Malaguti Drakon 125 Test 2021

Mehr Style für die Achtelliter-Klasse!

Da scheint sich ja eine ernstzunehmende Konkurrenz für die etablierten Naked Bikes der 125er-Klasse zu entwickeln - die Malaguti Drakon 125 bringt mehr Style in die Achtelliter-Klasse!

Da können sich Honda, Kawa, KTM und Yamaha schon mal warm anziehen - zumindest optisch steht die neue Malaguti Drakon 125 um nichts hinter ihren harten Konkurrentinnen nach. Der gestapelte LED-Scheinwerfer mit darunter geschwungenem Tagfahrlicht wirkt ebenso gelungen wie das spitz zulaufende Heck, das sich möglichst minimalistisch präsentiert, wodurch es bestens zur schlanken Linie der Drakon 125 passt. Vor allem die coole Scheinwerferverkleidung mit den durchsichtig roten Akzenten, die sich in der Tankverkleidung fortsetzen, sind ein richtig gelungenes Style-Element.

Design und Motor der Malaguti Drakon 125 sind typisch italienisch - oder doch nicht?

Eh klar, in Sachen Design kann man den Italienern nun mal nichts vormachen, könnte man meinen. Allerdings sollte man wissen, dass der Name Malaguti vor drei Jahren von der österreichischen KSR-Gruppe aufgekauft wurde und die Designs der neuen Maschinen eben auch in Österreich kreiert werden. Gar nicht mal schlecht, würde ich sagen! Und auch die Technik stammt teilweise nicht von dort, wo man es bei einer Malaguti erwartet hätte - das Triebwerk etwa, das bei der Drakon-Studie noch von Aprilia stammte, kommt vom chinesischen Hersteller Zongshen. Doch auch in diesem Bereich kann man der Drakon 125 nur schwer etwas vorwerfen, zumindest wäre mir während der kurzen Testfahrten nichts Negatives aufgefallen. Ganz im Gegenteil, der 124,8 Kubik große Einzylinder benimmt sich vergleichsweise souverän. Er will natürlich in erster Linie ausgedreht werden und bringt seine Maximalleistung von 13,6 PS bei 9500 Touren. Allerdings dreht er bereits aus dem Drehzahlkeller brav hoch und das maximale Drehmoment von 10,5 Newtonmeter bei nur 5500 Touren verdeutlicht, dass der Motor auch in der Mitte des Drehzahlbands eine gute Figur macht.

Von 99 km/h Höchstgeschwindigkeit konnte ich mit 16 nur träumen

Dem Sound des kleinen Viertakters sollte dabei nicht ganz so viel Bedeutung beigemessen werden, zumindest nicht, wenn man in der Regel mehr Kubik und Leistung gewohnt ist. Allerdings bollert der Motor sonor dahin und ich persönlich blicke neidisch auf die, von Malaguti angegebene Höchstgeschwindigkeit von 99 km/h, wenn ich mich daran zurück erinnere, als ich mit 16 Jahren noch mit rotem Taferl und kaum mehr als 50 km/h herumgurken musste. An den Einzelscheibenbremsen vorne und hinten kann ich nichts aussetzen, die Verzögerung passt auch aus höheren Geschwindigkeiten tadellos.

Handling und Komfort der Drakon 125 sind durchaus am Niveau der Konkurrenz

Das Handling ist mit 144 Kilo Gewicht ebenfalls auf dem Niveau der Konkurrenz, die Bereifung mit 100/80-17 vorne und 130/70-17 ist jedenfalls schmal genug, um agil abzubiegen, aber immer noch breit genug, um nicht lächerlich schmal zu wirken. Die Federelemente schaffen das, was man von einem 125 Kubik-Naked Bike erwarten darf: Weder die fesche Upside-Down-Gabel, noch das Mono-Federbein im Heck sind knochenhart, sondern können auch schlechtem Asphalt den Schrecken nehmen. Schließlich passt auch die Sitzposition bestens zum Charakter der Drakon 125 - man hockt ansatzweise sportlich, aber doch komfortabel auf dem Naked Bike. Die Sitzhöhe ist mit 805 Millimeter ebenfalls ein guter Kompromiss, der Sattel wirkt wohl nur wegen seiner glatten Form ziemlich breit, denn das Schrittbogenmaß geht durchaus in Ordnung.

Die Ausstattung der Malaguti Drakon 125 muss sich nicht verstecken!

Bleibt noch die Elektronik-Ausstattung der Malaguti Drakon 125, die sich nur im Vergleich mit größeren Bikes als mickrig präsentiert, für ein 125er-Naked Bike aber durchaus einiges zu bieten hat: Neben ABS und LED-Beleuchtung rundum können auf dem Farb-TFT-Display eine Menge Daten wie Geschwindigkeit, Drehzahl, Ganganzeige, Wassertemperatur, Tankanzeige, Uhr und Maximalgeschwindigkeit abgerufen werden. Also macht die Drakon 125 auf den ersten Blick alles richtig und wird sich hinter der angestammten Konkurrenz nicht verstecken müssen. Wenn nun Malaguti auch beim Preis angemessen (am besten unter der Konkurrenz) kalkuliert, sollte einer erfolgreichen Markteinführung nichts im Wege stehen!

Fazit: Malaguti Drakon 125 ABS

Die Malaguti Drakon als neuen Stern am Himmel der 125er-Naked Bikes zu bezeichnen, wäre vermutlich etwas übertrieben. Allerdings macht die Technik beim ersten Test schon eine gute Figur - der Motor dreht brav hoch und benimmt sich auch aus dem Drehzahlkeller erstaunlich kräftig. Das Handling geht mit der relativ schmalen Bereifung voll in Ordnung, die Bremserei gibt sich keine Blöße und die Ausstattung ist mit Farb-TFT-Display und LED-Beleuchtung rundum sogar auf dem Niveau der Besseren in dieser Klasse. Wenn dann noch der Preis stimmt, könnte die Drakon 125 durchaus ein Verkaufsschlager werden!


  • Durchzugsstarker 125er-Viertaktmotor
  • standfeste Bremsen
  • angenehme Sitzposition
  • cooles Design
  • LED-Beleuchtung
  • Farb-TFT-Display
  • Verhaltener Motorsound

Bericht vom 25.12.2021 | 4.681 Aufrufe

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