Niu MQi GT 70 km/h Elektroroller Test 2021

Das neue Topmodell unterwegs in der City

Elektrisch durch die Stadt! Mit dem MQi GT bietet Niu eine spannende Elektro-Alternative zu sonstigen Stadtrollern an. Praktisch und unkompliziert soll er sein - das alles zu einem attraktiven Preis. Kann er diese Ansprüche erfüllen? Wir haben die 70 km/h Variante getestet!

Stadtroller müssen mehrere Zwecke erfüllen. Sie sollen praktisch sein, ein unkompliziertes Handling bieten und dazu noch wenig verbrauchen. Eigentlich könnte man den Niu sofort als Gewinner abstempeln, denn der Verbrauch liegt bei 0 Liter auf 100 km! Dennoch haben sich uns so manche Tücken am Elektrokonzept eröffnet. Mehr dazu gleich.

Niu MQi GT Ladezeit und Reichweite

Ein großer Kritikpunkt, den Elektrogegner gerne finden, ist die Reichweite. Beim Niu gibt es jedoch keinen Grund zur Sorge, denn mit einer Reichweite von 70 bis 80 Kilometer bietet der MQi GT genügend Saft, um die täglichen Erledigungen unter den Hut zu bekommen. Sobald man zuhause angekommen ist, können die zwei Lithium Ion Akkus mit einer Kapazität von 31 Ah entweder direkt im Fahrzeug geladen werden, oder für die Ladung in der Wohnung ganz einfach entfernt werden.

Niu MQi GT Batterien
Die Batterien des MQi GT können auch gut als Hantelersatz verwendet werden.

Mit einem Gewicht von jeweils 11 Kilogramm lassen sie sich dank dem Tragegriff leicht transportieren und unkompliziert an der Haushaltssteckdose laden. Theoretisch könnte der MQi GT auch nur mit einem Akku betrieben werden, doch darunter leidet die Performance und es nur eine Höchstgeschwindigkeit von circa 35 km/h möglich.

Leistung und Höchstgeschwindigkeit des Niu Elektrorollers

Angetrieben wird der Elektroroller von einem Bosch Motor mit 3.100 W Dauerleistung. Vergleichbar ist dies in etwa mit einer 110 Kubik Roller mit circa 7 PS. Die Leistung wird über 3 Fahrmodi abgegeben:

  • E-Save: Begrenzt auf 25 km/h, größte Reichweite
  • Dynamic: Begrenzt auf 55 km/h, normale Stadtfahrten
  • Sport: Höchstgeschwindigkeit 70 km/h (77 km/h lt. Tacho möglich)

In der Praxis haben wir den MQi GT entweder im Dynamic Mode verwendet, der als Standard-Modus gesehen werden kann, oder in der Sport-Konfiguration. Je nach Modus verändert sich auch die Beschleunigung, die jedoch selbst im kräftigen Sportmodus eher sanft zur Sache geht. Ampelstarts wird man selten gewinnen, dafür ist man aber vollkommen lautlos unterwegs. Als durchaus praktisches Feature hat sich der Tempomat herausgestellt, der ab einer Geschwindigkeit von 10 km/h mit nur einem Knopfdruck aktiviert werden kann. Radarstrafen kann man damit in 30er Zonen leicht verhindern.

Zweckmäßige Anzeigen und Verarbeitungsqualität des MQi GT

Die Auswahl der Fahrmodi, sowie die Anzeige der Fahrdaten erfolgt über ein große LC-Display. Neben der aktuellen Geschwindigkeit findet man den Ladezustand der Akkus, einen Kilometerzähler, den aktuellen Fahrmodus, eine Uhr, sowie Infos zur Connectivity. Die Darstellung ist verständlich, nur bei gewisser Sonneneinstrahlung kann die Ablesbarkeit leiden. Überraschend und erfreulich ist zudem die gute Verarbeitungsqualität der Bedienelemente. Alle Knöpfe fühlen sich wertig an und geben klares Feedback bei ihrer Betätigung. Doch auch das restliche Fahrzeug fällt mit seiner Verarbeitungsqualität positiv auf, der vollständige Einsatz von LED verstärkt das Premium-Gefühl.

Der Niu MQi GT im Alltag ohne echtem Stauraum

So muss der Niu den Alltagstest in Wiener Neustadt starten. Die Akkus werden unter der 816 mm hohen Sitzbank verstaut und los geht's. Außer für die Lenkersperre ist die Öffnung der Sitzbank der einzige Fall, in dem man den klassischen Schlüssel noch benötigt. Der Rest funktioniert via einer kompakten Fernbedienung. Doch schon fällt leider der größte Nachteil an der heutigen Elektromobilität auf: Aufgrund der Größe der Akkus verbleibt nur ein winziges Staufach, das entweder Platz für die Ladekabel bietet, oder für Kleinkram wie Handy, Geldbörse, etc. verwendet werden kann. Wer einen Helm verstauen will, kann das mithilfe eines Helmhakens bewerkstelligen, oder gleich zum optionalen Topcase greifen. Einkäufe können dank des flachen Durchstiegs zwischen den Beinen platziert werden.

Niu MQI GT Stauraum
Aufgrund der Akkus passt nicht gerade viel unter die MQi GT Sitzbank.

Zwar hören sich 115 Kilogramm im fahrbereiten Zustand nach relativ viel Gewicht an, in der Praxis überrascht es aber, wie handlich sich der Niu anfühlt. Sowohl beim Rangieren, als auch bei niedrigem Tempo schenkt der Elektroroller viel Vertrauen und wird auch ungeübte Fahrer bestimmt nicht überfordern. Wer außerdem Angst hat, von Fußgängern auf Zebrastreifen nicht gehört zu werden, kann sich beruhigt fühlen: Sobald die Blinker aktiviert werden, gibt der MQi GT ein freundlichen Ton von sich, der an die Ankunft eines Aufzugs erinnert.

Kurzstrecken bewältigt der Elektroroller mit Bravur

Kommt es zum Fahrkomfort auf dem Niu MQi GT, erfüllt er genau das, was man von ihm erwartet. Er transportiert solide von Punkt A nach Punkt B. Da kann man darüber hinwegsehen, dass sich das Fahrwerk hölzern anfühlt und man aufgrund der Bauweise mit tiefem Durchstieg nicht die beste Stabilität im Chassis vorfindet. Doch all das stört nicht im alltäglichen Betrieb - schließlich verbringt man keinen ganzen Tag im Sattel, sondern meist nur 10 bis 15 Minuten am Stück. Die Bremsen mit Rekuperationsfunktion funktionieren hingegen tadellos und bringen den Roller sicher zum stehen.

Vorsicht ist jedoch bei Straßenbahnschienen geboten! Aufgrund des schmalen 90er Vorderreifens, sollte man Schienen in Fahrtrichtung schnell überqueren, um nicht hängen zu bleiben.

Niu MQi GT Preis

Natürlich sind Elektrofahrzeuge immer einen Hauch teurer als ihre Verbrenner-Pendants. Auf Dauer können sie sich aber wegen der geringen Servicekosten und den fehlenden Tankrechnung rentieren. Außerdem ist der Niu MQi GT für diese Klasse eigentlich relativ günstig. Insbesondere wenn ihn mit südlichen Premiumherstellern vergleicht...

Aktuelle Preise und Verfügbarkeiten findest du am 1000PS Motorrad Marktplatz: Niu MQi GT kaufen.

Lohnt sich der Ein-/Umstieg auf Elektro?

Bei heutigen 125er Rollern, die nur 2 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen, stellt sich oft die Frage, ob es sich lohnt, einen Elektroroller zu kaufen. Auch ich habe mir diese Frage gestellt. Mit dem optionalen Topcase wäre der Niu MQi GT tatsächlich eine Option für die Stadt! Die Fahrleistungen reichen für Kurzstrecken vollkommen aus und am Ende des Tages werden die Akkus entspannt in der Wohnung geladen. Stopps bei menschenüberfüllten Tankstellen sind ab sofort überflüssig! Außerdem gibt solch ein Elektroroller das Gefühl der Überlegenheit an der Ampel. Jeder Verbrenner-Roller wirkt schnell wie ein Dinosaurier aus vergangenen Zeiten.

Fazit: NIU MQiGT

Der neue Niu MQi GT in der 70 km/h Variante hat gezeigt, dass man bei heutigen Stadtrollern durchaus zu Elektroantrieb greifen kann. Reichweite und Leistungsabgabe stellen für den Einsatzbereich zufrieden, insbesondere da die Akkus schnell und einfach entfernt werden können. Somit kann man den MQi GT auch entspannt am Laternenparkplatz abstellen und am nächsten Morgen mit vollem Saft durchstarten. Einzig der fehlende Stauraum nimmt dem Niu den großen Vorteil, den Roller sonst mit sich bringen. Mit dem optionalen Topcase ist das aber schnell vergessen.


  • alltagstaugliche Reichweite
  • 77 km/h Höchstgeschwindkeit
  • handlich im Stand und bei Fahrt
  • herausnehmbare Akkus
  • charmanter Auftritt
  • geringer Stauraum
  • Fahrwerk etwas hölzern

Bericht vom 20.03.2021 | 16.121 Aufrufe

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