Suzuki GSX-R 125 Test 2017

Suzuki GSX-R 125 Test 2017

Track Test der kleinsten Gixxer aller Zeiten

Die Gixxer-Familie bekommt Nachwuchs in der Achtelliter-Klasse. Nachdem die 600er und 750 GSX-R Euro4 zum Opfer gefallen sind, setzt Suzuki die Leistung niedriger an und bedient mit der GSX-R 125 die A1-Führerscheinklasse. Wie es sich für einen echten Supersportler gehört, findet die Präsentation auf einer Rennstrecke statt - nämlich dem Silverstone Circuit. Zumindest fast..

Seit Mitte der 1980er besteht die Suzuki GSX-R Familie. Begonnen mit der GSX-R 750, kam später noch eine 600er und natürlich die GSX-R 1000 hinzu. Zwar hat es nur die 1 Liter Variante bis 2017 geschafft, dafür gelten alle Modelle als beliebte Supersportler in den Gebrauchtbörsen. Trotz der wachsenden Zahl an 125ccm Supersportlern, hat sich Suzuki noch nicht in diese Klasse getraut. Bis jetzt. Am Stowe Circuit, inmitten der Silverstone MotoGP Strecke konnten wir uns von der kleinen Gixxer überzeugen.

Weitere Supersportler in der A1-Klasse

Niedrigstes Gewicht der Klasse – 134 kg

Wenn die Leistung der A1-Führerscheinklasse schon auf 15 PS begrenzt ist, muss beim Gewicht gespart werden. Deswegen wurde am Zeichenbrett der Suzuki Ingenieure alles gegeben, um das niedrigste Gewicht der Klasse zu erzielen. Mit 134 kg fahrbereit liegt das Gewicht der GSX-R 125 um ganze 8 Kilogramm unter der nächsten Konkurrentin, der Yamaha YZF-R125. In dieser Klasse kein zu unterschätzender Unterschied. Politiker dieser Welt sollten sich Rat von Suzuki Ingenieuren holen, denn der Sparstift wurde hier konsequent verwendet. Dank neuem Rahmen, Felgen und einer extra leicht konzipierten Verkleidung wurde das Gewicht in Grenzen gehalten.

Ein Gewicht von 134 kg klingt nicht nur am Papier sehr gut, sondern wird auch in der Praxis geschätzt. Selten ist mir das Rangieren so einfach gefallen, dass ich prüfen musste, ob der 11 Liter große Tank nicht leer war. Das Ergebnis: selbst mit 75% vollem Tank wird das Wenden zum Kinderspiel. Auch auf der Rennstrecke ist man über jedes fehlende Kilo dankbar. Durch enge Passagen lässt sich die Suzuki GSX-R 125 flink wedeln und in der Kurve wirkt sie alles andere als träge.

Wer hätte gedacht, dass 125ccm so viel Spaß machen? Auf dem Stowe Circuit inmitten der Silverstone Moto GP Strecke testen wir den neuen A1 Supersportler von Suzuki. Die GSX-R 125 will mit kräftigem Durchzug und geringem Gewicht der Konkurrenz das Fürchten lehren.

Lineare Leistungsentfaltung aus 15 PS

Wie die meisten Konkurrenzmodelle verwendet die Suzuki GSX-R 125 einen flüssigkeitsgekühlten Einzylinder mit doppelt oberliegender Nockenwelle. Die Leistung liegt bei 15 PS und 11,5 Nm Drehmoment, das legale Maximum in der A1-Führerscheinklasse. Um für kräftigen Durchzug zu sorgen, wurden eine Drosselklappe mit 32mm Durchmesser verbaut und die Airbox mit einem Volumen von 4,3 Liter bemessen. Dadurch werden lineare Beschleunigungswerte über das gesamte Drehzahlband erreicht, laut Suzuki die schnellsten der Klasse.

Auf dem 1,7 Kilometer langen Stowe Circuit, der aus einer Mischung aus kurzen Geraden, engen Wechselkurven und langen Linkskurven besteht, ist die GSX-R 125 genau richtig dimensioniert. Mehr Leistung wäre auf diesem Kurs wahrscheinlich langweilig. Klingt verrückt, oder? Doch mit 15 PS unter dem Allerwertesten lernt man wieder richtig Motorrad fahren. Wer zu früh bremst oder die Ideallinie um ein paar Zentimeter verfehlt, verliert wichtiges Tempo, die durch die geringe Leistung nur schwer aufgeholt werden kann. Hier ist echtes Fahrkönnen und Mut gefragt. Unglaublicher Spaß mit vergleichsweise wenig Leistung.

Bremsen und Fahrwerk Suzuki GSX-R 125

Betrachtet man die sportlich gelungene Optik, mag man schnell vergessen, dass man es hier mit der kleinsten Gixxer aller Zeiten zu tun hat. Ein Blick auf das Vorderrad bringt die Glücksgefühle aber zurück auf den Boden der Realität. Eine schmale Einzelscheibe mit 290mm Durchmesser und Bosch ABS verzögert die 134kg schwere Suzuki, im Heck arbeitet eine 190mm große Scheibe. Ebenfalls schmal bemessen ist der Vorderreifen. Mit einer Dimension von 90/80-17 setzt man sich in der Breite bewusst unter die Konkurrenz, die mit 100er oder sogar 110er Reifen ausgestattet ist. Damit generiert man optisch nicht nur ein schmäleres Profil, sondern verleiht der GSX-R 125 auch ein sehr agiles Fahrverhalten.

Auf dem engen Stowe Circuit haben sich die Komponenten als sehr zuverlässig erwiesen. Der Dunlop D102 sorgte selbst nach zwei Stunden ununterbrochenen Rennstreckeneinsatz für massiven Grip und auch die Vorderbremse hat keinerlei Fading aufgewiesen. Einzig das straff abgestimmte Fahrwerk hat während den ersten paar Turns für Unsicherheit gesorgt. Die Telegabel mit 31mm Durchmesser schafft es leider nicht, ein transparentes Gefühl für das Vorderrad zu bieten. Erst nach einigen Runden und langsamen Herantasten wusste ich, wie viel Schräglage ich der Front zumuten konnte.

Ist die Suzuki GSX-R ein echter Supersportler?

Ja, denn die Sitzposition steht der von deutlich stärkeren Supersportlern nichts nach. Die Lenkerstummeln sind tief befestig (10cm niedriger als die GSX-S 125) und bieten echtes Renngefühl. Auch der Kniewinkel befindet sich in Superbike-Terrain und könnte vielleicht als zu radikal gesehen werden. Denn in Wahrheit werden wahrscheinlich die wenigsten GSX-R 125 Besitzer ihre Maschine auf der Rennstrecke bewegen. Will man aber echtes MotoGP Feeling, ist man hier genau richtig.

Etwas freundlicher wurde die Sitzhöhe gestaltet. Mit einer Höhe von 785mm ist die Suzuki GSX-R 125 selbst für die kleinsten Piloten geeignet und bietet einen sicheren Stand an der Ampel. Passend zum Supersport-Thema wurde der Fahrersitz ebenfalls straff gepolstert, wodurch Schläge direkt an den Fahrer weitergeleitet werden. Aber wer ein sportliches Bike will, muss eben ein bisschen leiden.

Aufgeräumtes Display auf der GSX-R 125

Das LCD-Display der Suzuki GSX-R 125 überzeugt mit seiner leichten Ablesbarkeit und der Fülle an Informationen, die es dem Fahrer zuspielt. Neben Drehzahlmesser, Gang- und Tankanzeige, sowie zwei Tripzählern, leuchtet kurz vor dem Drehzahlbegrenzer ein Schaltblitz auf – ein Plus auf jedem Supersportler.

Auch ein Blick auf die Verbrauchsanzeige wird glücklich stimmen. Suzuki gibt den Verbrauch der GSX-R 125 mit 2,3 l/100km an, was in Kombination mit dem 11 Liter großen Tank zu einer Reichweite von circa 450km führen sollte. Auf der Rennstrecke haben wir diese Werte selbstverständlich nicht erreicht. Trotzdem hat sich das Trinkverhalten der Gixxer nach einem Tag Vollgas auf knapp unter 4 Liter eingependelt. So einen verbrauchsarmen Trackday erlebt man selten.

Echte Gixxer Optik für Führerscheinneulinge

Dass sich über Geschmack nicht streiten lässt, brauche ich wohl nicht erwähnen. Trotzdem lässt sich mit Recht behaupten, dass die Optik der Suzuki GSX-R 125 durchaus gelungen ist. Inspiriert von der großen Schwester GSX-R 1000, wurde die Verkleidung im Windkanal entwickelt, um möglichst wenig Luftwiderstand zu bieten. Dadurch wurde der GSX-R 125 ein wahnsinnig schmales Profil verschafft, dass sich (wie bereits erwähnt) nicht nur in der Front bemerkbar macht, sondern auch am hübsch geformten Tank. Alles wirkt klein und schmal, wodurch man die 125er Gixxer noch einfacher in die Schräglage wirft.

Gleichzeitig wurde der Auftritt in dem Ausmaß belassen, dass man sie als Teil der GSX-R Familie erkennt. Vor allem in der MotoGP Replica Lackierung kommen keine Zweifel auf, dass es sich bei diesem Supersportler um eine Gixxer von Suzuki handelt. Für den unauffälligen Look wurde aber auch gesorgt, die Suzuki GSX-R 125 ist auch in den Farben Schwarz und Weiß erhältlich.

Fazit: Suzuki GSX-R 125

Der Horvath

DER HORVATH

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Die Suzuki GSX-R 125 ist ein echter Supersportler, nur eben etwas kleiner. Die Leistung von 15 PS beschleunigt die Gixxer dank dem niedrigen Gewicht von 134 kg flott Richtung Horizont. Auch fahrdynamisch wirkt sich das klassenniedrigste Gewicht positiv aus, die GSX-R 125 lässt sich spielerisch von Kurve zu Kurve werfen. Erst wenn es sehr flott voran geht, wünscht man sich mehr Gefühl für das Vorderrad.

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Vorteile
  • niedriges Gewicht
  • lineare Beschleunigung
  • auf dem richtigen Rennkurs sehr potent
  • tolles Design
  • LED Scheinwerfer
  • leicht abzulesendes Display
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Nachteile
  • wenig Gefühl für das Vorderrad
  • Fahrwerk für den Alltag zu straff abgestimmt

Bericht vom 31.08.2017 | 3.866 Aufrufe

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