Honda CB500X 2019 Test

Honda CB500X 2019 Test

Gelände- und A2-tauglich

Die CB500X ist jenes der drei neu präsentierten 500er Modelle von Honda, welches im Vergleich zum Vorgänger die stärkste Weiterentwicklung durchgemacht hat. Obwohl die meisten Käufer sich selten mehr als 10% ihrer Fahrtzeit auf losem Untergrund fortbewegen, wurde genau in diesem Bereich ordentlich nachgelegt. Dabei bleibt zu hoffen, dass der kleine Abenteurer ebenso nichts von seiner wunderbaren Fahrbarkeit auf der Straße eingebüßt hat. Der Test im Rahmen der Modellpräsentation auf Teneriffa konnte diese Frage nun schnell und eindeutig beantworten!

„More X“ lautete die Devise für das 2019er Modellupdate der CB500X, was soviel wie ein Plus an Geländetauglichkeit bedeutet. Das 500er Abenteuermotorrad wurde von den drei auf Teneriffa präsentierten Modellen mit den meisten und offensichtlichsten Erneuerungen gesegnet. Alle davon sollen die Gelände-CB besser für den Ausflug auf losem Untergrund wappnen. Die neue Optik jedenfalls ist definitiv ein vielversprechendes Statement in Richtung Offroad-Einsatz.

Die CB500X als kleine Schwester der Africa Twin

Die Front soll bewusst an die legendäre Africa Twin erinnern. Die neuen Verkleidungsteile lassen die X stattlicher aussehen und machen Lust auf Abenteuer. Der schöne Motor wird nun stolz präsentiert, der Schnabel an der Front ist deutlich kürzer geworden, während die Scheibe an Länge dazugewonnen hat. Die montierten Dunlop Trailmax Mixtour passen ebenso gut ins Adventur-Bike-Bild. Aus der Fahrerperspektive sticht vor allem das neue LCD-Display hervor, welches ab sofort auch über den momentan eingelegten Gang Auskunft erteilt.

CB500X jetzt mit 19 Zoll Vorderrad

Das 2019er Modell rollt auf einem 19 Zoll großen 110er Vorderrad durch die Gegend, auf welchem eine 310mm große Einzelbremsscheibe mit Doppelkolbensattel befestigt wird. Ähnlich wie auf den Schwestermodellen braucht es etwas mehr Handkraft am Hebel, um die 197 vollgetankten Kilo wieder einzufangen. Der Initialbiss fällt dafür vollkommen sanft aus, was nicht nur Einsteiger, sondern vor allem auch die Gelände-affinen Fahrer erfreuen wird. Der Fußbremshebel jedoch, der auf eine 240mm große Scheibe beißen lässt, ist für die Fahrt auf losem Untergrund nicht ganz so perfekt positioniert. Der Leerweg ist für meinen Geschmack etwas zu lang ausgefallen.

Geländetaugliche CB500X

Die weiteren Erneuerungen treffen aber wieder voll ins Schwarze: Der Lenker ist schön breit und auch für die stehende Fahrt im Gelände hoch genug gelegen. Der Lenkeinschlag wurde um drei Grad erhöht, worüber ich mich vor allem bei den zahlreichen Wendemanövern im Zuge der Foto- und Videofahrten sehr freuen durfte. Auch die 830mm hohe Sitzbank hat eine wohl durchdachte Form und ist vorne am Tank recht schmal. Dies macht das Motorrad auch weniger großen Piloten zugänglicher und ermöglicht es, die Beine an die Motorradflanken anzuschmiegen, was auf losem Untergrund mehr Vertrauen schafft. Da sich so besser erspüren lässt, was das Gefährt unter einem gerade so treibt.

Extrem einsteigerfreundlich

Auf den staubigen Schotterpisten Teneriffas kam mir vor allem der unkomplizierte Motor zu Gute. Ich habe zwar schon zahlreiche Zweiradkilometer gesammelt, auf unbefestigtem Untergrund jedoch so gut wie keine. Was so viel bedeutet, dass ich besonders enge Ecken ausgesprochen langsam durchfahre. Meine Geschwindigkeit kann so gerade noch verhindern, dass die Fuhre aufgrund mangelnder Vorwärtsbewegung einfach umfällt. Ein Aggregat, welches im niedertourigsten Bereich anfängt, durch die Gegend zu ruckeln, hätte mich garantiert zahlreiche Nerven gekostet. Nicht so der 471ccm³ große Paralleltwin, welchen ich im zweiten Gang fast bis zum Stillstand nutzen konnte. Ohne die CB500X dabei in akute Abwürggefahr zu bringen.

CB500X mit neuem Stoßdämpfer

Auch an den Federelementen wurde kräftig geschraubt, der Dämpfer hinten ist komplett neu, vorne, in der 41mm durchmessenden Telegabel, kommen neue Federn inklusive neues Öl zum Einsatz. Die Wege sind nun länger, plus 10mm zum Vorgänger in der Front, 17mm mehr unterm Sitz. Damit fühlt sich die X auf losem Untergrund alles andere als deplatziert an. Ganz im Gegenteil, als ich meine anfängliche Angststarre abschütteln konnte, kam auch für mich durchaus Freude auf, Freude am staubigen Vergnügen.

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Zurück in meinem bevorzugten Revier, der verwinkelten Landstraße, kann die Abenteuervariante der CB ebenso überzeugen. Der 19 Zöller vorne verlangt zwar nach ein wenig mehr Einsatz am Lenker, verglichen zu anderen Adventure-Bikes bietet das Motorrad aber immer noch absolut unbeschwerte Leichtigkeit, wenn es ums Handling geht. Die längeren Federwege und die recht entspannte Sitzposition machen es freilich ein wenig schwer, klares Feedback zu erhalten, aber mit ein wenig Vertrauen in die Technik kann man trotzdem richtig fest umlegen. Der Guide, im Übrigen ein Isle Of Man TT Sieger namens Steve Plater, hat die Temposchraube immer wieder ordentlich nach oben gedreht, was die X aber in keinster Weise aus der Ruhe brachte. Gerade auf verwinkelten Straßen zaubert der drehfreudige Twin einem beim engagierten Kurvenwedeln ein breites Grinsen ins Gesicht. Und wenn es dann auch noch bergab geht, könnte man sich sogar fragen, wozu es mehr Leistung brauchen sollte, als die vorhandenen 48 PS und 43Nm. In der Ebene sind damit immerhin stolze 170 Stundenkilometer möglich, wofür die Abenteuer-Honda sich etwas mehr als 4l/100km Sprit genehmigte.

Kritikpunkte der CB500X & Windschutz

Anders als bei F und R allerdings konnte ich im Straßenbetrieb tatsächlich zwei kleine Kritikpunkte ausmachen. Da wären zunächst leichte Vibrationen, die am Lenker und an den Rasten spürbar werden, wenn die Maschine im höheren Drehzahlbereich unterwegs ist. Und auch der Windschutz, der mittels neuen Verkleidungsteilen und höherem Windschild verbessert wurde, ist nicht ganz makellos. Der Oberkörper wird zwar ausgezeichnet vom Druck befreit, doch unterm Helm wird es richtig laut, ebenso machen sich leichte Verwirbelungen bemerkbar. Dies gilt allerdings nur für die niedrigere der beiden Positionen, in welcher man die Scheibe befestigen kann. Freundlicherweise haben die vor Ort anwesenden Techniker aus Kumamoto während der Mittagspause zum Inbusschlüssel gegriffen und auf meine Bitte hin den Windschild in die höhere Position geschraubt. Damit wurde das Thema Verwirbelungen und Lärm beinahe komplett entschärft.

Honda CB500X Zubehör

Ein Blick ins Zubehörsortiment lässt erkennen, dass es Honda mit der Abenteuertauglichkeit ernst meint. Dort kann man unter anderem Handprotektoren, Motorschutzbügel, Nebelscheinwerfer, Seitenkoffer, Heizgriffe, 12V-Steckdose etc. finden. Schwarz, rot und weiß sind die Farben, in der es die X zu kaufen gibt. In Österreich muss man dafür voraussichtlich 7.190€ hinblättern, die Preise für Deutschland, Österreich und die Schweiz findet ihr hier:

http://bit.ly/2019cb500x_DE

http://bit.ly/2019cb500x_AT

http://bit.ly/2019cb500x_CH

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Fazit: Honda CB500X

Die CB500X ist zwar zu hundert Prozent einsteigertauglich, richtet sich aber dennoch nicht zwingend an eine junge Zielgruppe. Die meisten Käufer der bisherigen X-Bikes befanden sich in der Altersgruppe jenseits der 40. All jene Piloten, denen Mühelosigkeit in jeglicher Form wichtiger ist, als viel Motorleistung, die werden in der CB500X einen treuen und freundlichen Begleiter finden, der mit der für Honda typischen Verarbeitungsqualität (perfekt) aufzeigen kann. Für vergleichsweise weniger Geld gibt es also einen wundervoll-mühelosen Abenteuergefährten zu haben, welcher sich ab sofort besser denn je für den Einsatz abseits asphaltierter Straßen empfiehlt.

1
Vorteile
  • Fühlt sich wohl im leichten Gelände
  • niedriger Verbrauch
  • müheloses Handling
  • tolles LCD-Display mit allen Infos
1
Nachteile
  • nervige Vibrationen im hohen Drehzahlbereich
  • Windschutz nicht optimal

Bericht vom 19.02.2019 | 9.085 Aufrufe

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