Suzuki GSX 1400

Captain Black gewann im Sommer die GSX 1400 für feine 10 Tage. Bis jetzt hat er überlegt wie er uns seine Heldentaten am Eisen beichten soll...

Wie das Leiden begann

An der ganzen Malaise ist natürlich nur der Nasty Nils schuld. Vorlauter konsequenter Akquisition von Gewinnen in Event- oder Naturalform hat er's diesmal übertrieben. Es ist nicht sehr zielführend, eine derartige Waffe einfach irgendwelchen völlig unbekannten Menschen zu geben. Für 10 tage!! Der Mann muß unglaublichen Mut haben. Bewundernswert. Wirklich. Die anderen glücklichen Gewinner kenn ich nicht. Ich weiß nur von meiner Vorfahrerin (Auf der GigantnGixxn), dass sie auch aus Graz kommt, weswegen das Mopperl schon in Graz war. Damit hat sich die Abholung doch eher sehr vereinfacht. Natürlich konnte ich Dank der Umsicht meiner Vorfahrerin ein perfekt gepflegtes, blitzsauberes und auch vollgetanktes Motorrad übernehmen. Einen herzlichen Dank an die rücksichtsvolle Dame. Deswegen musste ich auch das Mopperl nicht extrig waschen gehen vor dem Fotografieren.

 

Ein Erstkontakt immer nur bei schönem Wetter!

Dank dem selbstlosen und schwerst engagierten Einsatz des großen Nesut, der sich wahrhaftig, sichtlich und auch wirksam um uns Gewinner bemühte, war die Abwicklung eine absolute Kleinigkeit. Die Mädels vom Suzuki Eberhard in der Kärntner Straße in Graz warn auch zuvorkommend und vor allem sehr hurtig und unbürokratisch in der Abwicklung. So ghörts. Glücklicherweise begann es genau bei meiner Ausfahrt aus dem Hof echt gscheid zum schütten. Nicht so ein Frühlingsniesler, sondern die Tropfen, die trotz Helm noch gscheid prasseln auf der Murmel. Anhörn tut sich so was wie ein Drum-Solo vom Ulrich Larsi auf Extasy. Sehr super. Eine grad frisch angeregnete Straße bringt ja einen Reibwert zwischen ihr und den Reifen, der netterweise grausiger ist als auf Schmierseife. Und der Berg in der Drehmomentkurve in Verbindung mit dem katastrophalen Reibwert bringt für gewöhnlich kurzen Spaß der lauten und teuren Sorte. Völlig spontanes und nachhaltiges Durchreißen am Hinterbock bei 40 in der Dritten ist ganz alltäglich. Bis heut weiß ich nicht, warum ich ausgerechnet auf der Waffe alle Nadeln an der Tanne halten konnte und nix extremes probiert habe. Naß, aber glücklich stellte ich die Gigantische zu hause ab.

 

Das Böse unterwegs

Nachdem sich die Wetterlage am Nachmittag des ersten Tages entschieden verbesserte, war eines natürlich sofort klar: Angriff!!! Ein Ausfahrterl auf bekannten Wegen bot sich an. Zu diesem Behufe wurde der im ipsokineten Bergrennbereich über die Grenzen des Bezirks Bruck an der Mur hinaus bekannte und gefürchtete Rechberg ausgewählt. Auch weil ein Weg dorthin über eine Schnellstraße führt und das ist kein Nachteil mit einem neuen Moped, zum Gewöhnen halt. Obwohl ansonten ja die zelebrierte Geradeausfahrt gerade noch für undressierte Schimpansen zulässig und auch beachtenswert ist. Der Weg über den bei Radfahrern sehr beliebten Schöckel schied ob der Unkenntnis des Mopeds und der zu befürchtenden starken Verschotterung aus. Auf der Brunhilde, ja, kein Problem. Die find´ den Weg eh schon selber. Kann ich meditieren unterwegs. Aber nicht mit der Mordwaffe! Der Rechberg mit seiner feinen, aber leider viel zu kurzen Kombination an verschiedensten Schräglagen und Steigungswinkeln tat das seine zur fortschreitenden Sicherungsentnahme in der Schaltzentrale des Käptn. Schon am Bandl zeigte sich das merkwürdig zwitterhafte Wesen der Gigantischen. Bei niedrigen Geschwindigkeiten biegt die Fuhre auf den Gedanken ab und kaum wird's schneller, ist da eine Stabilität, vom Feinsten kann ich nur sagen. Sehr relaxt, mit einem Kilo sechzig von Neapel bis Narvik. Ohne Problem.

 

Und wie liegt die mobile Streckbank im Eck?

Einlenken und Stabilität haben wir schon behandelt. Nach einer kleinen Änderung an der Federvorspannung an den hinteren Federbeinen verbesserte sich das Feedback vom hinteren Huf eklatant. War doch etwas zu wenig. Vorher. Die überraschend harte Abstimmung wird dadurch nicht verschlimmert, der Komfort ist gleich wie vorher, nur lasst sich's im Eck so weit besser Feuer geben als vorher. Und so was könnt ja zählen. Im Ernstfall. Sie war vorher auch kein blunznwaaches Tourensofa. Ehrlich.

 

Für mich als verseuchten Hochradfahrer mit Straßenreifen war die nicht vorhandene Korrekturmöglichkeit in voller Schräglage doch sehr befremdlich zu Beginn. Gewohnt, einfach nach Situation irgendwie ins Eck zu stechen und dann das Ding gscheid durchzutreten, musste ich doch das eine oder andre Mal leicht an die Gummiballtheorie von den Reitwaglern denken. Erschwerend hinzu kommt noch die mangelnde Möglichkeit, nach vorne zu gehen und mit der Gewichtsverteilung noch was zu derrichten. Allerdings ist die Gigantische ja auch das doppelte von der Brunhilde und damit auch anders zu zähmen. Angesichts der Masse ist die Schräglagenfreiheit völlig ausreichend. Ein gscheider Hänger ist sogar für mich zum derreiten. Sogar auf der Riess, was der MadMax (ehemals Ganzbrav) ja nicht glauben tut.

 

Sind 20 Federn wirklich nötig?

Allen Gerüchten zum Trotz funktioniert die Hinterradfederung mit den Doppelfederbeinen eigentlich ganz anständig. Die mangelnde Einstellbarkeit an den Federelementen vor allem die sportlichern und beleibteren Hertreter unter den Giganten-Treibern stören. Aber auch das ist gegen Einwurf kleiner Münzen sicher leicht behebbar. Im Fall vom Einwurf großer Münzen reichen auch 19 Federn, denn dann steht ein Umbau auf Zentralfederbein an.

 

Und wie sitzt der Affe so am Schleifstein?

Die Sitzposition und die Erreichbarkeit von grifflich und pedalör notwendigen Armaturen ist vortrefflich gelungen. Sogar für einen derartig langen Dürrling ist es passend. Und der wesentlich kompaktere Masta Steve, der wo lang nicht die Reichweite hat wie ich, kommt pipifein zurecht. Obwohl dem sein Grinsen sicher nicht nur von der Sitzposition kam. Wohl eher vom Streckbankeffekt des Murls. Ich konnte trotz meiner Knieprobleme längere Strecken problemlos durchhalten. Kann natürlich auch an der durchblutungsfördernden Heizung der Knie durch die Abwärme vom luftgekühlten Reaktor kommen. Nur in der engagierten Rodlerei nahe der ABG (AufBertelGrenze) stört der doch sehr breite Reihenvierer vorm Schritt. Bin ich doch nur ein Drittel der Motorbreite gewöhnt von meiner Brunhilde. Der große Tank mit all seinen Vorteilen ist am Lenkkopf allerdings eher suboptimal geformt, was den Lenkwinkel sehr reduziert und damit die Manövrierfähigkeit vor allem beim Einparken in der beengten Stadt stark beschneidet. Die Sitzbank ist vom Sitzen her pipifein, auch für den Sozius. Der Masta Steve hat gemosert, sie wär zu weich, aber der soll sich eben ein Buchenscheit unterlegen, wenn's ihn glücklich macht. Der Windschutz durch die Cockpitverkleidung ist für den legalen Geschwindigkeitsbereich absolut ausreichend. Nun ist dieser Bereich aber mit dem zweiten Gang locker abgedeckt. Rein rechnerisch marschiert das Mopperl in der Zweiten auf über 160. Rein rechnerisch. Natürlich nie ausprobiert, wo kämen wir denn da hin.

 

Rein posiertechnisch gesehen

Silber ist nicht die erste Wahl für diesen abartig großen Tank. Wirklich nicht. Hier ist die Kombination aus Weis, Blau und Schwarz extraordinär zu favorisieren. Bei der Demonstration der Fähigkeiten in der Verarbeitung hat Suzuki wirklich nicht gespart. Ist aber nicht unbedingt nötig. Der Anteil an verchromten oder lackierten Teilen kann durchaus höher sein. Steigert drastisch den Posierfaktor. Die Armaturen sind informativ und gut ablesbar. Ein Drehzahlmesser kann bei solch einem Motor getrost entfallen. Irgendwas wird den fleißigen kleinen Menschen in Hamamatsu (oder wie das Kaff heißt) schon einfallen, um den so entstehenden Platz zweckfreundlich nutzen zu können. Ein Fernseher vielleicht? Für die Rauchpausen zur Unterhaltung? Egal. Die Abgasanlage ist sogar für japanische Verhältnisse heillos überdimensioniert. Das Ergebnis ist Optisch einigermaßen o.k. und akustisch eine glatte Katastrophe. Der Spruch ist sogar für einen Vierzylinder schwer zu ertragen. Nur einer statt zwei Endtöpfen reicht völlig.

 

Das Kraftwerk

Die Einspritzung erspart dem Fahrer die unwürdige und nervige Choke-Spielerei, die bei Suzuki bekanntermaßen große Erfahrung und Leidensfähigkeit voraussetzt. Die Performance des Motors stellt fast alles andere weit in den Schatten. Die perfekte Drehmomentkurve mit dem Maximum irgendwo um 5000 und ähnlich viel von 2000 bis 6500 bewirkt einen Turbinenartigen Schub ohne Loch, dass einem schlecht wird. Hat man sich die doch sehr harten Lastwechselreaktionen zwischen Schub und Zug gewöhnt, ist der Motor ein angenehmer und feiner Geselle. Ständig droht es einem, die Hände auszureißen. In praktisch jedem Gang. Ich kann mich problemlos völlig aufrecht stehend in den eigenen Kniekehlen kratzen. Nach nur 10 tagen auf der Gigantischen. Muß sofort den ganzen Körper mit Gurktaler Alpenkräuter einreiben. Pickt wie nur was und duftet kräutig. Kühlt auch. Weil sogar die Eiswürfel picken bleiben.

Die Fuhre in der vollen Pracht

So wie beim 1.GIMP (1. Grazer Innenstadt Moped Posiererverein) und beim KSJ (Klagenfurter Supersport Jagdgeschwader) üblich, bleibt die ganze Arbeit ganz allein beim Käptn. Wie auch sonst, bins ja gewöhnt. Wenigstens der Masta Steve hat sich derbarmt und versucht, sich die Gigantische untertan zu machen. Versucht. Wie abzusehen, ist das Unvermeidliche passiert. Unkontrolliertes permanentes Grinsen und Knöchelabschürfungen an den Händen vom Kratzen am Boden wegen der gestreckten Hände. Aus dem großen Kreuz und Quer Test ist nix geworden, weil die Teilnehmer nach den ersten gestammelten Schilderungen auf einmal alle irgendwelche Ausreden hatten. Da War das KTM-Festival (MadMudAl), die Familie (MadMAx, RazorRudi), eine mittelprächtig ansimulierte Bänderzerrung (LatinLoverEde), die Arbeit (LittleStiffSteven) und der Erzbergfrust (Mausi Klartiniak). Wenigstens der Cruising Culte (Digicam geborgt) und der Graf Gutsherr (Fotograf) waren zur Stelle. Und der Masta Steve hat sogar gekocht für mich. Dickes Bussi. Hintennach kann man sagen, dass als Nachteile das Gewicht, die dadurch bedingte Trägheit, die fehlende Kolbenbodenbeleuchtung, keine selbstdrehenden Ventiltaschen und die nicht verchromte Kolbenrückzugsfeder anzuführen sind. All das ließ sich aber im Rahmen der kleinen Modellpflege beheben

Prost!

Der Käptn

Bericht vom 21.10.2003 | 35.999 Aufrufe

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