Wie ein deutscher Filmemacher im Gefängnis landetete
Albtraum bei Abenteuerreise
Vom Wüsten-Traum in den Albtraum: Motorrad-Abenteurer Bastian Brüsecke sitzt im Iran fest
Ein Fotograf, Filmemacher und leidenschaftlicher Biker, den viele von euch aus dem Rallye-Fahrerlager kennen dürften, durchlebt derzeit das Schlimmste, was einem Reisenden passieren kann. Bastian Brüsecke wurde Ende 2024 im Iran unter fadenscheinigen Spionagevorwürfen verhaftet und zu drei Jahren Haft verurteilt. Die Motorrad-Community sammelt nun Spenden, um ihn und seine Familie in dieser schweren Zeit zu unterstützen.
Es gibt Reisende, die kratzen nur an der Oberfläche – und es gibt Typen wie Bastian Brüsecke. In der Abenteuer- und Rallye-Szene ist der deutsche Fotograf und Filmemacher längst eine feste Größe. Mehr als 90.000 Kilometer hat er in nur wenigen Jahren auf dem Motorrad abseits asphaltierter Straßen zurückgelegt. Mit seiner Kamera, seinem Allradler und seinem Motorschirm begleitete er über 50 internationale Motorsport-Events, darunter zahlreiche Rallyes auf dem Balkan und in Nordafrika.
Sein großes Ziel war es nie, die schnellsten Rundenzeiten zu fahren, sondern die Welt aus einer anderen Perspektive zu zeigen. Genau diese Leidenschaft für abgelegene Landschaften und fremde Kulturen wurde ihm nun jedoch zum Verhängnis.
Das verhängnisvolle Projekt im Nahen Osten
Seit 2018 arbeitete Bastian an einem Herzensprojekt: Er wollte einen umfassenden Bildband und eine Dokumentation über die Wüsten des Irans und der Arabischen Halbinsel veröffentlichen. Um das finale Material für sein Buch zu sammeln, reiste er Ende 2024 erneut in den Iran.
Doch statt mit atemberaubenden Aufnahmen zurückzukehren, endete die Reise in Bandar Abbas abrupt. Bastian wurde von den iranischen Behörden festgenommen. Der völlig aus der Luft gegriffene Vorwurf: "Zusammenarbeit mit einer feindlichen ausländischen Macht" – ein gängiger und gefürchteter Spionage-Paragraf, der im Iran immer wieder gegen westliche Touristen und Journalisten instrumentalisiert wird.
Verurteilt und verlegt ins berüchtigte Evin-Gefängnis
Die Mühlen der iranischen Justiz kennen in solchen Fällen kaum Gnade. Bis Oktober 2025 wurde Bastian im Gefängnis von Bandar Abbas festgehalten und schließlich zu drei Jahren Haft verurteilt. Mittlerweile wurde er in das berüchtigte Evin-Gefängnis in der Hauptstadt Teheran verlegt. Seit über 560 Tagen (Stand Mitte 2026) ist Bastian nun schon seiner Freiheit beraubt. Er, der die grenzenlose Weite der Wüste liebt, sitzt in einer Zelle fest. Für seine Familie und seine Freunde ist die Situation eine unfassbare psychische und finanzielle Belastung.
Zusammenhalt unter Bikern: So kannst du helfen
Unter Motorradfahrern gilt ein eiserner Grundsatz: Wer am Straßenrand liegen bleibt, dem wird geholfen. Bastian ist auf seiner Lebensreise böse gestürzt – und er braucht jetzt unser Netzwerk.
Über die Plattform WhyDonate wurde von Freunden eine Crowdfunding-Kampagne ("Hulp voor Bastian Brüsecke / Hilfe für Bastian Brüsecke") ins Leben gerufen, um die enormen Kosten aufzufangen. Das Spendenziel liegt bei 20.000 Euro. Das Geld wird dringend benötigt für:
- Internationale Rechtsbeistände und Anwaltskosten
- Konsularische Unterstützung
Hier spenden:https://whydonate.com/nl/fundraising/hilfe-fuer-bastian-bruesecke-willkuerlich-inhaftiert
Bericht vom 10.07.2026 | 13.666 Aufrufe