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Mit der SM hat man im Vorjahr sehr viele Neukunden erreicht. Die neue trifft nun wieder Stammpublikum mitten ins Herz. Die
KTM SMC
schickt 63 PS an die Antriebskette. Anders als bei früheren SMC Modellen kommt
die volle Leistung auch voll in den Typenschein. Auch im Umgang ist der moderne
Einzylindermotor etwas einfacher als früher. Alltagstauglich, mit ausreichendem
Ölvolumen, natürlich mit E-Starter und ohne dramatische Vibrationen hat man es
schon deutlich komfortabler als auf den alten 660er oder 625er Supermotos.
80PS für die Meisterschaft
In diversen nationalen Meisterschaften stehen heuer die
690er SMCs mit am Start. 80PS hat zum Beispiel das Motorrad, welches in der
spanischen Meisterschaft eingesetzt wird, berichtet man bei der KTM Präsentation
in Almeria stolz. Der spanische Hero war bei den ersten Testläufen angeblich
sogar schneller als mit seiner letztjährigen 450er SMR. Fairerweise muss man
jedoch anmerken, dass spanische Supermoto Tracks weitläufiger sind als unsere
Strecken in Österreich.
Die neue Referenz beim Wheely
In der Serie wurde im Vergleich zur SM des Vorjahres eine
neue Nockenwelle spendiert, eine Adler Kupplung mit 33% weicheren
Kupplungsfedern – klarerweise wieder mit Anti-Hopping Technik. Wie auch die 690
Enduro (Link Testbericht
KTM 690 Enduro) arbeitet die SMC mit einer elektronisch
gesteuerten Drosselklappe. Anders als bei der Enduro wird bei der SMC der
Wahlschalter vermutlich meistens im „Flachschieber“ Modus stehen. Die Befehle
vom Gasgriff werden sofort und erbarmungslos umgesetzt. Macht viel Spaß auf der
Strasse! Die 690er SMC ist für uns die neue Referenz in Sachen Wheelygerät. Ich
selbst bin am Hinterrad nicht der große Meister und kann den Wheely leider nicht
unendlich lange am Kipppunkt ausreiten. Meistens hebe ich mit dem 1er auf,
schalte in den 2er und beschleunige bis nach dem 3er verlangt wird. Bei der SMC
beginne ich gleich im 2. Gang und erhebe das Vorderrad auch in der
Originalübersetzung nur mit dem Gasgriff. Ganz gemütlich wird der Wheely dann im
3er finalisiert. Gelingt immer!
690 SMC ist eine echte Supermoto
Die SMC ist wieder eine echte Supermoto. Denn bei der 690
SM gab es zumindest von Leuten die sie noch nicht gefahren sind immer wieder
Beschwerden, dass sie zu schwer zu sei. Minus 13.5 Kilo lautet die Antwort von
KTM. Die neue SMC hat auch wieder lange
Federwege (275 mm vorne, 265 mm hinten) und packt damit auch die härtesten Tables im Offroadteil. Die SM 690 musste als Normalverbraucherteil mit 210 mm
vorne und hinten auskommen. Die SM 690 basiert übrigens wie auch die Enduro beim
Chassis nicht auf der SM des Vorjahres sondern auf der doch deutlich anders
aufgestellten Rally Maschine. Der Rahmen ist hier etwas stabiler mit zwei
Oberzügen ausgestattet und die Schwinge kommt aus der Offroadecke. Das ganze
Heck ist übrigens eine selbsttragende Kunststoffkonstruktion und nebenbei
praktischerweise auch gleich der Kraftstofftank. Die Airbox sitzt (deutlich
hörbar) dort wo normalerweise der Tank sitzt zwischen dem Gitterrohrrahmen.
Mitleid ist nicht nötig.
Bei unserer Ausfahrt prügelten wir die SMC auf ewig langen
Bundesstraßen, hinauf in die Berge und dann am engen Supermoto Track.
Technischen Fortschritt finde ich dann am schönsten, wenn er sich in Form von
Komfort bemerkbar macht. Die irre Leistung der KTM kommt ganz normal mit
Garantie und 5.000 km Ölwechsel Intervallen. Das Ventilspiel wird alle 10.000
Kilometer eingestellt. Auch wenn der Tacho von 150 hinauf auf 180 kletterte,
machte ich mir noch keine Sorgen um das Aggregat. Es ist einfach ein anderes
Gefühl als auf früheren Einzylindern mit viel Leistung wo immer die Angst (bei
KTM) oder die Langeweile (bei den Anderen) im
Sattel mitfuhr. Hier dürfen sich auch die
Supermoto Fahrer an den vielen Rally-Kilometern der KTM-Werkspiloten erfreuen.
Denn dort hat KTM jene Erfahrungen in Sachen Ölversorgung für Motor und Getriebe
gesammelt, welche nun allen Modellen zu gute kommen.
Kein PDS: Angeblich aus Platzgründen
Jene KTM Piloten welche in der Vergangenheit dem PDS
Dämpfer im Heck die Schuld für schlechte Rundenzeiten gaben, sollten der SMC
eine Chance geben. Denn hier setzt KTM aus Platzgründen auf WP-Dämpfer mit
PRO-Lever Umlenkhebel. Auf den Boden wird die Kraft mit BEHR Felgen (17“ 3,5
vorne und 17“ 5.0 hinten) und Pirelli Dragon Supercorsa Pro Pneus gebracht. Auch bei den
restlichen Komponenten hört man wie üblich immer klingende Namen. Renthal beim
Lenker, Brembo zum Verzögern und Keihin zum Beschleunigen.
Die Sitzposition ist auf der neuen SMC richtig sportlich.
Womit wir wieder beim Thema „echte Supermoto“ wären. Die 12 Liter Benzin sind
wie bereits erwähnt im Heck untergebracht und so hat man sehr viel
Bewegungsfreiheit.
Eine Symphonie an Präzision
Auf dem Weg zur Kurve spielt die KTM eine Symphonie an
Präzision ab. Hinterbremse, Vorderbremse, Anti-Hopping Kupplung verschmelzen mit
dem Piloten zu einer Einheit. Den römischen Einser kriegt die KTM aber erst
dann, wenn selbst ich im Sattel einen mörderisch Drift in den Scheitel hinlegen
kann. KTM sei dank gelingen die Ansätze auch ohne Supermoto Erfahrung aber wie
um Himmels willen fahren die Racing-Cracks so quer in die Ecke?
Beim Rausbeschleunigen entscheide ich mich meist für einen
Gang zu hoch. Denn ganz ehrlich: Im richtigen Gang schießt mir hier ohnehin
immer die Front in den Himmel und der Angstschweiß in den Helm. So schalte ich
sehr selten und im niedrigen Drehzahlbereich wirkt die KTM noch präziser und
handlicher. Möglich macht mir das nicht nur das satte Drehmoment sondern auch
das gute Ansprechverhalten des Motors. Vollgas aus der Spitzkehre im 2er
bedeutete früher oftmals „PLOP“, heutzutage wird einfach nur beschleunigt.
Es gibt auch Nachteile
Bei all dem Lob wollen wir aber nicht auf die Nachteile
vergessen. Klar ist die SMC konkurrenzlos und jeder Versuch aus Japan hier
mitzuhalten wirkt fast schon peinlich. Ähnlich starkes bei gleichem Komfort und
gleicher Alltagstauglichkeit gibt es sonst nirgends. Die Nachteile möchte ich
vielmehr im Vergleich zur mittlerweile guten alten 690er SM beleuchten. Die
gewöhnungsbedürftige Front an der 690 SM hat zwar optische Nachteile aber in
Sachen Windschutz einen klaren Vorteil gegenüber der SMC. Bei Verbindungsetappen
auf der Autobahn ist man auf der SMC eindeutig im Nachteil. Auch die
Geräuschkulisse ist durch die direkt vor der Sitzbank platzierte Airbox bei der
SMC unangenehmer als bei der SM. Die langen Federwege an der SMC haben im harten
Offroad-Anteil zwar ihre Vorteile auf langen und schnellen Kurven aber auch ihre
Nachteile. Die SM spendiert bei der harten Linie mit viel Druck am Vorderrad
mehr Vertrauen als die SMC. Ich würde nicht unbedingt auf einen Sieg der SMC
wetten, wenn zum Duell am Pannoniaring gerufen wird.
Je enger die Kurven werden und je öfters diese einander
abwechseln umso mehr werden dann aber wieder die 139.5kg der SMC in den
Vordergrund treten.
Bei der Gelegenheit möchte ich übrigens auf die neue 2008er
690 SM-R (Link:
KTM 690 SM-R) hinweisen. Also
die SM vom Vorjahr mit schärferem „R“ Look. Trotzdem aber mit der komfortableren
Sitzbank, dem besseren Windschutz und natürlich auch dem im Vergleich zur SMC um
13,5kg höherem Gewicht. Beim Preisvergleich könnte man sagen „auch schon egal“.
Die 690 SM kommt auf 9.198 Euro, die neue 08er SM-R kommt auf 9.598 Euro und die
scharfe 690 SMC auf 9.698 Euro (Alle Preise für Österreich inkl. 20% MWSt. und
NOVA). Das Vertrauen der KTM Fans in die neue SMC ist übrigens grenzenlos. Für
die neue Supermoto wurden schon jetzt ohne Probefahrten viel mehr Kaufverträge
unterschrieben als bei allen anderen 690er Modellen. |