Interview mit Zonko zum Thema Alkohol
Warum Zonko dem Alkohol mit 23 den Rücken kehrte
Er ist eines der bekanntesten Gesichter der Motorradszene, doch ein Teil seiner Geschichte blieb bislang im Verborgenen. 1000PS-Testfahrer Zonko spricht über eine Entscheidung, die er mit 23 Jahren traf und bis heute konsequent lebt.
Warum Zonko dem Alkohol mit 23 den Rücken kehrte
Er ist eines der bekanntesten Gesichter der Motorradszene, doch ein Teil seiner Geschichte blieb bislang im Verborgenen. 1000PS-Testfahrer Zonko spricht über eine Entscheidung, die er mit 23 Jahren traf und bis heute konsequent lebt.
Zonko im Interview: Warum der 1000PS-Testfahrer seit über zwei Jahrzehnten alkoholfrei lebt
Fritz Triendl, in der Szene besser bekannt als Zonko, gehört zu jenen Gesichtern, die man in der deutschsprachigen Motorradwelt kaum übersehen kann. Als Journalist und Testfahrer bei 1000PS hat er sich mit reichlich Praxiserfahrung, ungeschönten Eindrücken und einer gehörigen Portion Humor einen Namen gemacht. Weniger bekannt ist ein anderer Teil seiner Geschichte: Bereits mit 23 Jahren hat sich Zonko dazu entschieden, ganz auf Alkohol zu verzichten.Für die Initiative "Mehr vom Leben" erzählt er, wie es dazu kam und was sich seither in seinem Leben verändert hat.
Vom Studentenheim zur klaren Entscheidung
Der Anstoß kam nicht über Nacht, sondern nach einigen harten Nächten im Studentenheim. "Ich habe eingesehen, dass ich dazu neige, über den Durst zu trinken", erzählt Zonko. Also zog er mit 23 Jahren einen Schlussstrich. Leicht war das anfangs nicht, denn sein gesamter Freundeskreis war unterwegs, und Ausgehen wie Feiern standen ganz selbstverständlich in Verbindung mit Alkohol. Mittlerweile fällt ihm der Verzicht überhaupt nicht mehr schwer. In Bars ist er ohnehin selten anzutreffen, und wenn, greift er zu alkoholfreiem Bier, Cola oder einem der inzwischen recht gelungenen 0,0-Cocktails. Beim Anstoßen ist ihm längst egal, was im Glas landet, ob Orangensaft, Wasser oder Cola. Und jene, die auf dem klassischen "na wenigstens zum Anstoßen" beharren, werden nach seiner Erfahrung immer weniger.
Klarer Kopf, freie Fahrt
Über gesundheitliche Effekte will Zonko keine großen Aussagen treffen, sein Leben aber habe sich spürbar verändert. Die langen Exzesse, die durchzechten Nächte und der Kater am Tag danach gehören der Vergangenheit an. Für einen Motorradfahrer wiegt ein Punkt besonders schwer: Er muss sich nie mehr die Frage stellen, ob er noch fahrtüchtig ist. "Ich kann mich jederzeit auf mein Motorrad schwingen. Das ist mir sehr wichtig." Rückblickend war für ihn der Sport eine der wichtigsten Alternativen zum Feiern. Er habe gespürt, wie er fitter, schneller und stärker wurde, was wiederum sein Selbstwertgefühl kräftig gepusht und seinen Entschluss bestärkt hat.
Ein Wandel, der sich zeigt
Den gesellschaftlichen Umgang mit Alkohol sieht Zonko heute in einem ganz anderen Licht als noch vor Jahrzehnten. In den 70er- und 80er-Jahren, erinnert er sich, sei es normal gewesen, dass Herren eine Flasche Hochprozentigen in der Schreibtischlade hatten, dass sich Journalisten beim Recherchieren mit ihren Informanten schwer betranken und dass die Heimfahrt nach der Heurigen-Orgie als Kavaliersdelikt durchging, ganz nach dem Motto "Solange ich noch sitzen kann, kann ich auch noch fahren". Der Wandel seither sei enorm. Wünschen würde er sich noch mehr alkoholfreie Alternativen. Beim Bier sei man schon weit, beim Wein hingegen bleibe das Angebot mager. Als Missionar sieht sich Zonko dabei nicht. "Ich habe die Weisheit nicht gepachtet", sagt er. Eines aber wisse er sicher: Sein Leben wäre nicht so gut verlaufen, hätte er dem Alkohol keinen Riegel vorgeschoben.
Fazit: Zonkos Geschichte ist keine Predigt, sondern die nüchterne Bilanz eines Mannes, der sich selbst gut kennt. "Ich bin ein Alles-oder-nichts-Typ", bringt er es auf den Punkt, "und wenn man so gebaut ist, dürfte nichts klüger sein." Der schönste Nebeneffekt für einen Testfahrer: Der Weg zum Motorrad steht ihm immer offen.
Bericht vom 21.07.2026 | 4.501 Aufrufe