SHAD Motorradkoffer: 25 Jahre erweiterbare Gepäcksysteme

Von den ersten BMW Vario-Koffern bis zur Tensegrity-Technik

Mehr Stauraum auf Reisen, kompakte Abmessungen im Alltag: Genau diesen Spagat versucht SHAD seit mehr als 25 Jahren mit erweiterbaren Motorradkoffern zu meistern. Was im Jahr 2000 mit einem Projekt für die BMW F650GS begann, entwickelte sich zu einer Reihe unterschiedlicher Gepäcksysteme, bei denen sich das Ladevolumen

Werbung
powered by EICMA
Mehr erfahren

Heute reicht die Entwicklungsgeschichte von den BMW Vario-Koffern über die dreifach verstellbaren Topcases SH58X und SH59X bis zu den SH38X-Seitenkoffern mit Tensegrity-Technik. Fast 195 mechanische Komponenten stecken allein im SH38X. Ein Rückblick auf die technischen Entwicklungen und die Zusammenarbeit mit BMW.


SHAD und BMW F650GS: Der erste teleskopierbare Motorradkoffer

Die Geschichte der erweiterbaren SHAD-Motorradkoffer beginnt im Jahr 2000. Damals arbeitete das Unternehmen an einer Gepäcklösung für die Einzylinder-BMW F650GS. Die Aufgabenstellung war klar: Das Ladevolumen sollte sich vergrößern lassen, ohne dabei Kompromisse bei den Abmessungen, der Stabilität oder der Integration in das Motorrad einzugehen. Bis dahin stellte die Anpassung des Stauraums an unterschiedliche Reiseanforderungen eine technische Herausforderung dar. Schließlich benötigt man für die kurze Fahrt im Alltag meist weniger Platz als für eine mehrtägige Motorradtour. SHAD entwickelte dafür einen Seitenkoffer, dessen Volumen sich über einen innenliegenden Mechanismus verändern ließ. Nach Angaben des Unternehmens handelte es sich um den ersten teleskopierbaren Motorrad-Seitenkoffer auf dem Markt. Die grundlegende Idee war damit geboren: Ein Gepäcksystem sollte nicht auf ein festes Fassungsvermögen beschränkt sein, sondern sich den jeweiligen Transportanforderungen anpassen lassen. Dieses Konzept bildete die Grundlage für weitere Entwicklungen, bei denen SHAD unterschiedliche mechanische Lösungen zur Volumenverstellung erprobte und weiterentwickelte.


Entwicklungsgrafik
Ein kleiner Einblick in die Entwicklung von SHAD

BMW R1200GS: Die Entwicklung des Vario-Systems im Jahr 2004

Bereits vier Jahre nach dem ersten Projekt folgte der nächste Entwicklungsschritt. Im Jahr 2004 arbeitete SHAD an erweiterbaren Seitenkoffern für die BMW R1200GS. Während beim ursprünglichen Konzept ein innenliegender Mechanismus zur Volumenverstellung eingesetzt wurde, entstand für die R1200GS ein überarbeitetes System auf Getriebebasis. Daraus entwickelte sich das Vario-System mit seinem charakteristischen Innenhebel. Über diesen Mechanismus ließ sich das Fassungsvermögen der Koffer vergrößern oder verkleinern. Laut SHAD sollte die neue Konstruktion gegenüber dem ursprünglichen Konzept robuster und präziser funktionieren. Gleichzeitig blieb das Grundprinzip erhalten: Das Gepäckvolumen lässt sich anpassen, ohne dafür einen anderen Koffer verwenden zu müssen. Das Vario-System entwickelte sich nach Darstellung des Herstellers zu einer prägenden Lösung für eine ganze Generation von Motorradfahrern. Gleichzeitig trug die Entwicklung dazu bei, die Position von SHAD als Spezialist für Motorrad-Gepäcksysteme auszubauen. Die Zusammenarbeit mit BMW wurde in den folgenden Jahren fortgesetzt und führte zu weiteren technischen Ansätzen für verstellbare Motorradkoffer.


Von der BMW K1200R/S bis zur BMW R 1300 RT: Neue Verstellmechanismen

Bei der Weiterentwicklung erweiterbarer Gepäcksysteme blieb SHAD nicht ausschließlich beim ursprünglichen Getriebeprinzip. Für die BMW K1200R/S entstand beispielsweise ein einstellbares, nicht starres Federdrehsystem. Damit verfolgte SHAD einen weiteren mechanischen Ansatz zur Anpassung des Gepäckvolumens. Auch bei neueren BMW-Modellen wurde die Technik weiterentwickelt. Ein Beispiel dafür ist die jüngste Generation von Teleskopkoffern für die BMW R 1300 RT. Hier erfolgt die Verstellung laut SHAD nicht mehr über Zahnräder, sondern über einen Zahnriemen. Damit unterscheiden sich die einzelnen Generationen nicht nur äußerlich, sondern auch hinsichtlich ihrer mechanischen Konstruktion. Die Entwicklung von der BMW F650GS über die R1200GS und K1200R/S bis zur R 1300 RT zeigt, wie SHAD das ursprüngliche Konzept über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg mit unterschiedlichen technischen Lösungen umgesetzt hat.


SHAD SH58X und SH59X: Erweiterbare Topcases für den Zubehörmarkt

Nach mehreren Jahren Entwicklungsarbeit für Motorradhersteller übertrug SHAD das gesammelte Know-how auf eigene Produkte für den Zubehörmarkt. Daraus entstanden unter anderem die beiden Topcase-Modelle SH58X und SH59X. Laut Hersteller handelte es sich dabei um die weltweit ersten Motorrad-Topcases, deren Fassungsvermögen sich in drei unterschiedlichen Positionen einstellen ließ. Das variable Ladevolumen reicht von 46 bis 59 Litern. Die drei Einstellmöglichkeiten erlauben es, die Größe des Topcases an den jeweiligen Einsatzzweck anzupassen. Für Motorradfahrer ergeben sich daraus unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten. Wer sein Motorrad hauptsächlich im Alltag bewegt, kann das Gepäcksystem in einer kompakteren Position verwenden. Steht hingegen ein Wochenendausflug oder eine längere Motorradreise an, lässt sich das Fassungsvermögen entsprechend vergrößern. Der entscheidende Gedanke dahinter ist die Kombination aus variabler Größe und einem einzigen Gepäckstück. Statt unterschiedliche Topcases für verschiedene Anforderungen zu verwenden, kann das Volumen des vorhandenen Koffers verändert werden. Dabei geht es nicht ausschließlich um das verfügbare Ladevolumen. Auch die äußere Gestaltung spielt eine Rolle, denn die Veränderung der Koffergröße beeinflusst gleichzeitig die Abmessungen des Gepäcksystems. Im Jahr 2017 wurde das Design der SH58X- und SH59X-Topcases mit dem Red Dot Award ausgezeichnet. Mit diesen Modellen machte SHAD die zuvor für Motorradhersteller entwickelte Technik auch im eigenen Zubehörprogramm verfügbar.


Sh59X
Der SH59X bietet drei Fassungsvermögen und lässt sich leicht umstellen

SHAD SH38X: Tensegrity-Technik für erweiterbare Seitenkoffer

Mit dem SH38X führte SHAD die Entwicklung variabler Motorradkoffer in einer weiteren Produktgeneration fort.
Im Unterschied zu den zuvor beschriebenen Topcases handelt es sich beim SH38X um ein erweiterbares Seitenkoffersystem. Die technische Besonderheit liegt im sogenannten dynamischen Tensegrity-System. Diese Konstruktion ermöglicht laut Hersteller eine teleskopartige Veränderung des Koffervolumens. Die Verstellung soll innerhalb weniger Sekunden erfolgen. Dabei sollen sich die Koffer gleichmäßig vergrößern oder verkleinern lassen. Ein wesentliches Entwicklungsziel besteht darin, die strukturelle Steifigkeit auch bei verändertem Koffervolumen beizubehalten. Gerade bei Motorrad-Seitenkoffern ist die mechanische Konstruktion ein wichtiger Bestandteil des Gesamtkonzepts. Schließlich muss das Gepäcksystem nicht nur Platz bieten, sondern auch bei unterschiedlichen Beladungszuständen und während der Fahrt funktionieren. SHAD setzt beim SH38X deshalb auf eine vergleichsweise aufwendige Konstruktion, die aus zahlreichen Einzelteilen und unterschiedlichen Materialien besteht.


SH38X
Der SH38X verfügt über das dynamische Tensegrity-System

SHAD SH38X: Fast 195 mechanische Komponenten und 15 Materialien

Ein Blick auf die technischen Angaben verdeutlicht den konstruktiven Aufwand hinter dem SH38X. Nach Angaben von SHAD besteht das System aus fast 195 internen mechanischen Komponenten. Hinzu kommt eine Kombination aus 15 unterschiedlichen Materialien und technischen Legierungen. Die einzelnen Bauteile bilden gemeinsam die Grundlage für den Verstellmechanismus und die strukturelle Konstruktion der Seitenkoffer. Laut SHAD soll das Zusammenspiel der Komponenten dafür sorgen, dass die Koffer auch bei höheren Geschwindigkeiten stabil bleiben.
Darüber hinaus verspricht der Hersteller Wasserdichtigkeit und ein optimales Verhalten während der Fahrt. Das SH38X wurde in Barcelona entworfen, entwickelt und hergestellt. Auch dieses Gepäcksystem erhielt eine Auszeichnung mit dem Red Dot Award. Die Kombination aus Tensegrity-Mechanismus, zahlreichen mechanischen Bauteilen und unterschiedlichen Werkstoffen zeigt, welchen konstruktiven Aufwand SHAD für die variable Volumenverstellung betreibt.


SHAD und die NAD-Gruppe: Entwicklung und Produktion in Barcelona

Hinter der Marke SHAD steht die NAD-Gruppe. Das Unternehmen beschäftigt sich mit der Entwicklung und Herstellung von Motorradkoffern und Sitzbänken. Dabei produziert die Gruppe nicht ausschließlich Zubehörprodukte für den Endkundenmarkt, sondern entwickelt und fertigt auch Komponenten für die Erstausrüstung verschiedener Motorradhersteller. Die langjährige Zusammenarbeit mit BMW ist ein Beispiel für diesen Geschäftsbereich. Während SHAD mit den erweiterbaren Gepäcksystemen für BMW unterschiedliche technische Konzepte entwickelte, entstanden parallel dazu eigene Produkte für den Zubehörmarkt. Der Unternehmenssitz befindet sich in Barcelona. Von dort aus vertreibt SHAD seine Produkte nach eigenen Angaben in mehr als 80 Ländern. Die Entwicklung erweiterbarer Gepäcksysteme nimmt innerhalb der Unternehmensgeschichte eine besondere Stellung ein. Seit dem ersten Projekt im Jahr 2000 wurden unterschiedliche Mechanismen und Kofferkonzepte entwickelt, die sowohl bei der Erstausrüstung als auch im Zubehörbereich zum Einsatz kommen.


Shad Seitenkoffer
Flexibel unterwegs: SHAD bietet vielseitige Gepäcklösungen für Alltag und Motorradreise.

25 Jahre erweiterbare Motorradkoffer: Wie geht es bei SHAD weiter?

Mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem ersten teleskopierbaren Seitenkoffer arbeitet SHAD weiterhin an der Weiterentwicklung variabler Gepäcksysteme. Dabei beschäftigt sich das Unternehmen nach eigenen Angaben mit neuen mechanischen Lösungen, Materialien und Anwendungsmöglichkeiten. Das Ziel bleibt, das Verhältnis zwischen Design, Funktionalität und Technik bei Motorrad-Gepäcksystemen weiterzuentwickeln. Die bisherige Entwicklung zeigt dabei unterschiedliche Ansätze: vom innenliegenden Verstellmechanismus der BMW F650GS über das getriebebasierte Vario-System der R1200GS bis zum Zahnriemenantrieb der BMW R 1300 RT. Mit den Topcases SH58X und SH59X sowie den SH38X-Seitenkoffern wurden diese Erfahrungen auch auf eigenständige Zubehörprodukte übertragen. Fest steht, dass erweiterbare Motorradkoffer seit mehr als 25 Jahren einen festen Bestandteil der Entwicklungsarbeit von SHAD bilden. Weitere Informationen zu den Gepäcksystemen und Produkten gibt es auf der offiziellen Website von SHAD.


Autor
Vicky_1000PS

VICKY_1000PS

Weitere Berichte

Bericht vom 15.10.2026 | 748 Aufrufe

Empfohlene Berichte

Pfeil links Pfeil rechts