Yamaha FJR 1300 AS

Yamaha hat das Halbautomatik-System auf der FJR 1300 AS verfeinert.
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Yamaha FJR 1300 AS – Yamaha macht gute halbe Sachen.

 

Es ist bei Motorrädern wie in allen Bereichen des Lebens – Spezialisten sind im Vorteil, wer sich etwa bei Harleys gut auskennt, kann Modelle aus jedem beliebigen Blickwinkel dem genauen Baujahr zuordnen - und umgekehrt. Alle anderen werden die brandneue FLS Softail Slim in eine Zeit stecken, in der Rock n´ Roll noch in den Kinderschuhen steckte, der VW Käfer nach dem Krieg wieder das Laufen lernte und Marilyn Monroe zum Weltstar avancierte – und die Leute von Harley-Davidson werden sich darüber freuen!

 
Es gibt Motorräder, auf die man sich drauf setzt und auf Anhieb wohl fühlt. Die Yamaha FJR 1300 ist so eine Maschine, vorausgesetzt, man hat keine Berührungsängste mit rund 300 Kilo schweren Brocken. Beim Rangieren und zwischen den Kolonnen durchschlängeln merkt man das hohe Gewicht nämlich schon, allerdings erfreut die FJR mit einer ausgezeichneten Ergonomie, die sogar mit diesem schweren Tourer ein handliches Fahrgefühl ermöglicht. Gut geschützt durch ein elektrisch verstellbares Windschild fühlt man sich gerade recht in der FJR aufgehoben, um trotzdem noch relativ sportlich unterwegs zu sein, ohne gleich wie in Omas Ohrensessel zu versinken. Und läuft erst einmal der Motor, ist es um jeden, der ruhig und sonor säuselnde, kräftige Reihen-Vierzylindermotoren mit gefühlt unbegrenztem Drehmoment liebt, ohnehin geschehen. Diese distinguierte Power zeigt sich bereits am Datenblatt: 146 PS stehen bei 8000 Touren an, das gewaltige Drehmoment von 138 Newtonmeter bereits bei 7000 Touren. Aber auch darunter gibt sich die FJR 1300 keine Blöße, fast ab Leerlaufdrehzahl kann ohne Ruckeln und Stampfen hochgedreht werden. http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/009820/harley_davidson_breakout_2013_33.jpg

Egal ob rauf oder runter, die Gänge flutschen herrlich.

Das ist bei der FJR 1300 AS aber auch notwendig, die beiden unscheinbaren Buchstaben am Ende deuten darauf hin, dass diese FJR ein Automatikgetriebe hat. Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit, es handelt sich dabei nämlich um eine Halbautomatik namens YCC-S, die zwar das Kuppeln erspart und somit die linke Hand entlastet, geschaltet muss aber sehr wohl vom Fahrer werden. Dafür stehen entweder ein ganz normaler Fußschalthebel zur Verfügung, der die Gänge sowohl beim rauf- als auch beim herunterschalten herrlich sanft flutschen lässt, oder eine Schaltwippe am linken Lenker, durch die der Zeigefinger den nächst höheren Gang, der Daumen wiederum den nächst niedrigeren Gang einlegt. http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/009820/harley_davidson_breakout_2013_53.jpg


Yamaha FJR 1300 AS Bildergalerie (37 Fotos) - hier klicken!


Und bereits dieser Komfortgewinn lässt (zumindest mich) dazu neigen, ganz einfach auf das Schalten zu vergessen. Da macht es sich dann eben bezahlt, dass das 1298 Kubik große Triebwerk mit enorm viel Drehmoment selbst in 30er-Zonen im fünften (und damit höchsten) Gang souverän gefahren werden kann. Allerdings hat das System auch seine Tücken. Wer vergisst, ein kleines Knopferl zu drücken, fährt im fünften Gang an eine Stopptafel heran, hält an – und fährt auch mit dem fünften Gang wieder los! Ja, das geht, wie sehr die Kupplung darunter leidet, kann man sich aber wohl gut vorstellen und ich habe es, liebe Yamaha-Leute, daher auch nur ganz kurz ausprobiert. http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/009820/harley_davidson_breakout_2013_8.jpg
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Die Armaturen sind modern und bestens ablesbar. über der Geschwindigkeit werden die beiden Modi S (Sport) oder T (Touring) angezeigt. Das effiziente Windschild fährt elektrisch auf und ab, teilt sich aber den Bedienknopf mit drei anderen Funktionen - eher unpraktisch.
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Optisch tritt die FJR 1300 AS genauso wie die Schwestermit herkömmlichem Getriebe unauffällig und funktionell auf - wie man es von einem Sporttourer erwarten darf.

Der "Stop Mode" bringt die Erlösung!

Natürlich sollte ein mündiger Motorradfahrer auch mit einer Halbautomatik umgehen können und so fähig sein, die Gänge schon vorher richtig zu sortieren, allerdings neigt man durch dieses gemütliche Automatik-Feeling eben stark dazu, faul zu werden. Jedes andere Motorrad würde dann auch einfach absterben und die Sache wäre außer peinlich nicht weiter schlimm, die FJR 1300 AS rackert aber wie ein Traktor weiter und bemüht sich – bis es dem Fahrer endlich selbst solche Phantomschmerzen bereitet, dass er dem Trauerspiel ein Ende setzt. http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/009820/harley_davidson_breakout_2013_15.jpg
Genau aus diesem Grund hat die überarbeitete FJR 1300 AS auch einen kleinen, unscheinbaren Knopf, der wie der Messias die Erlösung bringt: Eine Herunterschaltautomatik, der sogenannte „Stop Mode“ wird aktiviert! Wer also diesen Knopf drückt und beispielsweise vor einer Ampel hält, fährt dann, selbst wenn er zuvor den fünften Gang eingelegt hatte, mit dem ersten wieder los. Eigentlich eine Spitzenidee, ein wenig unlogisch erscheint mir nur, dass diese Erleichterung nicht immer und automatisch ab dem Starten aktiviert ist. Wäre doch angenehm, wenn das System immer funktioniert und nur Sadisten können es abschalten, um den Motor wimmern zu hören. In diesem Zusammenhang ist es auch ein wenig seltsam, dass bei eingeschaltetem Stop-Mode ein fettes grünes Lämpchen in Zahnradform leuchtet – und nicht bei ausgeschalteter. Egal, das System funktioniert ausgezeichnet, bei der Halbautomatik aber eben nur in eine Richtung, beim Raufschalten ist wieder alles wie gehabt: Wer vergisst, zu schalten, fährt wie auf jedem anderen Motorrad schonungslos in den Begrenzer.

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Damit das Touren zusammen mit der Halbautomatik noch komfortabler wird, spendierten die Ingenieure der FJR 1300 AS auch gleich ein elektronisch verstellbares Fahrwerk, das in insgesamt 12 Stufen verstellt werden kann. Neben den vier Grundeinstellungen „Eine Person“, „Eine Person mit Gepäck“, „Zwei Personen“ oder „Zwei Personen mit Gepäck“ kann auch noch die Dämpfungsstärke in den Stufen „Soft“, „Standard“ und „Hard“ variiert werden. Da die elektronische Einstellung von Federvorspannung und Dämpfungskraft gleichzeitig sowohl an der neuen 48-Millimeter Upside-Down-Telegabel als auch am Monofederbein im Heck erfolgt, gewährleistet das System eine gute Balance zwischen Vorder- und Hinterrad und sorgt für ein ausgewogenes Handling. Eine kleine Kritik möchte ich allerdings an der Bedienung üben, es ist ja sehr angenehm, dass alle Funktionen ganz bequem vom linken Lenker aus bedient werden können, allerdings hätte man für einige Features ruhig einen eigenen Knopf wählen können. So muss man sich immer wieder durch das Menü arbeiten, bis man Bordcomputer, Windschild, Heizgriffe und Dämpfer kann. Zum Glück ist das ganze dafür völlig intuitiv und ohne langwierigen Lernprozess zu bewerkstelligen – und somit zu verschmerzen. http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/009820/harley_davidson_breakout_2013_23.jpg
 
Positiv stimmt schließlich auch die leichte Bedienung des Tempomaten – einschalten, bei der gewünschten Geschwindigkeit aktivieren, per (Extra-)Wippe beschleunigen oder Gas wegnehmen, fertig. Auch die Traktionskontrolle vermittelt ein zusätzliches Gefühl des Komforts und der Sicherheit, immerhin möchte man sich bei einem so schweren Motorrad auf die Traktionskontrolle und das ABS voll und ganz verlassen können. http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/009820/harley_davidson_breakout_2013_22.jpg

Für alle, denen die Macht über die Gänge wichtig ist.

FAZIT
Die Yamaha FJR 1300 AS ist bei all dem Crossover-Wahn endlich wieder mal ein Motorrad, das genau in die, für sie vorgesehene Kategorie passt. Ein Sporttourer, dem dank der Halbautomatik und der vielen zusätzlichen Elektronik-Gimmicks noch mehr Langstrecken-Komfort eingepflanzt wurde als beim herkömmlich geschalteten Modell. Wer unbedingt eine Vollautomatik braucht, muss zu anderen Herstellern oder zu einem Yamaha-Roller greifen. Wer hingegen damit zu recht kommt, dass er nach wie vor die Gänge selbst sortieren muss, wird enorm viel Freude mit der FJR 1300 AS haben.
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Die Präzision und Geschmeidigkeit der Schaltvorgänge ist nämlich herrlich, der sogenannte „Stop-Mode“ sorgt nun außerdem dafür, dass man beim Anfahren auf alle Fälle den richtigen Gang eingelegt hat. Und die freie Wahl zwischen der Schaltwippe und dem Fußschalthebel lässt Spielraum für die jeweiligen Vorlieben des Fahrers. Ach ja, wer sich im Übrigen eine FJR 1300 zwischen dem „nackten“ Modell ohne Halbautomatik und elektronischem Fahrwerk und der voll ausgestatteten FJR 1300 AS wünscht, wird nun erhört: die FJR 1300 AE besitzt das gewöhnliche Schaltgetriebe und das elektronisch regelbare Fahrwerk - mehr Infos zur FJR 1300 AE.

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Text: Vauli
Fotos:
J. Künstle

Bericht vom 30.09.2013 | 39.009 Aufrufe

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