Das beste E Mountainbike im Test

Ducati Mig RR - E MTB Erfahrungen

Erfahrungen und Testurteil vom Motorradfahrer zum Elektromountainbike. Was darf man sich erwarten? Das DUCATI Mig-RR im Test.

Ich dachte Du wärst sehr sportlich!? Antworten wie diese musste ich mir nach der stolzen Präsentation meines Elektro Mountainbikes leider sehr oft anhören. Schon nach kurzer Zeit war klar: Für echte Mountainbiker ist man mit einem Elektrobike ein Weichei und für Normalverbraucher ein Pensionist. Doch für mich war das neue E-Bike von Ducati perfekt. Es kommt als Ergänzung zu meinem „normalen“ Scott Scale Hardtail Mountainbike und zu einer gut sortierten Motorrad Garage. Auf der einen Seite nutze ich es als Fitnessgerät, gerne aber auch als Adrenalinspender.

Warum E-MTB anstelle von einem herkömmlichen Mountainbike?

Die Hintergründe dazu waren für mich vielfältig. Einerseits vergrößerte ich mit dem E-Bike den Aktionsradius. Die Anfahrt zu einem etwas weiter weg gelegenen Revier erledige ich nun auf Achse und erspare mir das Ein- und Ausladen in meinem Bus. Auf der anderen Seite sind nun auch Passagen fahrbar, welche ohne E-Motor einfach keinen Spaß machen. Lange und langweilige Passagen können nun schneller inhaliert werden, die schönen Abschnitten fahre ich dann gerne ohne oder mit geringer Motor Unterstützung. Ausschlaggebend war dann aber das gute Fahrwerk. Ein robustes Downhill / Endurofahrwerk auf einem MTB wiegt nun mal recht viel. Und knackige Downhills machen eben nur mit üppig dimensionierten Fahrwerken viel Spaß. Das E-Bike ist für mich die perfekte Lösung für diesen Kompromiss. Das zusätzliche Gewicht wird locker durch den Motor kompensiert. Nach den ersten 5 ausgiebigen Touren ist klar: Das Elektro Mountainbike beschert mir persönlich mehr Fahrspaß als das herkömmliche MTB. Die 22,5 kg Gesamtgewicht von Mig RR trüben den Fahrspaß also keinesfalls im Vergleich zu meinem knackig leichten 10kg Hardtail.

Warum das Elektrobike von Ducati?

Ich fahre zwar seit Jahrzehnten gerne MTB, doch beim Dschungel an Anbietern habe ich längst den Überblick verloren. Für mich waren die dutzenden verschiedenen Hersteller ohnehin immer nur virtuelle Marken, welche einfach Komponenten und Rahmen von diversen Anbietern assemblieren und vermarkten. Bei den Motoren und Komponenten dominieren wenige große Marken den Markt. Am Ende sind es unterschiedliche Lackierungen und Logos bei vergleichbaren Produkten. Also wählte ich gleich eine Marke welche mir als Motorradfahrer gefällt: DUCATI!

Ducati Mig RR!

Klarerweise verglich ich erstmals die Ausstattung und Features vom Mig RR. Zum Einsatz kommt ein Shimano Steps E8000 Motor, eine Shimano XT Schaltgruppe, ein 504Wh Akku, eine Fox 36 Float Fit4 Kashima Factory Gabel und ein Fox DPX2 Federbein. Eine Shimano Saint M820 Scheibenbremse, Mavic Alu Felgen, eine Remote Sattelstütze und ein Fatbar Carbonlenker runden die gute Ausstattung ab. Zu meinem Erstaunen musste ich keinerlei „DUCATI Aufschlag“ bezahlen. Im Gegenteil. Das Fahrrad kostet zwar 6.250 Euro, bietet damit aber im Vergleich zu anderen Anbietern eine wirklich gute Ausstattung. Eine DUCATI ohne Bella-Italia-Premium Aufschlag mit wunderschöner Optik und top Komponenten konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Die Entscheidung war gefallen!

Erfahrungen Shimano Steps E8000

Für meine Anwendung war der Shimano Steps E8000 Motor genau die richtige Lösung. Er bietet mit 70Nm ein hohes Drehmoment, fährt im TRAIL und ECO Modus jedoch wie ein normales Fahrrad. Er muss mit relativ hoher Kadenz (Kurbeldrehzahl) gefahren werden. Also für sportliche MTB Piloten ein angenehmes und vertrautes Gefühl. Als Pensionisten-Bike für die gemütliche Eisdielentour aber vermutlich nicht der richtige Antrieb. Das Ansprechverhalten vom Motor ist durchschaubar und im Sattel muss man richtig arbeiten. Die richtigen Gänge müssen eingelegt werden, die Beinmuskulatur wird ordentlich gefordert. Am Ende fährt man mit einer relativ gleichmäßigen Pulsfrequenz in jenem Bereich in dem man eben gerne unterwegs ist. Verbesserungswürdig ist jedoch der „Boost“ Modus. Damit wird das volle Drehmoment auf das Hinterrad geschickt und die Kraft der Pedale wird laut Hersteller um 300% verstärkt. Hier verliert das Rad seine natürlich Haptik und die Dosierung wird gefinkelt. In engen Bergaufkehren muss man die Power mit der Hinterbremse dosieren - über die Pedal schafft man das kaum noch. So werden gerade die schwierigen Bergaufpassagen mit üblen Wurzeln nochmal anspruchsvoller.

Reichweite Shimano Steps E8000 Ducati Mig RR

Meine typische Tour führt mit 1100 Höhenmeter über 38km und dabei fahre ich einen Schnitt von 17 km/h. 95% davon Offroad - einige Passagen auch relativ steil und komplex. Am Ende der Tour vermeldet der Akku dann einen letzten (von5) verbleibenden Balken im Akku-Display. Doch Akku zu sparen fällt relativ leicht. Wer bei den Bergaufpassagen flüssige Segmente wählt, kann locker und komfortabel im „ECO“ Mode nach oben radeln. Dann sinkt die Durchschnittsgeschwindigkeit aber der Tourradius vergrößert sich beträchtlich. So gelang es mir eine Tour mit 37km und 900hm mit 3 von 5 verbleibenden Balken im Akku-Display zu beenden.

Die Bedienung und das Display sind einfach, zweckmäßig, zuverlässig aber ohne Lametta. Es gibt einen kompakten Schalter am linken Lenker welcher das Ausmaß vom Drehmoment-Support regelt und ein sehr kleines Display mit den nötigsten Informationen - mehr nicht! Der kräftige Antrieb überzeugt in der Praxis in Summe voll und ganz. Einzig der schwer zu dosierende Boost-Mode nervt ebenso wie das relativ laute Surrgeräusch vom Antrieb.

Das Fahrwerk am Ducati Mig RR E-Bike

Das Fahrwerk der Ducati darf als sensationelle bezeichnet werden. Einerseits hat es bei kleinen Schlägen ein tolles Ansprechverhalten und bügelt aber auch Sprünge und harte Schläge toll weg. Das Setup gelingt spielerisch und die Komponenten machen einen tollen Eindruck. Zum Einsatz kommt eine Fox 36 Float Fit4 Kashima Factory Gabel mit 170mm Federweg und 36mm Standrohrdurchmesser. Beim Federbein setzt man auf das Fox DPX2 mit 160mm Federweg.

Kongenialer Partner dürfte die gewählte Felgendimension sein. Das gigantische 29“ Vorderrad sorgt im Gelände für Laufruhe, der extrabreite Fatbar erhält trotzdem das direkte Handling. In Summe fühlt sich das E-Bike von Ducati handlich und stabil an.

Gebrauchte und neue Ducati Motorräder

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Shimano XT Gruppe und Saint M820 Bremsen

Sowohl bei den Bremsen als auch bei der Schaltung wurden tolle Komponenten gewählt. Insider aus der MTB Szene berichten mir gerne von der tollen Qualität von der Shimano XT Schaltgruppe und der Shimano Saint M820 Scheibenbremse mit Keramikkolben. Im Vergleich mit anderen Mountainbikes mag das wohl stimmen. Doch wer als erfahrener Motorrad-Enduropilot diese filigranen Komponenten in der Praxis erlebt, wird erstmal überrascht sein. Der Wartungsaufwand ist höher als einem lieb ist. Eine raue Tour mit Bodenkontakt macht immer kleinere Arbeiten an den Komponenten erforderlich. Das ist man als Motorradfahrer so erstmal nicht gewohnt. Die Komponenten auf unseren Spaßgeräten (egal ob Trial, Motocross oder Enduro) sind langlebiger, robuster und wartungsärmer.

Für anspruchsvolle Motorradfahrer machen nur hochwertige E-Bikes Sinn

Trotzdem ist ein E-MTB eine tolle Bereicherung für eine Motorradgarage. Wobei man auch als Gelegenheitsfahrer nicht unterhalb der 6000 Euro Liga zuschlagen sollte. Denn bei den günstigen Bikes können die hohen Ansprüche keinesfalls befriedigt werden. Man muss schon mit 6000 Euro rechnen, um eben ein anständiges Fahrwerk, einen tollen Motor und zuverlässige Komponenten genießen zu können. Diese Aussage treffe ich ganz klar mit dem Focus „Motorradfahrer“ als Zielgruppe. Unsere Ansprücher sind hier sicher höher, als jene der Durchschnittsverbraucher.

Das DUCATI Mig RR ist im Detail wunderschön verarbeitet und bietet DUCATI Design für Liebhaber von starken Marken. Ich selbst bin 185cm groß und bin mit der Rahmengröße „Large“ bestens bedient. Für mich und meine Anforderungen war und ist das DUCATI Mig RR das beste E MTB am Markt. Es deckt meine Anforderungen perfekt ab, präsentierte sich in meinem 6000 Euro Preisrahmen als gut ausgestattet und macht mich als Besitzer ebenso stolz wie die Motorräder in meiner Garage.

Weitere Elektro Mountainbikes im Test bei den Profis von BikeBoard.at.

Fazit: Ducati MIG-RR

Das DUCATI Mig RR ist im Detail wunderschön verarbeitet und bietet DUCATI Design für Liebhaber von starken Marken. Das Fahrrad kostet zwar 6.250 Euro, bietet damit aber im Vergleich zu anderen Anbietern eine wirklich gute Ausstattung. Eine DUCATI ohne Bella-Italia-Premium Aufschlag mit wunderschöner Optik und Top Komponenten!


  • Kräftiger und harmonischer Antrieb
  • hochwertige Komponenten
  • tolles Fahrwerk
  • tolle Traktion
  • wunderbares Design mit liebevollen Details
  • Schlecht dosierbarer „Boost“ Mode
  • lautes Surrgeräusch vom Antrieb
  • Unwürdige Trinkflasche. Dieses billige Teil verdient das Ducati-Corse Logo nicht!

Bericht vom 05.05.2020 | 43.670 Aufrufe

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