Auvergne & Dordogne 1

Mit dem Honda Crosstourer in zwei der schönsten Gegenden Europas. Bonjour mes amis!
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Mit dem Honda Crosstourer durch die Auvergne und Dordogne

Gripparty Instrukteurin Walburga fährt ins Französische um dem Savoir Vivre zu fröhnen.
   

Das Bike und die Route
Kurz gesagt: Die Leichtigkeit des Fahrens in technischer Harmonie. Wer sich auf das Doppelkupplungs-Getriebe des Honda Crosstourers einlässt, kann völlig entspanntes Fahren in einer der schönsten mittelalterlichen Gegenden Frankreichs erleben. Mit wenig Schaltaufwand konnten somit die 4844 km bewältigt werden.

Im ersten Teil geht’s in den vulkanischen Teil Frankreichs – die Auvergne. Am Ende findet ihr meine persönlichen Eindrücke zum Honda Crosstourer mit Doppelkupplungsgetriebe. Wer das nicht abwarten will, kann gleich ans Ende scrollen und sich von den Loslass-Momenten auf dem Crosstourer beeindrucken lassen. Im zweiten Teil folgt dann der malerische Teil in der Dordogne mit den Hotelbeschreibungen.


Bildergalerie: Auvergne und Dordogne

 

Die erste Etappe - Hagel zum Start
Wer in Purbach losfährt, nach Lyon möchte und eine Nacht beim Wilden Mann im Oberen Inntal verbringen will, stellt sich spätestens in Eisenstadt die Frage: links oder rechts herum? Ich fahre dann mal links herum, das bedeutet ganz grob: Semmering, Schladming und Dienten am Hochkönig. Hier gibt’s einen kurzen Stopp zum ‚Schmäh führen’ … ein bisl Österreichisch hab ich mittlerweile auch gelernt :). Die endlich erreichte Kurvenwelt lockt weiter und auf geht’s nach Wörgl und Innsbruck. Nach etwa 500 km zeigte mein Po Einschlaferscheinungen. Er fühlte sich da leider nicht mehr ganz so wohl. Auch die einsetzende Hagelmassage half da nicht mehr. Allerdings sollte das der einzige Wehrmutstropen bleiben im Hinblick auf genussvolles Fahren. Aufgrund der Wetterlage habe ich dann in Landeck den Tunnel bevorzugt und konnte das letzte kurze Stück bis Tösens relativ trocken erleben. Am Abend hab ich von Tennisball-großen Hagelkörnern gehört … da war ich ja mit meinen Taubeneigroßen Körnern richtig gut bedient gewesen.

 
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Entlang des Genfer Sees
Die Nacht beim ‚Wilden Mann’ war dann überraschend ruhig. Am nächsten Morgen geht’s über den Flüelapass nach Davos und Klosters. Und schon war’s wieder aus mit den netten Straßen. Es folgten die km auf der Autobahn A3 Richtung Zürich, A1 Bern, A12 über Fribourg bis nach Montreux (A9). Der Blick über den Genfer See ist einfach phantastisch! Die Ausfahrt 17 führt mich dann über Evian am Südufer entlang des Sees. Bisher hatte ich dieses Stück echt nett oder schon fast idyllisch in Erinnerung. Aber es war Hochsaison und die Welt hatte sich in ein touristisches Horrorscenario verwandelt. Ich habe mich also über die B1204 gequält bis nach Annemasse und etwas genervt die Auffahrt auf die A40 nach Lyon gesucht … mein Tipp: einfach durch die Stadt durchfahren und erst abbiegen wenn wirklich A40 Lyon dort steht. Der Autobahnwechsel auf die A42 ist dann nicht mehr zu verpassen. Einige Regentropfen haben mich in Lyon noch erwischt bevor ich in die Tiefgarage fahren konnte, aber das Unwetter ist mir erspart geblieben. Einen Tag Pause in Lyon – natürlich nicht ohne einen Mittelalter-Shop in der Altstadt zu besuchen. Allerdings sollte das Umfeld in den nächsten Tagen noch etwas mehr zu bieten haben.

Auf geht's in Richtung Auvergne
Gemeinsam mit meinem Mann ging es weiter in Richtung Auvergne, der Vulkanlandschaft um den Puy de Dome. Nachdem wir auch hier erst einige km auf der Autobahn verbringen mussten (Lyon A42, A47; St. Etienne A72; Andrézieux Exit 8 nehmen um Maut zu sparen) fing das eigentliche Fahren dann ab Montbrison an. Zunächst noch über die D496 bis St. Anthème, dann immer entlang der D996, an Orten vorbei wie Ambert, St. Amant, Sauxillage, Issoire und Murol.

 
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Burgen und mittelalterliches Flair
Die Gegend ist geprägt vom Vulkanismus, der hier sanfte Ausläufer zeigt. Auffällig sind die immer öfter auftretenden Burgen und Schlösser. Dass eine Kirche (oder ersatzweise eine Marienstatue) ins Dorf gehört, war mir ja noch bekannt, dass aber auch Burgen dazugehören und die auch noch zusätzlich ‚in Massen’ verstreut übers Land zu finden sind, war mir so nicht bewusst. Und dann die plötzliche Ähnlichkeit zum Wald- bzw. Mühlviertel – diese Landschaft bietet wahrlich zahlreiche Überraschungen.

In der Nähe von Murol gibt es einen See, den Lac Chambon. Da die warmen Temperaturen nach einer nassen Abkühlung schrieen, sind wir die paar Meter bis zum See noch gefahren … und haben wegen des ferienbedingten Massenauflaufs gleich wieder die Flucht ergriffen. Uns wurde damit nochmals bewusst gemacht: wir befinden uns im französischem Urlaubsmonat! Also auf zum vorbestellten Hotel über die D5 nach Verneuge, dann weiter über die D2089 Richtung Clermont Ferrand, bis zur D52 St. Genes und über Berzet nach Ceyrat. Hier haben wir gelernt, dass eine Rezeption auch manchmal erst ab 18 Uhr besetzt sein kann. Also mit Gepäck noch eine kleine Extratour zur Rennstrecke.

 

Die Rennstrecke bei Ceyrat der ‚Circuit d’Automobile de Charade’ ist leider nicht für Motorräder freigegeben. Die Auslaufzone ist an einigen Stellen sehr schmal und durch Betonwände begrenzt.


 

Puy de Dôme
Als kleines Abendzuckerl wollten wir uns noch den Puy de Dôme gönnen. Ein Hinauffahren war leider nicht mehr möglich. Dieser Aufstieg ist den Tour de France Begeisterten unter euch sicherlich ein Begriff. Seit Mai dieses Jahres ist die Zahnradbahn fertig gestellt und ein Höhengefühl war auf die Schnelle nicht mehr machbar. Der Vulkan Puy de Dôme ist nicht nur der höchste Vulkankegel (1465m) in einer Reihe von weiteren ‚Puys’, der ‚Chaine de Puys’ sondern gibt dem Département auch seinen Namen.

Unsere Extratour haben wir dann fortgesetzt über den Col de Ceyssat in Richtung ‚Vulcania’, das sich zu einem Freizeit- und Lernpark entpuppte und sicherlich sehenswert ist – dies nicht nur für die geologisch interessierten unter uns. (www.vulcania.com) Zurück zum Hotel nach Ceyrat ging es dann nochmals am Circuit vorbei… und diesmal war auch die Rezeption besetzt.

 
 

Notre Dame d’Orcival
Der nächste Tag startet mit einer Vorbeifahrt am Circuit, diesmal aber weiter über die D767 nach Manson und Lachamps. Folgt man der D942 und D27 gelangt man nach Orcival. Die architektonisch interessante Basilika ‚Notre Dame d’Orcival’ stammt zwar erst aus dem 12. Jahrhundert aber das ursprüngliche Gotteshaus wurde bereits im 7. Jahrhundert, wahrscheinlich auf einer keltischen Kultstätte, gebaut.

 

Unterwegs zeigt sich immer wieder, dass die Chance während einer Motorrad-Tour in Frankreich zu verhungern recht klein ist – auch ohne großartige Französischkenntnisse kann man sich den kulinarischen Angeboten hingeben.


 

Vulkanische Landschaften
Folgt man der D27 und D983 in südlicher Richtung bis ‚le Mont Dore’ so bekommt man unweigerlich vulkanische Besonderheiten zu sehen, z.B. die wie Orgelpfeifen aufragenden Basaltsäulen oder eins der wohl bekanntesten Bilder der Avergne: die beiden gegenüberliegenden Felsen ‚les roches Tuilère et Sanadoire’ bis hin zum Lac de Guery. Weiter in Richtung Puy de Sancy bekommt man erneut beeindruckend die einerseits sanft wirkende vulkanischen Erhebungen zu sehen und andererseits die bizarren Felsformationen.

Am Puy de Sancy drehen wir um und fahren direkt am Ortseingang von Mont Dore rechts auf die D36. Wie so oft bei unauffälligen Zufahrten wird uns ein grandioser Pass geboten: Der ‚Col de la Croix St. Robert’. Die wunderbaren Aussichtspunkte scheinen auch eine weitere Funktion zu haben: eine sehr charmante ältere Dame fragte mich nach dem Namen des Aussichtspunktes. Sie hätte nämlich eine Verabredung und sie wüsste nicht ob sie richtig wäre und sie weiß leider auch nicht wie der Herr ausschaut.

Den Col haben wir dann Richtung Besse verlassen und sind der D140 gefolgt, vorbei am Lac Pavin. Einen Abstecher haben wir noch in Richtung La Tour d’Auvergne (D203) gemacht bis Chastreix de Sancy, was uns allerdings nicht den erhofften Ausblick geschenkt hat. Also zurück auf die D678 Richtung Condat und Riom es Montagnes und auf der D3 bis Murat.

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Historischer Stadteil aus dem Jahr 1832
Um zum vorreservierten Zimmer zu kommen (in der Gegend ist das während der Hauptsaison leider nötig) mussten wir noch ein paar km fahren, d.h. N122 bis Massiac, dann auf der D909 Richtung Blesle. Vorher jedoch auf die D588 wechseln nach Brioude. Die Steinbogenbrücke des alten Stadtteils ‚Vieille Brioude’ aus dem Jahr 1832 ist mit einer Länge von 100 m noch heute Blickfang dieses Ortes. Über die N102 haben wir dann unsere Logis in La Chomette erreicht.

Am nächsten Tag geht’s auf der D585 beschaulich los, entlang des Flusses Allier bis nach St. Ilpize. Der kleine Ort hat zwei Sehenswürdigkeiten: die Burg aus dem 14. Jahrhundert und eine 40 m lange Hängebrücke. Fährt man allerdings hinauf bis zur Burg, so vermittelt einem die dortige Atmosphäre ein gefühlsmäßiges Eintauchen in die früheren Zeiten. Weiter geht’s nach Lavoute-Chilac, einem Ort, der von einer Flussschleife fast völlig eingefasst wird.

Die einspurige D41 führt uns auf den Mont Mouchet auf dem ein Mahnmal der französischen Widerstandsbewegung zu sehen ist. Weiter auf der D48 bleibt es beim gemütlichen Cruisen und wir kommen über die D909 zum Viaduc du Garabit.

 
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Der ‚Viaduc du Garabit’ ist eine 565m lange stählerne Eisenbahnbrücke und überspannt das Flusstal der aufgestauten Truyère. Jetzt nur noch der D13 folgen und die traumhaften Blicke auf den Stausee genießen, vorzugsweise am Belvédere de mallet.


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Historischer Stadteil aus dem Jahr 1832
Auf der Route des Thermes (D13 bis Chaude-Aigues, dann D11) gelangt man zu einer Stahlseil-Brücke, der ‚Pont de Tréboul’. Diese Brücke führt über einen großen Stausee des Flusses Truyère, der in den 1920er Jahren geschaffen wurde und mehrere Dörfer verschluckt hat. Bei niedrigem Wasserstand sollen die Ruinen auch heute noch aus dem Wasser auftauchen.

Wir folgen der D65 bis Pierrefort und wechseln dann auf die D990 bis Aurilac. Hier beginnt der krönende Tagesabschluss. Die D17 führt durch das Vallée de la Jordanne und führt hinauf auf den Puy de Mary: Mit 1783 m der zweithöchste Gipfel im französischen Zentralmassiv.

Der Col de Naronne (D680) führt uns zu unserem Hotel in Salers. Dieser Ort ist eine komplett erhaltene Kleinstadt aus der Renaissancezeit. Im frühen Mittelalter war Salers die Burg der ‚Barons de Salers’ – am nächsten Morgen wird es also erst einmal eine kleine Stadtbesichtigung geben.


Der Honda Crosstourer mit Doppelkupplungsgetriebe

 

Entspanntes Cruisen mit DCT
Der Crossstourer an und für sich bringt schon eine Leichtigkeit des Fahrens mit sich. Ergänzt man das Ganze mit dem Doppelkupplungsgetriebe, so bekommt man durch die technische Harmonie eine Variante für wunderbares entspanntes Cruisen. Doppelkupplungs-Getriebe bedeutet für eine Frau: hör auf zu denken und fahr einfach. Klingt natürlich völlig logisch und einfach. ABER: diejenigen von euch, die Fahrtechnik-Trainings mit Frauen gemacht haben, wissen, dass Frauen oft nicht aufhören können zu denken und sich nur langsam auf das fahrerische Gefühl einlassen. Das System der zwei Kupplungen kann man allerdings schon als gefühlvoll bezeichnen. Es gibt kein Zusammentitschen der Helme von Fahrer und Sozius mehr. Die Zugkraft wird halt nicht mehr unterbrochen.

Einfaches Handling
Der Einstieg in das Handling des automatischen Fahrens mit dem Crosstourer ist recht einfach. Eigentlich ist alles selbsterklärend: Du setzt dich drauf und greifst mit der linken Hand erst einmal ins Leere. OK, die Hand hat Pause, mal schaun wann wir sie wieder brauchen. Die rechte kennt sich aus, auch die Hinterradbremse kann wie gewohnt betätigt werden. Aber was heißt wie gewohnt? Schnell erinnert man sich an alte Fahrschulweisheiten wie wichtig das Anfahren mit der Fußbremse ist - vor allem am Hang  Dass der linke Fuß letztlich nichts zu tun hat ist eh klar. Das Suchen nach dem Schalthebel hört jedoch deutlich schneller auf als der Griff nach dem Kupplungshebel. Damit sich die linke Hand nicht fadisiert gibt es die Möglichkeit zwischen Automatikmodus (AT) und manuellem Modus (MT) zu wechseln. Mit Daumen und Zeigefinger der linken Hand kann man dann selbst schalten, ähnlich einer Wippe. Wer nicht ganz fußlos unterwegs sein möchte, erhält im Zubehör einen klassischen Schalthebel für etwa 400,- Euro.

   
 

Vertrauen in die Technik
Bei Bergabfahrten kann es auch Sinn machen die Selbstbestimmung nicht ganz abzugeben wenn man z.B. die Motorbremse stärker einsetzen möchte. Wer auch ohne zu schalten sportlich dynamisch unterwegs sein möchte, nutzt den S-Modus (Sport). Für entspanntes Cruisen bleibt man ganz einfach im D-Modus (Drive). Und falls man vor lauter Entspannung nicht mehr weiß wo man sich befindet: im Display wird alles angezeigt. Bei den unterschiedlichen Modi ist es nicht verwunderlich, dass die Schaltvorgänge anders ablaufen als man es selbst routinemäßig machen würde. Hier ist das Vertrauen in die Technik gefragt. Vielleicht hilft das Bewusstsein, dass es vergleichsweise ja auch 250 verschiedene Möglichkeiten gibt Geschirr zu spülen. Und es gibt sicherlich genau so viele Möglichkeiten Kurven zu fahren. Ziel ist es letztlich ‚sauber’ dabei raus zu kommen. Trostvolles gibt es für die 280 kg Gesamtgewicht: es fällt eigentlich nur ins Gewicht wenn man mit Gepäck auf losem Untergrund rangieren will – es ist dann nicht wirklich mehr damenhaft einfach. Beim Fahren selbst spürt man das Gewicht in keinster Weise. Wenn man will, kann man immer dynamisch wendig unterwegs sein.

Und warum ist es für mich ‚der’ Crosstourer?
Weil ‚er’ ganz einfach ein Tourer ist. Die Leichtigkeit des Fahrens auf der Straße ist wirklich ein Genuss auch wenn die Automatik-Version bei der Gangwahl manchmal etwas eigenwillig aber mit Sicherheit nicht zickig ist. Ein wichtiges zusätzliches Detail sei noch erwähnt: die Feststellbremse! Abstellen im ersten Gang um ein Wegrollen zu vermeiden ist halt nicht mehr möglich. Wenn bei der Tour der Blick mal nicht mehr zwischen den beiden weißen Linien bleibt, kann es zu plötzlichen fotobedingten Stopps kommen und da das ja nur an etwas steileren Stellen passiert, lernt man den Umgang mit dieser Bremse recht schnell.

Wer völlig entspannt und ohne viel Schaltaufwand unterwegs sein will für den ist der Honda Crosstourer DCT mit dem Doppelkupplungs-System die ideale Lösung. Bei meinen 1,72m Körpergröße und einem relativ kurzen Oberkörper hat das Windschild noch gepasst und bei den warmen Temperaturen war ein leichter Windzug beim Cruisen eher angenehm. Eine größere Version des Schildes gibt es ja wiederum im Zubehör. Als Tourer würde ich mir allerdings einen komfortableren Sitz wünschen. Ob allerdings für Frankreich-Fans eine spezielle ‚fixation de transport pour baquette’ notwendig ist, wage ich zu bezweifeln :)

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Interessante Links:

Text: FrecheHexe
Fotos:
Magnus Endress, FrecheHexe

Bericht vom 29.10.2012 | 12.839 Aufrufe

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