Bekommt der Conti TKC 80 bald ein Update?

Wir hatten einen Prototyp im Test dabei!

Wenn es um grobstollige Reifen für Reiseenduros geht, kommt man am Continental TKC 80 nicht vorbei. Seit Jahren etabliert und bewährt, hat dieser Reifen seine Spuren auf und abseits der Straße hinterlassen. Nach mittlerweile über 35 Jahren steht ein Update in den Startlöchern. Wir waren bei der Bosnia Rally 2023 mit einem Prototypen unterwegs!

Der TKC 80 mag zwar bereits einige Jahre - oder besser gesagt Jahrzehnte - auf dem Buckel haben, doch anders als bei sportlich performanten Straßenreifen macht sich interessanterweise sein Alter nicht ganz so deutlich bemerkbar. Dies liegt zum einen daran, dass von Continental immer wieder kleinere Anpassungen in der Gummimischung vorgenommen wurden und zum anderen auch daran, dass die grundlegenden Qualitäten, welche diesen Reifen so beliebt gemacht haben, fortwährend bestehen. Das bewährte Stollenprofil des TKC 80 funktioniert speziell auf losem Untergrund weiterhin ausgezeichnet!

Wo hat der Conti TKC 80 Verbesserungspotential?

Der vermutlich größte Schwachpunkt des TKC 80 ist die Performance bei Nässe auf Asphalt. Im Trockenen kommt der Grenzbereich super kontrollierbar, bei Nässe ist allerdings erhöhte Vorsicht angesagt. In diesem Bereich haben kategorisch vergleichbare Konkurrenzprodukte der jüngsten Generation etwas mehr Sicherheitsreserven. Bringt Conti den TKC 80 mit Technologie und Mischung auf den letzten Stand der Technik, rechnen wir dem Pneu durchaus wieder tolle Chancen aus um auch auf Asphalt ganz vorne mitzumischen. Bis es soweit ist, darf man im Regal von Continental, als weitestgehend straßenorientierter, Reiseenduro-Fahrer weiterhin guten Gewissens auf den TKC 70 (Rocks) greifen.

Bosnia Rally 2023 als Härteprüfung für den Prototoypen aus Korbach

Für diejenigen, die sich gerne abseits der ausgetretenen Asphalt-Pfade bewegen, ist der TKC 80 von Conti also immer noch ein verlässlicher und robuster Partner. Darum fiel auch die Wahl der 1000PS Redaktion auf den TKC 80 als vielfach bewährte Einheitsbereifung bei der Bosnia Rally 2023. Sein Profil bietet soliden Halt auf losem Untergrund, egal ob auf Wiesen, steinigen Passagen oder flotten Schotter-Etappen. Erwähnenswert an dieser Stelle: Bei ganzen sechs Fahrtagen und acht Fahrzeugen mit Gewichten von 150 bis 260 Kilogramm, sowie Leistungsdaten von 75 bis 160 PS gab es sage und schreibe nur einen Reifenschaden. Letzterer war zudem einer Unachtsamkeit des Fahrers geschuldet, welcher bei hoher Geschwindigkeit einen mächtigen Steinbrocken am Fahrbahnrand übersehen hatte.

Conti TKC 80 Nachfolger im Test bei der Bosnia Rally
Gebrauchsspuren sind deutlich sichtbar, allerdings für den 6-tägigen Rally Einsatz ein wirklich gutes Bild am Prototypen!

Den Satz Prototoypen Bereifung montierte uns Continental an der Gas Gas ES 700. Im Frühstadium der Entwicklung wird das Profildesign oftmals noch per Hand in den Gummi geschnitzt, da die ersten Prototypen in der Regel als Slicks - also ohne Profil - gebacken werden. In unserem Fall handelte es sich allerdings bereits um ein seriennahes Produkt. Optisch entsprach dieses beinahe der gleichen Optik wie man sie vom TKC 80 seit langem kennt. Nur ein Schriftzug "Prototyp" machte bei bewusstem Hinsehen auf die Besonderheit in unserem Rally Bike Fuhrpark aufmerksam.

Als Einzylinder mit wenig Gewicht kommt die Gas Gas einer Sportenduro am nächsten. Dementsprechend wurde sie über die Rally hindurch flott bewegt und durchaus hart rangenommen. Der Prototyp zeigte sich davon aber recht unbeeindruckt und steckte auch die harten Etappen optisch richtig gut weg. Noch mehr Eindrücke zum Reifen bei der Bosnia Rally finden sich im nachfolgenden Videobeitrag.

Bericht vom 25.08.2023 | 16.457 Aufrufe