Benda LFC 700 PRO im 1000PS Bestzeit Test
Vierzylinder und Showreifen treffen auf enge Kehren
Ein 300er Hinterreifen, ein kreischender Vierzylinder und kräftige Brembo Bremsen machen die Benda LFC 700 PRO zum Blickfang. Auf der Bestzeit Strecke in Bad Fischau zeigt NastyNils, wo der Cruiser begeistert und wo die Kurven Grenzen setzen.
Ein sonores Bollern hätte ich erwartet. Stattdessen kreischt mir die Benda LFC 700 PRO heiser entgegen, als hätte jemand den falschen Motor in diesen wuchtigen Cruiser geschraubt. Das passt optisch überhaupt nicht zusammen, macht im Sattel aber erstaunlich viel Spaß. Bei uns gibt es keine Schonfrist für außergewöhnliche Konzepte: Auch die Benda muss auf die kompakte Bestzeit Strecke in Bad Fischau. Ihr 300er Hinterreifen ist schon im Stand ein Statement, die Brembo Bremsen versprechen Substanz hinter der Show. Die Frage: Wie viel davon lässt sich zwischen engen Kehren tatsächlich nutzen? Auf der Geraden und beim Bremsen hat dieses Motorrad einiges zu bieten. Beim Einlenken verlangt es allerdings eine ganz andere Herangehensweise, als du sie von einer gewöhnlichen 700er erwarten würdest.
Der Vierzylinder passt nicht ins Cruiserbild
Dieser Motor zieht präzise und sportlich aus den Kehren, während du noch versuchst, den Klang mit dem breiten Heck in deinem Kopf zusammenzubringen. Ich gewöhne mich schnell an das Kreischen und den Vorwärtsdrang. Der flüssigkeitsgekühlte Reihenvierzylinder hat laut den hinterlegten technischen Daten 677 cm³, leistet 64,1 kW beziehungsweise 87,2 PS bei 10.300 U/min und liefert 60 Nm bei 8.600 U/min. Geschaltet wird mit einem Sechsganggetriebe. Das sind die Eckdaten, im Sattel bleibt vor allem die Drehfreude hängen. Hier kommt kein gemütliches Cruiserbollern, sondern ein Motor, der gerne nach vorne arbeitet. Wer gerade diesen ungewöhnlichen Gegensatz aus wuchtiger Erscheinung und sportlichem Antrieb mag, findet darin einen wesentlichen Teil des Reizes der Benda.
Die Brembo Bremsen geben der Benda Substanz
Du solltest dieses Motorrad beim Beschleunigen und Verzögern nicht unterschätzen. Die Benda bringt ihre Leistung ans Hinterrad und bleibt beim Bremsen stabil und präzise. Gerade weil sie sich nicht flink um jede Kehre werfen lässt, ist diese Stärke wichtig: Vor der Kurve muss die Geschwindigkeit passen. Die hochwertigen Brembo Bremsen machen hier einen richtig guten Job. Ich kann kräftig verzögern, ohne dass sich das Motorrad dabei unruhig anfühlt. Das ist keine gemessene Bremswegangabe, sondern mein Eindruck auf unserer Teststrecke. Auf der einen Seite steht also der große Showeffekt, auf der anderen Seite steckt tatsächlich brauchbare Technik dahinter. Für mich sind die Bremsen ein klarer Pluspunkt und eine gute Grundlage, um mit den Grenzen dieses Konzepts zurechtzukommen.
Das Luftfahrwerk hilft bei der Schräglagenfreiheit
In den engen Kehren wird schnell klar, wo das große Nadelöhr sitzt. Du hockst entspannt, weit weg vom Vorderrad und mit den Fußrasten nahe am Asphalt. Dazu kommt die Breite des Motorrads. Diese Kombination begrenzt die Schräglagenfreiheit und damit das, was du auf unserem Kurs sportlich umsetzen kannst. Positiv fällt das Luftfahrwerk auf: Es hebt die Benda beim Fahren an und schafft dadurch etwas zusätzlichen Spielraum. Die Höhe lässt sich anpassen, je nachdem, ob du größer bist und höher sitzen möchtest oder eher klein bist. Die konstruktiven Grenzen verschwinden damit aber nicht. Laut technischen Daten beträgt die Sitzhöhe 693 mm. Entscheidend für diesen Test bleibt: Das Luftfahrwerk hilft, macht aus der entspannten Cruiserhaltung aber keine Grundlage für tiefe Schräglagen.
Der 300er Hinterreifen verlangt Arbeit am Lenker
So ein Hinterreifen stiehlt vor dem Eissalon mühelos doppelt und dreimal so teuren Motorrädern die Show. Beim Einlenken verlangt er dafür einen ordentlichen Einsatz. Hinten steht die Dimension 300/35-18, vorne 130/70-19 in den technischen Daten. Beim Hineinbremsen in den Radius spüre ich ein starkes Aufstellmoment, und auch sonst fällt die Benda nicht bereitwillig in Schräglage. Du musst deutlich über den Lenker drücken, um sie durch enge Kehren zu bringen. Wichtig: Das fühlt sich nicht nervös oder unberechenbar an. Es braucht schlicht Kraft und einen klaren Lenkimpuls. Kompaktere Motorräder folgen viel selbstverständlicher deiner Blickführung. Erfahrene Cruiserfahrer werden dieses Verhalten eher einordnen können. Wer von einer anderen 700er kommt, sollte sich bei der Probefahrt genau dafür Zeit nehmen, denn allein der Hubraum verrät hier wenig über den nötigen Körpereinsatz.
Warum ich die Benda eher vor dem Casino sehe
Ich war kürzlich in Velden am Casinoplatz und sehe die Benda gedanklich genau dort stehen. Mit diesem Reifen und diesem Sound dürfte sie einigen deutlich teureren Motorrädern die Show stehlen. Auch die Bremsen und das Finish passen zu diesem Auftritt. Platt gesagt: Die LFC 700 PRO ist ein Poser mit einem unterhaltsamen Motor, aber kein Motorrad für sportliche Kurvenjagd. Ihr fahrfertiges Gewicht ist mit 258 kg angegeben, der Tank fasst laut Daten 17 Liter. Für mein Urteil entscheidend sind allerdings die erlebten Grenzen beim Einlenken und bei der Schräglagenfreiheit. Wenn du den Auftritt und den ungewöhnlichen Antrieb genießen möchtest, kannst du daran Freude haben. Für enge Kurven gibt es zugänglichere Konzepte.
Was die 1000PS Bestzeit auf dem Kurs ausmacht
Zehn Aufwärmrunden müssen reichen, um Vertrauen aufzubauen. Danach folgt eine fliegende Runde, deren Anlauf aus dem Stand nur 20 Meter vor der Zeitmesslinie beginnt. Kupplungsdosierung und Traktion beim Losfahren beeinflussen dadurch bereits das Ergebnis. Unser Ridelink Wingman zeichnet die Fahrt auf. Die kompakte Supermoto Strecke in Bad Fischau dient als Handlingparcours mit engen Kehren, Wechselkurven und kurzen Geraden. Uns interessiert vor allem, wie rasch Harmonie im Sattel entsteht und wie verständlich ein Motorrad reagiert. Höchstgeschwindigkeit ist hier nicht das Thema. Die begleitenden Bestzeit Videos erscheinen auf dem 1000PS YouTube Kanal teilweise erst Wochen nach dem Bericht. Auch ohne Video bleibt die Erkenntnis dieser Fahrt brauchbar: Motor und Bremsen der Benda machen Freude, die engen Radien zeigen dir ihre konzeptbedingten Grenzen.
Links und Partner der 1000PS Bestzeit Serie
- Zum Ridelink Wingman als Datarecording Tool
- SP Connect Halterungen fürs Motorrad im Überblick
- Onboardaufnahme: Insta360 Ace Pro 2
- NastyNils Bekleidung bei Louis
- Alle Videos der 1000PS Bestzeit Serie, teilweise erst einige Wochen nach dem Bericht online
- Strecke selbst befahren? Hier buchen
- Über den Autor NastyNils
Fazit: Benda LFC 700 PRO 2026
Die Benda LFC 700 PRO verbindet einen außergewöhnlichen Auftritt mit einem drehfreudigen Vierzylinder und kräftigen Brembo Bremsen. Beim Beschleunigen und Verzögern macht sie Freude, in engen Kehren setzen Schräglagenfreiheit und hoher Lenkaufwand klare Grenzen. Das höhenverstellbare Luftfahrwerk schafft etwas zusätzlichen Spielraum, ändert aber nicht den Charakter des Cruisers. Wer den breiten Hinterreifen, den ungewöhnlichen Klang und die Präsenz genießen möchte, findet hier ein unterhaltsames Motorrad. Für sportliche Kurvenjagd ist dieses Konzept nicht gemacht.- Drehfreudiger Vierzylinder mit außergewöhnlichem Klang
- Kräftige Brembo Bremsen und stabile Verzögerung
- Markanter Auftritt mit breitem Hinterreifen
- Höhenanpassung durch das Luftfahrwerk
Bericht vom 04.10.2026 | 6.219 Aufrufe