Brixton Crossfire 125 XS 2020 Test

Funbike mit unglaublichem Preis-Leistungs-Verhältnis

Wurde die Klasse der Monkey-Fun-Bikes von Honda erfunden? Vielleicht. Doch in den letzten Jahren haben sich immer mehr Hersteller in diese Kategorie begeben, um kostengünstige Motorräder anzubieten, die nichts als Spaß bringen sollen. Der neueste Zuwachs ist die Brixton Crossfire 125 XS, die wir bis zur maximalen Schräglage und darüber hinaus getestet haben!

Soviel vorweg: Die Crossfire 125 XS sorgte für Staunen in der 1000PS Redaktion. Anfangs belächelt, war die Reaktion nach der ersten Fahrt immer dieselbe: "Das Teil ist geil! Ich brauche das!" Ein Spaßgerät, wie es im Buche steht und das zu einem äußerst fairen Kurs. Doch was macht sie so besonders? Hier findet ihr es heraus.

Kritik an der Brixton Crossfire 125 XS relativiert sich über den Preis

Kein Motorrad ist perfekt - auch nicht die neue Crossfire 125 XS. Doch bei diesem Bike relativiert sich vieles über ihr Konzept und insbesondere über den Preis. Zum Marktstart kostet die Brixton Crossfire 125 XS nämlich nur 1.949 Euro (DE), bzw. 1.999 Euro (AT) - überzeugt euch selbst am 1000PS Motorrad Markt! Für so wenig Geld muss man jedoch auch Abstriche machen, die man ihr aber mit diesem Preisschild nicht ganz übel nehmen kann.

Bedienelemente und Anmutung der Crossfire 125 XS

In diesem Punkt merkt man einfach, wo der Rotstift angesetzt wurde. Wer bereits andere 125er Brixtons gefahren ist, wird die Bedienelemente kennen. Wer sie noch nie gesehen hat: Es warten filigrane Knöpfe und Schalter, die etwas aus der Zeit gefallen wirken. So auch der Blinker, der manuell zurückgestellt werden muss. Optik und Haptik überzeugen nicht wirklich, die verlangte Funktionalität ist aber gegeben. Bei solch einem Funbike können wir darüber hinweg sehen - der Preis muss ja von irgendwo kommen!

11 PS reichen für das Gewicht der Brixton

Aus demselben 125 ccm großen Einzylinder der Cromwell 125, generiert die Brixton Crossfire 125 XS ganze 11 PS bei 8.500 U/min und ein Drehmoment von 9,5 Nm bei 6.500 U/min. Liegt unter der Grenze des A1-Führerscheins, reicht aber für das fahrbereite Gewicht von 111 kg vollkommen aus. Mit sportlicher Körperhaltung gehen sich dank dem gut abgestuften 5-Gang Getriebe laut Tacho 105 km/h aus! Pendeln über flache Landstraßen stellt somit keine Herausforderung dar. Zusätzlich fasst der Tank der XS-Brixton 11 Liter Benzin, was eine theoretische Reichweite von 350 km bis 400 km bedeutet.

Für die volle Fahrleistung braucht es trotzdem ein wenig Einsatz hinter dem Lenker: Perfekte Schaltzeiten, eine gebückte Körperhaltung in den Beschleunigungsphasen und ein wenig Mut bei Top Speed verlangt einem die Brixton Crossfire 125 XS ab. Dafür fühlt sich jede Fahrt wie ein Abenteuer an und man kann sich im Sattel richtig auspowern.

Die Crossfire 125 XS ist kein Komfortwunder

Platz genommen am 760 mm hohen Sattel überrascht die Ergonomie. Lenker und Fußrasten finden sich dort, wo man sie sucht - der "Affe am Schleifstein" trifft hier nicht zu. Die Sitzbank an sich lässt sich aber bestenfalls als "sportlich straff" bezeichnen.. oder eher bretthart. Klar bekommt man dadurch ein sportliches Gefühl, das durchaus zum straffen Fahrwerk passt, fürs Pendeln oder eine ausgedehnte Tour könnte der Wunsch nach einem bequemeren Sattel (wie z.B. auf der Honda Monkey) aufkommen.

Doch hart oder nicht, die Brixton Crossfire 125 XS kann fast schon als praktisch beschrieben werden, denn sie ist als 2-Sitzer zugelassen! Bei ihren Ausmaßen will man anfangs glauben, der Betrieb mit Sozius sei rein theoretisch, der Blick auf die technischen Daten verrät aber die Wahrheit: Zuladung der Brixton Crossfire 125 XS: 170 Kilogramm! Dem Trip zur nächsten Eisdiele steht zu zweit also nichts im Weg!

Die Brixton Crossfire 125 XS auf der Landstraße und der Kartstrecke

Bleiben wir realistisch: Die neue XS wird nie ein Langstrecken-Bike, sondern ein reines Fun-Bike für die Hausstrecke und die nächstgelegene Supermoto- bzw. Kart-Strecke. Und so haben wir sie auch bewegt! Auf der Landstraße verhält sie sich wie ein Spielzeug: Kompakt, handlich und trotz kleiner 12 Zoll Räder überraschend stabil. Es braucht zwar - wie bereits erwähnt - eine aktive Fahrweise mit vielen Schaltvorgängen, doch die Arbeit im Sattel wird mit unglaublichem Spaß belohnt. Mit einer sportlicheren Bereifung kann man die Crossfire 125 XS aber auch problemlos als Trackday-Bike auf Supermoto-Strecken verwenden. Auf Achse anreisen, schnelle Runden drehen und im Anschluss wieder nach Hause fahren. In diesem Betrieb stört leider nur das kombinierte Bremssystem (CBS), durch das kontrollierte Rutscher am Hinterrad verhindert werden. Auch die Schräglagenfreiheit ist aufbaubedingt nicht die beste, mit motiviertem Hang-Off kann dieser Mangel aber schnell behoben werden.

Hier spielt die Brixton erneut ihren Preisvorteil aus: Mit ihrem Anschaffungspreis von unter 2.000 Euro sind die Hemmungen ans Limit zu gehen relativ gering, eventuelle Ersatzteile werden außerdem nicht die Welt kosten. Und genau dieses Limit hat Vauli herausgefunden...

Vauli in Gefahr! Sturz auf der Brixton Crossfire 125 XS!

Stimmt schon: Vauli in Gefahr, bzw. Schräglage bis zum Sturz (Titel unseres Facebook Livestreams) sind reißerische Titel, doch tatsächlich hat Vauli seinen ersten Sturz seit langem auf einem Motorrad verzeichnet. Während den Kamerafahrten rutschte ihm das Hinterrad auf der Kartstrecke weg und die kleine Crossfire lernte den rauen Asphalt aus nächster Nähe kennen. Vauli kam in seinem Held Leder unverletzt davon, doch auch die Brixton trug nur leichte Blessuren davon und war anschließend immer noch voll fahrbereit!

Wer also schon länger ein etwas anderes Motorrad für die Supermoto Strecke sucht, sollte sich die Crossfire 125 XS ansehen. Die 1000PS Redaktion ist begeistert!

Fazit: Brixton Crossfire 125 XS

Mit der Brixton Crossfire 125 XS hat die KSR Gruppe sehr viel richtig gemacht, denn dieses Motorrad verkauft sich zweifelsfrei über ihren Preis. Eigentlich müsste man bei solch einem Fun-Bike, das die Hälfte der japanischen Konkurrenz kostet, sofort zugreifen. Gewisse Abstriche, wie an den Bedienelementen, muss man eingehen, aber für viele wird dieses Bike ein Zweit- oder Dritt-Motorrad werden, das für puren Spaß am Wochenende steht. Wir sind schwer begeistert und empfehlen eine Probefahrt. Großartiges Bike im kleinen Paket!


  • großartiges Fun Bike
  • genügend Leistung
  • gute Höchstgeschwindigkeit
  • überraschend stabil
  • sportliche Fahrwerksabstimmung
  • ungschlagbarer Preis
  • harte Sitzbank
  • CBS verhindert Drifts am Hinterrad
  • schlecht ablesbarer Tacho
  • niedriger Preis an einigen Stellen erkennbar

Bericht vom 26.09.2020 | 19.520 Aufrufe

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