Bilder: Die Reise zur Straße ins Nichts - Eine Motorradtour durch Katalonien mit Suzuki V-Strom 800
Jährlich sind wir zum Saisonstart in Katalonien und dennoch habe ich bisher nur einen kleinen Teil der spanischen Provinz. Das soll sich nun ändern! Von Barcelona aus geht es durch die turbulente Geschichte, über sehenswerte Traumlandschaften, bis hin zu unvollendeten Straßen inmitten der Pyrenäen. Alle Details zur Reise gibt es im zugehörigen Bericht.
Jahr für Jahr zieht es uns nach Barcelona, um dort den Alltag gegen Sonne, Kurven und mediterrane Straßen zu tauschen.
Diesmal soll die Reise nicht nur die bekannten Highlights rund um die Stadt abspulen.
Statt Routine steht diesmal der Wunsch im Vordergrund, Katalonien noch einmal neu zu entdecken.
Barcelona wacht langsam auf, während die Reise in aller Frühe beginnt.
Der Garraf ist der vertraute Auftakt dieser Tour.
Zwischen Barcelona und der Küste öffnet sich hier eine karge, helle Karstlandschaft.
Kalkstein, Felsen und trockene Vegetation geben dem Garraf seinen rauen Charakter.
Auch ein paar legale Schotterwege bietet der Parc del Garraf.
Nach dem Garraf zieht es die Reise weiter ins Landesinnere.
Dort wartet mit dem Montserrat eines der markantesten Landschaftsbilder ganz Kataloniens.
Schon von weitem wirkt das Gebirge wie ein gezackter Drachenrücken.
Die steinernen Formationen ragen wie Finger aus der Landschaft.
Montserrat ist nicht nur schön, sondern auch geologisch außergewöhnlich.
Vor rund 50 Millionen Jahren mündet hier ein großer Fluss in ein Binnenmeer. Kiesel und Kalkschlamm werden damals durch Druck und Bewegung zu einem harten Sedimentgestein gepresst.
Spätere tektonische Veränderungen heben das Gebiet an und formen auch die Pyrenäen mit. Über Millionen Jahre tragen Wind und Regen die weicheren Schichten ab. Übrig bleiben die markanten Zacken und Türme, die Montserrat heute so unverwechselbar machen.
Auch die Umgebung und Straßen um den Montserrat können sich sehen lassen.
Hoch oben schmiegt sich das berühmte Kloster in diese bizarre Bergwelt.
Das Kloster von Montserrat gilt als spirituelles Zentrum Kataloniens.
Hier wird die Schwarze Madonna verehrt, die als La Moreneta bekannt ist.
1811 wird das Kloster während der Napoleonischen Kriege von den Franzosen niedergebrannt. Deshalb stammt ein großer Teil der heutigen Anlage aus späteren Wiederaufbauten des 19. und 20. Jahrhunderts.
Selbst unter der Franco-Diktatur bleibt Montserrat ein Rückzugsort katalanischer Kultur und Sprache.
Nach Montserrat führt die Route weiter nach Cardona.
Cardona trägt nicht umsonst den Beinamen die Unbezwingbare.
Die Burg steht seit dem 12. Jahrhundert auf einem kegelförmigen Berg.
Ihre größte Bedeutung erhält sie im Spanischen Erbfolgekrieg. Damals wird Cardona zum Symbol des katalanischen Widerstands.
Während fast ganz Katalonien fällt, halten sich nur noch Barcelona und Cardona. Militärisch wird die Festung nie erobert.
Erst nach dem Fall Barcelonas wird auch in Cardona die weiße Flagge gehisst.
Die sternförmigen Bastionen zeigen noch heute, wie modern die Burg einst ausgebaut wird. Mehrere Mauerringe, Gräben und die exponierte Lage machen sie fast uneinnehmbar.
Vom alten Waffenturm reicht der Blick bereits in Richtung der späteren Tagesziele.
Nach Cardona verändert sich die Landschaft spürbar.
Mit dem Col de Port beginnt endgültig der Weg in die Berge.
Die B400, eine wunderbar kurvige und in den Pyrenäen versteckte Straße, ist das fahrerische Highlight des Tages.
Lange Radien und guter Asphalt machen sie zu einem echten Geheimtipp.
Die Strecke verbindet verschiedene Täler und Bergregionen miteinander.
Gerade weil die Straße so abgelegen ist, bleibt sie besonders stark in Erinnerung.
Danach rückt der Pedraforca ins Blickfeld.
Dieses markante Bergmassiv begleitet die Route schon länger, zeigt sich aber erst jetzt in voller Größe.
Sein Name bedeutet auf Katalanisch Steingabel. Der Berg gilt als verwunschen und ist sowohl mythologisch als auch geologisch sehr interessant.
Langsam sinkt nun die Sonne und das Finale der Reise rückt näher. Am Fuß des Coll de Pal bekommt die Tour ihre letzte Zuspitzung.
In den 1970er-Jahren soll hier eine große Verbindung in Richtung La Molina und weiter nach Frankreich entstehen. Doch der Bau wird nie vollendet.
Genau deshalb führt die Straße heute hinauf in ein spektakuläres, halbfertiges Ende.
Die Auffahrt wirkt zunächst unscheinbar, wird dann aber immer eindrucksvoller.
Kaum Verkehr, schroffe Hänge und wunderschön gebaute Kurven machen den Pass zu einem echten Höhepunkt.
Oben endet die Straße abrupt und genau das verleiht dem Ort seinen besonderen Charakter.
Am Ende zeigt diese Motorradtour vor allem eines: Katalonien ist weit mehr als nur Barcelona und entfaltet gerade jenseits der Stadt seine größte Schönheit.
Galerie von: 1000PS.at
hochgeladen am 04.06.2026