Moto Gymkhana beim Newchurch Summit
Erster Präzisionseinsatz für die elektrische Honda WN7
Präzision statt Höchstgeschwindigkeit: Gemeinsam mit Honda Deutschland veranstaltete 1000PS beim Newchurch Summit erstmals ein Moto-Gymkhana für Hobbyfahrer. Gefahren wurde auf der neuen elektrischen Honda WN7. Trotz großer Hitze entwickelte sich der Bewerb zu einem spannenden Publikumsmagneten.
Dröhnende Stuntshows, geführte Touren durch die Alpen, hunderte Probefahrten und tausende Motorradfans aus ganz Europa: Die Premiere des Newchurch Summit 2026 war ein Erfolg auf ganzer Linie und hat bewiesen, dass sich die Veranstaltung in Neukirchen am Großvenediger auch zukünftig als eines der außergewöhnlichsten Motorradfestivals im Alpenraum etablieren wird. Zwischen Motorrad-Ausflügen, spektakulären Darbietungen, Partystimmung sowie Live-Musik auf zwei Bühnen feierte heuer jedoch eine Zweirad-Disziplin ihre Erstauflage, die in Japan bereits seit Jahrzehnten Kultstatus genießt: Moto Gymkhana. Gemeinsam mit Honda Deutschland brachte 1000PS eine Modifikation des Präzisionsbewerbs erstmals nach Neukirchen am Großvenediger und bewies eindrucksvoll, dass spektakulärer Motorradsport nicht zwingend hohe Geschwindigkeiten braucht.
Mehr als 30 Grad, sengende Sonne und ein Asphaltplatz, der die Hitze förmlich zurückstrahlte. Keine Bedingungen, unter denen man freiwillig Höchstleistungen erwartet. Trotzdem entwickelte sich das erstmals ausgetragene Moto Gymkhana zu einem der überraschendsten Programmpunkte des Wochenendes. Während wenige Minuten zuvor die spektakulären Stuntshows von Rok Bagoroš und Sarah Lezito das Publikum begeisterten, blieben die Tribünen auch beim Präzisionsbewerb mit den neuen elektrischen Honda WN7 gut gefüllt. Statt qualmender Hinterreifen standen hier Millimeterarbeit, Fahrzeugbeherrschung und Konzentration im Mittelpunkt. Die Zuschauer honorierten das mit viel Applaus und feuerten die Amateurfahrer bis ins Finale lautstark an.
Moto Gymkhana stammt ursprünglich aus Japan und zählt dort seit vielen Jahren zu den populärsten Disziplinen für ambitionierte Motorradfahrer. Anders als auf einer Rennstrecke entscheidet nicht die Motorleistung über Sieg oder Niederlage, sondern wer sein Motorrad auf engstem Raum möglichst präzise und fehlerfrei bewegt. Zentimeter entscheiden, nicht PS. Genau deshalb eignet sich die Disziplin hervorragend, um die eigenen fahrerischen Fähigkeiten zu verbessern und gleichzeitig jede Menge Spaß zu haben.
Für die Premiere beim Newchurch Summit konnte 1000PS niemand Geringeren als den zweifachen Supermoto-Weltmeister Bernd Hiemer als Kursdesigner gewinnen. Gemeinsam mit ihm entstand am Vorabend innerhalb von vier Stunden auf einem rund 90 x 40 Meter großen Platz ein Parcours, der Fahrer unterschiedlichster Könnensstufen fordern sollte. Keine leichte Aufgabe, denn vorab wusste niemand, wie erfahren die Teilnehmer tatsächlich sein würden. Selbst Hiemer benötigte bei seiner ersten Proberunde 37 Sekunden, ein Wert, der später noch eine interessante Bedeutung bekommen sollte.
Gefahren wurde ausschließlich auf vier Honda WN7, die Honda Deutschland für den Bewerb zur Verfügung stellte. Zwei Motorräder befanden sich permanent im Wettbewerb, während sich die nächsten beiden Fahrer parallel auf einer separaten Fläche jeweils rund fünf Minuten an die WN7 und ihre direkte Leistungsentfaltung gewöhnen konnten. Dadurch lief der gesamte Bewerb ohne Wartezeiten und äußerst flüssig ab.
Die Rückmeldungen der Teilnehmer fielen durchwegs positiv aus. Besonders die spielerische Handlichkeit, der tiefe Schwerpunkt und die fein dosierbare Leistungsentfaltung der elektrischen Honda machten das Motorrad nahezu zum idealen Werkzeug für Moto Gymkhana. Gerade bei langsamen Richtungswechseln und präzisen Lenkmanövern zeigte die WN7 ihre Stärken und nahm vielen Fahrern bereits nach wenigen Minuten die Scheu vor dem anspruchsvollen Parcours.
Dieser begann mit einem kurzen Sprint von der Startbox, ehe ein schmales Wackelbrett möglichst sauber überquert werden musste. Bereits dort konnten die ersten Strafsekunden gesammelt werden, wenn das Brett verschoben wurde. Anschließend wartete das wohl schwierigste Element des gesamten Kurses: ein extrem enger Präzisionsslalom, der nahezu am Lenkanschlag gefahren werden musste. Danach folgten ein Achter, ein Oval sowie eine schnelle Schikane zurück zur Startbox, in der eine saubere Zielbremsung den Lauf abschloss.
Jeder Fahrer absolvierte zwei unterschiedliche Parcoursvarianten. Gewertet wurde die addierte Gesamtzeit beider Läufe, nicht das direkte Duell auf der Strecke. Zwar starteten immer zwei Fahrer gleichzeitig, entscheidend war jedoch ausschließlich die persönliche Zeit inklusive möglicher Strafsekunden. Fünf Strafsekunden gab es beispielsweise für ein ausgelassenes Tor oder ein verschobenes Brett, zwei Sekunden für berührte Pylonen.
Obwohl sich online mehrere Dutzend Fahrer angemeldet hatten, sorgte die enorme Hitze kurzfristig für einige Absagen. Das Niveau der tatsächlich gestarteten Teilnehmer entwickelte sich dafür umso beeindruckender. Zu Beginn lagen die Laufzeiten noch bei rund 50 Sekunden. Mit jeder Runde wurden die Linien sauberer, die Lenkbewegungen flüssiger und das Vertrauen in die WN7 größer. Bis ins Finale schrumpften die Zeiten schließlich auf etwas mehr als 30 Sekunden.
Sechs Fahrer qualifizierten sich für den Endlauf am Samstag, bei dem ein attraktiver Hauptpreis wartete: ein Hotelgutschein inklusive eines Leihmotorrads von Honda Deutschland.
Den Sieg sicherte sich schließlich Stefan Schauer, ein ambitionierter Hobbyfahrer mit Erfahrung im Trial-, Enduro- und Tourenbereich. Mit zwei nahezu perfekten, flinken Läufen und ohne einen einzigen Fehler gewann er den Bewerb souverän in einer Gesamtzeit von 1:04,66 Minuten. Bemerkenswert dabei: Selbst Bernd Hiemers Referenzrunde aus dem Streckenaufbau wurde damit nochmals deutlich unterboten. Platz zwei ging mit rund 13 Sekunden Rückstand an Falko Ditsch, der ebenfalls eine starke Leistung zeigte.
Die Siegerehrung übernahm Evelin Reinhardt von Honda Deutschland direkt auf dem Veranstaltungsgelände und überreichte dem Sieger den Hauptpreis. Für 1000PS, Honda Deutschland und den Newchurch Summit war die Premiere damit ein voller Erfolg. Das Konzept funktionierte von Beginn an reibungslos, die Zuschauer nahmen den Wettbewerb begeistert an und die Honda WN7 bewies eindrucksvoll, dass Fahrspaß nicht von Hubraum oder Motorgeräusch abhängt. Manchmal reichen ein paar Pylonen, ein schmales Brett und ein perfekt gefahrenes Motorrad. Der Rest erledigt die Präzision. Denn genau darum geht es beim Moto Gymkhana.
Bericht vom 07.07.2026 | 4.823 Aufrufe