Motorradmarkt 2025 in der Krise? Nicht für BMW!

Zwischen Marktkorrektur und Markenstärke

Der globale Motorradmarkt zeigte 2025 deutliche Bremsspuren. Steigende Zinsen, neue Zollbestimmungen und ein schwächeres Konsumklima führten in vielen Ländern zu sinkenden Verkaufszahlen. Dennoch gelang es BMW Motorrad, seine Position im Premiumsegment zu behaupten.

Flasch: "Markenstärke und Innovationsführerschaft sind unser Rückgrat"

In der offiziellen Mitteilung betont CEO Markus Flasch den langfristigen Kurs:


"In einem anspruchsvollen Marktumfeld haben wir unsere Stärken ausgespielt und in vielen Märkten und Segmenten besser denn je abgeschnitten. […] Auf diesen Erfolgsgaranten baut BMW Motorrad auch künftig auf, daher blicke ich sehr zuversichtlich auf das Jahr 2026."


Während andere Hersteller zum Teil mit stark rückläufigen Zahlen kämpfen, konnte BMW 2025 erneut über 200.000 Einheiten weltweit absetzen. Das spricht für eine stabile Nachfrage im oberen Preissegment, das von wirtschaftlichen Schwankungen traditionell weniger betroffen ist.


Europa als Fundament für den Erfolg

Mit 118.814 verkauften Motorrädern blieb Europa auch 2025 der wichtigste Absatzmarkt. Besonders Italien, Spanien und Portugal verzeichneten historische Bestwerte – Länder, in denen BMW mit den Modellen R 1300 R, R 1300 RS und R 12 G/S neue Impulse setzte.


Deutschland bleibt mit 25.516 verkauften Maschinen der größte Einzelmarkt. Bemerkenswert: In einem rückläufigen Gesamtsegment über 500 ccm konnte BMW +4,1 Prozentpunkte Marktanteil gewinnen.


Die Stabilität in Europa zeigt sich auch in den 1000PS Top Awards 2025. Dort belegte die BMW R 1300 GS in der Kategorie Oberklasse-Reiseenduros Rang 2 hinter Ducati, nach Rang 3 im Vorjahr - das Ausmerzen der Kinderkrankheiten hat sich bewährt.


Amerika und Asien mit solidem Beitrag

In Übersee bleibt BMW präsent: Die USA zeigen mit 14.869 Stück auf, für manche überraschend platziert sich Brasilien mit 14.488 Einheiten nur sehr knapp dahinter. Am anderen Ende der Welt, dem komplexen Markt China sind es immerhin 10.555 Motorräder.


Gerade in China und Südostasien profitiert BMW von einer wachsenden Premium-Nachfrage. In Ländern wie Malaysia und Japan wurden laut Mitteilung Rekordzahlen erreicht – ein Indikator für die Verschiebung der Wachstumszentren.


Die GS als Synonym für die Marke

Das erfolgreichste Modell bleibt die BMW R 1300 GS samt Adventure-Variante, die zusammen über 66.000 Einheiten erreichten.


Das Erfolgsrezept: hohes technisches Niveau (und mittlerweile) Reife, weltweite Markenbindung und kontinuierliche Modellpflege.
Auch die neu eingeführten R 1300 RT und R 12 G/S trugen zum Absatz bei. Nach einem turbulenten Dauertest 2024 und 2025 hatte McGregor auf 10.000km kaum etwas zu beanstanden und lobte die GS für ihre ausgewogene Ergonomie und ihr neutrales Handling, sowie die einfache Handhabung trotz des gestiegenen Elektronikumfangs.


Bild von McGregor
McGregor

"Die BMW R 1300 GS präsentiert sich nach 10.000 Kilometern als souveräne, moderne und beeindruckend vielseitige Reiseenduro. Keine Ausfälle, starke Technik, hoher Komfort und ein harmonisches Gesamtpaket. Kleine Detailkritiken bleiben, doch das große Ganze stimmt. Das war aber eigentlich auch schon vorher so. Die Fahrperformance der R 1300 GS hat kaum wer in Frage gestellt, doch die vielen technischen Probleme untergruben ihr Image. Nach 10.000 Kilometern ohne Vorfälle ist nun etwas Optimismus angebracht. BMW scheint die Kinderkrankheiten der neuesten GS-Generation überwunden zu haben. Damit entscheidet beim Kaufentscheid endlich nicht mehr was sein könnte, sondern nur mehr was ist!"

Mittelklasse gewinnt an Bedeutung

Parallel zum Premiumgeschäft wächst die F-Baureihe. Über 41.000 verkaufte Einheiten der Modelle F 800 GS, F 900 R und F 900 GS zeigen, dass BMW auch in der Mittelklasse überzeugt.


Die BMW F 900 GS wurde bei den 1000PS Top Awards 2024 zur besten Offroad-Reiseenduro gewählt – ein Beleg für den Spagat zwischen Allrounder und Adventure-Bike, der auch 2025 noch für Platz 2 reicht.


Auch im Urban-Mobility-Segment bleibt BMW erfolgreich: C 400 GT, C 400 X, CE 04 und CE 02 erreichten gemeinsam über 18.000 Verkäufe. Besonders der CE 04 hat für einiges Aufsehen gesorgt, auch wenn die Elektrifizierung immer noch langsam voranschreitet.


Sportliche Modelle halten die Marke dynamisch

Mit 28.408 verkauften Vierzylindermodellen der S- und M-Baureihen bleibt BMW auch im Performance-Segment präsent.
Die S 1000 RR bleibt eines der meistverkauften Superbikes weltweit, während die M 1000 R und M 1000 XR das Portfolio technisch nach oben abrunden.


Ausblick 2026: Elektrifizierung und BMW als Erlebnis am Newchurch Summit

BMW kündigt für 2026 eine Fortsetzung des Innovationskurses an – mit Fokus auf Elektrifizierung im städtischen Gebiet, Connectivity und neuen Erlebnisformaten. So egagiert sich BMW als einer der großen Partner am Newchurch Summit 2026. BMW Motorrad wird beim Newchurch Summit 2026 gemeinsam mit dem Enduropark Hechlingen auftreten.


Insgesamt sollen rund 35 Motorräder vor Ort sein – verteilt auf Onroad-Testrides und Offroad-Einsätze in der Schottergrube. Für die Straße werden fast alle 2026er Modelle verfügbar sein. In der Schottergrube stehen alle GS-Modelle von der F 450 GS bis zur R 1300 GS Adventure bereit.


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Bericht vom 19.01.2026 | 7.714 Aufrufe

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