Kawasaki Z900RS vs. Z900RS Cafe

Kawasaki Z900RS vs. Z900RS Cafe

Schwere Entscheidung

Wenn es läuft, dann läuft es. Kawasaki hat uns letztes Jahr die das mächtige Nakedbike Z900 spendiert. 2018 kamen zuerst die Z900RS und die Z900RS Cafe in die Schauräume. Die beiden Nakedbikes sind sehr ähnlich, bieten aber doch unterschiedlichen Charakter. 1000PS testet in der Schweiz.

Edle Motorräder testen wir gerne in einer besonders schönen Gegend. Zum Vergleich der Z 900 RS mit der Z 900 RS Cafe flogen wir nach Zürich um dort bei Emil Weber Motors die zwei Kawasakis zu übernehmen. Dort visierten wir einen der leiwandsten Hipster Hotspots des Landes an. Das Rare Street Cafe am Ufer des Zürichsees. Unsere Instagram-Follower haben unser Treiben vor Ort bestimmt verfolgt. Einen coolen Motorradkollegen haben wir vor Ort auch gleich aufgegabelt. Nik fährt eigentlich eine Z 1000, doch für unseren Vergleich probierte er gerne auch mal die etwas weniger maskuline aber natürlich edlere und gediegeneren Z900RS Modelle aus.

Vom Ufer des Zürichsees aus arbeiteten wir uns hoch in das Hügelland südlich vom See und waren wieder mal überwältigt. Überwältigt von der Schönheit der Landschaft hier in der Schweiz und auch überwältigt von zwei so unfassbar gut gelungenen Motorrädern. Überwältigt waren wir aber auch vom richtig mächtigen Stau zurück zum Flughafen. Am Ende hatten wir somit eine außergewöhnlich umfangreiche Testfahrt absolviert. Mit einem kleinen Pass, heftigem Stadtverkehr und flüssigen Landstraßen. Unsere Testeindrücke haben wir sofort und live auf unserer Facebook Fanpage gesendet. Das umfangreiche Testvideo mit wirklich mächtigen Drohnen-Aufnahmen folgt auf unserem YouTube Kanal am 16. Mai 2018. Die ersten Testeindrücke haben wir aber schon hier für euch.

Kawasaki Z 900 RS - Ein Nakedbike - aber schön und edel

Die Z900RS von Kawasaki ist rasch erklärt. Eigentlich ist sie ein Nakedbike. Das Motorrad hat einen fabelhaften Motor mit 111PS. Dieser ist mit einer sauberen Abstimmung gesegnet und fühlt sich durch den fetten Hubraum von 950 ccm immer kräftig und druckvoll an. Es ist einer dieser Motoren welcher sofort die Frage stellt: „Wer braucht mehr?“. Im Stadtverkehr präsentierte er sich zivilisiert und durch die überaus leichte Kupplung ist er auch einfach zu dirigieren. Das Getriebe wurde ebenfalls für ein Nakedbike entwickelt und hat eine gute Abstimmung. Von den modernen Nakedbikes wird man 2018 natürlich schon mit einem Quickshifter samt Blipper verwöhnt. Hier in der Retro-Kawasaki lässt man die „Retro“ Ausrede von Kawasaki für den fehlenden Quickshifter jedoch gerne gelten.

Optisch wirkt die Z 900 RS schick und edel und Skeptiker könnten meinen, hier ist eines dieser ultracoolen Hipsterbikes am Start - also mit viel Glitzer aber wenig praktischem Nutzen. Doch bei Kawasaki haben diesmal die Designer und die Testfahrer einen grandiosen Job gemacht. Die Maschine fährt so wie sie aussieht: Souverän, geschmeidig, cool, einfach und freudenspendend. Man könnte auch sagen: Leiwand!

Sie fährt wie ein gutes Nakedbike. Nur eben mit wenier grellen Streifen und scharfen Kanten sondern mit viel Motorradpassion und kultivierter Optik. Ein tolles Motorrad und eine tolle Alternative im Retrobike-Segment. Leistet sie sich Schwächen? Kaum! Die Kupplung ist möglicherweise für sehr kräftige Burschen etwas zu feminin abgestimmt. Die kuppelt so leicht aus und ein - mit klobigen Fingern muss man hier erst einmal ein Gefühl dafür entwickeln. Die Sitzposition ist gut, doch nach einem langem Tag im Sattel merkt man, dass das Geschäftsmodell von Sitzbank-Tunern niemals aussterben wird. Die Bank fühlt sich nach einer langen Tour etwas zu weich und nicht so gediegen wie der Rest vom Motorrad an.

Z 900 RS Fahrwerk

Das Fahrwerk ist auf der komfortablen Seite, doch das möchte ich keinesfalls anders haben. Es ist weicher als bei modernen Powernakeds doch die ersten Impulse am Lenker oder über die Hüfte werden trotzdem präzise umgesetzt. Bei hohen Kurvengeschwindigkeiten kommt dann ein wenig das Retrobike durch und im Vergleich zur Z 900 wankt und wippt die RS eben etwas früher. Doch: Das Fahrwerk ist einstellbar. Vorne voll, hinten in Zugstufe und Federvorspannung. So könnte man das gediegene Genussmotorrad noch einen ticken aggressiver gestalten.

Am Ende des Tages ist man wunderbar zufrieden und kann nix anderes als Bestnoten für das Motorrad vergeben. Vorm Cafe erreicht die Kawasaki ähnliche Coolness-Werte wie eine Ducati oder eine Triumph. Das Motorrad erweckt Aufsehen und kommt überall sympathisch an. Das perfekte Ding? Ja! Solange man nicht unmittelbar danach die Z 900 RS Cafe probiert.

Kawasaki Z 900 RS Cafe - Eigentlich ein Sporttourer - aber schön und edel!

Klar sind die Unterschiede nur gering. Doch die kleinen Details machen einen großen Unterschied aus. Denn Kawasaki gelang es einen großen Pluspunkt zu installieren ohne das wunderschöne Motorrad zu schänden: Einen Windschutz! Oft ist es so, dass Hersteller aus wunderschönen Nakedbikes unpackbar hässliche Sporttourer machen. Hier ist es anders. Mit Windschutz wirkt die Kawasaki sogar noch ehrlicher und begehrenswerter als in der nackten RS Version. Das kleine Windschild sorgt in Kombination mit einer geringfügig weiter nach vorne orientierten Sitzposition für spürbar mehr Fahrkomfort. BMW zum Beispiel hat die RnineT Racer unpackbar schön gemacht - aber leider auch sehr fordernd in der Körperhaltung. Kawasaki hat beim Lenker nicht so viel riskiert und keine Stummellenker montiert. Das gibt natürlich Abzüge in der Coolness-Wertung aber ein fettes Plus beim Komfort. Man sitzt hier (auch als großer Mensch) schlicht und ergreifend himmlisch oben. Die Z 900 RS Cafe mutiert so als Retrobike zu einem Geheimtipp für Freunde von Sporttourern.

Und sonst? Das Fahrwerk ist auf die andere Sitzposition ein wenig anders abgestimmt. Doch mit ein paar Clicks kann man das gerne ändern. So wie sie ist präsentiert sie sich ähnlich wie die „RS“. Sie fährt flink, leger und präzise genug. Die Unterschiede auf den Datenblättern zwischen der RS und der RS Cafe sind nur auf den ersten Blick sehr klein:

  • Sitzhöhe Z900RS / Z900RS CAFE: 835mm / 820mm
  • Lenkerbreite Z900RS / Z900RS CAFE: 865mm / 845mm
  • Gewicht (curb weight) Z900RS / Z900RS CAFE: 215kg / 216kg
  • Lenker bei Z900RS CAFE ca. 20mm tiefer – andere Form
  • Federbein: gleiche Abstimmung
  • Gabel: Zugstufe 2 Clicks offen und Druckstufe 13 Clicks offen (RS) bzw jeweils 8 Clicks offen (RS Cafe)

Trotz der geringen Unterschiede bieten die Motorräder ein anderes Fahrgefühl. Die RS ist ein schickes und richtig gutes Nakedbike. Wohingegen die Cafe fast als Sporttourer bezeichnet werden kann. Sie bietet mehr praktischen Nutzen. Die Cafe wird möglicherweise für Piloten von Supersportlern oder Sporttourern die bessere Wahl sein. Die RS kommt Piloten von Nakedbikes oder Reiseenduros bestimmt mehr entgegen. Eines ist aber klar: Die Wahl ist schwer. Wer sich immer noch nicht entscheiden kann, kann ab 16. Mai unser Testvideo auf YouTube inhalieren.

Preis Kawasaki Z 900 RS und Z 900 RS Cafe Deutschland, Österreich, Schweiz

Hier die Preise. Beim Click auf den Link gelangt man zu den Preisen auf 1000PS.de. Dort kommt dann für Besucher aus der Schweiz die Chance auf "CH" zu wechseln und für Besucher aus Österreich die Chance auf "AT" zu wechseln.

Fazit: Kawasaki Z900RS

Ihr Vierzylinder ist seidig weich und liefert gleichzeitig genügend Power, um für ein Grinsen unter dem Helm zu sorgen. Zudem lässt sie sich sehr einfach bewegen, wodurch sie im Alltag ein hervorragendes Pendlerfahrzeug darstellen sollte und am Wochenende als kultiges Funbike dient. Die Optik findet die perfekte Grätsche aus klassischem Design und modernen Details, um ein stimmiges Retrogesamtpaket zu formen, welches gleichzeitig eine würdige Hommage an die Kawasaki Geschichte ist. Sie ist ein tolles Nakedbike mit fescher Optik.

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Vorteile
  • kraftvoller und geschmeidiger Motor
  • gelungene Optik
  • angenehme Sitzposition
  • einfach zu fahren
  • ausgewogenes Handling. Nicht nervös und nicht behäbig
1
Nachteile
  • kein Schaltassistent
  • schwerer als andere Retrobikes dieser Klasse
  • Sitzbank auf langen Touren etwas zu weich
  • kein Windschutz

Fazit: Kawasaki Z900RS Cafe

Mit der Z900RS Cafe hat Kawasaki eine sehr gelungene und hochwertige Hommage an die Café Racer-Maschinen aus den 70er-Jahren auf den Markt gebracht. Sie vereint das klassische, sportliche Design mit der hochmodernen Technik der Neuzeit. Sie präsentiert sich überraschenderweise als angenehm zu fahrender Sporttourer mit hohem Nutzwert. Somit wird man sie in der Praxis öfters nutzen also eine Z900RS oder ähnliche Motorräder. Ein großer Wurf.

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Vorteile
  • wunderschöne, klassische und hochwertige Optik
  • ausgewogenes Handling. Nicht nervös und nicht behäbig
  • sportliches Fahrgefühl dank drehmomentstarkem Motor und sportlicher Sitzposition
  • praktischer Windschutz
  • tolles Sporttourer Feeling gepaart mit toller Optik
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Nachteile
  • kein Schaltassistent
  • schwerer als andere Retrobikes dieser Klasse
  • Sitzbank auf langen Touren etwas zu weich

Bericht vom 11.05.2018 | 10.792 Aufrufe

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