Triumph Daytona 660 Test 2024

Daytona ist zurück - wenn auch anders als zuvor

Die Triumph Daytona feiert ihr Comeback! Nun auf Basis der Trident 660 platziert sie sich im Straßensport-Segment und punktet mit cooler Optik und Alltagstauglichkeit. Wie sich die neue Daytona fährt, haben wir in der Nähe von Alicante herausgefunden.

Die neue Daytona überrascht Fans

Jeder liebt eine Comeback-Story. Ein Held kehrt zurück und kämpft sich erneut an die Spitze. Dasselbe erhofften sich Fans der letzten Daytona 675, die die Klasse der 600er Supersportler mit ihrem kernigen Dreizylinder aufmischte. Jetzt ist die Daytona zurück, doch anders als erwartet. Sie platziert sich in der Sportler-Klasse bis 95 PS und zielt auf Konkurrenten wie die Yamaha R7 oder Honda CBR650R ab - also nicht mehr auf reinrassige Supersportler. Wieso hat Triumph diese Kategorie gewählt? Einerseits weil frühere Daytonas ebenfalls auf die Verwendung auf der Straße fokussiert waren und nur die 675er als rennstreckenorientiertes Bike aus der Familie stach. Andererseits geht man die wirtschaftliche Route und weiß, dass der Markt heute bei straßenorientierten Sportmotorrädern liegt, die auch im Alltag Verwendung finden. Somit kann man eine höhere Stückzahl verkaufen als in der Nische der reinrassigen Supersportler.

Diese Entscheidung hat aber eine entscheidende Folge: Ein attraktiver Preis.

Triumph Daytona 660 Preis 2024

Bereits bei der Trident 660 schrieb Triumph einen echten Knallerpreis auf das Preisschild. Im Falle der neuen Daytona 660 ist das nicht anders! Blickt man auf die deutschen Preise der Konkurrenz, bestehend aus Yamaha R7, Honda CBR650R, Kawasaki Ninja 650, Aprilia RS 660 und Suzuki GSX-8R ist die Triumph preislich gleich angesiedelt. Zwar verfügt die Konkurrenz auch bereits über umfangreiche Elektronikpakete, doch einen Dreizylinder findet man nur bei Triumph. Hier die Preise der Daytona 660 im Überblick:

LandTriumph Daytona 660
Deutschland9.795 Euro
Österreich10.695 Euro
Schweiz10395 CHF

Zusätzlich sind über 30 Triumph Originalzubehörteile erhältlich und drei verschiedene Farben. Snowdonia White / Sapphire Black gilt als Standardfarbe, während für Satin Granite / Satin Jet Black und Carnival Red / Sapphire Black ein Aufpreis aufgerufen wird.

Ein echtes Sportmotorrad? Triumph Daytona 660 Ergonomie

Will man Geld verdienen, muss man Stückzahl verkaufen. Mit der neuen Daytona 660 sollte das kein Problem darstellen. Sie bietet supersportliche Optik mit der Ergonomie eines klassischen Sportmotorrads und den Ausmaßen eines Mittelklasse-Bikes. Eine sehr massentaugliche Kombination, die waschechte 600er Supersportler nicht bieten können. Im 810 mm hohen Sattel Platz genommen, werden auch kleine Piloten kein Problem haben den Boden zu erreichen, da der Schrittbogen angenehm niedrig ausfällt. Der größte Unterschied zu ihrer Technikschwester Trident 660 wird jedoch in der Front bemerkbar. Der hohe Lenker wird durch zwei Stummellenker ersetzt, die dank ihrer Erhöhung aber nur eine leicht nach vorne geneigte Sitzposition hervorrufen. Sportlich, aber nicht zu extrem. Dasselbe gilt für den Kniewinkel, der auch ein Mittel aus Racing und Pendlertauglichkeit trifft. Solange man nicht zu groß gewachsen ist, sind Tagestouren auf der Daytona 660 absolut kein Problem, wobei Journalistenkollegen von 185 cm Größe auch nicht klagen konnten.

Edle Optik mit Eigenständigkeit

Daytona Fans dürfen sich freuen: Jene Designer, die noch an der Daytona 675 arbeiteten, haben auch die neue 660er Version gezeichnet. Somit spürt und sieht man die Sport-DNA, die ein Motorrad mit dem Daytona-Namen verdient hat. Neben den technischen Änderungen, denen wir uns gleich widmen werden, erkennt man auch äußerlich, dass die Daytona 660 ein eigenständiges Motorrad ist - und keine Trident 660 mit Verkleidung. Neben der offensichtlichen Verkleidung mit LED-Doppelscheinwerfer, wurde auch die Tankverkleidung neu gezeichnet, genau so was Heck, das nun auf zwei Einzelsitze für Fahrer und Sozius setzt. Zwar ist jedes Teil, das man sieht aus Plastik, doch Triumph-typisch lässt sich an der Verarbeitungsqualität nichts aussetzen. We are amused!

Eine edle Triumph - hier in Carnival Red.
Eine edle Triumph - hier in Carnival Red.

Mehr Leistung! Motor der Daytona 660

In der Daytona 660 verbaut Triumph die neueste Generation des 660 ccm großen Dreizylinders. Dieser leistet nun 95 PS bei 11.250 U/min und ein Drehmoment von 69 Nm bei 8.250 U/min. Erreicht wurde diese Werte durch eine komplette Überarbeitung des Motors, was Neuerungen an Airbox, Kurbelwelle, Zylinder, Zylinderkopf, Drosselklappen und Kühlsystem mit sich bringt. Auch Getriebe und Auspuffsystem wurden speziell für die Daytona entwickelt. Ein ordentlicher Aufwand, der aber der Daytona vorbehalten bleibt. Triumph will sie damit klar von ihren Motorengeschwistern Trident und Tiger Sport 660 abheben. Auf Wunsch kann auch ein Drosselkit bestellt werden, damit die Triumph Daytona 660 A2-Führerschein tauglich wird.

Erfahrungen mit dem Triumph Triple

Triumphs 660er Dreizylinder war bereits in der letzten Ausführung in Trident und Tiger Sport ein elastischer Kollege, der das beste der Zwei- und Vielzylinderwelt vereint. Dank seiner Updates und dem Plus an Drehmoment und Leistung verbessert er seine positiven Attribute. Ab 2.000 Umdrehungen geht das Aggregat sauber ans Gas und findet nach einer kräftigen Mitte erst bei knapp über 12.000 Umdrehungen seinen Begrenzer. Die Daytona 660 lädt somit zum schaltfaulen Fahren ein, da kurvige Landstraßen meist im dritten Gang bewältigt werden können. Wer aber den Motor bis zu seinem letzten Atemzug ausdreht, wird mit grandiosem Triple Sound belohnt, der vor allem vom mächtigen Ansauggeräusch dominiert wird. Schade ist nur, dass der Quickshifter, der zumindest auf der Trident 660 herrlich funktioniert, aufpreispflichtig bleibt. Gerade bei der sportlichsten Version der 660er Familie hätte dieser gerne serienmäßig sein können.

Drei Fahrmodi verwandeln das Motorrad

Den verstärkten Fokus auf Sport zeigt Triumph zudem in der Auswahl der Fahrmodi. Während in der Trident 660 die Modi Road und Rain verfügbar waren, erweitert man nun die Auswahl um die Sport-Funktion. Alle drei Fahrmodi kommen mit verschiedenen Kennfeldern für die Gasannahme und den Eingriff der Traktionskontrolle, wobei diese im Menü auch komplett deaktiviert werden kann. Die Auswahl findet sich auf dem TFT-LC Display, das bereits aus der Tiger Sport 660 bekannt ist und mit seinem einfachen Aufbau und leichter Bedienbarkeit überzeugt. Für den Rain-Modus hatten wir glücklicherweise keinen Bedarf, doch Road und Sport konnten wir testen. Road verhält sich sehr entspannt und erfreut mit einer weichen Gasannahme, was vor allem beim Pendeln durch Städte oder entspannten Landstraßenfahrten überzeugt. Die Traktionskontrolle greift zwar früh ein, doch die Regelintervalle sind kaum spürbar und eigentlich nur durch das Aufleuchten der Warnleuchte bemerkbar. Im Sport-Modus spricht der Triple spürbar direkter an und gibt ein lebendigeres Gefühl. Die Traktionskontrolle regelt spät, sodass leichte Slides am Kurvenausgang möglich sind.

Das bekannte Display, das nun auch in der Daytona 660 zum Einsatz kommt.
Das bekannte Display, das nun auch in der Daytona 660 zum Einsatz kommt.

Triumph Daytona 660 Fahrwerk - ein fairer Kompromiss

Die Klasse der Straßensportler will möglichst Vieles kombinieren. Sie sollen bei der Wochenendausfahrt sportlich um's Eck gehen, aber unter der Woche komfortable Begleiter am Pendelweg sein. Ein vielseitiges Fahrwerk ist deshalb entscheidend. Triumph setzt bei der Daytona 660 auf Showa Komponenten bestehend aus einer SFF-Big Piston Upside-Down Gabel in der Front und einem in der Federvorspannung einstellbarem Federbein. Während unserer Ausfahrt hat die Daytona ihre Kompromissfreudigkeit gezeigt. Auf Verbindungsstücken präsentiert sich das Fahrwerk komfortabel und fast schon gediegen. Wenn es ins Winkelwerk geht, kann es aber auch sportlich und gibt klares Feedback an den Fahrer. Hier kommt auch der neue Michelin Power 6 ins Spiel, der auf der Daytona als Serienbereifung zum Einsatz kommt. Erst wenn es schnell wird und tiefe Querfugen in der Kurve auftauchen, spürt man am Federbein das eher komfortable Setting der Daytona 660. Aber nichts, was man in dieser Klasse nicht erwarten würde!

Ein Freudenspender! Die Triumph Daytona 660!

Über rund 170 Kilometer führte unsere Route mit der neuen Triumph Daytona 660. Hier zeigte sie, wieso das Segment der straßenorientierten Sportmotorräder gerade beliebt ist. Die sportliche Ergonomie gibt ein leichtes Racing-Gefühl, ohne dabei die Handgelenke zu strapazieren. Zwar zeigt die Daytona 660 eine der sportlichsten Sitzpositionen in ihrer Klasse, der nötige Alltagskomfort ist dennoch gegeben. Dank den Updates am Motor zeigt sich der Dreizylinder sportlicher als zuvor und auch die Bremsen haben ein entsprechendes Update erhalten. Die 310 mm Doppelscheibe wird nun von radial montierten Vierkolben-Zangen gepackt, die einen sauberen Druckpunkt und eine feine Dosierung der Bremsen ermöglichen. Nicht zu bissig - genau das, was es in einer Klasse braucht, die sowohl von Einsteigern, als auch erfahrenen Motorradfahrern gekauft wird. Tatsächlich erlaubt sich die neue Triumph Daytona 660 keine wirklichen Fehler, was in einem wettbewerbsstarken Markt wichtig ist. Wie sie im Vergleich zur Konkurrenz performed, erfahrt ihr im Verlauf der Saison 2024!

Fazit: Triumph Daytona 660 2024

Keine Trident mit Verkleidung! Mit der neuen Daytona 660 hat Triumph ein tolles und vor allem eigenständiges Motorrad in der Straßensportler-Klasse auf die Räder gestellt. Mit seinem Leistungszuwachs bietet der Dreizylinder noch mehr Performance, die einem solchen Bike würdig ist. Die Ergonomie zeigt sich sportlich und bequem zugleich, sodass die Daytona ein vielseitiger Begleiter im Alltag ist. Auf Seiten des Fahrwerks finden wir ein sportliches Setup, das aber auch bei alltäglichen Routen überzeugt. Einzig der Quickshifter dürfte bei diesem Motorrad serienmäßig an Bord sein.


  • Dreizylinder noch kräftiger
  • kerniger Sound
  • bequeme Ergonomie
  • Sitzhöhe gut für kleine Personen
  • passendes Elektronikpaket
  • coole Optik
  • hochwertige Verarbeitung
  • Quickshifter aufpreispflichtig

Bericht vom 14.03.2024 | 13.411 Aufrufe

Empfohlene Berichte

Pfeil links Pfeil rechts