BMW S 1000 RR Test 2019

BMW S 1000 RR Test 2019

Noch stärker, noch schneller und mit M-Paket!

Die S 1000 RR lässt sich zweifelsohne als Speerspitze des BMW Modellprogramms bezeichnen. Kein anderes Motorrad aus Bayern beschleunigt so radikal, zieht dermaßen wild um Kurven und begeistert ihre Fangemeinde derart. Deshalb haben wir den ehemaligen Rennfahrer Klaus Grammer nach Estoril geschickt, um die neue Waffe von BMW auf der Rennstrecke auf Herz und Nieren zu testen!

Die S 1000 RR lässt sich zweifelsohne als Speerspitze des BMW Modellprogramms bezeichnen. Kein anderes Motorrad aus Bayern beschleunigt so radikal, zieht dermaßen wild um Kurven und begeistert ihre Fangemeinde derart. Deshalb haben wir den ehemaligen Rennfahrer Klaus Grammer nach Estoril geschickt, um die neue Waffe von BMW auf der Rennstrecke auf Herz und Nieren zu testen!

Leistung der S 1000 RR: 207 PS mit ShiftCam!

Mit ihrem 4 kg leichteren, neu entwickelten Vierzylinder-Reihenmotor erreicht die neue RR ein höheres Leistungsniveau als ihre Vorgängerin. Hierfür wurde nicht nur die Geometrie der Ein- und Auslasskanäle des Zylinderkopfes weiter optimiert, sondern es kommt mit der BMW ShiftCam Technologie auch eine bei BMW Motorrädern neue Technik zur Variierung der Ventilsteuerzeiten und der Ventilhübe auf der Einlassseite zum Einsatz. Die ShiftCam Technologie wird bis jetzt auch bei den neuen R 1250 Modellen verwendet. Ein überarbeiteter Ansaugtrakt sowie eine neue, 1,3 kg leichtere Abgasanlage tragen weiter zur gesteigerten Gesamt-Performance bei. Mit allen Maßnahmen konnte die Leistung um 8 PS auf 207 PS gesteigert werden, sowie das Gesamtgewicht auf 197 kg reduziert werden (mit M Paket 193,5 kg), was einer Reduzierung von 11 Kilogramm im Vergleich zur Vorgängerin entspricht. Die genaue Funktionsweise des Motors mit ShiftCam erfahrt ihr in diesem BMW S 1000 RR Technikbericht oder im Testvideo mit Klaus Grammer.

Präzises Fahrwerk und Fahrmodi auf der BMW S 1000 RR

Auch auf der Fahrwerksseite beließen die BMW Entwickler nichts beim Alten. Maßgabe bei der Konstruktion des neuen Hauptrahmens war es, neben einer Verbesserung der Ergonomie die Krafteinleitung direkt in die Motorstruktur und auf kürzest möglichen Wegen zu realisieren. Durch das Zusammenspiel aus neuer Fahrgeometrie, optimierter Radlastverteilung und der deutlichen Gewichtsoptimierung konnte bei der neuen RR eine Steigerung der Fahrdynamik erreicht werden. Erheblichen Anteil an der gesteigerten Fahrwerks-Performance trägt auch die neue Full Floater Pro Kinematik der hinteren Radaufhängung. Insgesamt profitiert der Fahrer der neuen RR von noch besserem Handling, gesteigerter Traktion und noch transparenterem Feedback. Als Sonderausstattung ab Werk kann die neue RR mit der nächsten Generation des elektonischen Fahrwerks DDC ausgerüstet werden, das mit einer neuen Ventil- und Regeltechnologie ausgestattet ist. Für ambitionierte Rennsporteinsätze ist zudem ein Shim-Paket zur gezielten Anpassung verfügbar.

Serienmäßig ist die S 1000 RR bereits mit den vier Fahrmodi „Rain“, „Road“, „Dynamic“ und „Race“ ausgestattet. BMW-typisch ist die aufpreispflichtige Zubehörliste sehr lang, weshalb bei Bedarf mit „Fahrmodi Pro“ noch drei zusätzliche, frei programmierbare Fahrmodi (Race Pro 1-3) zur Verfügung stehen. Hier können verschiedenste Regelfunktionen wie Traktionskontrolle DTC, ABS, Wheelie-Erkennung oder auch die passende Gaskennlinie (Drehmomentanpassung) oder Engine Brake individuell angepasst werden. Perfekt für alle Rennstrecken-Freaks! Weitere Features der Sonderausstattung „Fahrmodi Pro“ umfassen die Launch Control für perfekte Rennstarts sowie der konfigurierbare Pit-Lane-Limiter zur exakten Einhaltung der Geschwindigkeit in der Boxengasse. Schnelles Hoch- und Herunterschalten ohne Kupplung ermöglicht der Schaltassistent Pro, der bereits serienmäßig an Bord ist.

6,5 Zoll TFT-Display ersetzt den den analogen Drehzahlmesser

Wie auch die Konkurrenz-Supersportler der letzten Jahre setzt auch BMW ab 2019 auf ein TFT-Display in der S 1000 RR. Ziel war es, dem Fahrer maßgeschneiderte Bildschirmdarstellungen für verschiedene Einsatzzwecke anzubieten. So bietet der Pure-Ride-Screen alle notwendigen Informationen für den normalen Straßenbetrieb, während die drei Core-Screen-Darstellungen für den Betrieb auf der Rennstrecke ausgelegt sind und beispielsweise den Drehzahlmesser analog (Core 1 und 2) als auch in Form eines Balkendiagramms (Core 3) darstellen.

Das erste M Paket für BMW Motorräder

Jeder, der sich mit vierrädrigen Spaßmaschinen aus Bayern auskennt, assoziiert den Buchstaben 'M' mit der BMW Sportdivision. Mit der S 1000 RR stellt BMW das erste M-Paket für Motorräder vor, das ab Werk bestellt werden kann. Das Paket richtet sich an alle Kunden, die sich noch mehr Performance, Exklusivität und Rennsport in ihrer (bereits sehr sportlichen) S 1000 RR wünschen. Das M Paket für die neue BMW S 1000 RR besteht aus:

  • Motorsportlackierung
  • M Carbonräder
  • M Light Weight Batterie
  • M Chassis Kit mit Heckhöherlegung und Schwingendrehpunkt
  • M Sportsitz
  • Fahrmodus Pro

Fahreindrücke von Klaus Grammer

Es ist immer ein sehr trickreiches Unterfangen ein sauschnelles Motorrad auf einer „neuen“ Rennstrecke unter eher widrigen Bedingungen zu testen, aber es hat sich gelohnt!

Estoril ist sehr breit mit einem echt geilen Verlauf und daher bestens geeignet um der BMW S 1000RR auf den Zahn zu fühlen und die angekündigte Steigerung der Agilität im Vergleich zur „Alten“ zu erfahren. Ganz eindeutig trägt das geringe Gewicht der BMW, die leichten Felgen und die neu gestaltete Ergonomie dazu bei, dass ich mehr als einmal fast über den Innenkerb gefahren wäre. Es ist wirklich erstaunlich, wie sehr sich die „Neue“ diesbezüglich von der „Alten“ unterscheidet. Ich wage zu behaupten, dass BMW in diesem Punkt zwei Ausrufezeichen gesetzt hat!!

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Bessere Rundenzeit auf der neuen S1000RR dank cleverer Elektronik

In Verbindung mit der hervorragend funktionierenden Elektronik fällt die Entscheidung hinsichtlich Linienwahl am Kurvenausgang eher intuitiv. Die BMW muss nicht auf die gedachte Linie gezwungen werden. Dieses Verhalten wird noch vielen Piloten Freude bereiten und sich außerdem positiv auf die Rundenzeiten auswirken.

Die Elektronik ist aus meiner Sicht überhaupt der große Wurf. Das Ansprechverhalten des Motors in Verbindung mit der Traktionskontrolle ist absolut perfekt. Da kommt auch bei verschlissenen Regenreifen und auftrocknender Strecke keine Panik auf und der Fahrer bleibt Herr der Lage. Gefühlt ist man da gleich zwei Nummern größer!! Das Beharren der BMW-Verantwortlichen für die SBK-WM eine eigene Elektronik zu entwickeln und zu verwenden wird dem Hobby-Piloten noch viel Freude bereiten.

BMW S 1000 RR Fahrverhalten - schon zu einfach?

Als gelernter Suderer finde ich natürlich ein Haar in der Suppe und erlaube mir in die Zukunft zu blicken. Wenn die Entwicklung der Fahrwerke im Zusammenspiel mit der Elektronik so weiter geht, dann kann in einigen Jahren jeder „DAU“ (dümmster anzunehmender User) Vollgas aus der Ecke feuern! Wollen wir das??

Zum Motor ist nicht viel zu sagen. Absolut geschmeidig und sehr kraftvoll (da glaube ich den BMW-Angaben). Das Umschalten der Nockenwelle bei 9000U/min von der „Drehmomentnocke“ auf die „Leistungsnocke“ ist nicht zu spüren. Die „drei“ oben liegenden Nockenwellen sind eine super Idee und werden ihre Nachahmer finden! Sollte die Elektronik zu spinnen beginnen, bleibt die Nocke einfach in der zuletzt geschalteten Position.

Der neue Brems-Teile-Mix aus Nissin, Brembo und BMW ist ausgezeichnet zu dosieren und stark in der Wirkung. Da habe ich mir umsonst Sorgen gemacht!Positiv ist die TFT-Anzeigentafel aufgefallen. Insbesondere der optisch-analoge Drehzahlmesser ist perfekt ablesbar und übersichtlich.

BMW S 1000 RR 2019 Preise

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Fazit: BMW S 1000 RR

Klaus Grammers Fazit: BMW verspricht eine Sekunde pro Runde - ich denke - das ist in der Kombination von weniger Gewicht, mehr Leistung und besserer Elektronik tatsächlich realistisch!!! Jetzt brauche ich nur mehr 31.836.000 Runden am Limit fahren und dann habe ich meine nutzbare Lebenszeit um ein Jahr verlängert – das ist ca 22.000,- € (in Österreich) jedenfalls wert.

1
Vorteile
  • kraftvoller Motor
  • ShiftCam während der Fahrt nicht spürbar
  • gut dosierbare Bremse
  • TFT-Display mit verschiedenen Anzeigemöglichkeiten
  • einfach zu fahren
  • spürbar besser als die Vorgängerin
1
Nachteile
  • Kombination aus Fahrwerk und Elektronik fast schon zu perfekt - Stichwort: DAU (dümmster anzunehmender User)

Bericht vom 07.03.2019 | 16.250 Aufrufe

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