Horex VR6

Horex VR6

Die Legende lebt

Die Wiederbelebung der deutschen Traditionsmarke Horex war - überspitzt formuliert - ein Rohrkrepierer. Jetzt aber ist die Legende wirklich am Leben. Die brandneue Horex VR6 ist uredel, äußerst würdig und verdammt erregend.

Martin Bauer und meine Wenigkeit trieben zwei Horex VR6 durch die niederösterreichischen Alpen und waren schwer begeistert. Der IDM-Champ Bauer wusste, was ihn erwartete, da er in die Entwicklung seit der Übernahme von Horex durch den deutschen Carbon-Giganten „3C“ eingebunden war, mich selbst aber traf der Blitz aus heiterem Himmel, wie man so sagt. Die letzte Horex VR6 bin ich vor vier oder fünf Jahren gefahren und damals waren die Gasannahme und das Ansprechverhalten alles andere als perfekt. Doch jetzt brillierte die Horex in einer Größenordnung, dass ich vor Freude in den Helm brüllte. Der Klang des eng geschnittenen Sechszylinders (1200 ccm, 160 PS, 140 Nm) war schlicht göttlich, die Gasannahme makellos, die Lastwechsel vernachlässigbar und die Kraft schier unbremsbar. Wow! Was für eine Offenbarung, was für ein würdiger Bock! Zeit für Euphorie. Jetzt ist Horex endlich wieder da.

Die neue Horex VR6 - fast kein Stein blieb auf dem anderen

Das Grundkonzept der alten Horex VR6 wurde beibehalten, aber de facto blieb kein Stein auf dem anderen. Unter der Führung von 3C wurden so viele technische Änderungen vorgenommen, dass es den Rahmen dieses Artikels sprengen würde. Zum Beispiel: Gesamte Beleuchtung LED, Euro-4-Auspuff mit aus dem Vollen gefrästen Endkappen und mördergutem Sound, 2-Kanal-ABS von Continental mit Brembo M50 Anker und Radialkolben-Pumpe, Öhlins TTX36 GP Federbein, CNC-gefräste Gabelbrücken und Gabelfüße, 30 kg Gewichtsreduktion durch innovative Leichtbautechnologie (CFK-Steuerkopf, Carbon-Heckrahmen), Kineo-Speichenräder, hochwertigstes, italienisches Sattelleder. Und schließlich wurde auch der gesamte Motor komplett überarbeitet: Erneuerte Gussformen unter Verwendung der aktuellsten Gusslegierung aus dem Spitzenmotorsport, neuer Steuerkettentrieb, neuer Zylinderkopf, verlängerte Kolbenhemden, optimierte Lagerung der Kurbelwelle. Und wie im Spitzenbereich des Motorenbaus wird jedes Horex VR6 Triebwerk von einem verantwortlichen Spezialisten gebaut („one man, one engine“).

Fahrgefühl auf der neuen Horex VR6

Auch in punkto Handling entpuppte sich die Horex als echte Fahrmaschine, die sowohl beim Cruisen als auch beim harschen Anrauchen eine sehr gute Figur machte. Das Zusammenspiel der erlesenen Öhlins-Komponenten mit dem brachialen Sechszylinder funktionierte einfach perfekt. Das Fehlen einer Traktionskontrolle war nicht dramatisch, da die Maschine erstens sehr gute mechanische Traktion liefert und zweitens eine klare Transparenz aufweist. Slides waren am Gasgriff wunderbar zu kontrollieren. Nicht an Bord ist ein Quickshifter. Den wünschen wir uns noch für die Zukunft. Und die sieht richtig gut aus. Das nächste Horex Modell werden wir schon heuer auf der Intermot begrüßen dürfen. Herrlich! Große Freude!

Fazit: Horex VR6 Classic

Es gab und gibt einige Serienmotorräder mit Sechszylindern, aber der VR6 in der neuen Horex ist mit Abstand der sportlichste und kampfstärkste. Ein brachiales, erregend brüllendes Triebwerk, das über den gesamten Bereich immer voll im Saft steht. Souveränes Cruisen beherrscht die Maschine auch tadellos, aber ihr volles Charisma entfaltet sie, wenn ordentlich am Kabel gezogen wird. Ein Traum ist auch das Fahrwerk mit hochwertigsten Öhlins-Komponenten. Jetzt kann man mit großer Erleichterung und Begeisterung endlich feststellen: Horex- die Legende lebt!

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Vorteile
  • Charakterstarker Sechszylinder mit sportlichem Punch
  • Erlesenste Fahrwerkskomponenten
  • Großartiges Motormanagement inklusive Ride-by-Wire
  • Uredles Finish und perfekte Verarbeitung
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Nachteile
  • Kein Quickshifter
  • Keine Traktionskontrolle
  • Exklusiver Preis

Bericht vom 17.04.2018 | 9.360 Aufrufe

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