Retrobike 2018 Vergleich: BMW R nineT

Retrobike 2018 Vergleich: BMW R nineT

Heute schon ein Klassiker?

Der Retrobike Vergleich zeigte uns in diesem Jahr viele neue Bikes, die bestimmt eine erfolgreiche Zukunft vor sich haben. Ein Motorrad durfte dabei nicht fehlen: die BMW R nineT. Zwar zählt sie nicht zu den Modellneuheiten 2018, trotzdem ist dieses Retrobike bei ihren Fans unverändert beliebt.

Eigentlich braucht die BMW R nineT keine Vorstellung mehr. Schließlich ist sie seit 2014 am Markt und ist seitdem ein wahnsinniger Erfolg für die bayrischen Ingenieure. Nicht nur die Customizing-Szene ist verrückt nach diesem Motorrad, sondern auch BMW bietet die R nineT in verschiedenen Ausbaustufen an – fünf, um genau zu sein. Neben der „normalen“ R nineT können die Versionen Scrambler, Racer, Pure und Urban G/S bestellt werden. Unsere Testmaschine war eine herkömmliche R nineT, die jedoch mit edlen „Option 719“ Teilen veredelt war. Die Detailaufnahmen findet ihr in der Galerie.

BMW R nineT Leistung & Verbrauch

Schon vor der ersten Probefahrt wurde die R nineT in Journalistenkreise gelobt. Aus einem Grund: ihr Luft-/ölgekühlter Boxermotor. Keine moderner Schnick-Schnack wie Wasserkühlung, sondern echter Retro-Flair. Auch vier Jahre nach ihrer Einführung setzt BMW auf dasselbe 1170ccm große Boxeraggregat mit 110 PS bei 7.550 Umdrehungen und 116 Nm bei 6.000 Umdrehungen. Der Antrieb erfolgt über einen Kardanantrieb. Laut BMW liegt der Verbrauch der R nineT bei 5,3 Liter/100km, was in Kombination mit dem 18 Liter großen Tank für eine Reichweite von knapp über 330km sorgen sollte.

Der charaktervolle Boxer verführt die Testcrew

Zum Glück war der Tank unseres Testbikes bis zum Anschlag gefüllt, denn niemand aus der Testcrew wollte für allzu lange von der BMW absteigen. Die R nineT zeigt perfekt, dass ein charismatischer Motor wahre Freude bringen kann. Das beginnt beim Drücken des Startknopfes, wenn der Boxer zündet und dem ganzes Motorrad einen leichten Schlag versetzt. Man spürt sofort den Charakter des Motorrads und weiß, dass es die R nineT ernst meint. Auch die ersten Züge am Gashahn sind vielversprechend. Selbst aus dem serienmäßigen Auspuff singt der Boxer eine herrliche Symphonie aus explodierendem Benzin, die Juliane als genial bezeichnet. Selbst wenn 110 PS nicht die höchste Leistungsangabe in diesem Vergleichstest ist, loben alle unsere Tester den Druck aus selbst niedrigen Drehzahlen. Dank ihrem reudigen Charakter, wie es Vauli beschreibt, ist und bleibt die BMW R nineT motorisch ein sehr spannendes Motorrad.

BMW R nineT Gewicht und Handling

„Trotz wuchtigem Auftritt hat sie ein einfaches Handling“, so NastyNils über das Fahrverhalten der BMW R nineT. In Bezug auf den wuchtigen Auftritt hat der 1000PS Chef definitiv recht. Die BMW bringt ein fahrfertiges Gewicht von 222 kg auf die Waage, was sie im Vergleich zur 166 kg leichten Husqvarna Vitpilen 701 zum echten Schwergewicht macht. Trotzdem schafft es die R nineT, einfaches Fahrverhalten und viel Fahrfreude zu vermitteln. Dieses Ergebnis kann unter anderem den hochwertigen Fahrwerkskomponenten zugeschrieben werden, die nicht nur edel aussehen, sondern auch eine standesgemäße Performance liefern. In der Front arbeitet eine Gold-eloxierte Upside-Down Gabel mit 46mm Durchmesser und im Heck ein Zentralfederbein, das sowohl in Federvorspannung als auch Zugstufendämpfung einstellbar ist. Das Fahrwerk findet sich häufig im Lob der Testcrew, da es einen angenehmen Kompromiss zwischen sportlicher Leistung und Alltagstauglichkeit findet.

Bequeme Sitzposition macht die R nineT langstreckentauglich

Neben dem Fahrwerk, hilft auch die vergleichsweise aufrechte Sitzposition dem Handling der R nineT. Die meisten Lenkimpulse können über den hohen Lenker gesetzt werden – Turnübungen im Sattel sind also nicht von Nöten. Insbesondere Juliane lobt die Geometrie und die Sitzhöhe von 805mm, obwohl ihr die Fußrasten beim Rangieren oft im Weg waren. Mir persönlich gefällt die Positionierung der Fußrasten nicht. Für das Naked Bike Layout der BMW R nineT würde ich sie mir weiter hinten wünschen, um ein sportlicheres Gefühl zu bekommen. Allgemein bin ich als unerfahrenster Tester dieser Crew nur schwer mit der BMW klargekommen. Meiner Meinung nach braucht es viel Übung, um die R nineT schnell und vor allem flüssig durchs Winkelwerk zu bewegen. Entweder liegt es an der Kombination aus Boxermotor, hohem Gewicht und Sitzposition, oder doch nur an meiner fehlenden Übung. Ich halte euch am Laufenden, falls ich in den kommenden Jahren wieder eine R nineT unter die Finger bekomme!

Die Retrobike 2018 Vergleich Testcrew

Während dem Weihnachtsspecial der 1000PS Talkshow habt ihr uns geholfen, die Bikes für dieses Vergleich auszuwählen. Um euren Wünschen gerecht zu werden, haben wir die Besten der Besten von 1000PS zusammengetrommelt und folgende Testcrew zusammengestellt:

Gebrauchte und neue BMW R nineT Motorräder

Weitere BMW R nineT Motorräder

Stimmiges Gesamtkonzept im Retrosegment

Bei der Optik ist sich die Testcrew einig: die BMW R nineT ist eines der stimmigsten Retrobikes am Markt. Vom breiten Boxermotor, bis zur hübschen Einarmschwinge passt auf der Bayerin einfach alles zusammen. Trotzdem kann die Maschine mit modernsten Features wie Griffheizung und Tempomat erweitert werden. Hinzu kommt das umfangreiche Zubehörangebot, das einerseits von BMW, andererseits von Drittanbietern zur Verfügung gestellt wird. Aktuellstes Beispiel: die BMW R nineT ‚Green Hell‘ von Wunderlich, die Vauli in der Nähe der Nürburgring Nordschleife testen konnte.

Retrobike 2018 Vergleich Preise

Bei allem Lob hat die BMW R nineT im Retrobike 2018 Vergleich einen definitiven Nachteil. Neben der Triumph Thruxton R ist sie eines der teuersten Motorräder des Tages, was auch Vauli und dem Viechdoktor auffallen. Die Preise aller Retrobikes findet ihr unter folgenden Links:

Alle Retrobike 2018 Vergleichtests

Fazit: BMW R nineT

Was soll man noch viel zur BMW R nineT sagen? Seit ihrem Erscheinen in 2014 ist sie ein echter Dauerbrenner in der Customizing-Szene und auch bei BMW selbst. Ihre Zutaten sind jedoch sehr hochwertig und erklären, wieso das Resultat so stimmig ist. Der charaktervolle Boxermotor ist bei jedem Gaszug eine wahre Freude und wird dank dem herrlichen Klang auch auf Dauer nicht langweilig. Trotz des relativ hohen Gewichts lässt sich die BMW aufgrund des hochwertigen Fahrwerks angenehm bewegen und findet eine ausgewogene Mischung zwischen Cruiser und sportlichem Naked Bike. Die Optik ist selbstverständlich Geschmacksache, die Verkaufszahlen lassen aber vermuten, dass BMW irgendwas richtig gemacht haben muss. Und selbst wenn die serienmäßige Optik nicht gefällt - Zubehör gibt es wie Sand am Meer.

1
Vorteile
  • charaktervoller Boxermotor
  • mächtiger Druck aus niedriger Drehzahl
  • angenehme Sitzposition
  • umfangreiche Ausstattung
  • großer Zubehörmarkt
  • coole Optik
1
Nachteile
  • Fußrastenposition beim Rangieren
  • Soziusfahrkomfort
  • Preis

Bericht vom 10.05.2018 | 25.790 Aufrufe

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