Schottertour: Triumph Tiger 800 Xcx Test 2016

Die 1000PS-Redaktion mit Power-Alex, K.OT und Vauli Offroad

Es ist ein schweres Los, aber eines zieht es immer. Als Motorrad-Packesel bei unseren Vergleichstests muss man meist mehr leisten als alle anderen. Diesmal musste die Kleinste dran glauben.

K.OTS Meinung zur Triumph Tiger 800 XCx:

Auf der Straße spürst du jedes Kilo, im Gelände jedes Gramm. Das gilt nicht nur für den eigenen Körper, sondern besonders für das Motorrad unter ihm. Deshalb fühlen sich 800er noch leichter an und lassen sich entsprechend bewegen, als es der Gewichtsunterschied am Papier vermuten lassen würde. So war es kein Problem, dass die von uns getestete Tiger 800 Xcx mit dem Alu-Kofferset bestückt und unserem gesamten Kamerazeug vollgepumpt war. Eine ist halt immer der Lastesel, wird aber vor keiner Sonderprüfung verschont. Drei Zylinder und weniger Hubraum als die anderen Modelle im Test verlangen nach mehr Drehzahl, was mit steigendem Schwierigkeitsgrad im Offroad zunehmend nervig wird. Im Gelände braucht man einen Traktor, keinen Rasenmäher. Die Tiger liegt zwar leistungsmäßig mit der Africa Twin gleich auf, braucht aber mehr Drehzahl und hat um 20% weniger Drehmoment zur Verfügung.

Das merkt man bei jedem Aufstieg und an jedem Engpass. Man muss konzentrierter fahren, öfter den Gang wechseln und auf die Drehzahl achten. Das erfordert in kniffligen Passagen mehr Feingefühl und am Ende auch mehr Fahrkönnen, selbst wenn das Handling besser ist. Die Elektronik, die auch auf den Einsatz abseits befestigter Straßen auf losem Untergrund abgestimmt werden kann (ABS hinten aus, Traktionskontrolle lässt Drifts zu), ist dagegen eine gewinnbringende Hilfestellung auf schnellen Schotterpassagen. Die Sitzhöhe ist mit 840 bis 860 mm ganz ordentlich und könnte kleineren Fahrern Mühe bereiten, weshalb Triumph auch eine Version Low-Variante mit nur 790 bis 810 mm anbietet.

Insgesamt stehen 8 Ausstattungsvarianten zur Auswahl, die um weitere Teile aus dem Zubehörsortiment erweitert werden können. Dass die Tiger 800 als Kleinste eigentlich die schwerste Aufgabe bei unserem Vergleich übernehmen musste und trotzdem tapfer mitgehalten hat, ehrt sie sehr. Man kann ihr durchaus attestieren, in beiden Welten - auf und abseits der Straße - zu Hause zu sein. Wer gerne im Drehzahlkeller umrührt und sich untertourig über Stock und Stein tragen lässt, wird mit ihr nicht glücklich werden. Doch über Schotterpisten und Waldstraßen, wo sie etwas mehr Auslauf hat, ist die Wildkatze eher Jäger als Gejagter.

Vaulis Meinung zur Triumph Tiger 800 XCx:

Nimmt man es ganz genau, ist das Grundgerüst der Triumph Tiger 800 XC bereits seit 2010 auf dem Markt - und somit nicht unbedingt die modernste Reiseenduro der Mittelklasse. So weit so gut für alle Nörgler und scharfen Kritiker. In Wahrheit ist es aber nicht immer ein Fehler, nach fünf Jahren ein beliebtes und zweifellos gelungenes Konzept völlig über den Haufen zu werfen - die Tiger 800 XCx, die 2015 als neue Spielart der Tiger 800 XC auf den Markt kam und mit stark verbesserten Elektronik-Features auftr(i)umpht, bringt Abwechslung in ihr Segment.

Das liegt vor allem an diesem, dank Yamaha und MV Agusta zwar nicht mehr ganz so einzigartigen, dafür aber umso besseren Dreizylinder-Triebwerk. 799 Kubik reichen für 95 PS und 79 Newtonmeter Drehmoment - brave, normale Werte, die, wie so oft zeigen, dass man die Tiger 800 XCx fahren muss, um sie zu schätzen. Denn gerade bei der kleinen Tiger macht der Murl in Kombination mit dem gut funktionierenden Ride-by-Wire-System schon von unten akzeptablen Druck und dreht oben kraftvoll aus.

Durch die verbesserte Elektronik wurde auch das Ansprechverhalten stark optimiert, für Geländefahrten bedeutet das eine sehr direkte und transparente Gasannahme. In Sachen Elektronik-Features bewegt sich die Tiger 800 XCx ohnehin mindestens auf Augenhöhe mit der Konkurrenz: Verschiedene Motor-Mappings, abschaltbare Traktionskontrolle und ein sowohl abschaltbares als auch auf Geländefahrten abstimmbares ABS lassen die XCx auf jeden persönlichen Wunsch abstimmen. Emotionen im Stand sind aufgrund der funktionellen Optik nicht so ihr Ding, der Motor samt herrlichem Dreizylinder-Sound schaffen aber während der Fahrt ein extrem angenehmes Wohlfühl-Klima auf der Triumph Tiger 800 XCx.

Wo nächtigt man als Motorrad-Reisender? Natürlich im Moho (Motorradhotel)!

Wer mit dem Motorrad auf Reisen geht oder eine Tour unternimmt weiß natürlich, worauf er sich einlässt: Es kann regnen, es kann kalt werden und es kann somit während der Fahrt etwas ungemütlich werden. Umso wichtiger ist es, nach jeder Tagesetappe ein möglichst schönes, gemütliches und erholsames Ambiente zu finden, um wieder Kraft für den nächsten Tag zu tanken - bei einem Moho (Motorradhotel) ist man da in den besten Händen! Vor allem im Moho "Drei Hacken", wo uns der Wirt Andi Starkmann - selbst begeisterter Motorradfahrer - äußerst gastfreundlich in Empfang nahm und uns dann auch noch seine coolsten Routen gezeigt hat. Mehr Informationen über Moho-gibt´s hier.

Fazit: Triumph Tiger 800 XC

Die Neuauflage der Tiger 800 XC darf als durchaus gelungen gewertet werden, bereits die "herkömmliche" Version kann dank Ride-by-Wire-System und serienmäßiger Traktionskontrolle und ABS (beide abschaltbar) viel mehr als die Vorgängerin. Wer sich öfters ins Gelände wagt, was dank der großen Räder und Speichenfelgen durchaus im Sinne der Konstrukteure ist, sollte aber die knapp 1000 Euro teurere Tiger 800 XCx wählen. Durch die frei wählbaren Fahrmodi kann die x-Version optimal auf das jeweilige Terrain abgestimmt werden. Zusätzlich gibt es einen Motorschutzbügel, selbstrückstellende Blinker, Tempomat, Hauptständer, Unterfahrschutz, eine zusätzliche 12V-Steckdose und Handprotektoren - was den Aufpreis wohl mehr als rechtfertigt.


  • toller Dreizylinder-Motor
  • cooler Sound
  • gemütliche Sitzposition
  • sehr handlich
  • dank langer Federwege geländetauglich
  • komfortables Fahrwerk
  • wählbare Fahrmodi
  • einstellbares ABS
  • einstellbare Traktionskontrolle
  • umfangreiche Ausstattung
  • optisch kaum von der Vorgängerin unterscheidbar
  • Windschutz nicht optimal
  • Fußrasten schleifen früh bei sehr sporlticher Fahrweise

Bericht vom 09.07.2016 | 29.809 Aufrufe

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