Eindrücke der Motorradwelt Bodensee 2026

Die Highlights der Messe zusammengefasst!

Über 40.000 Besucher, volle Hallen und spürbar bessere Stimmung als in den letzten Jahren. Die Motorradwelt Bodensee 2026 hat gezeigt, dass die Szene wieder Fahrt aufnimmt. Nicht nur mit Neuheiten, sondern vor allem mit Gesprächen, Einordnungen und greifbaren Entwicklungen. Vom Comeback grosser Marken über technologische Themen wie automatisiertes Schalten und Airbags bis hin zu neuen Playern aus Asien.

Die nackte Zahl aus dem offiziellen Fazit spricht für sich. Über 40.000 Besucher strömten nach Friedrichshafen, viele Stände meldeten durchgehend hohes Interesse. Entscheidender als die Zahl war aber die Stimmung. Die Messe wirkte nicht wie eine reine Produktschau, sondern wie ein Treffpunkt einer Szene, die optimistisch nach vorne schaut. Händler sprachen offen über Verfügbarkeit, Hersteller über Strategien und Besucher stellten konkrete Fragen statt nur Fotos zu machen.

Benda Dark Flag, BMW R20 Concept und Indian Chief Vintage - krasse Motorräder im Fokus

Benda Dark Flag und der Blick in die Zukunft Am Stand von Benda wurde deutlich, wie schnell sich Wahrnehmungen ändern können. Vor zwei Jahren noch belächelt, präsentierte sich die Marke diesmal selbstbewusst und erstaunlich offen. Die Dark Flag mit ihrem V4-Motor und 950 Kubik zog viele Blicke auf sich, ebenso das klare Bekenntnis zur europäischen Struktur. Laut Gespräch wird der gesamte DACH- und Westeuropa-Vertrieb künftig direkt von Salzburg aus gesteuert, ohne Zwischenhändler, mit direkter Anbindung ans Werk in China. Spannend war auch der Ausblick: Mit der 350 CVT Neo Chinchilla steht ein Modell mit Automatikgetriebe in den Startlöchern, dazu wurde ein P51 Concept mit Hybrid-Boxermotor angekündigt, das auf kommenden Messen gezeigt werden soll.

BMW Concept R20 mehr als nur ein Schaustück

Bei BMW Motorrad sorgte nicht nur die GS für Andrang. Mitten im Stand: das Concept R20. Ein klassischer Roadster mit deutlichem R 9T - Anklang, kombiniert mit dem grossen 1800er Boxer aus der R18-Baureihe. Technische Details blieben bewusst vage, selbst auf Nachfrage. Die Mischung aus klarer Formsprache und offenen Fragen machte das Konzept zu einem echten Gesprächsthema auf der Messe.

Indian Chief Vintage eine Weltpremiere am Bodensee

Ein echtes Highlight setzte Indian Motorcycle. Mit der neuen Chief Vintage feierte die Marke eine Weltpremiere direkt auf der Motorradwelt Bodensee. Das Modell ist eine Hommage an die Indian Chief von 1940: tiefe Kotflügel, langgezogene Trittbretter, freischwingender Sattel, matt gehaltene Oberflächen und bewusst wenig Chrom. Bemerkenswert war auch das offene Gespräch zur neuen Eigentümerstruktur nach der Trennung von Polaris. Der Tenor war klar: keine Notlösung, sondern ein strategischer Schritt in Richtung Eigenständigkeit und Markenfokus.

Weltpremiere an der Motorradwelt Bodensee 2026: Die Indian Chief Vintage – angelehnt an das Original von 1940
Weltpremiere an der Motorradwelt Bodensee 2026: Die Indian Chief Vintage – angelehnt an das Original von 1940

Wieder Orange auf der Motorradwelt Bodensee 2026

Für viele Besucher war es mehr als nur ein Stand es war ein kleines Aufatmen. KTM ist zurück auf der Motorradwelt Bodensee. Nach mehreren Jahren Abwesenheit stand Orange wieder prominent in der Halle, inklusive breiter Modellpalette und sichtbarer Aufbruchsstimmung.

Der Zeitpunkt hätte kaum besser sein können. Frisch nach dem Dakar-Sieg präsentierte sich KTM selbstbewusst, aber erstaunlich bodenständig. Im Gespräch ging es weniger um Marketingparolen, sondern um ein Thema, das viele Kunden aktuell umtreibt: Verfügbarkeit. Die klare Aussage vom Stand lautete, dass KTM seit Mitte des letzten Jahres wieder mit voller Kraft produziert. Viele Modelle stehen bereits bei den Händlern, andere folgen zeitnah.

Konkret genannt wurden die 990 Duke R, die RC 990 RCR sowie die 1390 Super Adventure, die laut Aussage entweder schon ausgeliefert werden oder sich gerade auf dem Weg in die Schauräume befinden. Dazu kommt, dass Vorführer bereits eingefahren werden und Probefahrten aktiv geplant sind. Der angekündigte KTM Orange Day im April wurde mehrfach als wichtiger Termin für Interessenten hervorgehoben.

Spürbar war auch, dass sich KTM wieder zeigen wollte. Sechs Jahre Abwesenheit haben Spuren hinterlassen, aber genau deshalb war der Stand durchgehend gut besucht. Viele Gespräche drehten sich nicht nur um Leistung oder Ausstattung, sondern um Vertrauen.

Ein erfreuliches Bild: Nach 6 Jahren ist KTM mit einem Stand zurück an der Motorradwelt Bodensee 2026
Ein erfreuliches Bild: Nach 6 Jahren ist KTM mit einem Stand zurück an der Motorradwelt Bodensee 2026

Spannende Interviewpartner an der Motorradwelt Bodensee 2026

Neben den Motorrädern waren es vor allem die Menschen, die der Motorradwelt Bodensee 2026 Tiefe verliehen haben. Gespräche, die länger dauerten als geplant und Inhalte transportierten, die man nicht aus einem Datenblatt liest.

Bernd Hiemer: Kontrolle, Erfahrung und Neuzugang bei 1000PS

Ein echtes Messe-Statement kam von Bernd Hiemer. Der ehemalige Supermoto-Weltmeister zeigte auf der Actionfläche eindrucksvoll, was mit einer BMW R 1300 GS möglich ist. Luftsprünge, saubere Landungen, volle Kontrolle und das mit einem Motorrad, das viele primär als Reisemaschine sehen.

Im Gespräch wurde schnell klar, dass Hiemer nicht nur als Showfahrer vor Ort war. Er wird künftig redaktionell für 1000PS bestimmte Geschichten produzieren und bringt damit jahrzehntelange Erfahrung aus Rennsport, Entwicklung und Training ein. Besonders spannend war seine Einordnung, welche Aspekte aus dem Profisport tatsächlich für Serienfahrer relevant sind und welche eher nicht.

Maxi Schek - Dakar Emotionen live an der MoWe

Ganz anders, aber mindestens genauso eindrücklich war das Gespräch mit Maxi, einem jungen Fahrer aus der Region, der sich an die Dakar Originals wagte. Keine Mechaniker, keine Unterstützung, kein Komfort. Alles selbst machen, jeden Tag. Seine Erzählungen gaben einen selten ehrlichen Einblick in diese extreme Kategorie.

Highlights wie eine Flow-Etappe im Sand standen brutalen Momenten gegenüber, etwa einer Stage mit hunderten Kilometern über zermürbende Steinfelder, nach bereits tausenden Kilometern im Sattel. Besonders stark war der Moment, als er beschrieb, wie erst Minuten nach dem Zieleinlauf wirklich realisiert wurde, was er da gerade geschafft hatte. Solche Geschichten holten die Dakar aus dem Fernsehen direkt in die Messehalle.

Dakar-Spirit am Bodensee: Interview mit Maxi Schek – er absolvierte erfolgreich die Dakar Original by Motul
Dakar-Spirit am Bodensee: Interview mit Maxi Schek – er absolvierte erfolgreich die Dakar Original by Motul

Messebilanz, Shows und Einordnung: Hat sich die Motorradwelt Bodensee 2026 gelohnt?

Mit über 40.000 Besuchern bestätigte die Motorradwelt Bodensee 2026 ihre Rolle als zentrale Frühjahrsmesse im deutschsprachigen Raum. Doch die Messe lebte nicht nur von Ständen und Gesprächen, sondern auch von Bewegung und Action.

Die Shows auf den Aktionsflächen sorgten durchgehend für volle Ränge. Stunt- und Fahrdemos machten Technik sichtbar, erklärbar und emotional. Gerade die Kombination aus schweren Reiseenduros und präziser Fahrtechnik zeigte eindrucksvoll, wie breit das moderne Motorradfahren heute aufgestellt ist.

Auffällig war auch die Mischung des Publikums. Vom Fahranfänger bis zum Dakar-Fan, vom Technikinteressierten bis zum Reisenden. Die Motorradwelt Bodensee 2026 schaffte es, diese Gruppen zusammenzubringen, ohne sich zu verzetteln. Weniger Show um der Show willen, dafür mehr Inhalte mit Bezug zur Praxis. Genau das machte diese Ausgabe stark und lässt optimistisch auf die kommenden Jahre blicken.

Hier gehts zu unserem Messe-Rundgang auf Youtube: youtube.com/watch?v=krrTo87b1qI

Fleissiges Probesitzen, interessante Gespräche und jede Menge Actiongeladene Shows: Das war die Motorradwelt Bodensee 2026
Fleissiges Probesitzen, interessante Gespräche und jede Menge Actiongeladene Shows: Das war die Motorradwelt Bodensee 2026

Bericht vom 28.01.2026 | 1.228 Aufrufe

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