How to Supermoto: Wheelie und Stoppie für Anfänger
Grundlagen der Supermoto-Fahrtechnik
Einsteiger-Special mit KTM: ein strukturierter Zugang zur Welt der Supermoto-Fahrtechnik, bei dem Grundlagen, Zusammenspiel und Fahrgefühl im Mittelpunkt stehen und das spielerische Erlernen von Kontrolle und Vertrauen auf zwei Rädern gefördert wird.
Im Oktober 2025 wurde die Motorsportarena Bad Fischau zum Treffpunkt für Supermoto-Fans. Unter Anleitung erfahrener KTM-Instruktoren entdeckten fünf 1000PS-Leser und 1000PS-Redakteure, was echtes Supermoto-Fahren ausmacht: kontrollierte Drifts, präzise Wheelies, der Scandinavian Flick und schnelle Richtungswechsel. An diesem Tag stand jedoch nicht die Rundenzeit im Vordergrund, sondern das Verständnis dafür, wie ein Motorrad in jeder Fahrsituation reagiert und warum es sich so verhält.
Supermoto: Auf den ersten Blick chaotisch und wild, in Wahrheit jedoch pure Kontrolle
Zwischen Gummiabrieb, breitem Grinsen und intensiven Aha-Momenten entstand eine Atmosphäre, die man nur vor Ort erleben oder in unserer Bildergalerie nachfühlen kann. Dort sind die besten Szenen des Tages zu sehen: pure Emotion, extreme Schräglagen und viel Spaß auf den KTM SMC R Modellen. Gefahren wurde auf der KTM 125 SMC R (15 PS, 12 Nm, 152 kg vollgetankt, 860 mm Sitzhöhe), der 390 SMC R (45 PS, 39 Nm, 161 kg vollgetankt, 860 mm) und der 690 SMC R (79 PS, 73 Nm, 162 kg vollgetankt, 899 mm Sitzhöhe). Vom zugänglichen Einsteigerbike bis zur puren Spaßmaschine war alles vertreten.
Diese fünfteilige Berichtserie richtet sich an alle Fahrer, die verstehen möchten, wie man genau diese Kontrolle erlernt. Im zweiten Teil der 1000PS Serie ”How to Supermoto” dreht sich alles um die Königsdisziplinen des Gleichgewichts - Wheelie und Stoppie. Unter Anleitung von KTM Werkscoaches sowie den österreichischen Supermoto-Profis Yasmin Poppenreiter und Rudi Bauer lernten wir, wie man sicher das Vorderrad hebt, einen sauberen Stoppie setzt und das Motorrad anschließend kontrolliert wieder abfängt.
Theorie: Was passiert beim Wheelie und Stoppie
Der Reiz liegt in der Kontrolle. Ein Wheelie ist nicht einfach Gas auf und hoffen, sondern basiert auf einem Zusammenspiel aus Drehmoment, Gewichtstransfer und Timing. Beim Power-Wheelie genügen oft die richtige Drehzahl und ein kurzer Gasstoß, damit das Vorderrad steigt. Beim Kupplungs-Wheelie wird das Motorrad aktiv aus dem Drehmomentbereich heraus hochgezogen.
Rudi Bauer erklärt: ”Eine konstante Drehzahl ist das Wichtigste. Bei der 390er sind das etwa 4.000 U/min. Gas zu, Gas auf, leicht am Lenker ziehen, und das Vorderrad steigt sauber.”
Beim Stoppie funktioniert das Prinzip genau umgekehrt. Durch kontrolliertes Bremsen wird die kinetische Energie über die Vorderbremse auf den Schwerpunkt verlagert, bis das Hinterrad abhebt. Hier ist Gefühl gefragt, nicht Gewalt. Moderne Supermoto-ABS Systeme helfen dabei, das Blockieren des Vorderrads zu verhindern. So bleibt das Manöver beherrschbar und sicher.
Praxis: Wheelie Schritt für Schritt
I. Vorbereitung
- Fahrmodus: Supermoto (Traktionskontrolle aus, Wheelie-Kontrolle aus, optional: ABS hinten aus)
- Geschwindigkeit: etwa 30 km/h im zweiten Gang
- Blick: nach vorne, nicht aufs Vorderrad
- Fuß über der Hinterradbremse: immer bremsbereit
II. Ausführung
Kupplung leicht ziehen, Gas anlegen, Kupplung kurz schnappen lassen und mit einem kurzen Zug am Lenker arbeiten. Das Vorderrad steigt. Jetzt heißt es ruhig bleiben, Balance halten und im Notfall mit der Hinterradbremse abfangen.
III. Häufige Fehler
- Zu wenig Gas hat keinen Effekt
- Zu viel Gas führt zum Überschlag
Tipp für Einsteiger: Ziel ist nicht die Höhe, sondern die Kontrolle. Das Zusammenspiel von Gas, Kupplung und Bremse schult das Gefühl für den Schwerpunkt und bildet die Grundlage für jeden Supermoto-Fahrer.
Praxis: Stoppie richtig lernen
I. Vorbereitung
- Fahrmodus: Supermoto-ABS aktiv
- Untergrund: griffig (Asphalt), damit das Vorderrad nicht wegrutscht
- Geschwindigkeit: 25 bis 30 km/h
- Körperhaltung: Stehe leicht auf den Fußrasten oder sitze weit vorne, halte die Arme gestreckt, Blick in Fahrtrichtung
II. Ausführung
Betätige die Vorderradbremse mit einem kräftigen, aber kontrollierten Zug und verlagere dein Körpergewicht sofort nach hinten, damit du nicht über die Vorderachse kippst. Halte die Arme gestreckt, um ein unbeabsichtigtes Einlenken zu vermeiden.
Lass das Hinterrad so lange wie möglich in der Luft. Wenn es zu stark ansteigt, verringere den Bremsdruck leicht, um die Höhe zu stabilisieren oder sanft abzusenken. Halte den Druck kurz, finde die Balance und löse die Bremse anschließend gleichmäßig, um das Motorrad kontrolliert wieder auf beide Räder zu bringen. Vergiss dabei nicht, die Kupplung rechtzeitig zu ziehen.
III. Häufige Fehler
- Zu wenig Bremsdruck zeigt keine Wirkung
- Zu abruptes Bremsen kann zum Überschlag führen
- Ein Blick nach unten stört das Gleichgewicht
Mit diesen Übungen lernst du Supermoto richtig
Wheelies und Stoppies dürfen nur auf abgesperrten Übungsplätzen trainiert werden. Auf öffentlichen Straßen sind solche Manöver verboten und gefährlich. Trainingsgelände wie die Motorsportarena in Bad Fischau bieten die notwendige Sicherheit, um das Limit zu spüren und Technik gefahrlos zu üben.
- Übung 1 - Wheelie Start: Kurzer Gasstoß bei konstanter Drehzahl, Balance mit der Hinterradbremse sichern
- Übung 2 - Stoppie Gefühl: Vorderbremse mit Gefühl betätigen, bis das Heck leicht wird. Wiederholen, bis das Feedback vertraut ist
- Übung 3 – Kombi Drill: Abwechselnd Wheelie und Stoppie fahren. Ziel ist ein sicheres Gefühl für Gas, Bremse und Schwerpunkt
- Übung 4 – Balance Feintuning: Kleine Wheelies und Stoppies mit längerer Haltephase. Der Fokus liegt auf Gleichgewicht und Kontrolle
Fazit: Kontrolle ist alles
Ob Wheelie oder Stoppie, beide Manöver sind nicht nur Show, sondern Fahrtechnik in Reinform. Wer sie beherrscht, versteht, wie sich ein Motorrad in jeder Phase der Bewegung verhält. Die Kombination aus Technik, Mut und Feingefühl macht den besonderen Reiz von Supermoto aus.
Genau hier liegt der größte Mehrwert der Supermoto-Fahrtechnik, auch abseits der Rennstrecke.
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- Längere Wartungsintervalle
- Verbesserte Elektronik
- Robustere Anti-Hopping-Kupplung
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- Agiles Handling
- Voll einstellbares Fahrwerk
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- Vorderradbremse etwas schwach
- Preis im oberen Bereich der A1-Klasse
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- Einstellbare Rasten, gute Ergonomie-Details
- Agiles, neutrales Lenkverhalten/ Gut abgestimmte Übersetzung
- Relativ schwer für eine 390er (163 kg vollgetankt) - bedingt durch A2-Konformität
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Bericht vom 27.01.2026 | 6.114 Aufrufe