile investiert, sollte schließlich nicht nur bei Faserrichtung und Klarlack auf Nummer sicher gehen, sondern auch bei den Papieren.
„High-End-Carbon endet nicht beim Klarlack – auch die Papiere müssen passen.“
Sauber dokumentierte ABEs inklusive
Multistrada V4 RS in Seidenmatt
Bei der Multistrada V4 RS wirkt seidenmattes Carbon weniger wie nachträglicher Schmuck und mehr wie eine Fortsetzung des ohnehin brachialen Serienkonzepts. Der 1.103 cm³ große Desmosedici-Stradale-V4 mit rund 180 PS, geschmiedete Räder und die vorhandenen Sportkomponenten setzen bereits ab Werk ein ziemlich deutliches Statement; die Ilmberger-Teile führen Material, Gewebe und Oberflächenton deshalb eher konsequent weiter, als sich optisch in den Vordergrund zu drängen.
Laut Hersteller werden matte Ducati-Bauteile im passenden Finish lackiert und die Diagonalen auf angrenzende OEM- beziehungsweise Ducati-Performance-Teile abgestimmt. Am Showbike funktionierte diese Zurückhaltung ausgesprochen gut, weil Lichtkanten sichtbar bleiben, ohne dass jede Fläche spiegelt. Auch hier gilt: Das Motorrad zeigt das Portfolio, nicht den Einkaufszettel eines vernünftigen Durchschnittskunden, und die aufgebrachten Dekore sind keine automatische Serienbeigabe.
Alle Matteile und Preise
Die matte Carbonteile-Liste zeigt den aktuellen Ilmberger-Onlineshop für die Multistrada V4 RS 2025+ und kombiniert modellübergreifende Multistrada-Komponenten mit RS-spezifischen Teilen wie Akrapovič-Hitzeschutz, hinterem Kotflügel und Schwingenabdeckungen.
Wie bei der glänzenden V4 S sind große und dreiteilige Tanklösung Alternativen; die Tabellen-Gesamtsumme stellt das verfügbare Sortiment dar und nicht zwingend eine gleichzeitig montierbare Konfiguration. Je nach bereits serienmäßig verbautem Ducati-Carbon und gewählter Kombination fällt die reale Bestellung deshalb erheblich kleiner aus.
| Beschreibung | Artikelnummer | Carbon | Preis |
| Handprotektor links | HPL.102.M421M.K | Matt | 229,90 € |
| Handprotektor rechts | HPR.103.M421M.K | Matt | 229,90 € |
| Cockpitabdeckung links | CAL.105.M421M.K | Matt | 199,90 € |
| Cockpitabdeckung rechts | CAR.106.M421M.K | Matt | 199,90 € |
| Auspuffhitzeschutz Akrapovič | AHS.108.M421M.K | Matt | 239,90 € |
| Kotflügel hinten mit Bremsleitungsabdeckung | KHO.101.PP22M.K | Matt | 299,90 € |
| Schwingenabdeckungen mit Kettenschutz | SSO.100.PP22M.K | Matt | 349,90 € |
| Kennzeichenträger | CM.NHO.001.MTS25 | Matt | 399,90 € |
| Fersenschützer rechts | CM.FSR.004.MTS25 | Matt | 169,90 € |
| Rahmenabdeckung links | CM.RAL.006.MTS25 | Matt | 139,90 € |
| Obere Rahmenabdeckung links | CM.RAL.012.MTS25 | Matt | 139,90 € |
| Rahmenabdeckung rechts | CM.RAR.007.MTS25 | Matt | 139,90 € |
| Obere Rahmenabdeckung rechts | CM.RAR.013.MTS25 | Matt | 139,90 € |
| Rahmendreieckscover rechts | CM.RDR.036.MTS25 | Matt | 169,90 € |
| Ritzelabdeckung | CM.RIO.023.MTS25 | Matt | 199,90 € |
| Schnabel vorne | CM.SCA.019.MTS25 | Matt | 169,90 € |
| Schnabel links | CM.SCL.020.MTS25 | Matt | 179,90 € |
| Schnabel rechts | CM.SCR.022.MTS25 | Matt | 179,90 € |
| Seitendeckel links | CM.SDL.009.MTS25 | Matt | 299,90 € |
| Seitendeckel rechts | CM.SDR.010.MTS25 | Matt | 299,90 € |
| Soziussitzabdeckung | CM.SIA.034.MTS25 | Matt | 599,89 € |
| Tankabdeckung oben | CM.TAO.008.MTS25 | Matt | 329,90 € |
| Tankabdeckung große Version | CM.TAV.040.MTS25 | Matt | 1.199,90 € |
| Tankabdeckung links | CM.TUL.030.MTS25 | Matt | 299,90 € |
| Tankabdeckung rechts | CM.TUR.031.MTS25 | Matt | 299,90 € |
| Tankpad | CM.TVU.039.MTS25 | Matt | 259,90 € |
| Seitenverkleidung links | CM.VEL.037.MTS25 | Matt | 319,90 € |
| Seitenverkleidung rechts | CM.VER.038.MTS25 | Matt | 319,90 € |
| Motorspoiler | CM.VEU.021.MTS25 | Matt | 399,90 € |
| Wingletverkleidung links | CM.VFL.017.MTS25 | Matt | 239,89 € |
| Unterer Winglet links | CM.VFL.026.MTS25 | Matt | 299,90 € |
| Wingletverkleidung rechts | CM.VFR.018.MTS25 | Matt | 239,89 € |
| Unterer Winglet rechts | CM.VFR.027.MTS25 | Matt | 299,90 € |
| Windabweiser Cockpit links | CM.WAL.015.MTS25 | Matt | 249,90 € |
| Windabweiser Cockpit rechts | CM.WAR.016.MTS25 | Matt | 249,90 € |
| Zylinderkopfabdeckung links | CM.ZAL.014.MTS25 | Matt | 259,90 € |
| Wasserpumpendeckelabdeckung | CM.PUA.041.MTS25 | Matt | 159,90 € |
| Verkleidungsoberteil | CM.VEO.042.MTS25 | Matt | 369,90 € |
| Katalogsumme aller gelisteten Varianten | 10.776,17 € |
Die Preise verstehen sich inklusive der im deutschen Shop ausgewiesenen Mehrwertsteuer und wurden anhand der Artikelnummern gegengeprüft (Stand: 1. September 2026).
Optik und Fahreindrücke
Schon im Stand zeigen beide Multistradas genau das, was man sich von hochwertigen Vollcarbonteilen erwartet: saubere Kanten, stimmige Spaltmaße und einen Faserverlauf, der auch dort harmonisch weiterläuft, wo mehrere Bauteile unmittelbar aufeinandertreffen. Gerade im Sonnenlicht trennt sich hier schnell die Spreu vom Weizen, denn Unebenheiten, Poren oder unsaubere Übergänge hätten auf den großen Flächen kaum eine Chance, sich zu verstecken.
Auch während der Fahrt blieb das Gesamtbild erfreulich unspektakulär: kein Klappern, kein Knarzen und keine Verkleidungsteile, die bei schlechten Straßen plötzlich ihr Eigenleben entwickeln. Akustisch fällt lediglich auf, dass aufgewirbelte Steinchen an den Unterseiten der Carbon-Kotflügel härter und heller einschlagen als bei Kunststoff. Technisch kein Drama, emotional tut trotzdem jeder Treffer ein bisserl weh, wenn man weiß, was die Teile kosten. Dank Beschichtung und Klarlack sind die Oberflächen allerdings bestmöglich vor solchen Belastungen geschützt.
Den Gewichtsvorteil von rund 4 bis 5 kg während einer normalen Ausfahrt eindeutig zu spüren, ist schwierig. Trotzdem bleibt weniger Masse an Tank, Front, Heck und seitlichen Verkleidungen fahrdynamisch nicht ohne Wirkung. Vor allem beim Rangieren und schnellen Umlegen kann sich das leichtere Gesamtpaket bemerkbar machen.
1000PS Bildergalerien der beiden Ilmberger Carbon-Multistradas
Bestzeit statt Kaffeesud
Wie groß der fahrdynamische Vorteil tatsächlich ausfällt, sollten Nils Bestzeit-Fahrten zeigen – und die haben inzwischen stattgefunden. Dabei geht es schließlich nicht nur um Topspeed, sondern vor allem um Handling, Wendigkeit, Vertrauen und saubere Fahrbarkeit auf einem engen Kurs. Bei der Multistrada V4 S sind die Fakten jedenfalls klar: Die komplette Ilmberger-Ausstattung machte das Motorrad auf unserer 1000PS Waage mindestens 4 kg leichter. Ob diese Gewichtsersparnis beim Einlenken, Umlegen und Herausbeschleunigen tatsächlich herauszuspüren war und sich am Ende sogar in einer messbaren Zeitdifferenz niederschlug, lässt sich aus den Fahreindrücken allein allerdings nicht seriös ableiten.
Spannend war vielmehr, wie unterschiedlich sich die beiden voll bestückten Showbikes auf derselben Strecke präsentierten. Die V4 RS vermittelte Nils mit ihrem 17-Zoll-Vorderrad, den sportlichen Reifen und dem messerscharfen Feedback beinahe das Gefühl eines Superbikes mit breitem Lenker. Knackige Bremspunkte, brutale Beschleunigung und enorme Verzögerung machten die schnellen Runden körperlich durchaus fordernd. Die V4 S wirkte im direkten Vergleich weniger aggressiv und am Kurveneingang einen Hauch ”teigiger”, dafür harmonischer, souveräner und entspannter. Nils beschrieb sie eher als extrem schnelle Reiseenduro, mit der man durch die Radien gleitet, statt jede Kurve niederzuringen.
Genau dieser Vergleich zeigt allerdings auch, warum wir den Einfluss der Carbonteile nicht größer reden wollen, als er ist. Räder, Reifen, Geometrie, Fahrwerk und Sitzposition prägen den Charakter beider Motorräder wesentlich stärker und können einen kleinen Gewichtsvorteil problemlos überlagern. Physikalisch bleibt dennoch plausibel, dass weniger hoch und weit außen sitzende Masse das Motorrad beim Richtungswechsel etwas williger reagieren lässt. Gleichzeitig können Tankfüllstand, Reifenzustand, Temperatur und die unvermeidliche Fahrerstreuung einige Zehntelsekunden schnell verschwinden lassen.
Auch aerodynamische Vorteile wollen wir ohne belastbare Messwerte nicht herbeireden. Die Carbonteile ersetzen und formen einzelne Flächen sauberer, doch daraus automatisch einen messbaren Aero-Gewinn abzuleiten, wäre Carbon-Kaffeesud. Was wir bereits sagen können: Die Ilmberger-Teile machen die Motorräder nachweislich leichter, ohne auf dem engen Kurs mit unangenehmen Begleiterscheinungen aufzufallen. Nils hat seine Fahreindrücke bereits zum Besten gegeben – die dazugehörigen Rundenzeiten behalten wir allerdings noch für uns und reichen sie mit der Veröffentlichung des 1000PS Bestzeit-Formats auf YouTube nach.
Fazit: Ilmberger Carbon Multistrada V4 S/RS 2025+
Ilmberger liefert kein günstiges Dekorset, sondern eine sehr breit angelegte High-End-Lösung für Besitzer, die Optik, dokumentierte Fertigung, Passform und reale Gewichtsersparnis gemeinsam erwerben wollen. Die beiden Multistradas zeigen, wie geschlossen Glanz oder Matt wirken können, doch der klügere Weg führt meist stufenweise über wenige prägende Teile. Das schont die Börse, lässt das Motorrad wachsen und verhindert, dass aus edlem Carbon optische Reizüberflutung wird.Die lange Verfügbarkeit der Werkzeuge und mögliche Nachproduktion machen die Komponenten außerdem interessant als späteren Ersatz nach einer Havarie oder als hochwertige, einzeln nachbeschaffbare Sturzteile für Racebikes, zumal manche Carbonteile günstiger sein können als OEM-Verkleidungen.
- Sehr hochwertiges, in Sonne und Schatten überzeugendes Finish
- Sauber abgestimmte Faserrichtung
- Teile nutzen originale Befestigungspunkte
- Gemessene Gewichtsersparnis von 4 bis 5 kg bei der voll ausgestatteten Multistrada V4 S
- Breites Sortiment in Glanz und Matt
- Dokumentierte Fertigung in Europa
- ABE für den deutschen Markt
- Langfristige Verfügbarkeit
Fazit: Ducati Multistrada V4 S 2026
Schon bei zahlreichen Tests musste sich die Multistrada auf extrem vielseitigem Terrain gegen viele Gegner behaupten und war dabei meistens das schnellste und insgesamt auch beste Motorrad. Das Erfolgsrezept: Reisetauglichkeit mit unzähligen Komfort-Features vereint mit einem Level an Sportlichkeit und Fahrperformance, welches seinesgleichen sucht. Die Ducati Ingenieure haben in das Motorrad alle hochwertigen Zutaten eingefüllt, welche man für Geld kriegen kann. Diese wurden zu einem harmonischen Gesamtpaket vereint, welches unfassbar gut fährt. Eine würdige Siegerin von diversen Vergleichstests zu einem stolzen Preis.- Unfassbar tolles Fahrverhalten - neutral, harmonisch, handlich aber trotzdem stabil
- Echtes Reiseenduro Feeling im Sattel
- großartige Bremsen
- Faszinierender, beeindruckend starker Motor
- Motorleistung durch grandioses Ansprechverhalten wunderbar zu dosieren
- Angenehme Sitzposition
- Gute Ergonomie auch beim Stehend fahren
- faszinierendes Radarsystem welches man in der Praxis auf der Autobahn gerne einsetzt
- Toller Windschutz
- Hohe Stabilität auch bei hohen Geschwindigkeiten
- Kräfteschonend und einfach zu fahren
Fazit: Ducati Multistrada V4 RS 2026
Als jemand, der sportliche Allrounder mag, war ich von der Multistrada Pikes Peak beeindruckt, als ich sie vor einem Jahr auf der Rennstrecke in Modena fuhr, aber mit der RS hat Ducati die Grenzen des Machbaren bei einer Crossover-Maschine erweitert. Ein V4 mit 192 PS in einem Fahrwerk, das viele Qualitäten der exzellenten Streetfighter und Panigale besitzt, gemischt mit der Vielseitigkeit der Multistrada, ergibt eine berauschende Mischung. Vor allem, wenn man bedenkt, dass sie, zumindest für mich, die bestaussehende Multistrada der Serie ist. Ja, sie ist teuer, aber sie ist auch exotisch. Wie oft, frage ich mich, haben sich Panigale-Besitzer schon nach etwas mehr Komfort, Reichweite oder Praktikabilität gesehnt? Nun, abgesehen von ein paar unbedeutenden Zehntelsekunden bei der Rundenzeit auf der Rennstrecke, ist das hier das Motorrad. Es wird Europa genauso leicht aufmischen wie es sich in der schnellen Trackday-Gruppe behaupten wird. Wer braucht das? Ich schon, und ich vermute, viele andere auch. Ich finde es toll, dass Ducati mutig und kühn genug war, etwas zu entwickeln, das gleichzeitig so praktisch und so verrückt ist.Bericht vom 11.09.2026 | 2.817 Aufrufe