Michelin Anakee Wild

Michelin Anakee Wild

Michelin Stoppelreifen für Weltenbummler

Neue Stoppelreifen für Big-Enduros von Michelin. Ausgezeichnete Eigenschaften auf Asphalt gepaart mit guter Offroadfähigkeit.

Michelin bringt einen neuen Stoppelreifen für große Reiseenduros. Der Anakee Wild wurde für die Weltenbummler und Abenteurer entwickelt, die sich keine Grenzen setzen wollen. Die Entwicklung des Wild nahm einige Jahre in Anspruch, hauptverantwortlich dafür ist der Spagat zwischen hoher Laufleistung und den Haftungseigenschaften des Reifens.

Big Enduros: Anzugfahrer und Abenteurer

Große Reiseenduros sind bzw. waren für mich ja immer die SUVs auf zwei Rädern. Rein theoretisch könnte man damit ja überall hinfahren und jeden Berg bezwingen, aber eigentlich will ich nur dem Nachbarn zeigen, dass ich mehr Kohle habe als er. Und ja, wie soll ich sagen, so ganz falsch ist meine Vermutung da wohl auch nicht. Anders konnte ich mir den GS Fahrer, der im Anzug mit Krawatte an einer Ampel in Wien - Döbling stand, nicht erklären. Aber man soll ja nie alles über einen Kamm scheren und nicht von ein paar wenigen auf die Masse schließen. Gott sei Dank gibt es da ja wieder das andere Extrem ala Joe Pichler oder Charley Boorman, die mit ihren Big Enduros die Welt auf den unwirtlichsten Straßen und Wegen bereisen. Genau für diese Gattung Fahrer hat Michelin nun einen neuen Reifen entwickelt.

Ja ok ich geb's zu, als ich die Einladung zur Präsentation des neuen Anakee Wild in den Händen hielt, hatte ich die Eckpunkte für den Testbericht schon im Kopf festgelegt: Funktioniert im Gelände hervorragend (nona, ist ja auch ein Stoppler), auf der Straße so lala und die Lebensdauer wird sich irgendwo bei 1 bis 2 tausend Kilometern einpendeln. Eins gleich vorweg, ich lag mit meiner Vermutung sehr, sehr falsch.

Überschaubares Angebot bei Geländereifen

Sieht man sich mal die Auswahl an Stoppelreifen für Big Enduros an, wird man relativ schnell draufkommen, dass das Angebot mehr als überschaubar ist und jene Reifen dann auch schon einige Jahr(zehnte) auf dem Buckel haben. Bei Michelin gab es da etwa den T63, an sich kein schlechter Stoppler. Bedenkt man aber, dass dieser Reifen im Jahr 1995 eingeführt wurde, wird schnell klar, dass er mit den Bikes, die über 20 Jahre später auf den Markt kamen, nur mehr bedingt mithalten kann.

Jahrelange Entwicklung

Eigentlich war die Markteinführung des Wild ja schon für 2012 geplant, allerdings gibt man sich bei Michelin nicht mit einer mittelmäßigen Performance zufrieden. (Und ganz ehrlich gesagt glaube ich ihnen das mittlerweile auch, nachdem dieser Satz gefühlte 200 Mal bei der Präsentation erwähnt wurde) Die Entwicklung eines Stoppelreifens muss man sich als irrsinnige Herausforderung vorstellen, da alle Änderungen, die sich positiv im Gelände auswirken negativ auf der Straße auswirken und umgekehrt. Kompromisse sind also bei der Entwicklung an der Tagesordnung, die Kunst ist allerdings, sich diese Kompromisse nicht anmerken zu lassen.

Übrigens ist der Anakee Wild der erste Stoppelreifen in radialer Bauweise. Durch diese Bauweise wird der Reifen etwas leichter, hat eine geringere Erwärmung bei hoher Geschwindigkeit, eine flexiblere Karkasse und somit eine bessere Anpassung im Offroad und mehr Komfort auf der Straße.

Endlich Action!

Aber genug der faden Theorie, ab aufs Bike! Die Präsentation führte uns von München über Autobahn und kurvenreiche Landstraßen bis nach Saalfelden, wo wir auf dem ÖAMTC Testgelände den Wild auf seine Offroadfähigkeit prüfen durften. Das Erste, das mir beim Reifen auffiel, war das sanfte und weichere Fahrverhalten. Wie vorher schon erwähnt ist das auf die radiale Bauweise zurückzuführen. Ich war mit der BMW R1200 GS Adventure unterwegs, ein kurzer Drücker am ESA Schalter, um das Fahrwerk auf "Hard" zu stellen und schon fühlte sich alles an wie gewohnt. Was auch auffiel war das laute Abrollgeräusch ab etwa 90km/h. Das lässt sich natürlich bei einem Stoppelreifen nicht vermeiden, allerdings legte sich der Lärmpegel nach etwa 200 gefahren Kilometern, nachdem sich die Kanten etwas abgerundet haben.

Hält auch onroad

Als wir nach einer kurzen Autobahnetappe uns die ersten Kurven vorknöpften, war meine Skepsis noch groß. Kann denn ein Stoppler so einer schwere Maschine wie der Adventure ausreichend Halt bieten? Mit jeder Kurve, die ich durchfuhr, sank die Skepsis und das Vertrauen in den Reifen stieg. Jetzt im Nachhinein betrachtet bin ich von den Onroad-Eigenschaften des Reifens schwer begeistert, der Anakee Wild fährt sich fast wie ein richtiger Straßenreifen. Eigentlich fast unglaublich wie weit man damit gehen kann. Noch deutlicher wurde das auf dem Asphalt Ring des ÖAMTC Testgeländes. Hier lassen sich die Grenzbereiche wunderschön erfahren. Und Genau dort, im Grenzbereich, gibt der Wild dann mittels leichtem Wegschmieren auch bescheid, wenn es zu viel des Guten wird.

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50/50 Reifen

Michelin gibt für den Anakee Wild eine 50/50 Empfehlung ab, also 50% Onroad 50% Offroad. Auf dem Offroad-Parcours in Saalfelden konnten wir uns auch davon überzeugen. Wie erwähnt habe ich schon vermutet, dass der Reifen auf Schotterstraßen und in den Hängen gut funktioniert. Bei der Testfahrt wurde eben das auch bestätigt. Eigentlich schon irre wenn man bedenkt, welche Belastungen da auf den Reifen kommen. Da martern die gut 350 kg von Adventure und Fahrer über scharfe Felskanten und spitze Steine und bis auf ein paar kleine Blessuren ist am Reifen rein gar nichts zu sehen.

Was mich aber wirklich geflasht hat, war der Blick auf den Reifen nach der gut 400 Kilometer langen Tour. Produkttechniker Achim Penisch erwähnte es bereits bei der Präsentation, mit einer Laufleistung von 3.000 bis 4.000 Kilometern wollte man sich beim Anakee Wild nicht zufrieden geben. Jaja, dachte ich, bei einem Stoppler ist es einfach unmöglich mehr rauszuholen.

Ich gebe zu ich habe mich geirrt. Der gefahrene Reifen sah fast aus wie neu, die Kanten waren etwas abgerundet und vom Profil fehlte in der Laufflächenmitte ein Hauch von Gummi. Klar, ist es nicht möglich Prognosen abzugeben, wo die Lebensdauer des Reifens liegt, dafür spielen einfach zu viele Faktoren mit. Davon distanziert man sich auch bei Michelin. Ich bin mir aber sicher, dass der Anakee Wild in Sachen Laufleistung neue Maßstäbe setzen wird. Übrigens, die Profiltiefe liegt bei 8,5 und 11 mm (vorne/hinten).

Michelin Anakee Wild Dimensionen:

  • vorne:110/80R19, 120/70R19
  • hinten: 150/70R17 und 170/60R17

Keine Angst, es werden laufend neue Dimensionen auf den Markt gebracht.

Michelin Anakee Wild bei Zweiradprofi Pauer

Demnächst gibt es den neuen Adventure-Reifen bei Zweiradprofi Pauer Michelin Anakee Wild jetzt zum Setpreis

Bericht vom 28.04.2016 | 37.958 Aufrufe

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