KTM 990 Superduke

Die Superduke ist uns auch nach 6 Jahren noch Lichtjahre voraus. Abheben in den Alpen.
 

KTM Superduke

Ein Original, nicht ganz original. Aber beweglicher als ein Steve McQueen im Wachsfigurenkabinett.
   

Niemand von uns Normalsterblichen hat das Recht, eine neue Superduke zu fordern. Niemand darf es wagen, irgendeinen möglichen Kritikpunkt der Superduke als Grundlage für ein heranzuziehen. Niemand darf einen Misstrauensantrag stellen, ein negatives Votum abgeben oder gar von einem Vetorecht Gebrauch machen. Niemand hat das Recht, sie als alt zu bezeichnen. Denn im für die Gattung Motorrad biblischen Alter von 6 Jahren und nach einem kleinen Update im Jahr 2007 die Pubertät im Modellzyklus - stehen die Möglichkeiten der Superduke immer noch weit über unseren Fähigkeiten. Das wird wahrscheinlich auch in 10 Jahren nicht anders sein.


Wer damit nicht wheelt, sollte nie wheelen.


The Mattighofen Machine hat seit ihrer Geburtsstunde kaum etwas dazugelernt. Sie kennt nach wie vor nur den vollen Angriff, Zurückhaltung ist ihr fremd. Sollte sich jemand einmal in die Stadt verirren, wird er zwar nicht mehr ganz so stark vom ruppigen V2 gequält, aber Entspannung sieht anders aus. Das kommt daher, weil die Superduke immer nach vorne will und wenn sie ganz vorne ist, will sie noch weiter nach vorn. Anfangs dachte ich, sie könnte das erste Motorrad sein, mit dem man aus dem Stand einen Satz nach vorne machen, also springen, so gierig lauert die gebückte Kanten auf dem Asphalt. Man kann es nicht, aber wer die Superduke nicht aufs Hinterrad bringt, der sollte nie wieder einen Wheelie probieren.

Ein Hochleistungsgerät wie eine Superduke ist anfangs überwältigend, dann atemberaubend, hoch motivierend und schliesslich desillusionierend. Denn es dauert nicht lange bis man begreift, dass man ihr volles Potenzial nie auch nur annähernd würde nutzen können. Der kleine Prozentsatz, den man im Stande ist, abzurufen, reicht zwar aus, um bei jeder Ausfahrt ein Barrel mit Endorphinen, Schweiss und Glückströpferl voll zu machen, aber mit der Superduke ist es wie mit einer Droge: Mehr davon bedeutet auch mehr Spass. Während Drogen selten Sicherheitsreserven bieten, hält sie Superduke mit zwei radial verschraubten Vierkolben-Bremszangen auf zwei 320 mm Scheiben dagegen. Wer die hohe Kunst des Drifts beherrscht, den dürfte auch die Zweikolbenbremszange und die 240 mm Scheibe hinten interessieren, die im Gegensatz zu vielen Sport-motorrädern hier nicht nutzlos auf der Schwinge steckt.

Die Bremsen erfüllen immer noch voll und ganz unsere Erwartungen, der schnarrende Sound ist einzigartig.


Wie eine Droge: Mehr bedeutet mehr Spass.


Sämtliche Komponenten haben die letzten 5 Jahre bestens funktioniert und werden auch die kommenden 5 Jahre niemanden enttäuschen. Nur in Sachen Geometrie und vielleicht auch Fahrkomfort sollte man sich irgendwann Gedanken machen. Dass man auf einer Superduke schon immer anders gesessen ist, war von Anfang an Teil des Konzepts, doch mittlerweile wirkt die Sitzposition nicht mehr ganz up-to-date, mit anderen, härteren Worten: Man will so nicht mehr auf einem Nakedbike sitzen. Ich träume ja auch von einem Ferrari F40 und bin gleichzeitig froh, dass es nur beim Träumen bleibt. Der Sitz ist wesentlich höher als jene der Konkurrenz und vor allem wesentlich härter. Da braucht's gar nicht die R-Version für kräftige Arschschmerzen.

Macht mehr Spass als Gaudi in der Lederhose.


Weiters sollte man das Design der Instrumente überdenken, nicht, weil sie etwa schlecht ablesbar wären, sondern weil man gar nicht mehr hinschauen mag. Mit den Spiegeln konnten wir uns ebenso wenig anfreunden. Das sind Kleinigkeiten, die uns aber sehr glücklich machen würden. Immer noch ein Genuss ist das Wesentliche, das Fahren. In den Tiroler Alpen liessen wir die SDuke von der Leine. Hier sind wir uns auch zum ersten Mal begegnet. Immer noch kann man präzise in den Kurveneingang stechen oder das Bike anstellen. Immer noch kann man jeden Radius spielend und nach Belieben korrigieren. Immer noch macht die Superduke mehr Spass als Gaudi in der Lederhose. Und immer noch kann man es mit ihr mit jedem aufnehmen.

  Leistung Gewicht Sitzhöhe
KTM Superduke 120 PS 205 Kilo 850 mm
Triumph Speed Triple 135 PS 214 Kilo 825 mm
Monster 1100 Evo 100 PS 200 Kilo 810 mm
Kawa Z1000 138 PS 218 Kilo 815 mm
Honda CB1000R 125 PS 217 Kilo 828 mm
Yamaha FZ1-N 150 PS 214 Kilo 815 mm
MV Agusta Brutale 139 PS 215 Kilo 830 mm


KTM Superduke probefahren



Interessante Links:

Text: kot
Bilder: 1000PS

Fazit: KTM 990 Super Duke

Immer noch kann man präzise in den Kurveneingang stechen oder das Bike anstellen. Immer noch kann man jeden Radius spielend und nach Belieben korrigieren. Immer noch macht die Superduke mehr Spaß als Gaudi in der Lederhose. Und immer noch kann man es mit ihr mit jedem aufnehmen.


  • Höchstleistungsgerät
  • extremes Potenzial - nicht zur Gänze erreichbar.
  • Geometrie
  • suboptimaler Fahrkomfort
  • Design der Intrumente.

Bericht vom 03.08.2011 | 87.995 Aufrufe

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