KTM 890 Duke R vs Yamaha MT-09 SP

Duell der 900er Edelnakeds! Welche ist besser?

In der Tat sind sich die beiden Motorräder sehr ähnlich. Eher aufrechte Sitzposition, goldrichtig dimensionierte Leistung und hochwertige Komponenten. Die Yamaha MT-09 SP gegen die KTM 890 Duke R.

Es gibt wohl keinen besseren Vergleichstest! Gleichzeitig aber vermutlich auch keinen anspruchsvolleren. Die KTM 890 Duke R und die Yamaha MT-09 SP sind sich wirklich sehr ähnlich. Grundsätzlich werden Interessenten einer MT-09 SP auch eine 890er Duke R lieben und umgekehrt. Beide Motorräder sind besonders freche Protagonisten in der Nakedbike Kategorie. Beide Bikes bieten eine eher aufrechte Sitzposition in Kombination mit einem herzerwärmenden und quirligen Aggregat. Beide Bikes sind die Edelvariante eines ohnehin schon guten Basismodells. Beide Modelle sind das Ergebnis von Erfahrung und Perfektion und befinden sich in der Blüte ihres Modellzyklus. Die Entscheidung ist schwer, doch glücklicherweise gibt es kleine Unterschiede.

Vergleich KTM 890 Duke R vs Yamaha MT-09 SP

Lassen wir uns zuerst einen Blick auf die technischen Daten der beiden Motorräder im Vergleich werfen. Der KTM 890 Duke R mit ihrem 890 ccm 2-Zylinder-Motor steht die Yamaha MT-09 SP mit ihrem 3-Zylinder-Motor mit 889 Kubik gegenüber. Das maximale Drehmoment der 890 Duke R von 99 Newtonmeter bei 7.750 Touren ist am Papier durchaus vergleichbar mit den 93 Nm Drehmoment bei 7.000 Umdrehungen bei der MT-09 SP. Das Aggregat der KTM leistet 121 PS , der Motor der Yamaha liefert 119 PS ab. Doch klarerweise sind diese feinen Unterschiede bei den technischen Daten nicht spürbar. Im Sattel nimmt man viel mehr den unterschiedlichen Charakter der Motoren wahr.

Der Motor der KTM präsentiert sich im Drehzahlkeller etwas quirliger und drehfreudiger. Der Zweizylindermotor hängt geradezu gierig um Gas und zerrt vom Stand weg sehr sportlich an den Lenkerenden. Oben raus läuft das Aggregat etwas rauer als der geschmeidigere Dreizylinder von Yamaha. Dieser punktet bei den eher schnelleren Passagen mit mehr Laufruhe. Zusätzlich dazu ist das einen Hauch trägere Aggregat der Yamaha in den Radien auch leichter zu dosieren. Die KTM präsentiert sich beim Motor einen Ticken brutaler, wilder und rauer. Der Motor der Yamaha fühlt sich im Sattel jedoch ebenfalls super spaßig und sportlich an, bietet aber den universelleren Charakter für einen noch breiteren Einsatzbereich.

Preisvergleich Yamaha MT-09SP vs KTM 890 Duke R

Beim Preisvergleich hat man bei der KTM 890 Duke R zumindest etwas mehr Auswahl. Das Motorrad kam bereits 2020 auf den Markt und hat nichts von seiner Konkurrenzfähigkeit eingebüßt. Sämtliche Komponenten sind top aktuell und können locker mit der nagelneuen 2021er MT-09SP mithalten. Diese ist in der Praxis doch deutlich besser als das Vorgängermodell und die günstigen Alternativen am Gebrauchtmarkt können mit den aktuellen Bikes einfach nicht mehr mithalten. Beide Motorräder waren irgendwann mal in der sogenannten Mittelklasse daheim. Doch in Sachen Preis und Fahrleistungen sind sie dieser Klasse längst entflohen.

Gewicht KTM 890 Duke R und Yamaha MT-09 SP

Der Charakter vom Motor passt bei beiden Motorrädern gut zum Gesamtkonzept. Hier wiederholt sich der Eindruck den der Gasgriff vermittelt. Die KTM ist radikal leicht und fährt auch so. Es ist unglaublich wie viel Leistung und Ausstattung in diesem Motorrad steckt. Die unbestechliche 1000PS Waage ermittelte 185,5 kg fahrfertig und 100% vollgetankt für die KTM 890 Duke R. Verstärkt wird dieses spielerische Handling auch noch durch die sehr sportlichen Michelin Power Cup Pneus welche serienmäßig montiert sind. Die Maschine wird damit zum Kurvenräuber und Radienkiller. Sie wirkt jedoch auch immer etwas nervös und könnte weniger routinierte Piloten überfordern. Doch deutlich zugänglicher ist die Yamaha MT-09 SP. Sie darf getrost als besserer Kompromiss bezeichnet werden. Sie verliert beim Handling ein paar Prozentpunkte ist aber harmonischer, einfacher und komfortabler zu fahren. Beide zaubern Dir ein fettes Grinsen ins Gesicht, die KTM wirkt insgesamt frecher, die Yamaha dafür ausgewachsener und universeller. Die Yamaha wiegt 192 kg. Verstärkt wird das Gefühl für das höhere Gewicht durch den 3-Zylinder und durch den guten universellen Pneu von Bridgestone: Den S 22! Man vertraut der Front sofort und kann einfach und präzise Geschwindigkeit und Schräglage steigern. Die Maschine wirkt einen ticken weniger agil, dafür jedoch harmonischer und spendet mehr Vertrauen.

Elektronik im Vergleich: KTM vs Yamaha

Das Display der Yamaha MT-09 ist "nett". Grundsätzlich verrichtet es seine Aufgaben zuverlässig und man hat die Elektronik und die Funktionen gut im Griff. Mapping und Traktionskontrolle lassen sich jederzeit rasch am linken Lenkerende anpassen und man ist grundsätzlich zufrieden. Doch im direkten Vergleich mit der KTM wirkt das Teil ein wenig kümmerlich. Verstärkt wird dieser etwas mickrige Eindruck von der ohnehin stark polarisierenden Front samt lieblos montierter Hupe. Das trübt ein wenig den insgesamt sehr hochwertigen Gesamteindruck. Denn ansonsten entdeckt man an der Yamaha viele schöne Details. Die Schwinge wirkt edler als das funktionelle Teil an der KTM. Das Lackfinish ist toll und das Öhlins-Federbein glitzert im Sonnenlicht. KTM erlaubt sich in dieser Hinsicht keine Fehler. Die Maschine wirkt aus jeder Blickrichtung sportlich, aggressiv und wie aus einem Guss. Im Sattel der Duke würde man sich jedoch an etwas hochwertigeren Schaltern erfreuen. Besonders kümmerlich präsentierte sich im Test der labbrige Schalter für die Betätigung des Blinkers. Fährt man mit der Yamaha ist man mit dem Quickshifter grundsätzlich zufrieden. Sowohl beim Rauf- als auch beim Runterschalten verrichtet er zuverlässig seinen Dienst. Doch im direkten Vergleich mit der KTM verliert er gegen den Endgegner unter den Quickshiftern. Das KTM Teil funktioniert einfach in jeder Lebenslage. Egal ob beim Bummeln in der Stadt oder beim Anrauchen am Berg - das ohnehin schon knackig sportliche Getriebe wird mit dem grandiosen Quickshifter zum herrlichen Freudenspender.

Welche kaufen? KTM 890 Duke R oder Yamaha MT-09 SP

Die guten Nachrichten: Grundsätzlich kann man nix falsch machen! Beide Motorräder werden Interessenten dieser Gattung sehr glücklich machen. Am Ende darf man sich getrost auf sein Bauchgefühl verlassen. Die aggressive Farbgebung und der sportliche Eindruck der KTM spiegeln sich im Fahrbetrieb wieder. Sie ist noch unvernünftiger als die Yamaha und verliert dadurch ein wenig beim Komfort. Die Yamaha schafft die Grätsche zwischen Unvernunft und Zugänglichkeit noch besser und spendiert auch etwas mehr Fahrkomfort. Auf der Yamaha sitzt man noch aufrechter und etwas mehr im Motorrad. Auf der KTM sitzt man eher auf dem Motorrad mit einer stärkeren Orientierung auf das Vorderrad. Am Ende wird in vielen Fällen aber die Markenvorliebe und die Verfügbarkeit entscheiden. Yamaha hat zum Saisonstart 2021 leider grobe Lieferschwierigkeiten mit sämtlichen Modellen - auch mit der MT-09 SP. Wohingegen die 2020er 890 Duke R fahrbereit in den Schauräumen der Händler auf Interessenten wartet.

Fazit: Yamaha MT-09 SP

Die Yamaha MT-09 SP basiert auf der wirklich gut gelungenen MT-09. Im Jahr 2021 ein besonders feiner Jahrgang! Doch da Upgrade legt noch eines drauf! Das hochwertige Fahrwerk sorgt für einen tollen Kompromiss aus Fahrkomfort und Sportlichkeit


  • Aufrechte, komfortable Sitzposition
  • Gut abgestimmtes Fahrwerk
  • Mappings und Traktionskontrolle sind rasch und einfach zu justieren
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Liebevolle Details
  • toll abgestimmter Motor
  • tolle Beschleunigung und viel Druck im relevanten Drehzahlbereich
  • lieblos montierte Hupe
  • kümmerliches Display

Fazit: KTM 890 Duke R

Die KTM 890 Duke R punktet mit einfachen Zutaten. Man nehme niedriges Gewicht, einen modernen Motor samt ebensolcher Fahrhilfen und am Ende noch hochwertige Bremsen und ein gutes Fahrwerk. Das Ergebnis ist vorhersehbar! Die Duke ist eine fahraktive Maschine die im Sattel viel Freude bereitet. Das niedrige Gewicht ist in jeder Lebenslage zu spüren. Ein geiles Teil!


  • Drehfreudiger und sportlicher Motor
  • Hervorragender Quickshifter
  • Tolles Elektronikpaket
  • Tolle Bremsen
  • Gutes Fahrwerk
  • Fahraktives Handling - geringes Gewicht spürbar
  • billige Knöpfe und Schalter (zb Blinkerschalter)
  • Leicht nervöse Geometrie

Bericht vom 11.05.2021 | 13.919 Aufrufe

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