Brixton Crossfire 500 - Erster Test 2020

Großer Wurf aus Österreich!

Brixton wagt den nächsten Schritt und begibt sich in die leistungsstärkere A2-Klasse. Während die junge Marke aus Krems (Niederösterreich) bisher eine maximale Kubatur von 250 ccm anbot, verdoppelt man diese Zahl für 2020 und will sich in der 48 PS Klasse etablieren. Ist es gelungen? Zonko und Horvath testen!

Die erste Präsentation auf der EICMA 2018

Es war auf der EICMA 2018, als wir die Brixton Crossfire 500 - oder BX 500, wie sie damals noch hieß - das erste Mal zu Gesicht bekamen. Ein mutiger Vorstoß, denn die junge Marke, die erst seit 2015 als Untermarke der KSR Group besteht, stütze sich bei den bisherigen Modellen zumindest motorisch auf Lizenzbauten. Doch nicht so mit der Crossfire 500 - sie ist von Grund auf im KSR-eigenen Designcenter entstanden!

Brixton Crossfire 500 Motor und Leistung

Im Herzstück der Crossfire 500 liegt besonders viel Stolz, wie uns von KSR erzählt wurde. Als erste Eigenentwicklung der Marke Brixton wurde über die letzten Jahre intensiv getestet und entwickelt - schließlich muss man in dieser Klasse gegen etablierte Marken wie Honda und Husqvarna antreten! Doch wir können Euch versichern: die Brixton Entwickler haben ihre Hausaufgaben gemacht! Der 486ccm große Reihenzweizylinder dreht mit seinen 48 PS bei 8.500 U/min freudig bis zum Drehzahlbegrenzer, denn mit einem maximalen Drehmoment von 43 Nm bei 6.750 U/min will das Aggregat auch gedreht werden. Dank dem angenehm schaltbaren 6-Gang Getriebe arbeitet man sich aber gerne durch die Gänge. So fühlt sich aktives und ehrliches Motorradfahren an! Dasselbe trifft auch auf die Fahrhilfen zu: Bis auf ein Bosch-ABS finden sich keine elektronischen Spielereien an diesem Naked Bike. Als Höchstgeschwindigkeit gibt Brixton 160 km/h an - völlig ok in dieser Leistungsklasse!

Wie laut ist die Brixton Crossfire 500?

Weil wir zurzeit täglich E-Mails von Euch dazu bekommen, muss eines angesprochen werden: Das Standgeräusch. Leider verpasst die Brixton Crossfire 500 mit ihren 96 dB Standgeräusch die Grenze von 95 dB haarscharf, doch während des Tests hat sich mal wieder gezeigt, wie lächerlich das Motorrad Fahrverbot in Tirol ist. Zwar hat der Zweizylinder einen herrlich kernigen Sound, aber ist er dabei unangenehm laut? Na absolut nicht! Aber gut, wie sagt man in Österreich so schön? "Vurschrift is Vurschrift" (Vorschrift ist Vorschrift).

Hochwertige Komponenten in der Brixton Crossfire 500

Wie ihr vielleicht schon herauslesen konntet, meint es Brixton mit der Crossfire 500 ernst. Das merkt man auch am Fahrwerk, das von Kayaba bezogen wird. Sowohl die Upside-Down-Gabel, als auch das Federbein sind einstellbar und funktionieren herrlich im Landstraßenbetrieb. Spielerisch kippt das A2 Naked Bike von Kurve zu Kurve und lässt sich dank des breiten Lenkers sehr transparent durch die Kurve dirigieren. Nur beim Anbremsen in die Kurve fehlte es Zonko an Gefühl für das Vorderrad. Doch mit dem Pirelli Angel GT als Erstausrüstung kann man die Brixton gepflegt auf die Fußraste bringen - wenn es der Straßenzustand zulässt.

Wie sitzt man auf der neuen Crossfire 500?

Kleine PilotInnen können sich freuen: Mit einer Sitzhöhe von 795 mm sitzt es sich auf der Brixton Crossfire 500 angenehm tief und die Testpiloten Zonko und Horvath (beide in etwa 1,75 m hoch) fühlten sich pudelwohl auf der gut gepolsterten Sitzbank. Am X-Tank findet man einen schönen Knieschluss und auch der Lenker befindet sich dort, wo man ihn bei solch einem Motorrad erwartet. Also kein Grund zur Beschwerde!

Die Crossfire 500 verzögert gut - auch wenn es etwas Kraft braucht

Ähnlich hochwertig geht es mit den Bremskomponenten weiter. Die Bremsanlage stammt vom spanischen Hersteller J.Juan, das ABS von Bosch und als schönes Detail verfügt die Brixton Crossfire 500 serienmäßig über Stahlflex Bremsleitungen. Eigentlich gute Voraussetzungen, doch am verstellbaren Bremshebel braucht es eine Spur zu viel Kraft, dass die 2-Kolben Bremszange die 320 mm Einzelscheibe packt. Sobald sie zupackt, stellt die Bremsleistung zufrieden, doch den Weg dahin hätte man feiner kalibrieren können.

Herrliches Design der Brixton Crossfire 500

Bereits beim ersten Konzept auf der EICMA 2018 waren wir vom Design begeistert, das trotz eigenständiger Details ein wenig an das der Husqvarna Vitpilen 401 erinnert. Da freut es uns umso mehr, dass das Design beinahe unverändert in Serie geht. Das Highlight stellt natürlich der 13,5 Liter große Tank mit seinem prägnanten X an jeder Seite dar - deshalb auch der Name Crossfire. Weitere Feinheiten sind die winzigen LED-Blinker, sowie die LED-Beleuchtung an Front und Heck, die einen modernen Touch in das sonst eher klassische Design bringen. Wem der Kennzeichenhalter am Hinterrad nicht gefällt, kann auf Wunsch auch eine Halterung am Heck bestellen, oder direkt zur Crossfire 500 X greifen.

Am Display inspirierte man sich wohl ebenso beim weißen Pfeil von Husqvarna, denn wie ihr in der Galerie sehen werdet, befindet sich auch auf der Brixton ein digitales LC-Rundinstrument, das negativ gehalten ist. Es lässt sich zwar ein wenig besser ablesen, als das vergleichbare Bauteil von Husqvarna, doch auch auf der Crossfire ist die Lösung nicht perfekt.

Brixton Crossfire 500 - Verarbeitung und Qualität

Es gibt sie noch: Leute, die Motorräder aus chinesischer Produktion verdammen. Denn auch wenn die Brixton Crossfire 500 in Krems entwickelt wurde, findet die Produktion in China statt. Spürt man in der Verarbeitung also merkbare Nachteile? Ganz einfach: Nein. Alles wirkt robust verschraubt und auch die Bedieneinheiten am Lenker haben eine solide Haptik und sind glücklicherweise deutlich schöner, als die auf der kleinen Brixton BX 125, bzw. Cromwell 125. Eine tolle Lösung fand man auch beim Schlüssel der Crossfire 500, der im zusammengeklappten Zustand an ein kleines Taschenmesser erinnert - eine Spielerei, die jungem Publikum bestimmt gefällt!

Brixton Crossfire 500 Preis und Verfügbarkeit

Ab August steht die Brixton Crossfire 500 bei den Händlern zur Verfügung. Zum Marktstart belaufen sich die Preise auf 6499 Euro für die Crossfire 500 bzw. 6849 Euro für die Crossfire 500 X in Österreich und 5999 Euro für die Crossfire 500 bzw. 6299 Euro für die Crossfire 500 X in Deutschland. Aktuelle Preise und Angebote gibt's hier: Brixton Crossfire 500 kaufen.

Die Tests weiterer Motorrad Neuheiten 2020

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Fazit: Brixton Crossfire 500

Das ist es also: Das erste Zweizylinder-Motorrad der jungen Marke Brixton. Und wir können nur sagen: Hut ab! Die Crossfire 500 ist ein starkes Statement in der A2-Klasse bis 48 PS, das sich vor der etablierten Konkurrenz nicht verstecken muss! Ein spritziger Motor, coole Optik, namhafte Produkte in Bremse und Fahrwerk, sowie eine gute Verarbeitung sind ein wohlschmeckendes Rezept für solch ein Funbike. Würde die Vorderbremse eine Spur weniger Kraft benötigen, gäbe es nur mehr die Ablesbarkeit des LC-Displays zu bemängeln. Eine echte Bereicherung dieser Leistungsklasse! Und wenn das erst der Anfang einer hoffentlich langen und erfolgreichen Brixton Geschichte ist, können wir uns noch auf Großes freuen!


  • drehfreudiger Motor
  • hochwertige Komponenten an Bremse und Fahrwerk
  • angenehm neutrales Fahrverhalten
  • natürliche Ergonomie
  • coole Optik
  • gute Verarbeitung
  • Vorderbremse bedarf an Handkraft
  • Ablesbarkeit des Displays

Bericht vom 22.06.2020 | 14.352 Aufrufe

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