Motorradmarkt 2020 zeigt ein starkes Plus

In allen Segmenten geht es aufwärts!

Trotz oder wegen Corona präsentiert sich der motorisierte Zweiradmarkt im Krisenjahr 2020 als starker Fels in der Brandung. Stimmen aus der österreichischen Branche verraten uns warum!

Verhaltener Start und große Unsicherheit prägen den Saisonbeginn nicht nur in Österreich

Mitte März, genau dann wenn es normaler Weise so richtig losgeht, versetze der, wie wir später erst wissen sollten, erste Lockdown Österreich, Europa und die Welt in Schockstarre. Niemand wusste wie es weitergehen wird, bis zu 6 Wochen durfte in Österreich nicht verkauft werden. Produktionen wurden eingestellt. Lieferketten kamen zum totalen Erliegen. Doch das Motorradinteresse war glücklicherweise ungebrochen, wir hatten sogar neue Rekordwerte bei den Zugriffszahlen zu verzeichnen. Auch auf der Verkäuferseite gelang es durch den kontinuierlichen, intensiven Austausch zwischen Produktion, Importeuren und Handelsbetrieben, die Maschinerie relativ schnell wieder zum Laufen zu bringen. Vom satten Plus im Mai über das ganze Jahr konnten alle Segmente bei den Verkaufszahlen zulegen.

Statement der Arge 2Rad - Dachverband der österreichischen Zweiradimporteure und Zweiradindustrie

Gerade in Zeiten des Social Distancing haben alle sogenannten PTWs (Powered Two Wheelers) eine ganz besondere Rolle eingenommen und sich als wichtiges, unverzichtbares, leistbares und individuelles Fortbewegungsmittel endgültig etabliert, so Mag. Ing. Hubert Trunkenpolz, Obmann der Arge 2Rad. Besonders stark gewachsen ist das Segment der 125ccm Fahrzeuge, deren Absatz um fast 10% zum Vorjahr gestiegen ist.

Euro 4 und Nova neu als Herausforderung für das motorisierte einspurige Fahrzeug

Die EU präsentierte eine zusätzliche Lösung für den Weiterverkauf von Euro 4-Fahrzeugen. Der Artikel 44a ermöglicht es, diese, in einer neu definierten Stückanzahl, noch bis Ende 2021 zu verkaufen, was bis dato nicht möglich war. So können nun auch Fahrzeuge, die aufgrund des ersten Lockdowns in der Produktionskette hängen blieben oder erst gar nicht produziert werden konnten, noch bis Ende des Jahres verkauft und zugelassen werden. Aber Achtung, erkundigt euch beim Händler, ob eure Maschine vom Hersteller auch so angemeldet wurde, ansonsten könntet ihr eine böse Überraschung erleben.

Auch die neuerliche Ökologisierung der Nova hat die Branche getroffen. Wir haben in unseren Vorgesprächen mit dem Umwelt- und Verkehrsministerium immer darauf hingewiesen, dass gerade der einspurige Verkehr ein wichtiger Faktor für die Senkung der CO2 Emissionen ist. Durch geringen Ausstoß, Stauvermeidung und Parkraumschaffung sehen wir uns als sinnvolle und leistbare Alternative besonders im urbanen Bereich, so Mag. Karin Munk, Generalsekretärin der Arge 2Rad. Auch die Elektromobilität ist gerade in unserer Branche im Trend und Vormarsch und macht uns fit für zukünftige Herausforderungen, so Munk weiter. Dass die neue Nova, die ab 1.7.2021 in Kraft treten wird, die Fahrzeuge mit hohem CO2 Ausstoß - durch die Erweiterung der Deckelung auf 30% statt bisher 20% - stärker besteuert, ist zwar schmerzlich für einige Marken, muss jedoch als notwendiges Übel im Sinne des europäischen Green Deals akzeptiert werden.

Die Zahlen 2020 im Überblick

  • Gesamtmarkt: +4 %
  • Moped (L1): +4,5%
  • Motorrad (L3) +5,6 %
  • Segment 125ccm: +9,9%
  • Elektromobilität: -5%

Anmerkung: Die Daten basieren auf den Verkäufen von Jänner - November, für den Dezember sind aber keine starken Veränderungen mehr zu erwarten.

Elektro-Mopeds und -Motorräder mit negativer Entwicklung - Trendumkehr?

Nicht unbedingt. Durch die Fortsetzung der Verkaufs-Förderung auf E-Motorräder und Mopeds investieren die Konsumenten in nachhaltigere Produkte. Billigprodukte um 1.000 oder 1.200 Euro, die in den Markt hineinverkauft wurden über Internet oder Hypermarktketten gibt es kaum mehr. Diese wurden oft nach Ablauf der Garantie durch neue Fahrzeug ersetzt. Diese "Schnelldrehung" ist nun nicht mehr vorhanden, weswegen es in diesem Jahr zu einem leicht negativen Ergebnis gekommen ist das Bewusstsein und Interesse an nachhaltigen Produkten steigt jedoch und wird durch die Neuauflage der Förderung und durch viele neue Modelle im Jahr 2021 unterstützt.

Elektromobilitätsförderung für einspurige Kraftfahrzeuge für 2021 gesichert.

Kurz vor dem Jahreswechsel wurde die Fortführung des Elektromobilitätsbonus für Mopeds, Roller und Motorräder zwischen den Importeuren der Arge 2Rad und dem Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie beschlossen. Es freut uns sehr, dass wir die in den letzten 6 Monaten getroffene erfolgreiche Vereinbarung gemeinsam fortsetzten können und der Bund den Kauf jedes L1e und L3e Fahrzeuges mit jeweils 450 bzw. 700 Euro unterstützt, so der Nachweis des Beziehens von 100% erneuerbarer Energie erbracht werden kann so Karin Munk. Aber auch die zuständige Ministerin, Leonore Gewessler, zeigt sich zufrieden: Die Zukunft unserer Mobilität ist klimafreundlich und emissionsfrei. Ich freue mich, dass wir auch im nächsten Jahr den Umstieg auf die E-Mobilität fördern. Denn eines haben wir in den letzten Monaten gesehen: Die Förderung wird sehr gut angenommen und sie wirkt. Diesen erfolgreichen Weg werden wir jetzt fortsetzen.

Zusätzlich unterstützen auch die Importeure der Arge 2Rad weiterhin den Kauf der L1e bzw. L3e Fahrzeuge mit 350 bzw. 500 Euro. Die Marktentwicklung seit der Einführung der gemeinsamen Förderung zeigt ein sehr positives Bild. Die Zulassungen sind in den letzten 4 Jahren um 80% gestiegen und liegen im Moment bei knapp 2.400 Fahrzeugen in beiden Kategorien. Der Marktanteil der elektrischen Kraftfahrzeuge der Kategorie L1e ist im Gesamtmarkt der Mopeds (L1) bereits auf 15,7 % angewachsen ein Vorreiterwert im europäischen Vergleich, der bei 14.6% liegt. Dafür dürften nicht zuletzt die zahlreichen Lieferdienste mit ihren Botenmopeds und auch Sharingmodelle, die es in Österreich mittlerweile gibt verantwortlich sein.

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Elektro als Problemlöser vor allem im urbanen Bereich

Es zeigt sich weltweit, wie bedeutsam der einspurige Verkehr als eine der wichtigen Mobilitäts-Säulen im urbanen Bereich ist zur Stauvermeidung, zur Parkraumbeschaffung und als Beitrag zur Emissionsreduktion. Veränderung funktioniert am besten miteinander dort wo Politik, Bevölkerung und Wirtschaft gemeinsam auf Augenhöhe an einem Tisch diskutieren, dort kann ein optimaler Interessensausgleich erfolgen und eine innovative Lösung gefunden werden, so Munk abschließend.

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Bericht vom 12.01.2021 | 2.446 Aufrufe

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