Honda X-ADV vs. Yamaha TMAX SX Vergleich 2017

Honda X-ADV vs. Yamaha TMAX SX Vergleich 2017

Kampf der Roller-Titanen

Vergleich der Oberklasse-Roller. Die selbe Preisklasse, aber zwei verschiedene Konzepte. Hondas Offroad-Roller X-ADV gegen den Luxus-Sportroller TMAX SX von Yamaha. Wo liegen die Unterschiede und welcher ist der ultimative Roller in 2017?

Gerne werden Roller von „echten“ Motorradfahrern in eine Schublade gesteckt: kleine süße Stadtflitzer, auf denen man sich als gestandener Biker nie und nimmer sehen lassen darf. Eigentlich schade, denn von der Vielfalt steht das Rollersegment den Motorrädern nichts hinten nach. Yamahas TMAX ist als Luxusroller bereits ein alter Bekannter und wurde für 2017 nochmals überarbeitet. Honda hat jedoch mit dem X-ADV ein komplett neues Konzept geschaffen, mit dem nicht nur die Stadt, sondern auch unbefestigtes Terrain ein Kinderspiel darstellen soll. Ein echter Roller ist er ja eigentlich gar nicht - sondern viel mehr.

Datencheck Honda X-ADV vs. Yamaha T-MAX

Auch wenn sich X-ADV und TMAX von außen stark unterscheiden, im Herzen sind sie sich sehr ähnlich. Beide Roller werden von Reihenzweizylinder befeuert, im Honda mit 745ccm, der Yamaha gibt sich mit einem Hubraum von 530ccm zufrieden. Folglich hat der X-ADV auch bei der Leistung die Nase vorne. 55 PS und 68 Nm Drehmoment produziert das Aggregat von Honda, bei Yamaha sind es knapp 46 PS und 53 Nm an Drehmoment.

Doch immer mehr ist nicht unbedingt besser. Mit 238 Kilogramm wiegt der Honda X-ADV um 25 Kilogramm mehr als Yamahas TMAX, im Stand macht sich dieser Unterschied bemerkbar. Kleine Piloten werden sich beim Rangieren des TMAX deutlich wohler fühlen.

Elektronik des Honda X-ADV auf höchstem Niveau

Will man zu den Top Rollern aus 2017 gehören, muss auch die Ausstattung auf dem neuesten Stand sein. Federführend ist Honda hier mit dem DCT-Getriebe, das inzwischen aus den NC-Modellen und der CRF1000L Africa Twin bekannt ist. Vollkommen nahtlos schaltet das Getriebe durch die Gänge, die je nach gewähltem Fahrmodus verschieden lange ausgedreht werden. Neben dem standardmäßigen D-Modus stehen noch drei Sport-Modi zur Verfügung und ein manueller Modus, in dem das System nur in Notfällen eingreift. Eigentlich ist es unglaublich, wie gut dieses System funktioniert. Kaum denkt man an den höheren Gang, ist er auch schon eingelegt. Auch nach dem Anbremsen vor einem Kreisverkehr ist der perfekte Gang bereit und es geht ruckelfrei in die Schleife.

Simple Technik immer noch bewährt

Der Yamaha TMAX ist wie ein herkömmlicher Roller an eine Keilriemenautomatik gebunden. Fehlt da was? Nein. Denn im Alltag wird man die herkömmliche Automatik oft schätzen. Sehr sanft spricht der TMAX auf die Befehle des Fahrers an, was Situationen, die viel Feingefühl erfordern (Stadtverkehr), deutlich erleichtern werden. Der X-ADV hat verglichen eine sehr spitze Gasannahme und springt formlich voran, sobald der Hahn gedreht wird. Weiters kann man am Yamaha T-MAX ebenfalls zwischen zwei Fahrmodi (Sport und Touring) wählen und bekommt noch eine serienmäßige Traktionskontrolle dazu. Ein Feature, das dem Honda X-ADV fehlt.

There is no replacement for displacement

Oder auf Deutsch: Es gibt keinen Ersatz für Hubraum. Dieser Satz beschreibt das Szenario eines klassischen Drag Races zwischen dem Honda X-ADV und dem Yamaha TMAX am besten. Beide Fahrzeuge schalten automatisch, für den perfekten Start benötigt es also nur eines: eine schnelle rechte Hand. Doch schon auf den ersten Metern die Entscheidung. Mit dem Vorteil des Hubraums und dem fortschrittlicheren Getriebe sprintet der Honda X-ADV voran. Erst nach ein paar Sekunden schafft es der Yamaha TMAX mitzuhalten.

Fahrverhalten Landstraße Honda X-ADV

Doch nicht nur der perfekte Ampelstart ist für einen Großroller entscheidend. Auch die Landstraße muss verglichen mit einem Motorrad nur mit wenigen Abstrichen möglich sein. Mit seinem breiten Lenker und hochwertigen Fahrwerkskomponenten, macht der X-ADV große Versprechen, wenn es um die Fahrdynamik geht. Und die Umsetzung? Überraschend gut! Zuerst ist es ein gewöhnungsbedürftiges Gefühl, den X-ADV zu bewegen. Der Oberkörper fühlt sich wie auf einer Reiseenduro, unterhalb der Lenden begibt man sich in Roller-Territorium.

Das durch die Technik bedingte Gewicht von 238 kg spielt der X-ADV während der Fahrt gut weg, der breite Lenker sei Dank. Durch die Kombination mit dem hervorragenden Fahrwerk wird man sich schnell auf dem Honda wohl fühlen. Der Fahrer befindet sich im subjektiv tief im Roller.

Fahrverhalten Landstraße Yamaha TMAX SX

Zwar hat der Yamaha TMAX den Ampelstart verloren, aber dennoch hat der den Vorteil im Gewicht. Sowohl bei langsamen Tempo, als auch auf der Landstraße machen sich die fehlenden 25 Kilogramm bemerkbar. Egal ob beim Rangieren, im engen Stadtverkehr oder auf kurviger Landstraße, der Yamaha TMAX ist in jeder Situation um einen Hauch spritziger unterwegs, was ihn zweifelsfrei zum sportlichen Roller in diesem Vergleich macht.

Nicht zu vernachlässigen ist das hochwertige Chassis, auf dem der Yamaha TMAX baut. Der Aufbau ist von dem eines Motorrads inspiriert, weswegen das Fahrverhalten sehr dem eines „echten“ Motorrads gleicht. Trotzdem ist der TMAX zweifelsfrei ein Roller. Deshalb man auch auf diesem Yamaha das Gefühl, über dem Fahrzeug zu sitzen.

Kompromisslose Alltagstiere

Was darf es nun sein? Ein sportlicher Luxuscruiser, oder doch ein offroadtauglicher Universaltalent? Egal für welchen der beiden Großroller man sich entscheidet, für den täglichen Weg zur Arbeit sind beide perfekt geeignet. Sowohl TMAX als auch X-ADV sind serienmäßig mit einem Smart Key System ausgestattet. Einfach den Schlüssel in der Hosentasche tragen und den Roller starten. Praktischer geht es nicht. Aufsteigen und losfahren. Ich hoffe sehr, dass das auch im Motorradbau die Zukunft sein wird und wir bald nirgendwo mehr Schüssel drehen müssen.

Auch die Anzeigen beider Großroller sind sehr gut ablesbar und bieten einem alles, was man während der Fahrt wissen muss. Honda hat hierfür ein komplett neu entwickeltes Digitaldisplay im Einsatz, während Yamaha auf klassische Rundinstrumente mit zentralem Bordcomputer setzt. Beides funktioniert gut, Geschmack entscheidet.

Preisvergleich Honda X-ADV und Yamaha TMAX SX

Fazit: Honda X-ADV

Der Horvath

DER HORVATH

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Mit dem X-ADV war Honda sehr mutig und hat den Sprung ins kalte Wasser gewagt. Die Idee eines Offroad-Rollers ist eine komplett neue, doch die Idee ist aufgegangen. Der Auftritt des X-ADV ist mächtig und gibt einem das Gefühl, er könne überall hinfahren. Auch der Vortrieb stimmt. Das DCT-Getriebe arbeitet hervorragend mit dem Zweizylinder zusammen und macht den Honda X-ADV zu einem hervorragenden Allround-Roller.

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Vorteile
  • perfekt funktionierendes DCT-Getriebe
  • hochwertige Fahrwerkskomponenten für Straße und Offroad
  • funktionales und gut ablesbares Display
  • auffällige Optik, die man nicht an jeder Ecke sieht
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Nachteile
  • In der Rollerklasse kleiner Stauraum unter der Sitzbank
  • sehr breiter Lenker - stört beim Drängeln im Stadtverkehr
  • Sehr breit zwischen den Beinen im Fußraum
  • Dosierung Getriebe / Kupplung beim Anfahren gut aber nicht perfekt
  • im Vergleich zu anderen Rollern wartungsintensiver Kettenantrieb

Fazit: Yamaha TMAX SX

Der Horvath

DER HORVATH

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Der Yamaha TMAX SX ist wie all die Jahre zuvor der schnellste Luxusroller und niemand wird ihm diesen Titel so schnell nehmen. Schon sein Auftritt ist elegant und verspricht viel Sportlichkeit. Dank dem hervorragenden Chassis, verhält er sich auf der Landstraße fast wie ein „echtes“ Motorrad. Mit verschiedenen Fahrmodi und Traktionskontrolle stimmt auch das Elektronikpaket und passt zum erwachsenen Auftritt des TMAX.

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Vorteile
  • hervorragend sportliches Chassis
  • angenehmes Ansprechverhalten von Motor und Getriebe
  • ausschaltbare Traktionskontrolle
  • viel Stauraum im Vergleich zur Konkurrenz
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Nachteile
  • teurer als die Konkurrenz

Bericht vom 13.08.2017 | 11.059 Aufrufe

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