Honda Forza 300 Langzeit-Test

Honda Forza 300 Langzeit-Test

Leben mit dem Forza 300

300 Kubik Mid-Size Scooter bieten das vielleicht perfekte Paket für stressfreies Pendeln. Kompakt genug, um durch den engen Stadtverkehr zu pendeln, aber kraftvoll genug, um auch im Autobahnverkehr mitschwimmen zu können. Mex hat den Forza 300 bereits an der Côte d'Azur für euch getestet, doch der Horvath nimmt es nun einen Schritt weiter. Eineinhalb Wochen ist er den kompakten Luxusroller bei jedem Wetter gefahren und kann euch nun vom Leben mit dem Honda Forza 300 berichten.

Schon die Startbedingungen in die knapp zwei Testwochen waren ideal, um den Forza 300 auf die Probe zu stellen: strömender Regen und die Wiener Autobahnen. Gemeinsam mit einer nie endenden Kolonne an Autos ging die Fahrt vom 20. Wiener Gemeindebezirk über die A2 bis nach Wiener Neustadt. Der Regen- und Spritzwasserschutz, sowie das Fahrverhalten auf der Autobahn konnten auf einen Schlag erforscht werden – der Traum eines jeden Rollertests.

Stabil trotz drohendem Aquaplaning

Als regenerprobter Fahrer rede ich nicht schnell von Monsun-artigen Niederschlägen, doch die erste Ausfahrt auf dem Honda Forza 300 lässt sich nicht anders beschreiben. Die Weitsicht war auf 50 Meter beschränkt, das Wasser blieb auf der Straße stehen und dort wo normalerweise 130 km/h gefahren werden, wurde eine freiwillige Beschränkung von 70 km/h gewählt. Der erste Gedanke: Aquaplaning. Doch Fehlanzeige – äußerst selbstsicher pflügte der Forza 300 auf seinen Pirelli Diablo Scooter in der Dimension von 15 Zoll vorne und 14 Zoll hinten durch das stehende Wasser. Die Windschutzscheibe und die Frontverkleidung sorgten für überraschend guten Wetterschutz, sodass ich nur mit dem Wasser von oben zu kämpfen hatte.

Honda Forza 300 Höchstgeschwindigkeit – mehr als erwartet!

Die nächsten zwei Tage meines Tests waren auch noch von gelegentlichen Regenschauern gezeichnet, doch am dritten Tag zeigte sich nach langem Warten die Sonne und ich konnte den 279ccm großen Einzylinder endlich von der Leine lassen. Seine Spitzenleistung von 25,2 PS ruft der Forza 300 bei 7.000 Umdrehungen ab, das Drehmoment von 27,2 Nm liegt bei schon 5.750 Umdrehungen an. Den Forza als Kraftpaket zu bezeichnen, wäre übertrieben – trotzdem gefällt der Forza 300 mit einem sehr gleichmäßigen Durchzug, der bis 120 km/h anhält. Danach wird der kleine Einzylinder etwas müde, kämpft sich aber wacker bis zur 150 km/h Marke durch – 21 km/h mehr, als Honda offiziell angibt! Im Alltag überzeugt das Aggregat außerdem mit solch einer Ruhe, dass man in Kombination mit dem guten Windschutz schnell übersieht, wie zügig man schon unterwegs ist.

Ausschaltbare Traktionskontrolle – wozu?

Ein fragwürdiges Feature des Honda Forza 300 ist jedoch die verbaute Traktionskontrolle namens HSTC (Honda Selectable Torque Control). Verwunderlich ist nicht, dass sie verbaut wurde; nein ganz im Gegenteil! Doch es stellt sich die Frage, weshalb Honda die Möglichkeit gibt, sie mit einem einfachen Knopfdruck am Lenker zu deaktivieren? Selbstverständlich freuen wir uns immer, wenn wir die Wahl haben, wie wir unser Motorrad/Roller fahren möchten - das muss man Honda anrechnen! Doch auf einem vernünftigen Roller der hauptsächlich fürs Pendeln verwendet wird, ist es doch sehr interessant, dieses Feature an Board zu haben.

Honda Forza 300 – entspanntes Pendeln leicht gemacht

Wie bereits erwähnt, habe ich den Honda Forza über eineinhalb Wochen für meinen täglichen Weg zum und vom 1000PS Büro zu meinen knapp 30 Kilometer entfernten Heimatort verwendet – also circa 60 Kilometer pro Tag. Wie es sich für einen Pendlerroller gehört, war ich nach jeder Fahrt tief entspannt und konnte mich über keinerlei Schmerzen beklagen. Die 780mm hohe Sitzbank ist angenehm gepolstert und noch nicht zu breit, sodass ich mit meinen kurzen Beinen den Boden nicht erreichen würde. Das Fahrwerk verhält sich ziemlich neutral, ist aber definitiv auf den Komfort der Passagiere ausgerichtet – genau was man beim täglichen Pendeln spüren möchte. Die Trittbretter lassen zusätzlich noch viel Spielraum offen, wo man seine Füße platzieren will. Doch dazu mehr im nächsten Absatz.

Forza 300 - guter Windschutz mit steigenden Turbulenzen

Neben den hübschen LED-Scheinwerfern, die wie ein Abbild der Honda Flügel aussehen, ist das elektrisch verstellbare Windschild eindeutig das Ausstattungshighlight des Forza 300. Über einen Schalter am linken Lenker lässt sich die Scheibe stufenlos um 14 Zentimeter vertikal verschieben, was für ein sehr abwechslungsreiches Fahrerlebnis sorgt. In der Stadt lässt sich also der Fahrtwind im Gesicht genießen, während man auf der Landstraße Schutz hinter dem Windschild suchen kann. Bei Geschwindigkeiten ab 100 km/h empfiehlt es sich ebenso die Beine auf den Trittbrettern auszustrecken, um dem Wind beinahe vollständig zu entkommen.

Doch leider ist nicht alles Gold das glänzt, denn die Turbulenzen hinter der hochgefahrenen Scheibe könnten nach längerer Zeit zu Nackenschmerzen führen. Der Luftstrom sammelt sich hinter dem Helm und legt den Winddruck auf den Hinterkopf des Fahrers. Besonders ab 110 km/h fällt dieser Effekt unangenehm auf.

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Hübsche Armaturen mit unübersichtlicher Steuerzentrale

Passend zur hochwertigen Anmutung und Verarbeitung des Honda Forza 300 wirken auch die Armaturen des Mid-Size Scooters sehr luxoriös. Der mittig positionierte LCD-Display wird von zwei Rundanzeigen für Geschwindigkeit und Drehzahl umgeben, auch wenn sich die Frage stellt, ob bei einem Roller ein Drehzahlmesser wirklich von Nöten ist – Geschmackssache. Kritik muss nur an der Steuereinheit des Displays geäußert werden, die vollständig auf die linke Lenkerseite verlegt wurde. Somit kann zwar alles während der Fahrt bedient werden, intuitives Durchschalten ist aber aufgrund der Anzahl an Knöpfen nur schwer möglich. Nach knapp zwei Wochen musste ich immer wieder einen Blick wagen, um den Blinker mit einer 100%igen Trefferwahrscheinlichkeit zu finden.

Honda Forza 300 Stauraum, Verbrauch und Gewicht

Unter der bequemen Sitzbank des Forza 300 darf man mit viel Stauraum rechnen. Während theoretisch zwei Vollvisierhelme Platz finden würden, waren es in meinem Fall meistens ein Helm und ein Rucksack, beziehungsweise Kleinigkeiten wie Handschuhe oder eine Weste. Der Stauraum reicht also problemlos aus, um den Alltag zu bestreiten. Für kleine Gegenstände verfügt der Honda Forza 300 über ein Handschuhfach mit 12V Steckdose, das sich gemeinsam mit dem Lenkerschloss verschließt. Besteht man auf noch mehr Platz, bietet Honda eine Topcasehalterung und ein 45 Liter großes Topcase im Zubehörprogramm an. Unter dem Staufach befindet sich der in den Rahmen integrierte 11,5 Liter große Benzintank, der mit meinem Verbrauch von 3,5l/100km für eine Reichweite von knapp über 320 Kilometer gesorgt hat.

Honda Forza 300 Preise

Fazit: Honda Forza 300

Ein bequemer Pendlerroller, der mit viel praktischem Nutzen und hochwertiger Verarbeitung überzeugt - so lässt sich der Honda Forza 300 am schnellsten beschreiben. Der Mid Size Scooter bringt im Alltag sehr viel Freude, weil er einfach und vor allem sehr entspannt funktioniert. Die Leistung von 25 PS reicht vollkommen aus, um sich auch auf der Autobahn wohl zufühlen, nur die Turbulenzen hinter dem Windschild werden auf Dauer anstrengend. Auch der mit Knöpfen überladene Lenker könnte negativ auffallen, wenn man selbst nach mehr als einer Tankfüllung den Blinker sucht.

1
Vorteile
  • Motor mit genügend Leistung
  • sehr komfortabel
  • verstellbares Windschild
  • hübsche Armaturen
  • viel Stauraum
  • Überall LED
1
Nachteile
  • Turbulenzen hinter dem Windschild ab 110 km/h
  • zu viele Knöpfe am Lenker
  • Vorderbremse könnte mehr Biss haben

Bericht vom 18.09.2018 | 16.001 Aufrufe

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