KTM Duke 790 Test

KTM Duke 790 Test

Hardcore Einsatz beim Bergrennen

Das 1000PS Team startete beim Bergrennen Landshaag auf einer KTM Duke 790. Als rasender Reporter stieg 1000PS Urgestein Klaus Grammer in den Sattel. Sein letzter Einsatz am Berg endete mit einem Hubschrauberrundflug ins AKH.

Ich hatte beim Bergrennen Landshaag - St. Martin die kurze aber intensive Bekanntschaft mit der KTM 790 Duke gemacht und kann vorweg nehmen, dass es sich dabei um ein Bike handelt dessen genetische Abstammung irgendwo in den Kurven und Hügeln des Mühlviertels liegen muss.

5 mal 3,6 km sind nicht gerade viel um beurteilen zu können was in einem Motorrad steckt. Noch dazu dann nicht, wenn man ordentlich mit der Strecke und dem eigenen Selbsterhaltungstrieb zu kämpfen hat. Andererseits offenbart gerade diese Intensität der Bekanntschaft auch die wahren Werte der KTM.

KTM 790 Duke - Sagenhaftes Herzstück

Der Motor hat ordentlich Dampf im Kessel und ich glaube KTM die versprochenen 105PS aufs Wort, denn ansonsten wäre der Top Speed mit gut 230 km/h Richtung St. Martin nicht zu machen. Ansprechverhalten und Leistungscharakteristik sind ebenfalls tadellos (elektronische Einstellung „Track“). Diese Eigenschaften sind im Fahrbetrieb oftmals wichtiger als die schiere Leistung, weil gerade der Übergang vom Schiebe- in den Lastbetrieb bei großer Schräglage über Pokal oder Hospital bei der Frühschoppenausfahrt im Mühlviertel eine entscheidende Rolle spielt.

Zur Bremse ist nicht viel zu sagen - Bremswirkung und Dosierbarkeit sind meiner Meinung nach tadellos. Speziell die lineare Wirkung der Bremsanlage - sowohl hinten wie auch vorne - ist ein Garant für ein unfallfreies Kuhfladen-Ausweichmanöver oder bei der Anpassung der Geschwindigkeit an eine sich immer enger zuziehende Kurve.

KTM 790 Duke - Fahrwerk gut genug für die Straße - aber auch fürs Rennen?

Bei Fahrwerk wurde offensichtlich etwas der Rotstift angesetzt. Eine Gabel die keine Verstellmöglichkeiten aufweist und ein Federbein bei dem nur die Federvorspannung einstellbar ist, ist eigentlich nicht „Ready to Race“! Im Zuge meiner mühevollen Suche nach einer guten Zeit bei Bergrennen war mir die Abstimmung der Gabel etwas zu weich und ein entsprechende Anpassung technisch nicht möglich. Allerding gehe ich davon aus, dass im normalen Straßenverkehr die Grundabstimmung passen wird.

KTM 790 Duke - Lasst sie wheelen!

Die elektronischen Möglichkeiten auf das Fahrverhalten einzugreifen sind mannigfaltig, aber ich empfehle ganz klar die Einstellung „Track“. Nicht nur weil es die direkte Gasannahme entsprechenden Vortrieb liefert sonder hauptsächlich deswegen, weil die unmittelbare Verbindung zum Hinterrad auch für Kontrolle und Sicherheit sorgt. Die schier unzähligen elektronischen Einstellmöglichkeiten habe ich nicht genutzt und einen Wheelie soll man nicht „kastrieren“ sondern generieren!

Grundsätzlich halte ich mich bei der Beurteilung optischer Qualitäten eher zurück, aber die 790 Duke gefällt mir wirklich gut und das sportliche Design unterscheidet sie ganz wesentlich von ihren oft biederen Mitbewerbern. Da fährt auch das „Auge“ mit.

Rennreifen fürs Bergrennen

Für das Bergrennen kamen die neuen Supersportreifen von Bridgestone zum Einsatz. Der R11 ist zwar für die Straße zugelassen, benötigt jedoch Reifenwärmer und hat abseits vom Bergrennen nix auf der Straße verloren. Hier in Landshaag bot der Reifen jedoch präzises Handling, tolle Traktion und guten Grip.

Ergonomisch ist die Duke für unübersichtlichen Kurven und gegebenenfalls überraschend auftauchenden Traktoren bestens vorbereitet. Der Fahrer sitzt sportlich entspannt mit voller Übersicht auf dem Bike - das gibt dir die Möglichkeit jederzeit Herr der Lage zu sein und entsprechend agieren zu können. Genau diese Eigenschaft generiert Fahrfreude und Sicherheit gleichermaßen und macht die 790er zu einer echten Mühlviertel-Rakete.

Die 1000PS Crew beim Bergrennen Landshaag

Die 1000PS Crew vor Ort gab ebenfalls alles. Juliane fuhr als rasende Reporterin Samstag morgens hin und am Sonntag spätabends wieder heim. Am Montag wurde bis 23:00 Uhr das Video geschnitten (übrigens das erste Video welches Juliane geschnitten hat). Das rasende Trio vor Ort zeigte ebenfalls großartigen Einsatz. Der langjährige 1000PS Mitarbeiter Klaus Grammer fuhr zwar schon viele Jahre nicht mehr „am Berg“, brachte aber trotzdem wertvolle Erfahrung ins Team. Snowboard Profi Benjamin Karl hat Erfahrung am Motorrad und man spürte sofort, dass echtes „Racer“ Blut in ihm fließt. Supermoto-Fahrer Erwin Grubmüller komplettierte das engagierte und richtig leiwande 1000PS Team. Danke für euren Einsatz. Besser hätte man 1000PS vor Ort nicht vertreten können - ehrlich, gut gelaunt und top motiviert. Danke!

Den Sieg in der Duke 790 Klasse eroberte das pfeilschnelle „motorradreporter.at“. Team. Sieger der Herzen war für uns jedoch das Team rund um „krone.at“ Reporter Stephan Schätzl. Stephan fuhr noch nie ein Motorradrennen und schickte trotzdem keinen Rennfahrer an den Start welche mir der Redaktion nix am Hut hat - nein er stieg selbst in den Sattel. Hut ab vor der Leistung!

Fazit: KTM 790 Duke

Die KTM 790 Duke begeistert durch gutes Handling und einen überraschend kräftigen Motor. Das Design polarisiert, ist frech und passt perfekt zum Motorrad. Das Fahrwerk ist im normalen Straßenbetrieb gut genug, aber für ernsten Renneinsatz nicht “ready to race”. Insgesamt passt das Preis / Leistungsverhältnis jedoch - denn die Ausstattung der Maschine ist ansonsten komplett.

1
Vorteile
  • kräftiger Motor, mächtige Optik, umfangreiches Elektronikpaket, In Sachen Speed kann sie überraschend lange mit den großen Powernakeds mithalten, gute Bremsen
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Nachteile
  • Fahrwerk bietet für Renneinsatz zu wenig Einstellmöglichkeiten

Bericht vom 03.05.2018 | 19.078 Aufrufe

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