Zero LS1 vs. NIU NQiX 500: Welcher Elektroroller ist besser?
Ist NIU noch die Benchmark?
Zwei starke Elektroroller, ein klares Duell in der A1-Klasse: Der neue Zero LS1 trifft auf den smarten NIU NQiX 500. Wer fährt besser, wer ist alltagstauglicher und bleibt NIU wirklich die Benchmark? Der ausführliche Vergleich zeigt die Unterschiede.
Der NIU NQiX 500 hat 2025 vorgelegt
Der NIU NQiX 500 hat bei mir schon im vergangenen Jahr einen starken Eindruck hinterlassen. Vor allem die cleveren Smart Features rund um die NIU-App, mit der sich das Fahrzeug kostenlos individualisieren lässt, haben gezeigt, wie modern ein Elektroroller heute sein kann. Dazu kommt das durchdachte Akkusystem unter dem Trittbrett, das im Alltag ebenso praktisch wie innovativ wirkt. Noch wichtiger war aber das Fahrverhalten: Der NIU fährt angenehm ruhig, souverän und vermittelt genau jenes entspannte Gefühl, das man sich von einem Elektroroller in dieser Klasse erwartet.
Genau deshalb ist der NQiX 500 für mich aktuell noch immer einer der besten Elektroroller am Markt – vielleicht sogar die Benchmark in der A1-Klasse. Mit dem Zero LS1 tritt nun aber ein direkter Konkurrent auf den Plan, der in genau derselben Führerscheinklasse unterwegs ist und mit sehr ähnlichen Eckdaten antritt. Die spannende Frage dieses Vergleichs lautet also: Kann der Zero LS1 dem NIU NQiX 500 wirklich das Wasser reichen, oder bleibt NIU weiterhin die Referenz unter den elektrischen A1-Rollern?
Elektroroller der A1-Klasse – Preis
Beide Roller bewegen sich in der elektrischen A1-Klasse und sind damit in Österreich auch mit dem B111-, in Deutschland mit dem B196-Zusatz fahrbar. Sie spielen also genau in jener Kategorie, die für viele Pendler und Umsteiger von klassischen 125ern besonders interessant ist. Beim Preis gibt es zwischen den beiden Rollern aber einen klaren Unterschied. Der Zero LS1 liegt mit 5.186 Euro in Deutschland, 5.230 Euro in Österreich beziehungsweise 4.600 CHF in der Schweiz spürbar über dem NIU NQiX 500, der ab 4.499 Euro startet. Damit ist der NIU in dieser Gegenüberstellung der deutlich günstigere Einstieg in die elektrische A1-Klasse.
Warum dieser Preisunterschied so deutlich ausfällt, lässt sich von außen nicht mit letzter Sicherheit beantworten. Eine naheliegende Vermutung ist aber, dass NIU hier von seiner langjährigen Erfahrung im Elektroroller-Segment profitiert. Die Marke baut seit Jahren elektrische Zweiräder, produziert in größeren Stückzahlen und kann vermutlich viele Komponenten über mehrere Modellreihen hinweg nutzen. Solche Skaleneffekte helfen in der Regel dabei, die Kosten niedriger zu halten.
Bei Zero sieht die Ausgangslage etwas anders aus. Der LS1 ist der erste Elektroroller der Marke, und es liegt nahe, dass hier zunächst deutlich mehr Entwicklungsaufwand in einem komplett neuen Fahrzeug steckt. Denkbar ist also, dass weniger Gleichteile, geringere Stückzahlen und eine neue Plattform den höheren Preis zumindest teilweise erklären. Ob das tatsächlich der Hauptgrund ist, lässt sich zwar nicht eindeutig belegen, als Erklärung erscheint es aber durchaus plausibel.
Technik: 5 kW Nennleistung, rund 9 kW Spitzenleistung, 240 Nm Drehmoment
Auch technisch liegen Zero LS1 und NIU NQiX 500 auf den ersten Blick sehr nahe beieinander. Beide liefern 5 kW Nennleistung und rund 9 kW Spitzenleistung, dazu kommen 240 Nm Drehmoment am Hinterrad. Schon auf dem Datenblatt ist also erkennbar, dass hier zwei sehr ähnlich positionierte Elektroroller gegeneinander antreten.
Bei der Reichweite verspricht Zero 112 km in der Stadt beziehungsweise 110 km beim Pendeln, der NIU liegt laut Datenblatt bei 90 bis 100 km. Beim Akku sprechen wir beim Zero von 4,4 kWh maximaler Kapazität, davon 3,7 kWh nutzbar, während der NIU mit 4032 Wh, also rund 4,0 kWh, antritt. Rein von den Eckdaten her sind die beiden also wirklich sehr dicht beisammen. In der Praxis bestätigt sich dieser Eindruck weitgehend. Beide Roller gehen souverän von der Ampel weg, beschleunigen im Stadtverkehr kräftig genug und bieten über ihre Fahrmodi die Möglichkeit, Leistungsabgabe, Ansprechverhalten und Höchstgeschwindigkeit an den jeweiligen Einsatzzweck anzupassen.
Während der Fahrt fallen bei der reinen Leistungsabgabe keine gravierenden Unterschiede auf. Keiner der beiden Roller fühlt sich dem anderen klar überlegen an, wenn man sich im urbanen Umfeld bewegt. Beide machen genau das, was man von einem Elektroroller dieser Klasse erwartet: Sie beschleunigen kräftig genug, wirken alltagstauglich und fahren im Stadtverkehr absolut souverän.
NIU punktet mit Power-Boost
Erst bei höherem Tempo zeigt sich ein etwas deutlicherer Unterschied. Der NIU NQiX 500 hat hier den Vorteil, dass er im Sportmodus auf etwa 105 km/h kommt und per Power-Boost-Knopf kurzzeitig sogar auf rund 120 km/h beschleunigen kann. Das geht spürbar auf Kosten der Reichweite, schafft aber Reserven, wenn man einmal zügig überholen oder auf schnelleren Strecken etwas mehr Puffer haben möchte.
Der Zero LS1 bietet so eine Zusatzfunktion nicht, beschleunigt dafür aber ohne Extra-Knopf auf einen Tachowert von ungefähr 110 km/h. Auch das ist für einen Elektroroller dieser Klasse absolut ausreichend. Und ganz ehrlich: Wer mit so einem Fahrzeug vernünftig unterwegs ist, wird ohnehin nur selten längere Zeit am Limit fahren, weil gerade bei Elektroscootern die Reichweite bei dauerhaft hohem Tempo sehr deutlich leidet.
Motor: Radnabenmotor gegen Mittelmotor
Beim Antriebskonzept trennen sich die Wege der beiden Roller dann tatsächlich deutlicher. Der NIU NQiX 500 setzt auf einen klassischen Radnabenmotor. Das hat den bekannten Vorteil, dass der Motor direkt am Hinterrad sitzt und die Kraft ohne Umweg anliegt. Verluste über Riemen oder andere zusätzliche Komponenten gibt es dadurch praktisch nicht. Das sorgt für einen sehr direkten Antrieb und ist konstruktiv zugleich eine vergleichsweise unkomplizierte Lösung.
Der Zero LS1 geht hier einen anderen Weg und setzt auf einen Mittelmotor, der seine Kraft per Riemen ans Hinterrad schickt. Rein technisch klingt das zunächst nicht automatisch nach einem Vorteil, in der Praxis bringt dieses Layout aber einen wichtigen Effekt mit: Die Massen sind deutlich besser zentralisiert. Da bei beiden Rollern die Akkus unter dem Trittbrett sitzen und beim Zero zusätzlich auch der Motor sehr zentral im Fahrzeug untergebracht ist, wirkt das gesamte Konzept besonders ausgewogen.
Und genau das spürt man beim Fahren. Der Zero liegt ausgesprochen harmonisch auf der Straße, fühlt sich stabil an und lässt sich selbst bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten kaum aus der Ruhe bringen. Dieses souveräne, saubere Fahrverhalten fällt nicht nur auf der Landstraße bei höherem Tempo auf, sondern durchaus auch in der Stadt, wenn man langsam unterwegs ist, rangiert oder sich durch den Verkehr bewegt. Gerade im Handling bringt der Zero damit einen echten Pluspunkt gegenüber dem NIU mit.
Der NIU fährt zwar ebenfalls ruhig und angenehm, wirkt aber durch die Gewichtsverteilung und den Radnabenmotor nicht ganz so fein austariert wie der Zero. Das heißt nicht, dass der NIU fahrdynamisch schlecht wäre – ganz im Gegenteil –, aber wenn es rein ums Handling und die fahraktive Stabilität geht, hat der Zero hier die Nase vorne.
Akkus unter dem Trittbrett – wie ist das gelöst?
Bei der Unterbringung der Akkus verfolgen Zero und NIU zwei ähnliche Lösungen, die jeweils ihre eigenen Vor- und Nachteile mitbringen. Gemeinsam ist beiden Rollern, dass die Akkus unter dem Trittbrett sitzen. Dadurch bleibt der Schwerpunkt niedrig, was dem Fahrverhalten grundsätzlich zugutekommt. Im Detail unterscheiden sich die Konzepte aber spürbar.
Beim NIU NQiX 500 sitzen die beiden Akkus unter einer Klappe im Trittbrettbereich. Geöffnet wird diese über den Start-Drehregler, anschließend kann die Abdeckung komplett vom Fahrzeug abgenommen werden. Der große Vorteil dieser Lösung ist die große Öffnung: Dadurch hat man viel Platz, um die Akkus herauszunehmen oder wieder einzusetzen. Gerade beim Hantieren mit den doch nicht ganz leichten Batterien ist das im Alltag ausgesprochen praktisch. Weniger gelungen ist beim NIU allerdings die Klappe selbst.
Denn so einfach sie sich abnehmen lässt, so fummelig kann das Wiederaufsetzen sein. Damit die Abdeckung sauber sitzt und richtig schließt, braucht es durchaus etwas Fingerspitzengefühl. Wirklich intuitiv wirkt diese Lösung deshalb nicht. Positiv ist immerhin, dass sich die Akkus – wenn man möchte – auch direkt im Fahrzeug laden lassen.
Beim Zero LS1 sitzen die Akkus ebenfalls unter dem Trittbrett, die Zugangslösung ist jedoch anders umgesetzt. Hier wird die Klappe über eine Lasche im Stauraum entriegelt. Zieht man daran, öffnet sich eine gefederte Klappe, was im Alltag einen deutlich hochwertigeren und eleganteren Eindruck macht. Das ganze System wirkt spürbar wertiger als beim NIU und ist in der Bedienung zunächst angenehmer gelöst.
Der Nachteil zeigt sich allerdings bei der Öffnung selbst: Sie fällt beim Zero kleiner aus als beim NIU. Dadurch wird das Herausnehmen und Einsetzen der Akkus etwas fummeliger. Auch beim Zero können die Akkus direkt im Fahrzeug geladen werden, was den Alltag natürlich erleichtert.
Zero und NIU ab 2026: Dritter Akku möglich
Erwähnenswert ist beim Thema Akku auch, dass sich beide Roller optional mit einem dritten Akku ausstatten lassen. Beim Zero LS1 war diese Möglichkeit von Anfang an vorgesehen, beim NIU NQiX 500 ist sie ab dem Modelljahr 2026 verfügbar. Der zusätzliche Akku sitzt in beiden Fällen unter der Sitzbank. Der Vorteil liegt auf der Hand: Wer regelmäßig längere Strecken fährt oder einfach etwas mehr Reichweitenreserve im Alltag haben möchte, bekommt damit eine interessante Erweiterungsmöglichkeit. Zero spricht hier von einer erweiterten Reichweite von bis zu 173 Kilometern mit drittem Akku. Gerade für Pendler oder für Nutzer, die ihren Elektroroller nicht nur im Stadtgebiet bewegen, ist das ein echter Pluspunkt.
Ganz ohne Nachteil kommt diese Lösung allerdings nicht. Denn durch den dritten Akku geht der Stauraum unter der Sitzbank weitgehend verloren. Große Gegenstände lassen sich dann dort nicht mehr unterbringen, und es bleibt im Grunde nur noch Platz für Kleinkram neben dem zusätzlichen Energiespeicher.
Elektroroller mit viel Stauraum: NIU NQiX und Zerlo LS1
Beim Stauraum zeigen sich die beiden Elektroroller insgesamt alltagstauglich, auch wenn es im Detail kleine Unterschiede gibt. Beide Fahrzeuge verfügen über ein offenes Handschuhfach im Frontbereich. Beim Zero LS1 fällt dieses Fach allerdings eher flach aus. Für Kleinigkeiten im Stand ist das völlig in Ordnung, während der Fahrt würde man dort aber eher ungern etwas lose transportieren, weil bei Bodenwellen durchaus die Sorge mitschwingt, dass Gegenstände herausfallen könnten. Beim NIU NQiX 500 ist das offene Handschuhfach ebenfalls nicht verschließbar, fällt aber tiefer aus. Dadurch liegen die Dinge sicherer im Fach und sind besser gegen unbeabsichtigtes Herausfallen geschützt.
Wichtig wird das Thema Stauraum aber natürlich unter der Sitzbank. Und hier gilt für beide Roller: Wenn kein dritter Akku verbaut ist, steht ein großes Staufach zur Verfügung. In beide Fächer passt ein Helm, was im Alltag ein echter Vorteil ist. Noch dazu sind die Formen der Stauräume sinnvoll gestaltet. Statt verwinkelter oder schlecht nutzbarer Fächer bekommt man bei beiden Rollern ein breites, ordentlich zugängliches Ablagefach, das sich tatsächlich gut verwenden lässt.
Unterm Strich ist dieser Punkt daher ziemlich ausgeglichen. Der NIU hat beim offenen Handschuhfach leichte Vorteile, insgesamt bieten aber beide Roller einen gut nutzbaren Stauraum, der im Alltag absolut überzeugt.
Technische Lösungen komprimieren die Ergonomie
Bei der Ergonomie haben beide Roller mit einer ähnlichen Grundproblematik zu kämpfen, wobei der NIU NQiX 500 diese im Alltag etwas besser löst als der Zero LS1. Der Grund dafür liegt in beiden Fällen bei den Akkus unter dem Trittbrett. Diese Bauweise bringt fahrdynamische Vorteile mit sich, weil der Schwerpunkt niedrig bleibt, sorgt aber gleichzeitig dafür, dass die Trittbretter höher ausfallen als bei klassischen Verbrenner-Rollern.
Die Folge: Die Füße stehen höher, die Knie wandern weiter nach oben und das gesamte Sitzgefühl wird kompakter. Beim NIU ist das noch recht gut gelöst, weil die höhere Sitzbank etwas mehr Luft im Kniewinkel schafft. Die Sitzhöhe liegt hier bei 810 Millimetern, beim Zero sind es 780 Millimeter. Ganz frei von Einschränkungen ist aber auch der NIU nicht, denn bei vollem Lenkeinschlag kommt man mit den Beinen durchaus in Kontakt mit dem Lenker.
Beim Zero LS1 fällt dieser Punkt während der Fahrt spürbar stärker auf. Durch die niedrigere Sitzhöhe wirkt das Sitzdreieck insgesamt enger, und genau das macht den Roller ergonomisch etwas weniger entspannt. Selbst mit 1,75 Meter Körpergröße kann man sich auf dem Zero schon fast ein wenig zu groß fühlen. Es fehlt einfach etwas Raumgefühl, das gerade im Stadtverkehr oder bei häufigem Rangieren schnell auffällt.
Dabei wäre die Lösung wahrscheinlich gar nicht so kompliziert: Eine etwas stärker aufgepolsterte oder höher aufgebaute Sitzbank könnte dem Zero hier deutlich helfen. Vielleicht ist das ein Punkt, den Zero bei einem künftigen Update noch nachbessert. Stand jetzt gilt jedenfalls: Beide Roller haben ergonomisch mit der hohen Trittbrettlinie zu kämpfen, der NIU bekommt dieses Thema aber etwas besser in den Griff.
Display, Bedienung und Konnektivität
Beim Thema Display, Bedienung und Konnektivität gehen Zero und NIU sehr unterschiedliche Wege. Der Zero LS1 wirkt in diesem Bereich eher konservativ. Das Display ist schlicht gehalten, die Bedienung über die Schaltereinheiten am Lenker funktioniert zwar, fühlt sich aber teilweise etwas langwieriger an. Man kann das durchaus positiv sehen: Zero reduziert das Ganze stark aufs Wesentliche. Angezeigt werden die wichtigsten Informationen wie Tempo, Reichweite und Rekuperation, viel mehr aber auch nicht. Das hat natürlich einen gewissen Vorteil. Man wird während der Fahrt kaum abgelenkt, und im Alltag braucht es oft tatsächlich nicht viel mehr als genau diese Basisinformationen. Der größte Kritikpunkt am Zero-Display ist allerdings seine dunkle Darstellung. Gerade hier würde man sich wünschen, die Helligkeit weiter anheben zu können, doch diese Möglichkeit gibt es nicht.
Beim NIU NQiX 500 zeigt sich dagegen ein deutlich modernerer Ansatz. Schon die App-Anbindung ist hervorragend gelöst. Das Fahrzeug lässt sich komfortabel mit der NIU-App verbinden, und viele Einstellungen können direkt über die App angepasst werden. Das funktioniert im Alltag wirklich sehr gut und gibt dem Fahrer deutlich mehr Möglichkeiten, den Roller auf die eigenen Vorlieben abzustimmen.
Auch das Display selbst liefert mehr Informationen und wirkt insgesamt moderner. NIU setzt hier auf ein 5-Zoll-TFT-Farbdisplay, außerdem gibt es Bluetooth, OTA-Updates, Smart Lock und mit dem 2026er-Update sogar Turn-by-Turn-Navigation. Insgesamt ist das NIU-System einfach verspielter, vielseitiger und technischer ausgefeilter. Man merkt, dass NIU auf der Software-Seite mehr Mut gezeigt und aus dem Roller mehr herausgeholt hat als Zero. Genau dadurch wirkt der NQiX 500 in diesem Kapitel klar zeitgemäßer.
Wie lebt es sich mit den Rollern? Laden und Alltag
Im Alltag unterscheiden sich Zero LS1 und NIU NQiX 500 weniger stark, als es einzelne Kapitel vielleicht vermuten lassen. Beide Roller bieten ein praxistaugliches Akkukonzept, denn bei beiden Modellen lassen sich die Akkus herausnehmen oder direkt im Fahrzeug laden.
Auch bei den Ladezeiten liegen alltagstaugliche Werte an: Der Zero LS1 lädt standardmäßig in 2,8 Stunden von 20 auf 80 Prozent beziehungsweise in 4,5 Stunden von 0 auf 90 Prozent, mit optionalem Schnellladen sogar in 1,6 Stunden von 20 auf 80 Prozent und 2,6 Stunden von 0 auf 90 Prozent. Der NIU NQiX 500 gibt 3 Stunden bei einem Akku beziehungsweise 6 Stunden bei zwei Akkus an, Schnellladen ist ebenfalls verfügbar. Schon daran sieht man: Beide Konzepte sind auf den Alltag ausgelegt und machen das Leben mit einem Elektroroller angenehm unkompliziert.
Charakterlich gehen die beiden Fahrzeuge aber klar in unterschiedliche Richtungen. Der Zero LS1 ist eher der fahrdynamische Roller. Er liegt sehr stabil auf der Straße, fährt präzise, wirkt harmonisch und zieht seine Linie sauber durch die Kurve. Gleichzeitig bleibt er eher oldschool in seinem Auftreten. Er ist nicht verspielt, drängt sich nicht in den Vordergrund und meldet sich auch akustisch nicht ständig zu Wort. Der Zero ist eher der ruhige, elegante und unaufgeregte Elektroroller – einer, der gut aussieht, im Straßenbild angenehm unauffällig bleibt und einfach funktioniert.
Der NIU NQiX 500 ist dagegen das extrovertiertere Gegenstück. Er wirkt moderner, verspielter und in manchen Momenten fast schon ein wenig verrückt. Er gibt mehr akustische Rückmeldungen, bietet über die App viele zusätzliche Einstellmöglichkeiten und erlaubt sogar Dinge wie Custom Sounds oder das Abspielen von Musik über den Fahrzeuglautsprecher. Der NIU ist damit klar der Roller für alle, die sich über smarte Features, Individualisierung und einen etwas auffälligeren Auftritt freuen.
Fazit – ist NIU noch immer die Benchmark?
Bleibt am Ende also die entscheidende Frage: Ist der NIU NQiX 500 noch immer die Benchmark in der elektrischen A1-Klasse?
Meine Antwort darauf lautet: Ja – aber nicht für jeden.
Dieser Vergleich zeigt sehr gut, dass sich die beiden Roller weniger über gut oder schlecht unterscheiden, sondern vielmehr über ihren Charakter. Wer einen eher schlichten, eleganten und fahrdynamisch sehr ausgewogenen Elektroroller sucht, der nicht permanent mit Features um Aufmerksamkeit ringt, wird mit dem Zero LS1 sehr glücklich werden. Der Zero ist der ruhigere, zurückhaltendere Roller. Er funktioniert unkompliziert, wirkt hochwertig und überzeugt vor allem mit seinem stabilen, harmonischen Fahrverhalten.
Ich persönlich schätze beim NIU NQiX 500 aber vor allem die App-Funktionen sehr. Normalerweise bin ich gerade bei Motorrädern nicht unbedingt jemand, der auf App-Anbindung besonderen Wert legt. Beim NIU ergibt das Gesamtpaket aber tatsächlich Sinn. Man kann viele Fahrzeugeinstellungen direkt anpassen, das Smartphone per Bluetooth als Schlüssel verwenden, und der Roller erkennt, wenn man sich nähert oder entfernt. Gerade bei einem so zukunftsorientierten Antriebskonzept wie der Elektromobilität passt diese Form der Konnektivität für mich einfach sehr gut ins Gesamtbild – vorausgesetzt natürlich, sie funktioniert nicht nur auf dem Papier, sondern auch im Alltag. Und genau das tut sie beim NIU.
Oder anders gesagt:
Der NIU NQiX 500 ist für mich weiterhin die Benchmark, weil er das modernere, vollständigere und im Alltag durchdachtere Gesamtpaket bietet.
Der Zero LS1 ist aber alles andere als ein Verlierer – sondern eher die Alternative für all jene, die beim Elektroroller weniger Digitalspielerei und dafür mehr fahrdynamische Ruhe und Understatement suchen.
Fazit: NIU NQiX 500 2026
Mit durchdachtem Stauraum, moderner Technik und stabiler Fahrleistung erfüllt der NQiX 500genau die Anforderungen, die urbane Pendler:innen an ein Zweirad stellen. Besonders überzeugend sind das stimmige Bedienkonzept, die App-Funktionen und das ausgereifte Fahrverhalten. Schwächen wie das hohe Trittbrett für größere Personen sind im Gesamtbild verzeihlich.- Fairer Preis
- 100 km/h Spitze plus 120 km/h Boostfunktion
- Zwei entnehmbare Akkus mit schneller Ladezeit
- Großer Stauraum – sogar für einen Integralhelm
- Hervorragende App-Integration mit echten Alltagsfunktionen
- Gute Verarbeitung und ruhiger Fahrbetrieb
- Stabiles Fahrverhalten dank tiefem Schwerpunkt
- ABS serienmäßig
- Hohes Trittbrett - für große Fahrer:innen eher unbequem
Fazit: Zero LS1 2026
Der Zero LS1 ist ein gelungener erster Aufschlag von Zero im Elektroroller-Segment. Besonders stark ist sein Fahrverhalten: Dank tiefem Schwerpunkt, zentralisierter Massen und sauberer Abstimmung fährt sich der LS1 überraschend dynamisch, stabil und für einen A1-Roller sogar richtig unterhaltsam. Dazu kommen ein cleveres Akkukonzept, sehr gute Reichweitenwerte und hohe Alltagstauglichkeit, zumindest mit zwei Akkus und vollem Stauraum. Schwächen zeigt sich der Roller vor allem beim zu dunklen Display, bei der nicht ganz idealen Ergonomie für größere Fahrer und beim etwas fummeligen Ausbau der Akkus. Insgesamt bringt Zero aber einen bemerkenswert ausgereiften und ernstzunehmenden Elektroroller auf den Markt, der vor allem Fahrer anspricht, die ein unauffälliges, praktisches und zugleich fahrdynamisch überzeugendes Elektrofahrzeug suchen.- überraschend dynamisches und stabiles Fahrverhalten
- tiefer Schwerpunkt und zentralisierte Massen wirken spürbar positiv
- hohe Reichweite, besonders mit optionalem drittem Akku
- großer und gut nutzbarer Stauraum mit zwei Akkus
- Vollvisierhelm passt unter die Sitzbank
- Akkus herausnehmbar und auch im Fahrzeug ladbar
- ABS und abschaltbare Traktionskontrolle serienmäßig
- alltagstaugliche Höchstgeschwindigkeit
- Display bei Sonneneinstrahlung zu dunkel
- Bedienung des Displays nicht besonders intuitiv
- Ergonomie durch hohes Trittbrett und niedrige Sitzbank etwas eingeengt
- Akkuentnahme wegen knapper Öffnung etwas fummelig
FAQ zu Zero LS1 2026
Bericht vom 05.05.2026 | 13.031 Aufrufe