BMW F 800 R 2015 Test

BMW F 800 R 2015 Test

BMW F800R - was ist neu, was ist anders?

Die Bayern rollen schon die neue F 800 R an den Start. 1000PS testete bei nicht unbedingt optimalen Bedingungen. Zonko im Anorak.

Für die Superfasten in aller Kürze: Die neue BMW F 800 R darf nach dem ersten Fahrtest als sehr gelungen bezeichnet werden. Der 798 ccm grosse Twin ist im Wesentlichen unverändert, leistet jetzt aber durch eine geänderte Abstimmung drei PS plus (90 PS bei 8.000U/min statt bisher 87 PS). Das Plus ist nicht gigantisch, aber durch die kürzere Übersetzung in den ersten beiden Gängen hat die F800R deutlich an Beschleunigungsvermögen und Spritzigkeit gewonnen. Gasannahme, Dosierbarkeit und Leistungsentfaltung sind tadellos, lediglich der Sound des Twins ist nicht berauschend, sondern etwas "farblos". So gesehen ist der Akrapovic-Slip aus dem BMW-Original-Zubehör einen Gedanken wert. Nicht zu vergessen: Die F 800 R gibt es auch in einer 48 PS-Version für die Klasse A2.

Neue Maske, neue Gabel, neues ABS

Am auffälligsten neu sind der Scheinwerfer und die Gabel. Die "Taucherbrille" wurde gegen einen mehrheitsfähigen Lichtspender in heute moderner Kampfoptik ersetzt. Neu ist auch die mächtige USD-Gabel, die zwar nicht verstellbar ist, aber ein sehr gutes Grundsetting hat und am Fuss mit radial aufgenommenen Brembos, die in 320 mm Bremsscheiben beissen, aufwartet. Gabel und Bremse geben keinen Anlass zu Klagen, im Gegenteil. Ob die USD besser ist als das bisherige, bewährte Teleskop, ist nach dem ersten Test (ohne direkten Vergleich) schwer zu sagen, aber die USD ist um Welten fescher. Definitiv zugelegt hat die Bremse. Vorallem die ABS-Funktion. Das regelt jetzt einfach feinfühliger und bremst besser.

Leicht geänderte Ergonomie

BMW hat die Sitzhöhe der F 800 R auf 790 mm abgesenkt (früher 800). Für kleinere und grössere Fahrer gibt es verschiedene Sitzbänke (770 mm, 820 mm). Die Fahrerfussrasten wanderten je einen Zentimeter nach vorne und unten. Passt gut, ist sehr stimmig, ergibt eine aktive und dennoch nicht unbequeme Position für den Fahrer. Trotz des relativ langen Radstandes und des relativ flachen Lenkkopfwinkels überzeugt die F800R mit einem unkomplizierten, fehlerverzeihenden und spielerischen Handling. Neutrales Einlenkverhalten, tolle Schräglagenfreiheit, unprätentiöses Verhalten bei Linienkorrekturen im Radius. Top!

Elektronik in der Sonderausstattung

Die F 800 R kann man gleich ab Werk mit ASC (Stabilitätskontrolle - abschaltbar), ESA (elektronisch verstellbare Zugstufe des Federbeins - auch während der Fahrt) und RDC (Reifendruckkontrolle) ordern. Selbstverständlich gibt es auch Heizgriffe und einen Bordcomputer. Und dann noch viele Goodies wie den Akrapovic-Slip, LED-Blinker, Sport- bzw. Reisekoffer, Hauptständer ... . Da machen die Bayern keine halben Sachen, sondern liefern immer das volle Programm.

Fazit: BMW F 800 R

Die BMW F 800 R ist ein sehr guter Allrounder, der für unkomplizierten Spaß in der Stadt und auf der Hausstrecke genauso zu haben ist wie für einen Trip in den Süden.

1
Vorteile
  • Mächtige Gabel
  • bewährter, sehr spritziger Twin
1
Nachteile
  • Auspuff lässt wenig Platz für die linke Ferse des Fahrers
  • schwacher Sound ohne Akrapovic

Bericht vom 28.01.2015 | 74.138 Aufrufe

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