In&motion bringt automatische Notruffunktion nach Deutschland
Dieser Airbag ruft Hilfe, wenn du es nicht mehr kannst.
Ein Airbag schützt beim Sturz – doch was passiert danach, wenn der Fahrer bewusstlos am Boden liegt? In&motion bringt jetzt eine Funktion nach Deutschland, die genau in diesen entscheidenden Minuten eingreift.
In&motion bringt Emergency Call Funktion nach Deutschland
Der französische Airbagspezialist In&motion erweitert sein Sicherheitssystem um eine automatische Notruffunktion, die ab sofort auch für Nutzer mit deutscher Telefonnummer und deutscher Anschrift verfügbar ist. Die Emergency Call Funktion setzt dort an, wo der physische Schutz des Airbags endet: in den entscheidenden Minuten nach einem Unfall, wenn Fahrer möglicherweise verletzt, desorientiert oder bewusstlos sind und nicht selbst Hilfe rufen können.
Das System wurde gemeinsam mit Liberty Rider und dem Assistance-Partner IMA Group entwickelt und ist bereits in Frankreich, Belgien und Italien im Einsatz. Insgesamt funktioniert der Service in zehn Ländern, darunter Österreich, Schweiz, Spanien und Portugal – ein Vorteil für Motorradfahrer, die ihre Maschine auch auf längeren Touren bewegen.
Vom Automobilstandard zur Wearable-Technologie
Automatische Notrufsysteme sind aus der Automobilindustrie bekannt, wo sie nach schweren Unfällen automatisch Notrufstellen alarmieren und relevante Daten wie Standort oder Fahrzeuginformationen übermitteln. In&motion hat dieses E-Call-Prinzip nun in seine Airbag-Wearable-Technologie für Motorradfahrer übertragen. Nach Herstellerangaben gehört das Unternehmen zu den ersten Anbietern, die diese Funktion in ein tragbares Airbagsystem integriert haben.
So läuft der Alarmprozess ab
Wird ein In&motion-Airbag ausgelöst, startet automatisch ein Alarmprozess auf dem Smartphone des Fahrers. Während einer zweiminütigen Countdown-Phase kann der Fahrer bestätigen, dass keine Hilfe nötig ist, oder direkt selbst Unterstützung anfordern. Diese Zeitspanne soll dem Gestürzten ermöglichen, sich zu orientieren und die eigene Situation einzuschätzen.
Erfolgt keine Reaktion, werden Standortdaten und weitere Informationen an die IMA Group übermittelt, einen professionellen Assistance-Dienst mit 24-Stunden-Erreichbarkeit. Der Service versucht dreimal, den Fahrer telefonisch zu erreichen. Kommt keine Verbindung zustande oder wird Hilfe benötigt, werden Rettungskräfte alarmiert und zum Unfallort geschickt. Darüber hinaus kann der Service bei der Organisation von Abschleppdiensten oder weiteren Assistance-Leistungen unterstützen.
Verfügbarkeit und Kosten
Die Emergency Call Funktion ist für Nutzer der Revolution-Mitgliedschaft kostenfrei enthalten. Nutzer der Classic-Mitgliedschaft können die Funktion als Zusatzoption für 39 Euro pro Jahr aktivieren. Die Aktivierung erfolgt direkt über die My In&box App. In&motion entwickelt seit zehn Jahren Airbag-Technologie auf Basis von Echtzeit-Sturzerkennung und prädiktiven Algorithmen. Das System wurde zunächst im Spitzensport erprobt und begleitet inzwischen nach eigenen Angaben 130.000 Nutzer in vier Disziplinen – Motorrad, Reitsport, Ski und Fahrrad. Im Durchschnitt schützt die Technologie laut Hersteller täglich bei 25 Stürzen.
Fazit
Mit der Emergency Call Funktion erweitert In&motion sein bestehendes Airbagsystem um eine sinnvolle Komponente, die im Ernstfall den Unterschied machen kann. Die Kombination aus physischem Schutz durch den Airbag und der automatischen Alarmierung professioneller Hilfsdienste schließt eine Sicherheitslücke, die gerade bei Alleinfahrten relevant wird. Die Verfügbarkeit in zehn Ländern macht das System auch für Tourenfahrer interessant.
Bericht vom 19.06.2026 | 2.221 Aufrufe