Test-Video | Honda CBR 600 RR 2013 | Action & Onboard & Fahreindrücke

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Dauer: 00:04:02
Online seit: 17.04.2013

Testbericht

Honda CBR600RR

Honda CBR600RR

Mit geschärftem Blick geht die Honda CBR600RR in die Zukunft.

Mit geschärftem Blick geht die Honda CBR600RR in die Zukunft.










































































































 


Honda CBR600RR – Supersport im Alltag

Mag schon sein, dass das Segment der Supersportler ein wenig schwächelt, die entscheidenden Vorteile bleiben aber nach wie vor aufrecht: Auf der Rennstrecke gibt es nichts besseres und ein moderner Supersportler wie die Honda CBR600RR ist auch für den Alltag gar nicht mal so schlecht!
   
Auch ich muss zugeben,
dass ich seit längerem die Meinung hege, dass ein Supersportler, der
nicht auf der Rennstrecke bewegt wird, eigentlich keinen Sinn macht. Die
Sitzposition ist radikal und die Motoren in der 600er-Klasse wollen so
hoch gedreht werden, dass man erst ab Geschwindigkeiten jenseits der 100
km/h etwas davon hat – in der Stadt natürlich völlig unmöglich. Dennoch
kann ich mich durchaus in die Lage vieler Fans versetzen, die ihren
Supersportler auch im Alltag nutzen: Die Dinger sehen einfach
phantastisch aus! Keine andere Motorradgattung transferiert modernste
Technologien so direkt in das Auge des Betrachters.


Die
Front spaltet die Gemüter.

So geschieht das auch
bei der neuen Honda CBR600RR. Schnittig und technoid sieht sie aus,
während das Heck mit dem hoch verlegten Endtopf kaum verändert wurde,
hat sich die Front dafür umso mehr gewandelt. Ob die weit nach hinten
versetzten Scheinwerfer nun besonders gut aussehen oder doch
grottenschlecht, liegt wie immer im Auge des Betrachters. Fakt ist, dass
man über Optik bekanntlich streiten kann - und das wollte Honda wohl
auch so. Jedenfalls sieht die neue Front gewöhnungsbedürftig und anders
als alle anderen aus – Verwechslungen also ausgeschlossen.


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Neue
Gabel – guter, alter Motor


Auch die herrliche Repsol-Lackierung des von uns getesteten Exemplars
wirkt nicht nur auf der großen Schwester CBR1000RR Fireblade
ausgezeichnet sondern kann auf der kleineren 600er voll und ganz
überzeugen. Besonders auffällig sind dabei die grell lackierten Felgen
im Mehrspeichen-Design statt des eher langweiligen Dreispeichen-Stils
der Vorgängerin. Neu ist auch die Vorderradführung durch eine BPF-Gabel
(Big Piston Fork) von Showa, wie sie schon auf einigen Konkurrenten
erfolgreich zum Einsatz kommt und auch auf der CBR600RR ein gutes
Ansprechverhalten praktiziert. Die restlichen Unterschiede sind hingegen
marginal, vor allem beim Motor bleibt die CBR600RR ihrer Linie treu –
was nicht unbedingt ein Nachteil ist.







Ansatzweise kann man von Komfort sprechen.

Ein gewichtiges Argument
für die Honda ist nämlich ihr angenehmes Triebwerk, das im Vergleich zu
anderen 600er-Supersportlern bereits ab rund 5000 Touren eine
ordentliche Kraftentfaltung an den Tag legt und im mittleren
Supersport-Drehzahlbereich um 10.000 Umdrehungen äußerst potent zu Werke
geht. Ende der Fahnenstange ist allerdings schon bei knapp 15.000 Touren
– da drehen viele Mitbewerber höher und auch mit der Höchstleistung von
120 PS bei 13.500 Umdrehungen sowie 66 Newtonmeter Drehmoment bei 11.250
Touren am Papier stellt sich die CBR600RR mittlerweile hinter der
Konkurrenz an.

Viel Schmalz in der Mitte

Die vergleichsweise kräftige Mitte macht aber vieles wett und eignet
sich ausgezeichnet für den Alltag und ambitionierte Landstraßenpartien.
Dazu passt erstaunlicherweise auch die Sitzposition – teilweise.
Natürlich ist sie so, wie es sich für einen Supersportler gehört:
Sportlich, hart und ideal für die Zeitenjagd auf der Rennstrecke
konzipiert. Allerdings überrascht die schlanke Honda mit einer durchaus
angenehmen Ergonomie. Der Sattel ist nicht ganz brettlhart, der Rücken
benötigt nicht gleich nach der ersten Ausfahrt einen chiropraktischen
Eingriff und die Last auf den Armen ist auch nicht ganz so schlimm wie
auf einigen anderen Supersportlerinnen. Die Begriffe Bequemlichkeit und
Komfort zu verwenden wäre zwar vermessen, für Tagesausflüge passt das
Ganze aber sehr gut.




Die neue
Front mit den stark nach hinten versetzten Scheinwerfern sorgt für 
Diskussionsstoff.
Nun
werkt auch an der Honda CBR600RR eine BPF-Gabel (Big Piston Fork) von
Showa.


Die CBR600RR bleibt ihrer Linie treu, die fetzige Repsol-Lackierung
bringt aber ordentlich Schwung herein.

Gute Bremse, unauffälliges ABS

Sogar die Bremsanlage kann nicht nur Supersport sondern auch normale
Verzögerung im Alltag, ohne allzu brachial in die Scheiben zu beißen.
Zwar war die ganz jungfräuliche Bremse auf der von mir getesteten CBR
anfangs natürlich zu sanft, nach einigen sportlich gefahrenen und
gebremsten Kilometern zeigte sich aber das Potential der
320er-Doppelscheibe samt radial montierten Vierkolbenzangen. Für den
Alltag spricht vor allem, dass das ausgereifte und tadellos
funktionierende C-ABS (Combined-ABS) serienmäßig mit an Bord ist und
spätestens bei Nässe seine Vorteile ausspielt. Von den Regelarbeiten des
Systems merkt man dabei so gut wie nichts, wenn auch das Gefühl am Hebel
etwas knackiger sein könnte.


Kleine Schwächen, große Vorteile

Ein Detail, das sich die Techniker und Designer eigentlich vorknöpfen
hätten müssen, sind die Armaturen. Ich will ja nicht lästern, aber das
Cockpit wirkt mit seiner kastigen Form wie aus den 1980er-Jahren und
entspricht höflich gesagt nicht mehr ganz dem aktuellen Trend. Das
betrifft allerdings nur die Optik, die Ablesbarkeit ist tadellos. Der
analoge Drehzahlmesser verzichtet auf Firlefanz und die digitale
Geschwindigkeit wird in großen und breiten Ziffern dargestellt. Auf eine
Ganganzeige muss man leider verzichten, dafür bekommt man genaueste
Informationen über die Spritmenge – eine genaue Tankuhr ist nicht üblich
auf sonst so spartanischen Supersportlern.


Das C-ABS
ist Serie und funktioniert unauffällig, die Bremse selbst entspricht den
Anforderungen.

Die
Armaturen wirken ziemlich angegraut, an der Funktion gibt es aber nichts
zu meckern.


Im Fahrbetrieb macht die CBR600RR nach wie vor eine gute Figur. Sie ist
wendig, agil und der Motor glänzt mehr durch seine kräftige Mitte als
durch schiere Leistung.



Fazit

Die neue Honda CBR600RR spaltet vor allem durch ihre eigenwillige Front
die Gemüter – und das ist gut so, immerhin wird sie dadurch als völlig
neu und anders als ihre Vorgängerin empfunden. Dass dem nicht so ist,
beweist der Rest der Maschine, der hoch verlegte Endtopf, das Fahrwerk
und der Motor sind weitestgehend unverändert. Zwar könnte aus dem
Triebwerk durchaus mehr Leistung herausgekitzelt werden (wie man an den
Moto2-WM-Bikes gut erkennen kann, die ja auf dem CBR600RR-Motor
basieren), die angenehme und Nerven schonende Fahrbarkeit ist allerdings
ein nicht zu verachtender Vorteil.

Interessante Links:

Text: 1000ps


Fotos:
1000ps


Weiterlesen...

Unser Vauli durfte die Honda CBR 600 RR in Kroatien testen und hat sein Fazit zusammengestellt welches ihr im Video sehen könnt.
Testbericht auf 1000PS lesen: http://www.1000ps.at/testbericht-2357133-Honda_CBR600RR