Honda CBF 125 Test

kot wirft zwei Hondas um und bekommt als Dankeschön eine CBF125. Der Test überrascht.

Honda CBF 125

Eine Frau steht ihren Mann

   
Strafe muss sein, das sehe ich ein. Und zwar dann, wenn ICH derjenige bin, der die Strafe verhängt, um das Fehlverhalten eines Mitmenschen damit abzugelten. Stehe ich jedoch selbst in der Schuld einer Wiedergutmachung, bin ich eher ein Gegner von Repressalien. Das heißt beispielsweise, dass es völlig O.K. ist, Raser zu bestrafen, denn das hält die anderen Verkehrsteilnehmer davon ab, zu schnell zu fahren und ich kann ohne Angst auf einen Gegenangriff mit 200 in die Hacke zischen. Ich darf euch aber gar nicht sagen, wie sehr es mich aufregt, wenn ein paar Mal im Jahr so ein unnötiger Brief einer noch unnötigeren Bezirkshauptmannschaft ins Büro flattert. Womit habe ich das verdient? Mit einem bisschen Raserei?

Die Hornet hatte im Scudo Schlagseite bekommen.


Fremdes Eigentum kaputt zu machen, ist einem normalen und geistig gesunden Menschen äußerst unangenehm. Der Grad der Scham richtet sich für gewöhnlich nach dem Wert, den das beschädigte oder gar zerstörte Objekt hat, egal ob dieser real oder nur für den Besitzer besteht oder beides. Ich für meinen Teil weiß jetzt zumindest, welchen Wert eine Honda für das Honda Austria Bodenpersonal hat, weil die Strafe eine grausame ist.
 
Dabei hatte das Jahr so gut begonnen wie noch keines zuvor. Denn das erste Testmotorrad aus dem beschwingten Fuhrpark sollte ab 2. April CBR1000RR Fireblade HRC Tricolor heißen. Bis 14. Mai bedeutete das den Himmel auf Erden. Besser konnte es also nicht mehr werden, viel schlechter aber auch nicht. Mit der Hornet 600 ABS Pearl Cool White stellte man uns einen agilen, potenten und unkomplizierten Allrounder zur Verfügung, bei dem ich sogar bereit war, das alleinige Verfügungsrecht etwas aufzuweichen und andere Redaktionsmitglieder fahren zu lassen. Allerdings nicht ohne boshafte Hintergedanken. Beim Transport im 1000PS Scudo hatte die Hornet Schlagseite bekommen und ging, so dass ich es fast nicht merkte, auf der Ladefläche in die Knie.

Resultat: Der linke Rückspiegel konnte ab sofort problemlos in der Handtasche transportiert werden. Den Rest konnte ich reparieren. Durch die demokratisch-gerechte Führung der Hornet würde sich die Schuld verteilen, wenn nicht auf andere schieben lassen. Ein guter Plan mit schlechten Folgen. Bei Honda selbst kam mein Unfallbericht (50% Schuld bei meinen Mitarbeitern, 50% bei Honda) nicht so gut an, weshalb ich die Hondastraße 1 an diesem Tag mit einem SW-T400 Roller verlassen musste. Ein tolles Gerät, mit ordentlich Durchzug, viel Platz und Komfort, einem riesigen Stauraum unter der Sitzbank und optisch gar nicht so fad. Etwas schwer ist er vielleicht, besonders, wenn man ihn vom Boden wieder aufheben muss.

"Warum zur Hölle!?", ruft der kot,
mit breiten Armen rauf zu Gott.

 

"Ich bin so arm, das ist so schlimm."
da spricht Gott auch schon zu ihm.

"Zwei Flügel hast du Wicht zerstört, du weißt, dass sich das nicht gehört.
Es ist nicht alles Lust und Muße, auf deine Sünden folgt die Buße."


Überraschenderweise steckte der Roller den Umfaller tapfer weg.


Überraschenderweise steckte er den Umfaller tapfer weg. Nur ein paar Kratzer an der Verkleidung und am Auspuff sowie ein verbogener Rückspiegel sonst nichts! Für Honda jedenfalls dürfte es gewirkt haben wie ein Kernölfleck auf dem Turiner Grabtuch. Nachdem ich meine drei Kreuzerl unter die Schadensmeldung gemacht hatte, zog ich auf einer CBF125 Sport Red wie ein geprügelter Hund von dannen. Seit 2 Wochen ist das tatsächlich das Motorrad, mit dem ich täglich 30 Kilometer in die Arbeit und 30 Kilometer wieder nach Hause fahre. Alles auf der Schnellstraße. Manchmal komme ich mir vor wie ein verwundetes Rehkitz, das inmitten einer Herde pfeilschneller Gabelböcke um sein Leben rennt. Ich musste schnell einen Weg finden, mein gedrücktes Selbstwertgefühl mit dem Lenken einer CBF 125 zu arrangieren, um nicht noch weiter abzustürzen.
 
Ich hatte was von Burnout- und Wheelie-Tauglichkeit gelesen. Gleichwohl ist das auch mit einem Fahrrad möglich, deshalb machten mich diese Tatsachen nicht wirklich glücklicher. So bestritt ich jeden Morgen tapfer den langen wie langweiligen Weg zur Arbeit, im Windschatten von LKWs, Kastenwägen und anderem Großwild der linken Spur und dachte über eine Lösung nach. So ging das von Montag bis Freitag und von Montag bis Freitag. Dann passierte etwas Wunderbares. Ich mußte plötzlich tanken. Da sich die Nadel derTankuhr über die letzten zwei Wochen nicht schneller bewegt hatte als ein Gletscher in der selben Zeit, war mir fast nicht aufgefallen, dass die CBF überhaupt Treibstoff verbraucht. Mit meinem Auto muß ich nach 7 Arbeitstagen wieder an den Zapfhahn, dann fehlen 50 Liter. Die CBF gab sich auf insgesamt 570 Kilometern mit 13 Liter raffinierter Flüssigkeit zufrieden, das entspricht einem Verbrauch von ~2,3 l/km. Angeblich wurde schon ein Wert von 2,16 l/km erreicht.

Alles wurde wieder gut. Es war wie eine Charity-Ausfahrt, bei der jeder gefahrene Kilometer Spend5engelder bringt, mit dem Unterschied, dass einzig und allein mir die monetären Erträge zugute kamen. Ich sparte mir jeden Tag das Geld für ein großes Bier, folglich waren die ersten 5 Bier Freitagabend praktisch gratis. Ride for beer! Danke Honda. Alle Scham war nun verflogen, denn während die Alphatierchen mit ihren Spritfressern auf der Autobahn täglich mehr Geld verloren, als Berni Madoff an einem Tag verzocken konnte, wurde ich auf der CBF zum Sparefroh, ohne spürbare Abstriche machen zu müssen.

Honda Flügel - groß und stolz.

Braver Blick, stets zu Diensten.


2,28 l/km - Jeden Tag ein Bier sparen.


Ich rollte genauso schnell in die Arbeit, wie sonst, weil ich mit meiner Seifenkiste auch nicht schneller als 100 fahre. Die CBF schafft sogar 110, ich wollte jedoch nicht unbedingt ausprobieren, wie der Motor auf das Dauervollgas reagiert. Mit 100 war ich auf der sicheren Seite, ich schwamm gelassen mit dem Strom. In der Stadt war ich mit dem vorhandenen Durchzug flott unterwegs, mit der Wendigkeit und der schlanken Linie sowieso. Ein Konkurrenzmodell mit 14 PS wurde locker abgehängt. Nur an der Bremse tut man sich etwas schwer, wenn stark verzögert werden muss. Ansonsten bleibt nur zu berichten, dass sich meine Werte vollkommen verschoben haben. Zumindest für die Zeit mit der CBF. Sollte mich jemand sehen und glauben, er müsse mich auslachen - ich lache gerne zurück. Wir sehen uns in 2 Wochen an der Tanke.

Die CBF Reihe ist für ihr biederes Instrumentarium bekannt. Autofahrer sollen sich schließlich auf ihr wohlfühlen. Die 125er zeigt dagegen einen Hauch Sportlichkeit. Das Staufach unter dem Sozius bietet gerademal dem Verbandszeug Platz. Gepäck muss daher im Rucksack mitgeführt werden.
Die alleinige 240 mm Scheibe mit Zweikolben-Bremszange tut ihr Möglichstes, wenn man ordentlich zudrückt. Etwas mehr Bremskraft wäre nicht verkehrt. Eine Trommelbremse und zwei schmale Federbeine, in der Federvorspannung 3-fach einstellbar, sind jetzt nichts, mit dem man angeben könnte, aber O.K.

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Technische Daten HONDA CBF125
Motor Fahrtwindgekühlter Viertakt-Einzylinder, OHC, zwei Ventile, geregelter Katalysator
Hubraum 124,7 ccm
Bohrung x Hub 52,4 x 57,8 mm
Leistung 8,3 kW/8.000 U/min
Drehmoment 11,2 Nm/6.250 U/min
Verdichtung 9,2 : 1
Gemischaufbereitung PGM-FI Einspritzung
Starter Elektrostarter
Antrieb Kette
Gabel Teleskopgabel mit 30 mm Standrohr-Ø, 115 mm Federweg
Federbein Zwei hydraulisch gedämpfte Federbeine, Federvorspannung 3-fach einstellbar, Federweg 87 mm
Reifen vo. 80/100-17M/C (46P)
Reifen hi. 100/90-17M/C (55P)
Bremsen vo. 240 mm Ø Scheibenbremse, Zweikolben-Bremszange
Bremsen hi. 130 mm Ø Trommelbremse
Länge 1955 mm
Breite 760 mm
Höhe 1110 mm
Radstand 1270 mm
Bodenfreiheit 173 mm
Sitzhöhe 792 mm
Gewicht vollgetankt 128 kg
Tankinhalt 13 l
 

 

Interessante Links:

Text: kot
Bilder: kot

Fazit: Honda CBF 125

Dank des extrem niedrigen Verbrauchs eins Tipp für Sparfüchse. In der Stadt kann der CBF seine Stärken ausspielen, kraftvolles Bremsen gehört allerdings nicht dazu.


  • Wendigkeit
  • schlanke Linie
  • geringer Verbrauch.
  • Bremse nicht optimal
  • winziges Staufach

Bericht vom 24.07.2009 | 89.161 Aufrufe

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