Moto Academy in Brünn

Im Rahmen der Moto-Academy hatten zwei 1000PS.at Mitarbeiter die Möglichkeit, ihr Fahrkönnen zu verbessern bzw. erst einmal eines aufzubauen. Erfahrungsbericht hier und jetzt.
Schon im Vorfeld taten sich viele Fragen auf. Wer würde zuerst ins Kiesbett köpfeln? Und wann würden sich 1000PS_chrisi und 1000PS_mexx endlich g'scheite Pseudonyme zulegen?

Text: 1000PS_chrisi  Fotos: Susanne Adler, 1000PS_mexx

Unsere erste Sorge galt der Überfahrt. Eisenstadt bzw. Matterburg - Brünn und wieder retour , dazwischen den ganzen Tag auf der Rennstrecke, war kein Lercherl und deshalb wollten wir uns noch unbedingt einen Bus besorgen.
Es blieb beim Wollen und am Mittwoch Abend war klar, wir würden frühmorgens auf je zwei Rädern in den Norden stechen. Um Null-sechs-fünfzehn starteten wir vom McRonalds Parktplatz von Eisenstadt. (1000PS_Mexx hatte natürlich 15 Minuten Verspätung) Kleidungstechnisch waren wir für jede Witterung gerüstet. Mein edles Textil von Dainese, natürlich mit Gore-Tex-Vollverkleidung, ließ untendrunter eine eher leichte Bekleidung zu. Ich trug lediglich eine lange Unterflak, kurzes Leiberl, Sweater und unter dem Helm noch ein Hauberl, das man normalerweise unter dem Fahrradhelm trägt. Ist sehr dünn, saugstark und wärmt ungemein. Kann ich jedem empfehlen. 1000PS_Mexx hatte eher die Billigware ausgefasst und musste daher mehrere Schichten anlegen.
Kampfgerät Nr. 1: Suzuki SV1000S
Fahrer:
1000PS_mexx
Über der kompletten Schi-Unterwäsche-Montur trug er eine Lederkombi, darüber einen Windstopper-Overall und über das ganze noch eine dicke Schijacke. Brustumfang 1.88m. Natürlich durfte auch noch ein Rucksack nicht fehlen. Wie sich jeder vorstellen kann, tat er sich beim Klogehen leicht.

Die Strecke ist, bis auf die Wien-Durchfahrt, eine klare Sache. Könnte man fast als langweilig bezeichnen, wären da nicht die interessanten Abschnitte, wo ein Fahrstreifen immer eineinhalb-fach bis doppelt so breit ist wie der andere. Dort wird nämlich ständig gnadenlos und ohne zu schauen überholt. Mit dem Motorrad ist es natürlich kein Problem ständig vorbeizustechen, aber bei den breiteren Vehikeln sah das manchmal echt fragwürdig aus. Weiß bis jetzt nicht, was dort erlaubt ist und was nicht. Die Gegend erschien mit aber irgendwie gesetzlos.

 
Kampfgerät Nr. 2: Honda CBF 600
Fahrer:
1000PS_chrisi
Als wir endlich die Stadt Brünn erreichten, wurden wir etwas nervös. Wir wurden zuvor gewarnt, dass man sich in Brünn leicht verzetteln kann und dann nie wieder auf den Ring geschweigedenn nach Hause findet.  Wenn man aber immer auf die "GrandPrix" Schilder achtet, kann eigentlich nichts schiefgehen. Man fährt in die Stadt rein, biegt dann irgendwann links ab einen Hügel rauf, fährt wieder aus der Stadt raus in den Wald und schon ist man dort.

Bei Box 25 angekommen waren wir zunächst schwer schockiert, dass wir ganze 3 Stunden gebraucht hatten. Zum Akklimatisieren blieb dann auch nicht viel Zeit. In 20 Minuten war schon der erste Turn angesetzt. Ich überlegte noch, ob ich die Lederkombi anlegen sollte, die ich im Rucksack mitgebracht hatte, ließ dann aber wegen der besseren Protektoren (und wegen der herben Brise) doch die Dainese-Kluft an. Alle Teilnehmer wurden in Gruppen eingeteilt, von "schnell" bis "nicht-so-schnell". Wir waren zu dritt in der letzteren. Wir klebten mit zittrigen Händen die Nummern auf unsere Bikes und dann ging's los.


Die erste Rechts geht angeblich mit 170.
Macht aber auch mit 80 Spaß.


Die rote Gefahr beim Rausbeschleunigen.
Das nächste Mal will er auf's Knie.














Angststreifenkontrolle-Fazit nach dem Training: mindestens 50 Prozent verloren

 

Die erste Runde diente der Besichtigung und dem Kennenlernen der Strecke. In den folgenden Runden wurde das Tempo zunehmend gesteigert. Leider hatte unser Gruppenführer kein Bremslicht und so hatte ich anfangs null Plan wann ich bremsen musste, was wiederum Bremsstreifen in der Hose verursachte. Nach jedem Turn war natürlich Angststreifen-Check angesagt (am Reifen, nicht in der Hose), wobei wir immer darauf hingewiesen wurden, daß es vielmehr um "die richtige Linie finden" und um's Herausbeschleunigen etc. geht. Ist sicher richtig!
Beim zweiten Turn fühlte ich mich schon 100-mal sicherer. Mit jeder Runde machte es mehr Spaß, weil ich immer mehr nach Gefühl fahren konnte und weniger überlegen mußte. In den folgenden Turns fuhr der Instruktor immer nur die erste Runde vorn, sodaß jeder eine Runde vorneweg fuhr. Was ich mir vorher nicht gedacht hätte war, daß man sich auf der Rennstrecke viel sicherer fühlt, als auf der Straße. Sauberer Asphalt, kein Gegenverkehr, überall viel Sturzraum usw. Man gewinnt einfach viel mehr Vertrauen in sein Motorrad und sich selbst. Perfekt ist auch, daß nach jedem Turn besprochen wird, was gut und was schlecht gemacht wurde. Dabei geht der Instruktor auf jeden Einzelnen ein und kann ihm genau sagen, wo seine Stärken und wo die Schwächen liegen. Das Gehörte kann man sofort umsetzen und man merkt, wie man eine immer bessere Linie fährt.

Zu Mittag gab es eine Stunde Pause. Die genossenen Speisen waren aber eher ernüchternd. Wenig Essen für viel Geld. Besser man nimmt sich was zu essen und zu trinken mit. Dabei empfiehlt sich leichte Kost, weil für ein ausgedehntes Verdauungsschläfchen keine Zeit eingerechnet wurde.

Nach dem Essen ging es gleich mit einer Bremsübung weiter. Konnte mit meinem ABS ganz cool agieren. Mexx hingegen hat sich hinter der Gruppe versteckt und machte einen auf unbeteiligt. Die Übung war nicht sehr aufregend und alle wollten schnellstens wieder auf die Strecke.

Beim letzten Turn des Tages fuhr ich nur mehr 2 Runden. Ich war schon zu unkonzentriert und wußte, daß auch noch ein breiter Heimweg bevorstand.
Außerdem war ich mit der letzten Runde total zufrieden und man soll ja aufhören, wenn's am schönsten ist.

Zum Abschluß gab es noch ein Gewinnspiel, bei dem 1000PS_mexx doch tatsächlich eine Flasche Motoröl gewonnen hat (obwohl ihm ein Doppler sicher lieber gewesen wäre). Hat sich ausgezahlt, daß er gleich 10 Zettel mit seinem Namen in den Topf geworfen hat. Ich konnte nur noch auf den Satz Dunlop-Reifen hoffen, doch wie heißt es so unschön: Leider nicht!

Das freie Fahren am Schluß ließen wir ausfallen. Wir wollten möglichst schnell nach Hause und das bei noch möglichst viel Tageslicht. Trotz unserer Eile fassten wir das volle Programm aus. Zuerst blies uns der Wind von Steuerbord unheimlich hart aufs rechte Ohr, wobei wir die Geradeausfahrt in Schräglage üben konnten, danach folgte Stau von Wien Anfang bis Wien Ende (kostete uns mindestens 1 Stunde) und als wir bei Guntramsdorf tankten und gen Norden blickten wussten wir, dass das Beste wiedermal zum Schluß kommen sollte.

Über dem Burgenland hing der schwarze Schleier einer Naturkatastrophe. Bei der Ausfahrt Ebreichsdorf fing es leicht zu tröpfeln an. Ich dachte mir schon "Glück gehabt", bis es dann richtig loslegte. Sicht gleich Null. Man sah nur noch verschwommene, rote Lichter an denen man sich orientieren konnte. Ich fuhr bei der Ausfahrt Müllendorf ab, Markus musste sich noch bis Mattersburg durchkämpfen. Daß er es geschafft hatte, wusste ich erst am Dienstag, als er um 11.45 ins Büro kam.


1000PS_mexx liegt schwer erledigt in seinem Kleidungsberg-die Hälfte hat er noch an!
Zur Energiegewinnung schob er sich sofort ein Bier ins Gesicht.

Uns hat die Veranstaltung extrem gut gefallen und wir freuen uns schon auf den nächsten Termin am 27. April am Pannoniaring in Ungarn. Interessierte sollten sich JETZT ANMELDEN!
Vielen Dank an Susanne Adler für die Fotos!

Weitere Infos unter www.moto-academy.at


Bericht von 1000PS_chrisi
Autor

Bericht vom 20.04.2004 | 14.828 Aufrufe

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