Kawasaki Z800 Gebrauchtberatung: Schwächen und Kauftipps
Satter Vierzylinder, aber Gewicht und Umbauten zählen
Die Kawasaki Z800 der Baujahre 2013 bis 2016 lockt mit robustem 806er-Vierzylinder und kernigem Auftritt. Beim Gebrauchtkauf zählen jedoch Variante, Umbauten, Sturzspuren und Wartung mindestens so stark wie Kilometerstand und Lackglanz.
Historie der Kawasaki Z800
Als die Kawasaki Z800 2013 die erfolgreiche Z750 ablöste, blieb das Grundrezept unangetastet: ein klassischer Reihenvierzylinder, Stahlrahmen, aufrechte Naked-Bike-Ergonomie und genügend mechanische Substanz, um auch heute noch nicht wie ein Relikt aus einer anderen Zeit zu wirken. Der Motor wuchs auf 806 cm³, leistete in der Vollversion 113 PS bei 10.200 U/min und drückte 83 Nm bei 8.000 U/min. Dazu kamen ein 17-Liter-Tank, 834 mm Sitzhöhe und stolze 229 kg fahrfertiges Gewicht. Die 41-mm-USD-Gabel sowie das Federbein boten bei der normalen Z800 Einstellmöglichkeiten für Federvorspannung und Zugstufe. Das Ergebnis war kein filigranes Skalpell, sondern ein sattes, stabiles und sehr erwachsen wirkendes Naked Bike.
Der Motor wurde gegenüber der Z750 deutlich überarbeitet, große technische Entwicklungssprünge folgten während der kurzen Modellkarriere jedoch nicht mehr. Von 2013 bis 2016 blieb die Z800 im Kern konstant, was beim Gebrauchtkauf ein Vorteil ist: Es gibt kein einzelnes Modelljahr, das man wegen eines entscheidenden Updates unbedingt haben muss. Interessanter ist die Frage, welche Z800 tatsächlich vor einem steht. Neben der 113-PS-Version bot Kawasaki die Z800e mit 70 kW** beziehungsweise 95 PS und 76 Nm an. Sie war mit 226 kg etwas leichter und beim Fahrwerk einfacher ausgestattet. Vor allem aber bildete ihre 70-kW-Homologation die Basis für eine legale 35-kW-Drosselung für den A2-Führerschein.
2016 war Schluss, für 2017 übernahm die Kawasaki Z900. Dieser Generationswechsel ist für heutige Gebrauchtkäufer wichtiger als jeder Farbcode der Z800, denn die Z900 kombinierte mehr Leistung mit deutlich weniger Masse und schob die Baureihe fahrdynamisch in eine andere Liga. Gleichzeitig blieb der Reiz der Z800 bestehen: Sie stammt aus einer Zeit, in der ein kräftiger Vierzylinder, ABS und ein ordentliches Fahrwerk genügen mussten, ohne TFT, Fahrmodi oder elektronische Helferparade. Genau diese mechanische Direktheit macht gepflegte Exemplare weiterhin begehrt und erklärt zumindest teilweise, warum gute Z800 heute überraschend selbstbewusst eingepreist werden.
Kawasaki Z800 (Bj. 2013–2016) gebraucht kaufen
Am Gebrauchtmarkt ist die Kawasaki Z800 mittlerweile kein automatisches Schnäppchen mehr. Bei unserer Recherche im August 2026 bewegten sich brauchbare Motorräder in Österreich überwiegend zwischen etwa 4.500 und 7.600 Euro, besonders kilometerarme oder sehr gepflegte Exemplare können bis ungefähr 8.500 Euro aufgerufen werden. In Deutschland liegt der realistische Bereich grob zwischen 5.500 und 8.000 Euro. Entscheidend sind dabei nicht nur Baujahr und Kilometerstand, sondern vor allem Originalzustand, Wartung und Umbauqualität. Die Z800 wurde gern individualisiert und ein niedriger Kilometerstand verliert schnell seinen Reiz, wenn daneben ein schief montiertes Heck, zweifelhafte Elektrik und ein Auspuff ohne nachvollziehbare Genehmigung wohnen.
Dass die Preise stramm geblieben sind, deckt sich auch mit den Erfahrungen der Kawasaki-Spezialisten: Die Gebrauchtpreise sind während der knappen Neufahrzeugjahre deutlich nach oben gegangen und normalisieren sich nur langsam. Für Käufer bedeutet das, nüchtern zu rechnen. Eine saubere, dokumentierte Z800 darf Geld kosten, doch Umbauten sind nur dann ein Mehrwert, wenn sie fachgerecht ausgeführt, legal und im Idealfall durch vorhandene Originalteile rückrüstbar sind. Zubehör im damaligen Neupreis von mehreren Tausend Euro macht aus einer gebrauchten Z800 nicht automatisch ein entsprechend wertvolleres Motorrad. Gerade bei diesen Maschinen zählt die Qualität der Lebensgeschichte mehr als die Länge der Zubehörliste.
Spätestens wenn für eine Z800 7.500 bis 8.000 Euro aufgerufen werden, sollte eine frühe Z900 in den Preisvergleich. Das macht die Z800 nicht schlechter, setzt aber eine harte wirtschaftliche Grenze: Für einen hohen Preis müssen Zustand, Historie, Verschleißteile und Umbauten wirklich passen. Wer aktuell sucht, findet hier Kawasaki Gebrauchtmotorräder am 1000PS Marktplatz.
Um deinem Gebrauchtmotorrad etwas Gutes zu tun, empfehlen wir regelmäßige Ölwechsel. 1000PS vertraut dabei auf Schmierstoffe von Motorex und hier findest du das richtige Öl für dein Motorrad.
Bike Factory Expertencheck: Kawasaki Z800 (Bj. 2013–2016)
Für unsere Gebrauchtberatung haben wir die Z800 gemeinsam mit den Kawasaki-Spezialisten der Bike Factory Krems unter die Lupe genommen. Die gute Nachricht kommt gleich zu Beginn: Eine ausgeprägte chronische Motorkrankheit, wegen der man grundsätzlich einen Bogen um dieses Modell machen müsste, ist nicht bekannt. Der 800er gilt als beständig und mechanisch robust. Damit verschiebt sich die Aufmerksamkeit beim Kauf weg vom Kurbeltrieb und hin zu dem, was zwölf oder dreizehn Jahre Motorradleben hinterlassen können: Wartungsstau, Sturzspuren, müde Fahrwerkskomponenten, verschlissene Kettensätze und vor allem Umbauten. Gerade letztere gehören bei einer Z800 beinahe zum natürlichen Lebensraum und müssen deshalb genauer betrachtet werden als ein glänzend polierter Tank.
Motor und Service
Beim Motor gilt zunächst die simpelste aller Gebrauchtregeln: kalt anschauen und kalt starten. Die Bike Factory empfiehlt ausdrücklich, vor der Besichtigung zu kontrollieren, ob der Motor tatsächlich kalt ist. Er soll sauber anspringen, einen stabilen Leerlauf finden und ohne verdächtige mechanische Geräusche hochlaufen. Anschließend sollte die Z800 keinesfalls nach zwei Minuten wieder abgestellt werden. Sinnvoll ist, sie im Stand auf Betriebstemperatur zu bringen, bis der Kühlerlüfter einschaltet. Erst im heißen Zustand zeigen sich manche kleinen Kühlmittel- oder Ölundichtigkeiten, die beim kalten Motorrad unsichtbar bleiben. Nach einer kurzen Probefahrt gehört deshalb auch ein Warmstart zum Programm. So bekommt man deutlich mehr Informationen als durch zehn Minuten Fachsimpeln neben einer blitzblanken Maschine.
Wartungshistorie
Die offizielle Kawasaki-Übersicht der Inspektionszeiten zeigt bei Z800 und Z800e denselben Wartungsaufwand. Als Arbeitszeit-Richtwerte sind 1.000 km: 1,0 h, 6.000 km: 0,5 h, 12.000 km: 3,0 h, 18.000 km: 1,0 h, 24.000 km: 3,9 h, 30.000 km: 0,5 h, 36.000 km: 3,5 h und 42.000 km: 2,5 h angegeben. Das sind keine pauschalen Rechnungsbeträge, sondern Kawasaki-Richtzeiten für die regelmäßige Wartung; Zubehörabbau, zusätzliche Reparaturen oder festgestellte Mängel können den Aufwand erhöhen. Bei viel Staub, Nässe, häufigem Stop-and-go oder hoher Belastung sollen die Wartungsintervalle entsprechend verkürzt werden.
Besonders relevant wird die Servicehistorie bei Maschinen, die sich der Marke von 42.000 km nähern oder sie bereits überschritten haben. Laut Z800-Wartungsplan ist dort die Ventilspielkontrolle vorgesehen. Gibt es dafür keinen nachvollziehbaren Nachweis, gehört dieser Punkt in die Preisverhandlung und anschließend auf die Werkstattliste. Wichtig ist außerdem die Kostenlogik: Kawasaki weist ausdrücklich darauf hin, dass ein angegebener Arbeitsumfang lediglich die Kontrolle des Ventilspiels beinhaltet; muss tatsächlich eingestellt werden, kommt der zusätzliche Arbeitsaufwand dazu. Ein Motorrad mit 45.000 Kilometern und sauber dokumentierter Wartung kann damit wesentlich interessanter sein als die vermeintliche 30.000-Kilometer-Perle, bei der Rechnungen und Serviceheft seit Jahren Funkstille haben.
Z800 oder Z800e
Bei kaum einem Punkt lohnt sich genaues Hinschauen so sehr wie bei der Leistungsvariante. Die normale Kawasaki Z800 bringt 113 PS, während die Z800e ab Werk 70 kW beziehungsweise 95 PS leistet und auf 35 kW beziehungsweise 48 PS gedrosselt werden konnte. Das war kein Marketing-Gag, sondern Voraussetzung für die damalige A2-Regelung, nach der das Ausgangsmotorrad nicht mehr als die doppelte Leistung der gedrosselten Version besitzen durfte. Wer eine gebrauchte Z800e kauft und die A2-Drossel später entfernt, erhält somit wieder die 95-PS-Konfiguration der Z800e und nicht automatisch die 113-PS-Vollversion. Genau deshalb müssen Modellbezeichnung, Fahrgestellnummer, eingetragene Leistung und tatsächlicher technischer Zustand sauber zusammenpassen.
Auch fahrwerksseitig sind Z800 und Z800e nicht völlig identisch. Bei der normalen Z800 sind die 41-mm-USD-Gabel und das Gasdruckfederbein in Federvorspannung und Zugstufe einstellbar, während die e-Version einfacher ausgeführt wurde. Das macht die Z800e nicht automatisch zur schlechteren Gebrauchten, muss aber in Preis und Erwartung berücksichtigt werden. Skepsis ist angebracht, wenn eine e-Version als vermeintliche 113-PS-Z800 angeboten wird oder die Leistungsstory nur aus Sätzen wie ”ist eh offen” besteht. Im Zweifelsfall sollte eine Kawasaki-Fachwerkstatt anhand von Fahrgestellnummer, Fahrzeugdaten und verbauter Drossel klären, was tatsächlich vor einem steht.
Umbauten und Legalität
Auspuff, kurzes Heck, Zubehörblinker, Spiegel, Hebel und Lenker sind bei gebrauchten Z800 eher Regel als Ausnahme. Dagegen spricht grundsätzlich nichts, solange die Teile fachgerecht montiert sind und die rechtliche Seite stimmt. Genau hier mahnt die Bike Factory zu genauer Kontrolle. Zubehör-Auspuff und Beleuchtung müssen zur jeweiligen Genehmigung passen, das Heck darf keine improvisierte Bastelzone sein und in Österreich gehört auch der gern vergessene Rückstrahler zur Prüfung. Besonders interessant wird es hinter Verkleidungsteilen: Crimpverbinder, abgeschnittene Originalstecker, lieblos verlötete Kabel oder mit Isolierband zusammengehaltene Abzweigungen sind kein individuelles Customizing, sondern potenzielle Fehlersuche für lange Winterabende. Vorhandene Originalteile sind deshalb ein echter Pluspunkt.
Fahrwerk Bremsen Kette
Mit 229 kg fahrfertigem Gewicht ist die Z800 keine Elfe, und diese Masse arbeitet über die Jahre an Fahrwerk, Lagern, Bremsen und Reifen. Beim Federbein achten wir deshalb auf Ölverlust und darauf, ob die Dämpfung noch kontrolliert arbeitet. Wird das Heck kräftig eingefedert, sollte es sauber zurückkehren und nicht wie ein Hutschpferd mehrfach nachschwingen. Die Gabelholme müssen trocken sein, Lenkkopf-, Rad-, Schwingen- und Federbeinlager ohne fühlbares Spiel arbeiten. Am Kettensatz interessieren nicht nur blanke Zähne, sondern ungleichmäßige Längung, schwergängige Glieder und typische Haifischzähne an Ritzel und Kettenrad. Eine verschlissene Antriebseinheit ist kein Drama, aber ein ziemlich leicht kalkulierbarer Posten für die Preisverhandlung.
Bei den Bremsen geht die Kontrolle über Belagstärke und hübsch glänzende Scheiben hinaus. Die Bike Factory empfiehlt bei der Probefahrt, die Vorderbremse leicht anzulegen und auf ein pulsierendes Gefühl am Hebel zu achten. Ein geringer Scheibenverzug kann im kalten Zustand kaum auffallen und sich erst deutlicher melden, wenn die Bremse Temperatur bekommt. Bremssättel müssen frei arbeiten, die Scheiben sollten keine ausgeprägte Verschleißkante besitzen und der Bremsdruckpunkt muss stabil bleiben. Das ist keine spezielle Z800-Seuche, sondern klassische Gebrauchtmotorrad-Mechanik, die bei einem schweren Naked Bike entsprechend ernst genommen werden sollte. Dasselbe gilt für Reifen: Profil allein genügt nicht, DOT, gleichmäßiger Verschleiß und Alter gehören genauso dazu.
Sturzspuren und Elektrik
Die häufigste Geschichte beim gebrauchten Naked Bike lautet ungefähr ”nur im Stand umgefallen”. Manchmal stimmt sie sogar. Deshalb schaut die Bike Factory nicht zuerst auf den Kratzer im Motordeckel, sondern auf die Dinge dahinter: Lenkanschläge, Lenkerenden, Fußrasten, Motordeckel und die Flucht von Gabel und Vorderrad. Ein verkratzter Deckel kann tatsächlich von einem harmlosen Umfaller stammen; ein krummer Lenkanschlag, schief stehender Lenker oder sichtbar versetztes Heck erzählt eine andere Geschichte. Auch Kühler und dessen Lamellen verdienen einen Blick. Besonders verdächtig wird ein Motorrad, wenn genau in sensiblen Bereichen frisch lackiert wurde, während der Verkäufer gleichzeitig keinerlei Vorgeschichte kennen möchte. Dann hilft auch der schönste Zubehörtopf nicht mehr.
Elektrisch ist die Z800 grundsätzlich kein Sorgenkind, Zubehör kann diese Ausgangslage allerdings im Handumdrehen ändern. Deshalb müssen Blinker, Kennzeichenbeleuchtung, Bremslicht, Hupe, Cockpit und sämtliche nachgerüsteten Verbraucher funktionieren. Kabelstränge sollten sauber geführt und gegen Scheuern geschützt sein, Steckverbindungen nicht frei im Spritzwasser hängen. Auf der Probefahrt muss die ABS-Kontrollleuchte nach dem Anfahren wie vorgesehen ausgehen. Treten Motorwarnleuchten oder sporadische Aussetzer auf, ist ”macht sie manchmal” keine technische Diagnose. Gerade bei einem Motorrad mit mehreren Vorbesitzern summieren sich kleine elektrische Improvisationen gern zu einem Kabelbaum, den später niemand mehr nachvollziehen kann. Sauberer Serienzustand ist in diesem Punkt ziemlich sexy.
Kaufcheck der Kawasaki Z800 (Bj. 2013–2016)
- Unverzichtbar: Z800 oder Z800e anhand von Fahrzeugpapieren, Fahrgestellnummer und eingetragener Leistung eindeutig identifizieren. Einen echten Kaltstart verlangen, Servicehistorie und insbesondere bei höherer Laufleistung die Ventilspielkontrolle bei 42.000 km nachvollziehen. Lenkanschläge, Motordeckel, Lenkerenden, Rasten sowie Rahmen und Fahrwerksflucht auf Sturzspuren kontrollieren. Bei gedrosselten Maschinen müssen Leistungsstatus und Papiere zusammenpassen.
- Wichtig: Kettensatz auf ungleichmäßige Längung und verschlissene Zähne prüfen, Gabelsimmerringe und Federbein auf Dichtheit sowie Dämpfung kontrollieren, Lenkkopf-, Rad-, Schwingen- und Federbeinlager auf Spiel untersuchen. Bremsscheiben, Beläge und Sättel gehören ebenso dazu wie Kühler, Reifen samt DOT und sämtliche Zubehörteile. Auspuff, Blinker, Hebel, Spiegel, Kennzeichenhalter und Elektrik müssen fachgerecht montiert und rechtlich nachvollziehbar sein. Motorrad bis zum Einschalten des Lüfters warm laufen lassen und anschließend einen Warmstart durchführen.
- Red Flag: Unklare Leistungsangaben bei einer Z800e, eine angebliche 113-PS-e-Version ohne nachvollziehbare Dokumentation, krumme Lenkanschläge, schief stehendes Heck oder Lenker nach einem angeblichen ”Parkrempler”, massive Warnleuchten, zusammengestückelte Zubehörverkabelung oder frisch lackierte Bereiche an typischen Unfallstellen. Ebenfalls verdächtig ist ein Verkäufer, der einen Kaltstart verhindert oder das Motorrad kurz vor dem Termin bereits ”vorsorglich” auf Temperatur gebracht hat.
Reifen für die Kawasaki Z800
Für die Kawasaki Z800 der Baujahre 2013 bis 2016 empfiehlt Metzeler den Roadtec 02 in der Dimension 120/70 ZR17 vorne und 180/55 ZR17 hinten. Beide Dimensionen entsprechen den serienmäßigen Reifengrößen der Z800. Der Roadtec 02 ist als moderner Sporttouring-Reifen eine schlüssige Paarung für ein 229 Kilogramm schweres Naked Bike, das zwar gerne kernig über die Landstraße bewegt wird, im echten Leben aber genauso mit kaltem Asphalt, Regen, Stadtverkehr und längeren Touren klarkommen muss. Metzeler kombiniert beim Roadtec 02 Full-Silica-Mischungen mit einem Bi-Compound-Hinterreifen und einem adaptiven Profildesign, das je nach Belastung unterschiedlich arbeitet.
In der Praxislogik passt dieser breite Einsatzbereich besser zur Z800 als ein extrem fokussierter Hypersportreifen, sofern nicht ausschließlich bei schönem Wetter und mit entsprechendem Tempo gefahren wird. Gerade die schwere Front und der satte Vierzylinder verlangen nach einem Reifen, der beim Einlenken nicht zäh wirkt, gleichzeitig aber beim harten Anbremsen und Herausbeschleunigen genügend Ruhe ins Motorrad bringt. Wer seine Z800 überwiegend auf öffentlichen Straßen bewegt, bekommt damit eine vernünftige Balance aus Sportlichkeit, Nassgrip, Aufwärmverhalten und Tourentauglichkeit. Hier geht es zur Metzeler Reifenübersicht und hier direkt zum Roadtec 02.
Yuasa Batterie für die Z800
Für die Kawasaki Z800 und Z800 ABS der Baujahre 2013 bis 2016 führt Yuasa die YTX9. Die wartungsfreie AGM-Batterie arbeitet mit 12 V, bietet 8 Ah bei 10-stündiger Entladung, 8,4 Ah bei 20 Stunden und einen Kaltstartstrom von 135 A CCA. Ihre Abmessungen betragen 152 × 87 × 107 mm. Gerade bei einer älteren Z800, die möglicherweise nicht mehr täglich bewegt wird, lohnt neben dem Batterietausch auch ein Blick auf Ladespannung, Polklemmen und Masseverbindungen. Eine neue Batterie kuriert schließlich kein Ladesystem, das sie im Hintergrund langsam wieder leerzieht.
Alternativen zur Kawasaki Z800
Honda CB1000R
Die Honda CB1000R der ersten Generation ist eine interessante Alternative für Käufer, denen das klassische Vierzylinder-Gefühl wichtiger ist als die exakt gleiche Hubraumklasse. Ihr 998-cm³-Reihenvierzylinder liefert 125 PS und 99 Nm, das fahrfertige Gewicht liegt bei 217 kg, mit ABS werden 222 kg angegeben. Damit bringt sie mehr Punch aus dem Keller und etwas weniger Masse mit als die Z800, bleibt aber ähnlich analog und mechanisch. Dazu kommen ein Aluminiumrahmen und die charakteristische Einarmschwinge. Der größere Motor bedeutet allerdings nicht automatisch den besseren Gebrauchtkauf: Zustand, Wartung, Fahrwerk und Sturzgeschichte sind bei diesen inzwischen ebenfalls betagten Maschinen mindestens so wichtig wie die zusätzlichen Kubik. Wer mehr Drehmoment sucht, sollte sie jedenfalls probefahren.
Kawasaki Z900
Die logischste Alternative kommt aus dem eigenen Haus. Die Kawasaki Z900 übernahm 2017 und zeigt ziemlich brutal, was ein Generationswechsel ausmachen kann: 948 cm³, 125,4 PS und 98,6 Nm treffen bei der frühen Z900 auf deutlich weniger Masse als bei der Z800. Genau deshalb wird sie interessant, sobald eine besonders schöne Z800 preislich in Richtung 7.500 bis 8.000 Euro marschiert. Die Z900 fühlt sich leichter, agiler und kräftiger an, bewahrt aber den Reihenvierzylinder-Charakter, wegen dem viele Käufer überhaupt bei der großen Z-Familie landen. Die Z800 kontert mit ihrem wuchtigeren, mechanischeren Auftritt. Wer nicht aus nostalgischen oder optischen Gründen gezielt die 800er will, sollte beide Generationen gegeneinander fahren und rechnen.
Suzuki GSR 750
Die Suzuki GSR 750 ist der vielleicht direkteste zeitgenössische Gegenentwurf. Ihr 749-cm³-Reihenvierzylinder leistet 106 PS bei 10.200 U/min und 80 Nm bei 9.000 U/min, fahrfertig stehen 211 kg auf der Waage. Auch sie rollt auf 120/70 ZR17 vorne und 180/55 ZR17 hinten, besitzt einen Stahlrahmen und verzichtet weitgehend auf elektronischen Zirkus. Gegenüber der Z800 wirkt die Suzuki leichter und etwas weniger brachial inszeniert, bietet dafür ein sehr klassisches Naked-Bike-Paket und kann am Gebrauchtmarkt eine interessante Alternative sein, wenn eine gute Z800 preislich zu hoch angesetzt ist. Wie bei der Kawasaki entscheiden heute weniger die Prospektdaten als Wartungszustand, Korrosion, Verschleiß und die Qualität früherer Umbauten.
Fazit zum Kawasaki Z800 Gebrauchtkauf
Die Kawasaki Z800 der Baujahre 2013 bis 2016 gehört zu jenen Motorrädern, bei denen das Alter rund um den Motor meist spannender ist als der Motor selbst. Der 806-cm³-Vierzylinder gilt als robust, liefert in der Vollversion mit 113 PS und 83 Nm auch heute genügend Druck und verbindet das Ganze mit einem satten, mechanischen Fahrgefühl, das bei modernen, leichteren Naked Bikes nicht mehr selbstverständlich ist. Gleichzeitig kann man die 229 kg nicht wegdiskutieren. Fahrwerk, Bremsen, Lager und Kettensatz müssen deshalb ehrlich beurteilt werden. Ein gepflegtes Motorrad mit höherem Kilometerstand und nachvollziehbarer Historie ist klar wertvoller als eine vermeintliche Garagenperle, bei der zwölf Jahre Wartung im Nebel verschwinden.
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Variantenfrage. Eine normale Z800 mit 113 PS und eine Z800e mit 95 PS beziehungsweise möglicher 35-kW-Drossel sind nicht dasselbe Motorrad auf dem Papier, und genau dort muss beim Kauf Klarheit herrschen. Ebenso wichtig sind saubere Umbauten, originale oder zumindest dokumentierte Elektrik und ein glaubwürdiger unfallfreier Zustand. Wer sich im Bereich von 42.000 km bewegt, sollte den Nachweis über die Ventilspielkontrolle verlangen oder die Arbeit finanziell einplanen. Sind dazu Reifen, Kette, Bremsen und Fahrwerk gesund, gibt es aus technischer Sicht wenig Grund, vor einer guten Z800 zurückzuschrecken.
Der eigentliche Stolperstein ist 2026 eher der Preis als die Konstruktion. Um 4.500 bis 6.500 Euro kann eine saubere Z800 je nach Kilometerstand und Ausstattung noch sehr viel Motorrad fürs Geld sein. Nähert sich der Preis jedoch 8.000 Euro, muss eine frühe Z900 zwingend mit in die Rechnung, denn sie ist leichter, stärker und eine Generation jünger. Wer dagegen bewusst den massiven Auftritt, das satte Fahrgefühl und die vergleichsweise überschaubare Technik der Z800 sucht, findet in einem gepflegten Original oder einem sauber dokumentierten Umbau einen bemerkenswert dauerhaften Begleiter.
Bericht vom 18.10.2026 | 2.494 Aufrufe