KTM 950 Supermoto

NastyNils fährt zur Schwangerschaftgymnastik und kot fliegt zur 950er Supermoto Präsentation. Gerechte Arbeitsteilung bei 1000PS.at

KTM
950Supermoto

Il Futuro (Die Zukunft)


Flieger, grüss mir die Sonne...

Meine Einladung zur KTM 950 Supermoto Präsentation hatte ich dem glücklichen Zufall zu verdanken, daß Nils seine Frau zur Schwangerschaftgymnastik begleiten mußte (..und Eins und Zwo und Eins und...) Die Präsentation fand in Radda in Chianti in der Toskana statt. Alle österreichischen Journalisten kamen zu Land, ich dachte mir "Der Luftweg ist kürzer" und nahm den Flieger. Von dieser hervorragenden Idee inspiriert buchte auch KTM Marketingleiter Martin Wagnegger einen Platz in einem  Blechvogel. Am Flughafen wurden Martin und ich von PR Manager Georg Dutzi abgeholt, der uns schon mal den Mund wässrig machte. "...alle Journalisten bisher begeistert....Dauergrinsen....keiner wollte mehr weg..."
Auch die Strecke nach Radda ließ uns erahnen, was wir morgen erleben werden. Die Bucklige Welt hoch 10. Ist man einer von der Sorte "Mir wird hinten schlecht" kann man dieses Gebiet nur zu Fuß besuchen. Da wird dir nicht nur hinten schlecht.

Im Hotel angekommen bot sich mir dann ein Bild, wie man es normalerweise nur aus feuchten Träumen kurz vor dem Aufwachen kennt. Zur rechten rund 50 neue 950er Supermotos, zur linken die komplette KTM Supermoto Palette, darunter einige Sonderlackierungen. Alle zum Testen freigegeben. Das zieht an den dünnen Nerven, wenn man weiß, daß der erste Tag allein für die Anreise und die Begrüßung mit feinstem Speis und Trank reserviert ist.

 


 

Die Idee

Dem Genussvollen Wüten mit Pressebikes geht immer eine kurze Modellpräsentation voran, bei der jeder mit einem Ohr zuhört und die Nervosität minütlich steigt. Nach fünf Minuten fangen die ersten an, mit dem linken Fuß Schaltbewegungen zu imitieren, nach 15 sieht man die ersten Körper hin- und her schaukeln und nach 30 sitzt jeder nur mehr in geduckter Angriffsstellung da. Ich versuchte trotzdem möglichst aufmerksam den Worten des Pressemenschen zu lauschen. Besonders interessant wurde es an der Stelle, wo er die Absichten und Ziele des neuen Modells vorstellte. Man wollte sämtliche Vorzüge, die die Einzylinder Supermotos bieten, also geringes Gewicht, agiles Handling und leistungsstarker Motor, in der 950er übernehmen und ganz einfach noch mehr Power einfüllen. "Gute Idee" denke ich bei mir und frage mich gleichzeitig, ob der das Eisen schon mal live gesehen hat. Das ist keine Kleinigkeit, keine superschlanke Gazelle. Der Tank faßt immerhin 17,5 Liter statt den üblichen 10, somit sprengt die 950er vollgetankt die 200 Kilo Grenze. Das kann sich beim Fahren ja nicht alles in Luft auflösen......Was man sich nicht so alles denkt.

 

Orange oder Schwarz:

Bei der Ausgabe der Schlüssel wird ein kurze, aber entscheidende Frage gestellt: Orange oder Schwarz? Für mich ganz klar zu beantworten. Schwarze Kluft also schwarzes Motorrad. Laut Georg Dutzi ist die Wahl der Farbe länderspezifisch sehr unterschiedlich. Beim letzten Mal entschied man sich fast ausschliesslich für Orange, diesmal wurde wieder mehr zur Schwarzen gegriffen.

Welche Farbe gefällt euch besser?

Orange
Schwarz


Ankunft im Hotel: 50 950Supermotos sagen Hallo!

 

Die grosse Schockwelle

Nach den harten Fakten folgte harte Realität. Wir traten hinaus auf den Hotel Parkplatz und blickten auf eine Herde von über 5000 Pferden. Herrlich. Einer vom KTM Team startete mir den Motor. Jetzt läutete erst richtig der Wecker in meinem Kopf. Als alle ihre Plätze bezogen hatten, starteten wir in kleinen Gruppen in die freie Wildbahn. Und da passierte es. Ein beträchtlicher Teil des Gewichtes löst sich tatsächlich in Luft auf. Und zwar genau der Teil um den die 950 schwerer ist als z.B. eine 625 SMC. Das spürst du einfach nicht mehr, außer, du schiebst das Ding, weil dir der Sprit ausgegangen ist und das passiert dir bei dem tankvolumen nicht so leicht. Den ersten Schock hatte ich mir also eingefangen, da folgte schon der zweite. Das Ding reißt an, daß das Gesicht flach wird, wie das von einer dieser schirchen Katzen. Somit wäre der zweite Schock eingefahren. Und als ich zum ersten Mal vor einer Kurve so richtig ankern muss, fährt mir der dritte Schock ins Gehirn und mein Gesicht geht den entgegengesetzten Weg Richtung Visier. Ein Wahnsinn. Da ist alles nur arg, kompromisslos, geil. Ab diesem Zeitpunkt fuhr ich wie in Ekstase, wie in einem Traum. Mit jeder Kurve stieg meine Euphorie und mein Selbstbewußtsein. Ich konnte es nicht glauben (und tue mir jetzt noch schwer damit) wie gut sich dieses Ding fährt. Ich habe an diesem Abend tatsächlich davon geträumt. Immer nur links, rechts, die ganze Nacht. Mein Hirn wurde von Endorphinen überschwemmt. So muss Motorradfahren sein.

In den engen Serpentinen mit unterschiedlichen Strassenbelägen von klebend bis glatt, Löchern im Asphalt, feuchten Stellen im Schatten der Bäume und Verschmutzungen konnten die 950er selbst forsche Gangart und dümmste Bremsmanöver meinerseits nicht aus der Ruhe bringen. Dazu trugen auch die optimalen Pirelli Skorpion bei, die immer die Haftung bewahrten. Daß es trotz sehr ambitionierter Fahrweise niemanden von den Journalisten aufgebirnt hat, weder auf der Kartbahn noch auf öffentlichen Straßen, ist für mich ein weiterer Beweis für den kontrollierten Wahnsinn, den dieses Motorrad bietet.

Visitenkarte Scheinwerfermaske. So kantig kann nur eine Kanten sein.

Die weisse Kraft: Federbein von WP Suspension. 210 mm Federweg, voll einstellbar

Radiale Brembo Greifer verzögern, daß es dir die Augäpfel an's Visier drückt.

48mm Upside-Down Gabel, 200mm Federweg

Alu-Öltank mit Ölstandskontrolle. 3,2 Liter Fassungsvermögen

Tank aus Polyamide. Ein Leichtgewicht mit 17,5 Liter Fassungsvermögen

Spartanisches Cockpit: Tankanzeige ja, Tourenzähler nein Eigens für die 950er konstruierter Aluminiumlenker

Durch die optimierte Auspuffanlage konnte das Drehmoment des 950er Motors um 4 Nm gesteigert werden.


11 Kilo leichter ChroMoly Rahmen mit Heckrahmen aus superleichtem Aluminium.

 


 

Dein Wheelie geschehe

Auf der Strecke gab es einige Fotopoints. Beim 2. Fotopoint warteten Haliklik und Herwig Peuker auf uns. 3mal wurde die erste Kurve durchfahren, danach schossen sie zwei, drei Fotos über eine Kuppe. Nach den Kurvenfotos wiesen mich die Fotografen ein. "Kannst an Wheelie?" "Na." "Na gut, dann lehn dich einfach auf den Tank, als würdest du ur schnell fahren." Ich dreh also um, um Anlauf zu nehmen, roll so dahin und denk so bei mir: "Ich probier's einfach. Schaut eh so leicht aus." Also dreh ich am Gas, mehr als normalerweise und öffne die Kupplung nach und nach. Plötzlich fängt es zu ziehen an, alles greift in einander und das Vorderrad steigt langsam in den Himmel. (Jetzt würden im Film die Engelschöre singen)


Bei starken Ausdünstungen aufgrund von Stress, bitte das Visier öffnen.

Es war wie immer beim ersten Mal. Man weiß nicht, was man tut, plötzlich ist man mittendrin und nach einer Sekunde ist es auch schon wieder vorbei. Danach fühlt man sich wie der Größte und nach kurzer Zeit kann man schon wieder. Ja, richtig! Ich schaffte es ein zweites Mal, leider wieder ohne Publikum, aber ich wollte nicht die Peinlichkeit eines Sturzes vor Zuschauern riskieren. Diese Aktion war für mich DER Beweis, was für ein Vertrauen dir dieses Bike gibt. Da sind die Komponenten vom Feinsten und harmonieren hervorragend. Und anscheinend funktioniert man dann auch selber besser.

 

Der ultimative Test: die Kartstrecke

Auf der Kartstrecke konnten wir dann endgültig überprüfen, ob das Credo der KTM Ingenieure seine Gültigkeit bewahrt. Hier konnte man so richtig umrühren und mußte sich keine Sorgen machen, ob die Reifen eh halten. Auch Supermoto Expertin Karin Mairitsch wütete schwer und war gar nicht mehr von der Strecke zu bringen. Ihr Eindrücke findet ihr weiter unten im Text...

 

Es ist, was es ist

Man fragt sich, was die 950Supermoto genau ist. Der Missing Link zwischen Supermoto und Naked Bike, eine Evolutionsstufe oder gar eine neue Gattung? Auf alle Fälle hat man es geschafft, eine Supermoto zu bauen, deren Einsatzgebiet viel größer ist, als das der bisherigen Modelle. Der geschmeidige V2 gepaart mit dem 17,5 Liter Tank läßt nun auch längere Touren zu (auch wir fuhren den ganzen Tag mit nur einer Tankfüllung und hatten am Ende noch einige Striche am Display über), man kann im Winkelwerk wüten oder die Semmeln vom Bäcker holen. Egal was man damit macht, ob man sie als reines Spaßgerät verwendet oder regelmäßige Dienstwege im Alltag zurücklegt. Man wir seine reine Freude damit haben. Bestimmt wird es auch jetzt noch Skeptiker geben. Eine Probefahrt wird auch sie überzeugen.

 

Martin Vielhaber: (kann auch ohne Alkohol Spass haben) Gut, ich habe mich beim Vorspeisenteller übernommen, aber trotzdem kommt auf jedes Kilo meines Körpergewichts 1 PS von der Supermoto. Hole mir jetzt ein Tiramisu. Karin Mairitsch: Hätte mir nicht gedacht, daß das so gut fährt. (Das Motorrad!) Aber auf der Kartstrecke war ich dann endgültig überzeugt. Wendig und leicht zu bewegen wie ein 50 Kilo leichteres Bike. Mußte gleich einen zweiten Turn fahren. Martin Wabnegger: Habe beim Kartfahren mein Handy verloren. Zum Glück hat das kot gesehen und versucht, es mit dem linken Vorderreifen aufzuheben. Hab ihn dafür mit der Supermoto gedemütigt.
Die Abreise war wie immer schmerzhaft und traurig. Alle Journalisten setzten sich in ihr Auto, oder auf's Motorrad (wie Karin M. und Martin V.) und traten eine laaaange und anstrengende Heimfahrt an. Ich stieg in den Shuttle Bus und wurde von Georg Dutzi zum Flughafen chauffiert. Beim Blick auf die Tickets ärgerte ich mich, daß ich in Zürich umsteigen mußte. Ist schon sehr mühsam, die Fliegerei. 

Die Dreifaltigkeit: Martin Wabnegger, kot, Martin Vielhaber

Experten-Kommentar Karin Mairitsch
Da steht sie, und sie sieht aus wie eine alte Bekannte. Lenker, Armaturen, Sitzposition, Design, Handlichkeit, alles wirkt angenehm vertraut. Ja, es ist eine KTM, und es ist eine Supermoto. Aber - eine Supermoto mit zwei Zylindern? Gibt's denn so was? Ja. Jetzt schon. Und es war höchste Zeit. Also steige ich auf, begebe mich in die Mitte der Kraft, bin bereit mich der Stärke des Twins zu ergeben. Vrruuuummmm! Ooooh ja, das ist Musik! Der Motor ist derselbe wie in der Reiseenduro 950 Adventure, und das ist auch gut so: Im unteren Drehzahlbereich fährt er sich moderat und ruckfrei, gerade recht zum entspannten Einschwingen auf der streng kontrollierten Bundesstraße oder zum Cruisen auf der Autobahn. 
Doch dann kommen die ersten Kurven, und es ist klar, jetzt geht es zur Sache! Hang-Off, was denn sonst? Bei 5.500 Umdrehungen setzt die wahre Leistung ein, und ab hier gibt es kein Halten mehr.Hier wohnt das Tier, das mit der Kraft von 98 Pferden mächtig an der Leine zieht und den Urinstinkt des Jagdtriebes durchkommen lässt. Die Zweite geht bei 120 Stundenkilometern in den Begrenzer, die Dritte bei 150, und dann will ich es genau wissen und nagle auf der langen Geraden die stolze Zahl "223" in den digitalen Tacho. Ich bin ehrlich beeindruckt - und werfe einen Blick in die technischen Daten. Das Leistungsgewicht der 950 Supermoto kann sich mit jenem der Race-Supermotos der Weltmeisterschaft messen. Na wenn das keine Ansage ist … Also: Ab auf die Kart-Bahn! Jetzt soll sie zeigen, was sie auf der engen Rennstrecke kann. Selbstgefällig denke ich noch, ha, was soll denn das, ein Zweizylinder auf der Kart-Strecke, ist doch eine Fehlbesetzung, doch bereits nach ein paar hundert Metern werde ich eines besseren belehrt. Das Motorrad will in die Kurven gedrückt werden, zwingt mich auf der Sitzbank weit nach vorne, fordert unerbittlich den vorgestreckten Innenfuß und rigoros nach außen gedrehte Ellbogen. Gottlob kann die Vorderbremse verzögern, was meine Motivation derart kompromisslos beschleunigt. Spätestens jetzt ist klar: Es ist eine Supermoto! Und was für eine. Die Kart-Strecke verlasse ich erst als ich abgewunken werden, und ich tue es nur sehr, sehr ungern. Schon lange nicht mehr so viel Spaß gehabt, ganz in echt! 
Welches Bike ist euer Favorit?

Superduke oder 950 Supermoto

990Superduke
950Supermoto

 

 


 

Technische Daten KTM950Supermoto
Motor 2-Zylinder, 4-Takt, V 75° DOHC
Hubraum 942 cm³
Bohrung/Hub 100/60 mm
Leistung 72 kW bei 8.000 U/min.
Drehmoment 94 Nm bei 6500 U/min.
Starter: Elektrisch
Kühlung Flüssigkeit
Getriebe 6 Gänge
Höchstgeschwindigkeit über 200 km/h
Starter Elektrisch
Leergewicht (Fahrfertig, ohne Benzin) 187 kg
Radstand 1510 mm
Sitzhöhe 865 mm
Tankinhalt: 17,5l
Lieferbare Farben Orange, Schwarz
Preis: € 12.980.-
 
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Text: kot

Photos:

Bericht vom 17.05.2005 | 82.313 Aufrufe

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