QJ Motor SRK 400 im Test

Erster Test des neuen Players aus China

Vor einem Jahr stellte sich QJ Motor selbstbewusst mit zehn verschiedenen Modellen auf der weltgrößten Motorrad Messe, dem europäischen Publikum vor. Nun trudeln die ersten Modelle nach Österreich. Wir sind die SRK 400 für euch gefahren.

Produkte aus China haben es in unseren Breiten nicht gerade leicht. Ständig schwimmt da so ein fahler Beigeschmack eines "Billig-Produktes" mit. Doch wenn wir kurz in uns gehen, dann müssen wir uns da selber an der Nase nehmen. Huawei Mobiltelefone zum Beispiel, arbeiten auf Augenhöhe mit der Konkurrenz aus USA oder Südkorea und TikTok ist wohl nicht umsonst eine der beliebtesten Apps des Jahres. Ich muss aber ehrlich gestehen, ich hab bei der Ankündigung des Tests auch erstmals die Nase gerümpft und QJ Motor gegoogelt. Da ist mir aber dann relativ schnell klar geworden, dass die Chinesen keine Newbies sind. Seit 1985 produziert QJ und hat sich über die Jahre zum größten Hersteller großvolumiger Motorräder Chinas gemausert. Zum Mutterkonzern gehören unter anderem Marken wie Volvo oder Benelli.

Hochwertige Optik und beachtliche Ausstattung

Auf den ersten Blick wirkt die SKR 400 sehr hochwertig. Die Gussteile sind entgratet, Abdeckungen sind bündig verbaut, Kabel schön verlegt und die verbauten Teile wirken hochwertig. Keine klapprigen Hebel, schwergängige Schalter, oder quietschenden Fussrasten. Auch der zweite Blick bringt keine Enttäuschungen, die QJ Motor SRK 400 kommt mit LED Vollausstattung. Vom Scheinwerfer über die Blinker bis zum Rücklicht mit Kennzeichenbeleuchtung - alles erscheint in hellem Schein der LEDs. Ähnlich hochwertig gehts im Cockpit weiter, hinterleuchtete Armaturen sind in dieser Klasse alles andere als selbstverständlich. Ebenso wenig wie das TFT Display, dass sich automatisch an Tag/Nacht Modus anpasst.

Die Optik der QJ Motor SRK 400 wirkt für meinen Geschmack ansprechend, auch wenn man das eine oder andere Element so auch schon auf einem anderen Modell gesehen hat. Am auffälligsten ist da sicher die Positionierung des Federbeins und die Form der Schwinge. In beiden Fällen zieht man da gleich Parallelen zu Kawasakis ER-6N.

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Hält das Fahrverhalten, was die Optik verspricht?

Oftmals wird der Käufer Opfer des Designs, indem er vorschnell den Kaufvertrag unterzeichnet ohne das Bike je gefahren zu sein. Umso neugieriger war ich auf das Fahrverhalten der SRK 400. Hervorheben kann man da gleich mal den 400 Reihen Zweizylinder. Die knapp 42 PS entfalten so gleichmäßig, wie ich es von keinem anderen 400er Motor kenne. Fast schon wie bei einem Elektromotor werden die 37 NM auf die Straße gebracht. Der Euro 5 Motor macht sich mit einem kernigen dumpfen Sound bemerkbar, der mit 91 DB eingetragen ist und somit überall gefahren werden darf.

Das Fahrwerk kann man als Klassen üblich bezeichnen. Aus den nicht einstellbaren Komponenten wurde der beste Kompromiss zwischen Sportlichkeit und Tourentauglichkeit gefunden. Wers gerne Komfortabler oder Sportlicher hätte muss in die Zubehör Lade greifen. Die Sitzhöhe der SRK 400 beträgt 780mm. Auch dieser Wert ist in der Klasse der nackten 400 üblich, allerdings hebt sich die SRK in Sachen Ergonomie etwas vom Rest ab. Während ich mich mit meinen 1,8 etwas eingeengt fühle, ist das bei der SRK 400 nicht der Fall. Die QJ wirkt wie ein erwachsenes großes Motorrad. Apropos großes Motorrad, die SRK wird mit 186kg vollgetankt angegeben. Auf unserer 1000PS Waage wird sie allerdings mit 191kg gemessen. Ein Wert, der gut 20 kg über der Konkurrenz liegt, auch wenn man es ihr nicht ansieht. Im Gegensatz zur Konkurrenz sind am Vorderrad der SRK 400 zwei Bremsscheiben mit 260mm Durchmesser verbaut. Allerdings ist schon ein beherzter Zug mit zwei Fingern nötig um die QJ zum Stehen zu bringen. Der Punkt stößt etwas ungut auf, da der Rest des Bremssystem am Hinterrad und auch das ABS System hervorragend funktionieren. Der Preis für die SRK 400 liegt in Deutschland liegt bei 5799 inkl Herstellernebenkosten. In Österreich darf man dank Nova und Co 6399 dafür bezahlen.

Horvaths Meinung zur QJ Motor SRK 400

Zugegebenermaßen habe ich es nicht geschafft, ganz vorurteilsfrei in den Test zu gehen. Doch so konnte mich die SRK400 nur positiv überraschen! Und tatsächlich hat sie gezeigt, dass man die alten Vorurteile gegen chinesische Motorräder ablegen sollte. Auf Seiten der Verarbeitung und Haptik gibt es nichts zu kritisieren - schließlich verbaut man ein hübsches TFT-Display und hinterleuchtete Bedieneinheiten, die sich gut bedienen lassen. Auch motorisch überrascht die kompakte QJMotor! Der Reihenzweizylinder hängt sauber am Gas und betont die angemessene Beschleunigung mit sattem Sound. Einzig die Performance der Vorderbremse kann man bemängeln - hier würde man sich mehr von einer Doppelscheibenbremse erwarten. Doch wer etwas Außergewöhnliches sucht, sollte die QJMotor SRK400 einmal Probe fahren!

Fazit: QJ Motor SRK 400

Die QJ Motor SRK 400 ist ein hochwertiges Motorrad im außerordentlichen Design. Überrascht hat mich der überaus geschmeidige Motor. Das Fahrwerk arbeitet brav und unspektakulär. Einzig etwas schwergängige Vorderradbremse trübt das Erlebnis.


  • spritziger Motor
  • gutes Fahrwerk
  • auffällige Optik
  • gute Ausstattung
  • 3 Jahre Garantie
  • Vorderbremse braucht Kraft

Bericht vom 13.10.2022 | 8.553 Aufrufe

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