1000er mit CBF 600

Die schrecklichste Fahrt meiner bisherigen Zweiradkarriere. Steig nie schwer krank auf ein Motorrad!
Nach 2500 Kilometer und 2 Ringtrainings dachte ich mir: Schön langsam wird's Zeit die CBF für das 1000er Service zum Hütter zu stellen. Ich bettelte also um den ersten Urlaubstag seit Oktober 2001 (also seitdem ich bei 1000PS zu hackeln begonnen habe) und konnte am Montag nach Graz starten. Natürlich nutzte ich das Ganze gleich für eine Shopping Tour. Wusste nur noch nicht, was ich mir mit meinem letzten Monatsgehalt von 7, 20 Euro kaufen sollte. Vielleicht einen Ziegel Leberkäse? Oder einen 3-er Pack Tennissocken vom Eduscho? Was ich andererseits sofort wusste, war, dass ich mich um 7:30 Uhr total elend fühlte und erst noch überlegte, ob ich den Termin nicht verschieben sollte.
Nur konnte ich den nächsten Urlaubstag frühestens im Jänner 2017 anfordern und so blieb mir nichts anderes übrig als loszufahren. Meine Freundin folgte mir mit dem Auto. Nach 1:30 Stunden torkelte ich beim Hütter rein. Dort war voller Betrieb. Im Hof vor der Werkstatt war alles voll mit frisch gelieferten, teils noch verpackten Motorrädern , Quads und vielen Servicebikes. Ein Gabelstapler transportierte Schweres von A nach B. Überall werkten Mechaniker und Kunden warteten auf ihre neu erworbenen oder frisch servicierten Zweiräder.

Werkstättenleiter Armin Kubli erklärte mir, was beim ersten Service alles gemacht wird: "Natürlich wird ein Öl- und Filterwechsel durchgeführt. Das ist besonders am Anfang wichtig, weil sich im Öl der Abrieb der Motorteile sammelt. Die Fertigungstoleranzen sind heutzutage ziemlich klein, aber immer noch vorhanden, daher hast du am Anfang eine erhöhte Reibung an manchen Stellen. Alle Flüssigkeiten werden kontrolliert und bei Bedarf nachgefüllt.
Der Reifenluftdruck sowie die Kettenspannung werden geprüft. Weiters werden alle Schrauben am Fahrzeug, besonders die bei den Bremsen, nachgezogen. Auch die Beleuchtung wird richtig eingestellt. Danach machen wir noch eine Probefahrt, um am eigenen Leib zu spüren, ob wir alles richtig gemacht haben. Zum Abschluss wird sie selbstverständlich noch geputzt." Ich bat ihn noch das Fahrwerk etwas straffer zu stellen, weil ich erstens noch zweimal am Ring fahre und zweitens oft mit Sozia unterwegs bin. Da war das bisher einfach zu weich. Nachdem wir sämtliche Geschäfte der Stadt abgeklappert hatten und sich mein Zustand zunehmend verschlechterte, kehrten wir um 16:00 Uhr zum Hütter zurück um die CBF wieder abzuholen. So blitzblank war sie seit ich sie damals abgeholt habe nicht mehr. Ich konnte mich aber nicht wirklich freuen, ich wollte einfach nur noch nach Hause.
Ich verabschiedete mich also von den Hütters und will mich gerade zu meinem Motorrad begeben, als alle hektisch "Stopp, Stopp!!" schreien. Ich schaue nach links und denke mir: "Ja, ja, passt scho. Ich weiß schon, dass da der Stapler herumkurvt". Im nächsten Moment mache ich einen hurtigen Schritt und drehe mich gleichzeitig um 180 Grad, als plötzlich meine mit wenig Haut und Haaren überzogene Schädeldecke auf rostigen Stahl trifft. Meine Augen füllten sich explosionsartig mit Tränenflüssigkeit und der getroffene Punkt auf meinem Kopf wurde irrsinnig heiß. Kein gutes Zeichen. Ich quälte mir noch ein kurzes Lächeln ins Gesicht um vorzutäuschen, dass nichts passiert sei und setzte dann sofort den Helm auf, damit das Innenfutter gleich das Blut vom Kopf aufsaugen konnte. Völlig paniert trat ich also die Heimreise an. Schweres Halsweh, Fieber und Schädelbasisbruch.
Die Fahrt war ein Kampf. Ich gab etwas mehr Stoff, um schnell anzukommen. Als ich zu Hause den Helm abnahm und meinen Kopf untersuchte, sah ich, dass nur wenig rote Flüssigkeit meine Birne verlassen hatte. Das letzte, was ich in meinem schwachen Zustand brauchte, war starker Blutverlust. Wenigstens zeigte Nils Herz und ließ mir genau 24 Stunden Zeit, um wieder gesund zu werden. Freu mich schon auf's nächste Service.

Fazit: Honda CBF 600

Ein angenehmes, recht handliches und im Sachen Leistung relativ akzeptables Motorrad, welche zum einen nicht allzu viel kostet und zum anderen mit den 600er mithalten kann.


  • Straff einstellbares Fahrwerk
  • positives Fahrgefühl.
  • Eventuell anstrengendes Fahrverhalten.

Bericht vom 18.06.2004 | 20.829 Aufrufe

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