How to Supermoto: Hang-Off oder Drücken?

Grundlagen der Supermoto Fahrtechnik

Anfänger Special mit KTM: ein strukturierter Einstieg in die Welt der Supermoto-Fahrtechnik, bei dem Grundlagen, Zusammenhänge und Fahrgefühl ebenso im Mittelpunkt stehen wie das spielerische Erlernen von Kontrolle und Vertrauen auf zwei Rädern.

von nopain am 25.01.2026

Im Oktober 2025 wurde die Motorsportarena Bad Fischau zum Treffpunkt für alle, die den Supermoto-Spirit erleben wollten. 1000PS lud fünf Leserinnen und Leser sowie das Redaktionsteam zu einem intensiven Trainingstag ein, bei dem sich alles um präzise Fahrtechnik, Körperbalance und saubere Linienwahl drehte. Gefahren wurde auf den KTM SMC R Modellen, genauer gesagt auf der KTM 125 SMC R mit 15 PS, der KTM 390 SMC R mit 45 PS und der KTM 690 SMC R mit 79 PS. Damit reichte das Spektrum von leicht beherrschbaren Einsteigerbikes bis hin zur kompromisslosen Spaßmaschine für erfahrene Fahrer.

Unter professioneller Anleitung wurden Grundlagen und fortgeschrittene Techniken vermittelt, die zeigen, dass Supermoto weit mehr ist als spektakuläre Drifts und rauchende Reifen. Auch zwei bekannte Supermoto-Spezialisten waren vor Ort und gaben wertvolle Hinweise aus der Praxis, während der Fokus klar auf dem eigenen Üben und Erleben lag. Ziel des Trainings war es, die Dynamik des Motorrads in jeder Phase zu verstehen und Vertrauen in das eigene Fahrgefühl zu entwickeln.

Diese fünfteilige Serie richtet sich an alle, die genau dieses Verständnis vertiefen möchten. Im fünften und letzten Teil erklärt Martin Bauer, wie die beiden Techniken Hang-off und Drücken funktionieren, welche Vorteile sie jeweils haben und wann es sinnvoll ist, zwischen den beiden Fahrstilen zu wechseln.

Der Unterschied zwischen Hang-off und Drücken

Beim Hang-off-Fahrstil verlagert der Fahrer seinen Körper deutlich in die Kurve hinein, während das Motorrad selbst relativ aufrecht bleibt. Dadurch reduziert sich der Neigungswinkel des Motorrads zum Boden, was den Reifen entlastet und für mehr Haftung auf der Schulter sorgt. Diese Technik ist besonders aus dem Straßenrennsport bekannt und wird dort perfektioniert - in der MotoGP sieht man Fahrer, die mit Knie und Ellbogen am Asphalt hängen, um das Maximum an Kurvengeschwindigkeit herauszuholen.

Beim Drücken bleibt der Fahrer weitgehend aufrecht über dem Motorrad und neigt das Fahrzeug aktiv in die Kurve hinein. Dabei bleibt der Oberkörper stabil, während das Motorrad unter dem Fahrer bewegt wird. Dieser Stil wird im Supermoto besonders häufig angewandt, weil er bei engen Radien und schnellen Richtungswechseln Vorteile bietet.

Vorteile des Hang-off-Fahrstils

Martin Bauer betont, dass der Hang-off-Stil ideal ist, wenn es darum geht, hohe Kurvengeschwindigkeiten zu erzielen. Da der Fahrer sein Gewicht nach innen verlagert, kann das Motorrad aufrechter bleiben und die Reifen arbeiten in einem günstigeren Bereich der Lauffläche. Dadurch entsteht mehr Grip, was vor allem auf griffigem Asphalt spürbar ist.

Ein weiterer Vorteil zeigt sich beim Rausbeschleunigen: Durch die Körperposition auf der Innenseite wirkt die Trägheit des Körpers stabilisierend, das Motorrad bleibt in der Spur, und der Fahrer kann die Linie präzise halten. Auf schnellen, flüssigen Strecken mit gleichmäßigen Radien spielt diese Methode ihre Stärken voll aus.

Vorteile des Drückens

Das Drücken zeigt seine Stärke besonders auf engen Kursen mit vielen Haarnadelkurven oder langsamen Richtungswechseln. Hier ist der Fahrer mit dem aufrechteren Stil flexibler und schneller beim Umlegen. Während man beim Hang-off den gesamten Körper samt Motorrad von einer Seite auf die andere bewegen muss, genügt beim Drücken eine Bewegung des Motorrads unter dem Körper. Das spart Kraft und Zeit.

Zudem ist diese Technik körperlich weniger anstrengend. Der Fahrer muss nicht bei jeder Kurve den Oberkörper weit hinauslehnen, was die Muskulatur - vor allem Oberschenkel und Rumpf - schont. Gerade bei längeren Trainings oder Rennen kann das entscheidend sein.

Allerdings gibt es auch einen Nachteil: Durch die stärkere Schräglage des Motorrads kann der Fuß auf der Innenseite leicht am Boden oder an der Raste streifen. Deshalb heben Supermoto-Fahrer den inneren Fuß oft leicht an oder platzieren ihn nach hinten, um ihn aus dem Gefahrenbereich zu bringen.

Wann welche Technik sinnvoll ist

Die Wahl zwischen Hang-off und Drücken hängt stark von den Streckenbedingungen und der persönlichen Fahrweise ab. Wer aus dem Straßen- oder Rennsport kommt, wird sich mit dem Hang-off leichter tun, da dieser Fahrstil vertrauter ist. Fahrer mit Motocross-Hintergrund hingegen bevorzugen meist das Drücken, weil sie es gewohnt sind, aufrecht zu sitzen und mit grobem Körpereinsatz zu arbeiten.

Martin Bauer fasst es so zusammen:
- Hang-off ist im Vorteil, wenn die Strecke schnelle, flüssige Kurven mit hohem Grip bietet. Die Technik erlaubt höhere Kurvengeschwindigkeiten und präziseres Rausbeschleunigen.
- Drücken punktet bei engen, langsamen Kurven mit vielen Richtungswechseln, wo es auf Balance und Flexibilität ankommt.

Wer beide Fahrstile beherrscht, kann sie situationsabhängig kombinieren und so das Beste aus beiden Welten herausholen.

Körperhaltung und Technik im Detail

Beim Hang-off hängt der Fahrer aktiv in die Kurve hinein, der Oberkörper wird nach innen und unten verlagert, das äußere Knie drückt gegen den Tank, und die Hüfte verschiebt sich auf die Innenseite. Wichtig ist, dass der Blick durch die Kurve geführt wird, damit das Motorrad stabil bleibt.

Beim Drücken bleibt der Fahrer über der Sitzbank zentriert. Das Motorrad wird aktiv über den Lenker in Schräglage gebracht, während der Körper relativ ruhig bleibt. Der Blick bleibt ebenfalls in Fahrtrichtung, um das Einlenken und Umlegen präzise zu steuern.

Tipp für Einsteiger: Beide Techniken haben ihre Berechtigung. Das Ziel ist nicht, sich auf eine davon festzulegen, sondern zu verstehen, wann welche Bewegung die bessere Kontrolle bietet. Martin Bauer empfiehlt, beide Methoden im Training bewusst zu üben, um das Gefühl für die jeweiligen Vorteile zu entwickeln.

Fazit: KTM 690 SMC R 2025

Die KTM 690 SMC R 2026 zeigt eindrucksvoll, wie man einen ohnehin starken Einzylinder weiter verbessert. Sie bietet mehr Leistung, ein deutlich aufgewertetes Elektronikpaket, weniger Wartungsaufwand und bleibt gleichzeitig ihrem Charakter treu. Trotz leicht gestiegenem Gewicht ist sie agiler denn je und überzeugt sowohl sportlich als auch im Alltag. Für NoPain steht fest: Die SuMo-Krone gehört 2025 wieder nach Mattighofen.


  • Starker, überarbeiteter LC4-Motor
  • Längere Wartungsintervalle
  • Verbesserte Elektronik
  • Robustere Anti-Hopping-Kupplung
  • Zwei serienmäßige und konfigurierbare Fahrmodi
  • Optionales Tech Pack mit Quickshifter & Track-Funktionen
  • Agiles Handling
  • Voll einstellbares Fahrwerk
  • Hochwertige Brembo-Bremsen
  • Gute Ergonomie und Sitzposition
  • LED-Scheinwerfer mit starker Ausleuchtung
  • Kerniger Einzylinder-Sound
  • Hohe Sitzhöhe (899 mm)
  • Zusatzkosten für Quickshifter & Track Pack
  • Leicht erhöhtes Gewicht (162 kg)

Fazit: KTM 125 SMC R 2025

Die KTM 125 SMC R überzeugt mit agilem Handling, sportlicher Optik und einem hohen Spaßfaktor. Sie vermittelt echtes Motorradgefühl und ist ideal für alle, die in die Supermoto-Welt einsteigen wollen. Kleine Schwächen wie die Vorderradbremse oder der etwas laute Kettenlauf trüben den Gesamteindruck kaum. Klare Empfehlung für Fahranfänger, die Wert auf Qualität, Design und Dynamik legen.


  • Agiles, stabiles Fahrverhalten
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Abschaltbares ABS hinten
  • Quickshifter serienmäßig
  • Bequeme, zugängliche Sitzposition
  • Top Design und KTM-typischer Look
  • Vorderradbremse etwas schwach
  • Preis im oberen Bereich der A1-Klasse

Fazit: KTM 390 SMC R 2025

Die KTM 390 SMC R ist keine abgespeckte 690 und auch kein verkleidetes Duke-Derivat, sondern eine eigenständige Interpretation des Supermoto-Themas - zugänglich, alltagstauglich und trotzdem mit genügend Schärfe für ernsthafte Schräglagen. Sie bringt keine brachiale Radikalität mit, sondern ein cleveres Gesamtpaket, das urbanes Fahren, Afterwork-Runden und gelegentliche Streckenausflüge souverän abdeckt. Der Motor läuft drehfreudig, das Fahrwerk lässt sich fein abstimmen, die Bremsen funktionieren überdurchschnittlich gut und die Ergonomie erlaubt auch mal eine längere Etappe - ohne dass man danach seine Knie einzeln aus dem Tankdeckel fischen muss. Mit einem Einstiegspreis von 6.299 Euro in Deutschland (zzgl. Nebenkosten) und 6.999 Euro in Österreich (inkl. NoVA) bleibt sie im Preisrahmen vernünftig - besonders angesichts der umfangreichen Ausstattung mit TFT-Display, Traktionskontrolle, Supermoto-ABS und einem optionalen Quickshifter. Kurz gesagt: Wer ein A2-taugliches Bike mit Charakter sucht, das sich nicht nur fahren, sondern auch verstehen lässt, bekommt mit der 390 SMC R eine gelungene Mischung aus Vernunft und Querverhalten. Und das ist am Ende vielleicht genau das, was dem Supermoto-Markt bisher gefehlt hat.


  • Attraktiver Einstiegspreis bei umfangreicher Serienausstattung
  • Drehfreudiger, kräftiger Einzylinder
  • Lange Serviceintervalle (10.000 km)
  • Agil, stabil und gut kontrollierbar - auch für Einsteiger
  • WP APEX-Fahrwerk einstellbar
  • Gute Balance zwischen Sportlichkeit und Alltagskomfort
  • Standfeste Vorderbremse (320 mm, ByBre)
  • Supermoto-ABS am Hinterrad deaktivierbar/ Klarer Druckpunkt
  • Gelungene Optik mit Underfloor-Auspuff
  • Durchgehende Sitzbank, angenehme Sitzhöhe (860 mm)
  • Einstellbare Rasten, gute Ergonomie-Details
  • Agiles, neutrales Lenkverhalten/ Gut abgestimmte Übersetzung
  • Relativ schwer für eine 390er (163 kg vollgetankt) - bedingt durch A2-Konformität
  • Sitzhöhe für ganz kleine Fahrer:innen (unter 1,70 m) eventuell grenzwertig

Empfohlene Berichte

Weitere Neuheiten